Springe zu: Navigation | Inhalt | Aktuelle Themen
Dieser Artikel wurde am 01. Dezember 2010 um 07:48 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Ralf Drescher (CDU) nominiert

Wahl 2011: CDU-Kreisverbände eröffnen Wahlkampf

Von Robby Günther

Stralsund/Rügen. Ralf Drescher, CDU-Landrat von Nordvorpommern, ist gemeinsamer Kandidat der drei CDU-Kreisverbände Nordvorpommern, Rügen und Stralsund! Darauf verständigten sich die anwesenden Mitglieder der Partei am zurückliegenden Sonnabend bei der Wahlkreismitgliederversammlung zur Wahl eines Bewerbers der CDU für die Direktwahl des Landrates im künftigen Kreis. Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Kreisgebietsneuordnung durch den Landtag, ist der 4. September 2011 als Wahltag für den neuen Landrat und den neuen Kreistag festgelegt worden. Drescher erhielt am zurückliegenden Sonnabend nach einer emotionalen und kämpferischen Aussprache vieler CDU-Mitglieder immerhin 134 Ja-Stimmen, bei vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Dies sind 97 Prozent Zustimmung für den CDU-Kandidaten, der nun als erster für die mögliche Direktwahl des neuen Landrates am 4. September feststeht. Drescher konnte als gemeinsamer Vorschlag der Kreisvorstände Nordvorpommern, Rügen und Stralsund sowie auf Vorschlag der CDU-Ortsverbände Süderholz und Steinhagen um die Gunst der CDU-Mitglieder werben.

Drescher ist im Jahr 1990 aus der Bürgerbewegung in die Kommunalpolitik gelangt. Im Jahr 1993 trat er in die CDU ein und hatte von 1994 bis 2005 ein Mandat im Kreistag Nordvorpommern inne. Im Jahr 2005 wechselte er in die Verwaltung und folgte 2008 Landrat Molkenthin in Nordvorpommern auf dieses Amt nach. Er wurde damals mit 65,2 Prozent direkt zum Landrat gewählt. Drescher betonte in seiner Bewerbungsrede, dass er bereits mit der Fusion der ehemaligen Landkreise Grimmen, Ribnitz-Damgarten und Stralsund-Land im Jahr 1994 zum Landkreis Nordvorpommern zahlreiche Erfahrungen sammeln konnte. „Diese Erfahrungen kann und möchte ich heute in die anstehende Fusion der Kreise Nordvorpommern und Rügen sowie der Hansestadt Stralsund einbringen. Ich kann allen versichern, dass keiner zurück gelassen wird und wir von jeder Gebietskörperschaft das Beste mit in den neuen Kreis nehmen“, so sein Appell an die kritischen Stimmen zur Kreisgebietsreform, die an diesem Vormittag besonders von Rügen laut wurden.

So erinnerte Oliver Gurk an einen Beschluss der Rügen Union, sich für die Selbstständigkeit des Landkreises Rügen einzusetzen. Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster betonte allerdings, dass „wir uns neuen Wegen nicht verschließen dürfen. Der neue Kreis wird Chancen für Rügen bieten“.

Ralf Drescher räumte in seiner Rede ein, dass „es nicht ganz leicht sein werde, die bisherigen Gebietskörperschaften in einem neuen Kreis zu vereinen“. Viele regionale Dinge müssen beachtet werden, rief er den anwesenden Parteimitgliedern zu. „Aber was wird die Alternative sein?“, fragte er mit Blick auf die eingereichten Klagen von einzelnen Landkreisen vor dem Verwaltungsgericht in Greifswald. „Es wird ein neues Gesetz in die Erarbeitung gehen. Und dort steht drin, dass Rügen, Stralsund und Nordvorpommern künftig in einem Kreis zusammengefasst werden“, schätzte er seiner Meinung nach die politischen Konsequenzen ein, falls das Gericht dieses Gesetz kippen sollte.

Drescher rief die CDU-Mitglieder aller drei Kreisverbände auf, in den kommenden Wochen und Monaten geschlossen an die anstehenden Aufgaben zu gehen. Dabei formulierte er zwei Wahlziele für den 4. September 2011: „Wir sollten gemeinsam für einen CDU-Landrat kämpfen und auch darum, dass die CDU im neuen Kreistag mit 40 Prozent plus x stärkste Fraktion wird“, so sein Wahlziel für den Tag im Spätsommer des nächsten Jahres. An diesem Tag entscheiden die Bürger ebenfalls über den künftigen Kreisnamen. Dazu können die beiden Kreistage Rügen und Nordvorpommern und die Bürgerschaft Stralsund jeweils einen Vorschlag mit Blick auf den Wahltag einreichen. Die zur Wahl aufgerufenen Bürger können dann über den Namen abstimmen. Welcher Vorschlag eine Mehrheit erhält, der ist dann angenommen und wird künftig für den neuen Kreis stehen.

Drescher appellierte in diesem Zusammenhang für einen kurzen Namen, der für alle Regionen des neuen Kreises stehen könnte. Regionale Befindlichkeiten müssten hierbei ausgeblendet werden, um keinen der drei Partner zu benachteiligen oder die regionale Identität zu verwischen. Dies wird eine spannende Phase in 2011.