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Dieser Artikel wurde am 18. August 2010 um 05:20 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Quo vadis, Kurplatz?

Knappe Entscheidung zur Ausschreibung für Bewirtschaftung im Fachausschuss

Von Robby Günther

Ostseebad Göhren. Wird der Kurplatz zum Ballermann? Gemeindevertreter Markus Pigard (CDU) hat schwere Bedenken zur am Montagabend beschlossenen Ausschreibung für die Bewirtschaftung des denkmalgeschützten Ensembles am Nordstrand. Die Mitglieder des Finanz- und Tourismusausschusses haben sich während ihrer jüngsten Sitzung zu Beginn dieser Woche mehrheitlich für eine Ausschreibung verständigt. Allerdings: Gleich fünf Ausschussmitglieder haben sich der Stimme enthalten!

Gemeindevertreter und Ausschussvorsitzender Hans-Harald Ott (SPD) zeigte sich im Laufe der entfachten Debatte um die Zukunft des Kurplatzes erstaunt. „Wir haben während unserer letzten Sitzung im Juni drei mögliche Varianten einer Bewirtschaftung vorgestellt bekommen. Eine Mehrheit des Ausschusses war dafür, die Bewirtschaftung jetzt erst einmal für zwei Jahre begrenzt auszuschreiben“, erinnerte er seine Ausschussmitglieder an die geführte Diskussion.

Knackpunkt der aktuellen Kritik sind einige Details der Ausschreibung. „Hier ist die Rede von mobilem Verkauf“, mahnte Pigard und riet seinen Kollegen vom Beschluss ab. „Mit dem Beschluss beamen wir uns zehn Jahre zurück, was Niveau und Qualität bei der Versorgung von Veranstaltungen angeht, so seine Meinung. Dies wollte Hans-Harald Ott nicht unwidersprochen stehen lassen. „Wenn uns die vorgelegten Bewerbungen nicht zusagen, können wir die Ausschreibung immer noch als erfolglos beenden“, blickte er in die Zeit der Auftragsvergabe.

Nach dem jetzigen Beschluss ist Jörn Fenske, Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung, beauftragt, die Ausschreibung zu veröffentlichen. Abgabe für potenzielle Interessenten ist der September. Allerdings sollten diese bei ihrem Konzept auf niveauvolle Angebote achten, denn: „Bierwagen sind nicht unser Ziel“, so Ausschussvorsitzender Ott. Die Entscheidung über einen neuen Betreiber ist für den Dezember vorgesehen. Der neue Betreiber soll die Gelegenheit erhalten, jeweils vom 1. Mai bis 31. Oktober die Versorgung bei ausgesuchten Veranstaltungen zu übernehmen. Auch über Art und Anzahl der Höhepunkte wurde am Montagabend heftig gestritten. Bärbel Powilleit (BfR) mahnte, dass es sich auch um einen Kurpark handelt, den Gäste an dieser Stelle des Ostseebades vorfinden. „Hier hat Ruhe die Vorfahrt“, betonte sie. Immerhin sind in den letzten Jahren fast 30 größere Veranstaltungen auf dem Kurplatz pro Saison veranstaltet worden. „Zu viel und zu laut“ befand der Ausschuss während seiner Juni-Sitzung. Aus diesem Grund regte der zuständige Fachausschuss auch eine umfassende Befragung der Gäste an, was sie an diesem Ort erwarten . . .