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Dieser Artikel wurde am 14. April 2010 um 06:14 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Polizeidirektor Lüth: Rügen ist relativ sicher!

Sinkende Straftaten bei höherer Aufklärungsquote

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Polizeidirektor Lüth sprach nicht durch die Blume, sondern Probleme mit Straftaten und -tätern direkt an. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Die Kriminalitätsentwicklung und deren Bekämpfung auf Rügen ist tendenziell positiv, so die wichtigste Aussage von Polizeidirektor Gustav Lüth, Leiter der Polizeiinspektion Bergen, zur Bekanntgabe der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2009. Mit insgesamt 4.794 aufgenommenen Straftaten wurden 567 weniger registriert als im Vorjahreszeitraum (5361) und gar 30 Prozent weniger als noch im Jahre 2000 (6809). „Die Tendenz ist positiv“, so Polizeidirektor Lüth, „aber wir wissen sehr wohl, dass nur etwa 10 Prozent aller Straftaten zur Anzeige kommen. Die ’Dunkelziffer’ liegt also weit höher. Gerade bei Körperverletzungen wird oft nicht angezeigt, teils auch aus Angst.“ Auch sei der Bevölkerungsrückgang hier zu berücksichtigen, fügt Heidrun Oehmichen, 1. Kriminalhauptkommissarin, hinzu. Unverändert ist seit Jahren das Verhältnis des Profils der Tatverdächtigen, welches sich zu 75 Prozent aus Männern und zu 25 Prozent aus Frauen zusammen setzt. Auch bei der Entwicklung der Häufigkeitszahlen, das sind die auf 100.000 Einwohner hochgerechneten festgestellten Straftaten, schneidet Rügen mit 6961 deutlich besser als der Landesdurchschnitt mit 8300 ab.

Zur Kriminalprävention trägt auf der Insel auch die erfolgreiche Arbeit des Kriminalkommissariat bei der PI Bergen mit der Außenstelle in Sassnitz und insgesamt 25 Mitarbeitern bei. Seit Jahren liegt die Aufklärungsquote auf der Insel über dem Landesdurchschnitt, der derzeit bei 59,6 Prozent und auf Rügen bei 62,8 Prozent liegt. Schwerpunkt bildet die Straßenkriminalität mit Sachbeschädigung, Körperverletzung und anderen mehr. Diebstahl ist im Vergleich zu 1990, wo noch etwa 70 Prozent aller Straftaten unter Diebstahl fielen, relativ gesunken und betrifft heute „nur“ rund 37 Prozent aller Fälle. Bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen liegt die Aufklärungsquote bei 90 Prozent. Hier ist die Fallzahl seit 2005 um ein Viertel auf 118 im Jahre 2009 gesunken. „Bei der Vermögenskriminalitä, besonders im Bereich Internet, wächst die Anzahl der Straftaten. Aufpassen sollte man deshalb bei Internetgeschäften mit Vorkasse“, so Heidrun Oehmichen. So gebe derzeit eine angebliche Hiddensee Firma vor, hochwertige Heimelektronik günstig anbieten zu können. Doch nachdem bezahlt wurde, passiert nichts mehr „weil es diese Firma gar nicht gibt“. Blindes Vertrauen und Schnäppchenjagd kann so teuer werden. Insgesamt schätzt Polizeidirektor Lüth ein: „Rügen ist relativ sicher!“ Noch sicherer werden könnte die Insel, wenn alle Rüganer couragiert handeln, wenn etwas gegen Recht und Gesetz passiert: Telefon 110.