Putbus tritt der KAT GbR bei
Beschluss in der Stadtvertretung / Tourismus GmbH nächster Schritt
Von Robby Günther
Putbus. Der Tourismus in der Fürstenstadt soll einen höheren Stellenwert erhalten! Aus diesem Grund stimmten am Montag dieser Woche die Stadtvertreter einstimmig für den Eintritt der Stadt zur Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Arbeitskreis Tourismus (KAT) GbR. Anders als beim losen Zusammenschluss der touristischen Gemeinden im KAT, sind mit einem Eintritt in die KAT GbR finanzielle Kosten verbunden. Diese belaufen sich auf 12.000 Euro im ersten Jahr, wie am Montagabend deutlich wurde.
In der KAT GbR sind bisher die Ostseebäder Baabe, Binz, Göhren, Sellin sowie die Tourismusgesellschaft Putgarten vertreten. Für einen Eintritt haben unlängst auch die Gemeindevertreter von Thiessow und Gager gestimmt. Auch die Stadt Sassnitz und der Ort Lohme auf Jasmund wollen bei der KAT GbR einsteigen.
Neben der Bündelung von Marketingmaßnahmen und Veranstaltungen will die KAT GbR mehr Anteile an der Tourismuszentrale Rügen (TZR) als Gesellschafter erwerben. Aus diesem Grund sind einer Berechnung zufolge 6.000 Euro maximal von jedem Mitglied der KAT GbR dafür aufzubringen. Bisher hält die KAT GbR zehn Prozent der TZR-Anteile. Der Kommunale Arbeitskreis möchte seine Anteile allerdings auf 26 Prozent aufstocken, so der Göhrener Leiter des kommunalen Eigenbetriebes, Jörn Fenske, in diesem Zusammenhang auf Nachfrage unserer Zeitung. „Mit den unlängst in den Kommunen gefassten Beschlüssen sind wir als KAT soweit, dass wir der TZR signalisiert haben, dass wir in die eingeschlagene Richtung weiter arbeiten wollen“, ergänzt Fenske.
Als nächster Schritt soll in Putbus nun die Gründung einer Tourismus GmbH als Eigenbetrieb der Stadt forciert werden. Der bisherige Eigenbetrieb kümmert sich um den Tourismus, den Hafen und um die Mietwohnungen der Stadt. Als Ansprechpartner für Gäste fungieren die Mitarbeiter in der Tourist-Info in der Orangerie. „Alles nicht genug“, so das Fazit von Stadtvertreterin Regina Dabel (CDU), die gleichzeitig Vorsitzende des Tourismus- und Gewerbevereins Putbus e.V. (TGV) ist, der immerhin fast 60 Mitglieder hat.
Gemeinsam mit ihren Vorstandsmitgliedern hatte sie auf der Jahreshauptversammlung Ende Januar eine „schnelle Einführung der elektronischen Kurkarte“ gefordert. Eine Aufgabe, die die Tourismus GmbH als zentrale Aufgabe wahrnehmen, umsetzen und kontrollieren könnte. Bis es soweit ist, fordert der TGV mehr Mitsprache in der Tourist-Info, will auch fachlich und personell helfen, wie Dabel unterstreicht.
Dennoch bleibt auch hier perspektivisch die Aufgabe, dass eine Fachkraft für den Tourismus in Putbus eingestellt werden muss, untersetzte sie in ihrem Bericht Ende Januar an die Mitglieder. Bereits vor fünf Jahren hatte der TGV das Thema Tourismus GmbH auf die Tagesordnung gehoben. „Es hatte entsprechende Anregungen gegenüber der Stadt gegeben, aber nichts ist passiert“, moniert sie weiter.
Nun scheinen aber die Weichen mit dem Beitrittsbeschluss zur KAT GbR gestellt zu sein. Die erforderlichen Mittel sollen aus Mehreinnahmen aus der Kurtaxe generiert werden, wie Brigitte Lahann vom Eigenbetrieb den Stadtvertretern untermauerte. Dem Beitritt haben im Vorfeld der Stadtvertretung der verantwortliche Betriebsausschuss und auch der Wirtschaftsausschuss während ihrer letzten Sitzungen im Dezember letzten Jahres bzw. im Februar dieses Jahres entsprochen, wie es in diesem Zusammenhang heißt. Um die Kosten für die Folgejahre sicherzustellen, sind von 2013 bis 2016 jeweils 6.000 Euro in den Wirtschaftsplan einzuarbeiten.
Am morgigen Donnerstag wird es seitens des Tourismusverbandes Rügen und der Tourismuszentrale Rügen ein Informationsgespräch mit den Bürgermeistern der Insel zum Thema TZR und touristische Vermarktung der Zukunft geben. Wann die KAT GbR allerdings mit der Erhöhung ihrer Anteile zum Zuge kommt, ist aktuell noch offen. Den losen Zusammenschluss touristisch geprägter Gemeinden auf Rügen unter dem Namen KAT wird es übrigens bald nicht mehr geben. Wenn sich Gemeinden dafür interessieren, ist ein Beitritt zur KAT GbR künftig das einzige Mittel, um gemeinsam mit anderen Erholungsorten und Seebädern auf diesem Niveau zusammenarbeiten.
Der TGV Putbus will jetzt Vollgas geben, wie es während seiner Januar-Sitzung hieß. Immerhin werden jährlich rund 60.000 Euro mit Aktivitäten und Aktionen des Vereins finanziell umgesetzt, betonte Regina Dabel in ihren Ausführungen. Mit dem nunmehr beschlossenen Beitritt zur KAT GbR und der geforderten schnellen Einführung der elektronischen Kurkarte warten anspruchsvolle Aufgaben an die Akteure in Putbus.
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