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Dieser Artikel wurde am 15. Oktober 2008 um 03:29 Uhr in der Rubrik Kommentare und Anmerkungen veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Reaktion auf „Hunde-Taxe“

Von Thomas Krüger aus Binz

Ostseebad Binz. Unser Leser Thomas Krüger hat sich auf unseren Beitrag der letzten Ausgabe „Binz plant Hunde-Taxe“ gemeldet. Er schreibt folgendes:

Auf einen fahrenden Zug aufzuspringen ist gefährlich, das lernt schon ein kleines Kind! Das kleine Kinder manchmal schlauer sind als große kann zurzeit täglich in der deutschen Wirtschaft beobachtet werden. Sicher ist es am einfachsten Gebühren und Preise zu erhöhen, wenn festgestellt wird, dass eine Rechnung nicht aufgeht. Auch dieses ist heute zur Normalität geworden. Was dabei rauskommt, wenn Broker aufs falsche Pferd setzen, muss im Moment Jeder jeden Tag mit ansehen!

Nun aber zurück vom Weltwirtschaftsfiasko in unsere kleine, dörfliche und zumindest so „scheinende heile Welt“. Womit begründen Kurverwaltung und Tourismusausschuss den enormen Preisanstieg der Kurtaxe? Damit, dass es andere auch so machen bzw. schon gemacht haben oder auch machen werden. Was für eine geniale Logik, alles nachzumachen, was andere vormachen, aber die rechtliche Seite ist schon mal mit einem Anwalt geklärt worden!? Solche Aussagen geben einer Angelegenheit gleich schon mal einen offiziellen Touch von Recht & Gesetz.

Die Planung sieht vor, die Kurtaxe ohne erkennbare Gegenleistungen oder einen höheren Mehrwert für den Gast, um fast 25 Prozent anzuheben. Vielleicht einen Strandvogt zu installieren (Wie sieht denn die Stellenbeschreibung für einen solchen aus?) und dem Wunsch, die Strandreinigung und Müllbeseitigung zu verbessern, sind genannte Ansatzpunkte. Nichts in den Aussagen der Kurverwaltung lässt erkennen, was den Mehrwert für den Gast real ausmacht ab dem Zeitpunkt der Erhöhung bei Phrasen wie „Überlegungen, nachgedacht, eventuell, sollte...“

Bei Fixkosten, welche in fünf Jahren um 78 Prozent steigen, aber auf welche kein Einfluss genommen werden könne oder solle, ist es sicher am einfachsten, erst einmal die Preise zu erhöhen und zu schauen, welche Steuer noch möglich ist. Eine Hundekurtaxe ist dabei äußerst sinnvoll, um das schwarze Loch im Finanzhaushalt der Kurverwaltung zu erhellen – Was gibt es eigentlich für den Hund an Mehrwert? Vielleicht einen Platz im Zentrum des Strandes, das wäre ja das mindeste, was erwartet werden darf für eine Kurabgabe des Vierbeiners. Oder wie soll zukünftig argumentiert werden gegenüber dem Kurtaxe- und Hundetaxenzahler bei einem Tagespreis von 3,10 Euro gegenüber dem „normalen“ 2,60 Euro-Kurtaxezahler? Damit, dass die bestzahlenden Gäste zum Zeltplatz des BSW oder an den steinigen Fischerstrand geschickt werden ja wohl sicher nicht? Zu überlegen wären auch kulturelle Veranstaltungen auf dem Kurplatz, etwa ein Musikabend zum Mitjaulen (was diese ja bisweilen jetzt schon sind) oder eine Messe zur richtigen Ernährung des Vierbeiners oder dem „gesunden Gassigehen“!

Das größte für Halter & Hund wäre vielleicht ein „Pedigree-Festival“ über drei Wochen in der Hauptstraße und auf dem Kurplatz mit Ständen, an welchen Hundekuchen probiert werden kann oder Wasser aus getautem Grönlandeis, gemischt mit Darbietungen in Hundeakrobatik nach der aktuell vorherrschenden Devise „Hauptsache laut“. Hier wird die Kurverwaltung sich zukünftig Fragen von Hundehaltern gefallen lassen müssen. Die Gemeinde muss sich sehr genau und sensibel überlegen, wie eine Erhöhung der Kurtaxe und die Installation zusätzlicher Gebühren auf den zukünftigen Gast oder auch den Stammgast wirkt. Sicher werden diese Erhöhungen Äußerungen und Fragen provozieren wie „...nun ist auch Binz auf den fahrenden Zug gesprungen, wo alle alles teurer machen...“ Von hier ist es dann nur noch ein schmaler Grat bis zur Feststellung des „Touristennepps“. Wer denkt, dass sich solch massive Erhöhungen unbemerkt einführen lassen, darf sich jetzt schon auf die negativen Schlagzeilen in der Presse freuen und muss den zu erwartenden Imageschaden in Kauf nehmen! Dieses sollte klar überdacht werden.