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Dieser Artikel wurde am 14. Juli 2009 um 08:50 Uhr in der Rubrik Störtebeker Festspiele veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Regisseur & Autor Holger Mahlich

Die Fiktion des Stückes wäre historisch möglich gewesen

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Seit 2003 arbeitet Regisseur Holger Mahlich für die Störtebeker Festspiele Ralswiek - und schreibt die Bücher. Foto: Pfaffe

Seit 2003 ist Holger Mahlich, Regisseur und Autor der alljährlich auf der Naturbühne in Ralswiek inszenierten Stücke um Klaus Störtebeker, ein Garant für Spannung, Spritzigkeit und beste Unterhaltung. Seine Erfahrungen, die er als Schauspieler bei Film und Fernsehen und auf den bundesdeutschen Bühnen sammeln konnte, waren beste Voraussetzungen für seine Tätigkeit als Regisseur seit 1998. Dies stellt er alljährlich am Großen Jasmunder Bodden auch bei den Störtebeker Festspielen unter Beweis. Zum neuen Stück „Das Vermächtnis“ aus der Trilogie „Störtebekers Gold“ äußert er folgende Gedanken:

Zwei Überlegungen standen am Anfang. Einmal, dass es vielleicht interessant wäre der Störtebeker-Geschichte, ohne sie historisch zu verfälschen, einen größeren Radius zu verleihen. Zumal wir im 4. Festspielzyklus sind und schon sehr viele „Ostseegeschichten“ erzählt haben. Zum anderen ist ein neuer Erzähl-Strang historisch absolut möglich, da sich die Vitalienbrüder 1395, nach dem Ende des Mecklenburg-Dänischen Krieges, einem enormen Verfolgungsdruck der Hanse ausgesetzt sahen. Sie spalteten sich in mehrere Gruppen und wichen nach Finnland, Russland und auch in Richtung Nordsee und Atlantik aus.

Tatsächlich sind Spuren der Vitalienbrüder in Calais historisch nachgewiesen. Warum sollte Störtebeker nicht diese Gruppe angeführt haben? Da die Hanse mit Brügge, London, Venedig, Genua Handel trieb, ebenso venezianische und genuesische Kauffahrer London und Brügge besuchten, eröffnete sich für die Piraten ein weites Betätigungsfeld. Bei der Suche nach einem plausiblen Grund für Störtebekers Entscheidung, nach Calais zu segeln, sind wir auf die „Templer-Geschichte/Legende“ gestoßen. Über die Templer gibt es viel historisch belegtes Material und ebenso viel Legendäres. So die Geschichte ihres verschollenen Schatzes. Er soll unermesslich gewesen sein und bis heute gibt es Leute, die nach ihm forschen. So haben wir also die Templer- und die Störtebeker-Legende miteinander verknüpft und lassen unseren Helden den Spuren des Templerschatzes folgen. Da Störtebeker bei seiner Hinrichtung dem Hamburger Rat angeboten hat, eine armdicke goldene Kette um den Rat zu legen, wenn seine Männer frei gelassen würden, spricht nichts dagegen, dass das Gold aus dem Schatz der Templer stammt. Natürlich ist das Fiktion, aber, das ist das Entscheidende, es wäre historisch möglich gewesen. Und was ist spannender als eine Fiktion, vor einem großen historischen Panorama. Seien sie, verehrtes Publikum, also gespannt, was sie bei Störtebekers Jagd nach dem Schatz der Templer alles erwartet. Ich wünsche ihnen gute und spannende Unterhaltung. Ihr Holger Mahlich