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Dieser Artikel wurde am 16. November 2010 um 10:27 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Pokalwettkampf der Landrätin als Highlight der Rügener Esskultur

Samstag vergangener Woche wetteiferten 11 auszubildende Köche und Köchinnen und 12 Hotel- und Restaurantfachleute um den Sieg

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So sehen Sieger aus, denn gewonnen haben alle Teilnehmer. Sie sind den anderen Auszubildenden nun einen guten Schritt voraus - und haben bereits Prüfungserfahrungen gesammelt. In der ersten Reihe die Pokalsieger der Wettbewerbe (v.l.n.r.). Das sind Adrian Imm (Platz 3), Eric Friedrich (Platz 2) und Sieger Marcus Beetz bei den Hotelfachleuten und bei den Köchen Sieger Patrik Kümmel, Michael Abt (Platz 2) und David Emmerich (Platz 3). Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Zum 9. Mal kämpften am vergangenen Samstag, 13. November, in der Beruflichen Schule des Landkreises Rügen in Sassnitz die Köche aus dem 2. und 3. Lehrjahr bei den Einzelmeisterschaften um den Pokal der Landrätin. Zum 8. Mal traten auch die Restaurantfachleute des 2. und 3. Lehrjahres zum Pokalwettkampf an.

Während eines vierstündigen Gala-Dinners konnten sich die Gäste des Abends davon überzeugen, dass sich die teilnehmenden Auszubildenden gut auf diesen außerschulischen Höhepunkt vorbereitet hatten. Mehr noch - dieser Pokalwettkampf entwickelt sich immer mehr als ein Highlight Rügener Esskultur. Denn während die Jury sich mit der Auswertung der gezeigten Leistungen befasste, sorgte der Bergener Gospelchor mit einem beeindruckenden Programm immer wieder für stürmischen Beifall. Ein Aufruf, den Landrätin Kerstin Kassner im Namen der Kita „Hummelhus“ Altenkirchen gestartet hatte, erbrachte für ein neues und dringend erforderliches Klettergerüst dieser Einrichtung den Betrag von über 350 Euro.

Trotzdem - der Schwerpunkt des Abends war durch die Auszubildenden zu bewältigen. Die beteiligten Köche mussten vor Beginn der Kochvorbereitungen einen Theorietest mit Warenerkennung und Menü-Mappe bestehen. Dann konnten sie sich auf das zu bereitende 4-Gang-Menü konzentrieren. Dieses bestand in diesem Jahr in der Vorspeise aus Terrine vom Hecht unter Verarbeitung von Dorschleber, bei der Suppe aus Geflügelkraftbrühe, im Hauptgericht aus der Verwendung von Kalbsrücken, Spitzkohl und Tobinambur und einem Dessert unter Verwendung von Quitte und Holunder. Nachdem eine gemeldete Auszubildende am Vortag den Wettbewerb absagte, standen jedoch nur noch elf Köche im Wettbewerb. Schade eigentlich, dass in diesem Jahr keine „Reserve“ zur Verfügung stand. Oder etwa eine Tendenz auf der Insel?

Für Holger Mootz, Initiator des Culinary Team Rügen und 1. Sprecher der Jugendwarte im Landesverband Nord im Verband der Köche Deutschlands e.V., ist es kein besonders gutes Zeichen, dass vor neun Jahren aus 50 Bewerbern und im vergangenen Jahr aus noch 26 Bewerbern mittels Theorieausscheid die 12 Köche für das Finale des Pokalwettkampfes ermittelt werden mussten und in diesem Jahr nicht einmal ausreichend Teilnehmer zur Verfügung standen.

Fakt ist, dass wir uns auch auf der Insel Rügen im Hotel- und Gastronomiebereich nicht in der glücklichsten Lage befinden. Nachwuchs an gutem und motiviertem Fachpersonal ist mittlerweile schwer zu finden, heißt es immer wieder in der Branche. Doch wer nicht gut ausbildet, der hat auch kein Anrecht auf gutes Fachpersonal. Oder anders ausgedrückt - sind wir auf Rügen nicht längst in der Situation, in der gute Betriebe ihren Nachwuchs selbst, entsprechend der jeweiligen Unternehmensphilosophie, ausbilden müssen, um nicht an Mangelerscheinungen zu leiden? Und wer so gesehen gut ausbilden will, der sollte die Chancen und Möglichkeiten nutzen, welche auf der Insel durch den Köcheverein und die Berufliche Schule angeboten werden. Denn ein solcher Wettbewerb wie der Pokalwettkampf der Landrätin oder auch die Chance zur Teilnahme im Culinary Team Rügen (dies setzt aber besondere Leistungen des Auszubildenden voraus) fordern die Auszubildenden und fördern sie in besonderer Weise. So gesehen wirkt die Unterstützung der Auszubildenden in direktem Maße auf den Ausbildungsbetrieb zurück. Einige Unternehmen haben dies längst erkannt und profitieren davon - aber eben noch nicht alle.

Um mit Landrätin Kerstin Kassner zu sprechen: Wir müssen unseren Ruf als Tourismusdestination Nr. 1 in Deutschland immer wieder von Neuem unter Beweis stellen. Dazu braucht es gerade im Service eben die eingangs erwähnten motivierten Spitzenkräfte. „Wir werden in den nächsten Jahren Schwierigkeiten bekommen“, so die Landrätin. „Derzeit sind im Bereich der Agentur für Arbeit Stralsund rund 500 Stellen nicht besetzt - die meisten davon in der Gastronomie und Hotellerie.

Die Teilnehmer des Pokalwettbewerbes jedenfalls sind sich einig darüber, dass der Wettkampf eine ganze Menge Erfahrungen mit auf den Weg gegeben hat. Und dies sowohl den künftigen Köchen als auch den werdenden Hotel- und Restaurantfachleuten, die sich am Gast in der Praxis beweisen mussten. Dazu hatten Sie eine festlich gedeckte Tafel zu gestalten und den Gästen, vorwiegend Sponsoren und Vertreter aus Politik und Wirtschaft, vorzüglichen Service bieten. Dass dies den Teilnehmern bestens gelungen ist, sieht auch Holger Mootz so. „Wir haben ein sehr gutes Niveau heute und hier erlebt und alle Teilnehmer haben eine tolle Leistung gezeigt.“

Es ist also gut so, dass vor nunmehr 10 Jahren Andreas Michel als Vorsitzender des Köchevereines die Idee zu solch einem Wettbewerb mit Roland Müller, Schulleiter der Beruflichen Schule des Landkreises, ausgebrütet hat. Und Michel zählt auch weiter auf die Unterstützung von Müller und durch das Team der Beruflichen Schule - ebenso wie auf die Mitglieder des Köchevereines und der Jury und die Sponsoren der Wettbewerbe. Allen gilt der Dank für das große Engagement.

Bei den Hotel- und Restaurantfachleuten bewerteten Dimitrola Schönemann und Edeltraud Haase von der Beruflichen Schule, Annett Biemann von Travel Charme Nordperd & Villen, Seniorin Anne Rothkirch und Christine Knebel vom Hotel & Restaurant Gastmahl des Meeres Sassnitz die Leistungen der Teilnehmer.

Die Jury des Kochwettbewerbes bildeten Paul Papke vom Dorint Hotel Park Ambiance, Friedjof Hellweg vom Having Hof Alt Reddevitz, Reinhard Berger vom IFA Ferienpark Binz, Mathias Heyder vom Travel Charme Hotel Kurhaus Binz sowie Fred Beck vom Travel Charme Kurhaus Sellin, Jugendwart Harald Golinsky von der Ostseeklinik Königshörn Glowe, Andreas Hartwig vom Hotel Badehaus Goor Putbus sowie Juryobmann Holger Mootz vom Hotel Wreecher Hof Putbus.

Pokalsieger 2010 bei den Hotel- und Restaurantfachleuten sind

  1. Marcus Beetz, Travel Charme Nordperd & Villen

  2. Eric Friedrich, Radisson Resort Rügen

  3. Adrian Imm, Radison Resort Rügen

Pokalsieger 2010 bei den Köchen sind

  1. Patrik Kümmel, Seebrücke Sellin

  2. Michael Abt, Hotel Wreecher Hof Putbus

  3. David Emmerich, Restaurant Nixe Binz.