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Dieser Artikel wurde am 17. Februar 2010 um 07:38 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Personenverkehr zur Insel Hiddensee: Situation und Kritik

Leserreaktion von Dr. Schlieker auf den Artikel im letzten Ostsee-Anzeiger/DER RÜGANER

Neuendorf auf Hiddensee. Die für Hiddensee und ihre Gäste völlig unzumutbare Situation, zumal sie schon wochenlang anhält und eine Wiederherstellung des „Normalbetriebes“ nicht in Aussicht steht, erleben wir ja nicht zum ersten Mal. Die Ursache ist immer die Gleiche: Mangelnde verkehrstechnische Voraussetzungen des verantwortlichen Schifffahrtsbetriebes. In den frühen 90er Jahren wurde seitens der Landesregierung der Reederei Hiddensee, Tochter der Weißen Flotte Stralsund, Tochter der Fördereederei und Seetouristik Flensburg, das Monopol im Schiffsverkehr Hiddensee nach Rügen und Stralsund zuerkannt. Die zuvor noch bestehenden Schifffahrtsbetriebe (4 Wassertaxen und das Neuendorfer Unternehmen Garden) wurden zum Aufgeben gezwungen.

Dr. Knapp als seinerzeit stellvertretender Landrat und eine einflussreiche Flensburger Lobby in Schwerin setzten das durch. Begründung zu dieser, rechtlich, kaum verständlichen Situation: Das Unternehmen, das den ganzjährigen Betrieb absichert, muss in den Saisonzeiten konkurrenzlos fahren dürfen. Das Ergebnis der inzwischen so absolvierten 16 Jahre – die Sicherheit des Verkehrs in Eiswintern wurde nicht gewährleistet. Daran haben Kapitäne und Besatzungen der Fähre Vitte keine Schuld, sie haben, besonders auch in diesem Winter, Hervorragendes geleistet. Dass die Fähre überhaupt solange durchgehalten hat, ist schon ein kleines Wunder. Technische Probleme wären wahrscheinlich kaum aufgetreten, wenn die Verantwortlichen des Unternehmens bereits mit Beginn der Eisperiode dafür gesorgt hätten, dass ein eisbrechendes Fahrzeug zur Verfügung steht, mit dem die Fahrrinne soweit frei gehalten wird, dass die Fähre im gebrochenen Eis fahren kann. Dazu reicht schon ein 300-PS-Schlepper. Dass so ein Fahrzeug bei rechtzeitig getroffenen Absprachen nicht zur Verfügung steht, siehe Insel Vilm, wird niemand ernsthaft behaupten wollen.

Es ist schon lange überfällig, dass die Landesregierung die von Anfang an vermurkste Sachlage bezüglich der Verantwortlichkeit und der erforderlichen Voraussetzungen in Ordnung bringt. Und das sollte nicht geschehen, ohne einige Hiddenseer, die über Generationen zurückreichende Erfahrungen in Sachen Eiswinter und Schifffahrt verfügen, an den notwendigen Beratungen zu beteiligen.

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