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Dieser Artikel wurde am 12. April 2007 um 05:24 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Pachtentscheidung für Seebrücke am 18. April

Drei Tage werden ab Montag neun Bewerber und ihre Konzepte angehört

Von Robby Günther

Ostseebad Sellin. Es wird die Immobilienentscheidung des Jahres! Die Gemeindevertreter des zweitgrößten Seebades werden sich ab kommenden Montag drei Abende lang mit den Bewerbern um die Pacht für die Seebrücke auseinander setzen. Drei Abende lang werden in nichtöffentlicher Sitzung die Ideen und Konzepte der Bewerber vorgestellt, wie Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt. Dabei hat jeder Bewerber eine Stunde Zeit sich und seine Konzepte vorzustellen. Die Gemeinde sucht per 1. Mai einen neuen Pächter für die Immobilie, die mittlerweile das Aushängeschild für Sellin geworden ist.

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Schieflage oder optimistische Sichtweise? Die Gemeindevertreter von Sellin werden sich ab 16. April drei Tage lang die Bewerber um die Pacht der Seebrücke anhören, um dann zu entscheiden. Foto: Günther

Drei Abende lang müssen sich die politischen Verantwortungsträger mit neun konkret abgegebenen Bewerbungen (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe) und sieben Interessenbekundungen beschäftigen. Die Ausschreibung en-det am kommenden Sonntag, 15. April. Auch der bisherige Betreiber, dasCliff-Hotel Rügen, hat am 4. April seine Bewerbung in der Kurverwaltung abgegeben, wie der Bürgermeister informiert. Nach vorliegenden Informationen dieser Zeitung haben sich unter anderen ein Hotelbesitzer und eine Getränkeverlagsgesellschaft der Insel Rügen beworben. Bewerbungen kommen weiterhin aus dem Raum Hamburg und Berlin. Aus den Interessenbekundungen können aber noch weitere Bewerbungen werden. Die Seebrücke wurde nach dem Aus des bisherigen Betreibers mit Beschluss der Gemeindevertretung von Anfang März bundesweit ausgeschrieben. Ein neuer Betreiber soll zum 1. Mai das begehrte und attraktive Objekt am Hauptstrand übernehmen, so Liedtke. Wir halten am beschlossenen Zeitplan fest, so der Gemeindechef. Dabei betont er gleichzeitig, dass die Seebrücke keinen Tag geschlossen sein soll. Täglich zieht das Selliner und Rügener Wahrzeichen Touristen und Gäste an. Ob nun als Fotomotiv oder Besuch in einem der Restaurants Gäste der Insel lieben die am 2. April 1998 eröffnete Seebrücke, wie in den letzten Jahren immer wieder deutlich wurde.

Nach den drei eingangs erwähnten Sitzungen sollen die politischen Verantwortungsträger am Abend des 18. April eine Entscheidung treffen. Dazu wurde jetzt bereits die Tagesordnung für Sitzung veröffentlicht. Sie beginnt mit einem öffentlichen Teil, der allerdings lediglich einen kurzen Bericht des Bürgermeisters und eine Fragestunde vorsieht. Dann beginnt der nichtöffentliche Teil. Der Abend der Entscheidung wird mit großer Spannung auch von den Selliner Einwohnern erwartet, wie eine Blitzumfrage dieser Zeitung ergab. Immerhin sind die Selliner stolz auf die Seebrücke und identifizieren sich mit dem Wahrzeichen.

Das entstandene Defizit aufgrund der ausgefallenen Pachten in Höhe von 72.000 Euro muss die Gemeinde selbst tragen und ausgleichen, wie Liedtke weiterhin informiert. Das Cliff-Hotel Rügen hatte die Pachtzahlungen im Februar eingestellt. Dies wurde nach einem Gespräch zwischen dem eingesetzten Insolvenzverwalter und Vertretern der Gemeinde deutlich. Sollte unter den Bewerbern kein potenter Interessent sein, muss sich die Gemeindevertretung nochmals mit dem Thema einer eigenen Betreibergesellschaft auseinander setzen, so Bürgermeister Liedtke nach dem schlimmsten Fall der Fälle befragt.

Zwischenzeitlich haben die Mitarbeiter der Seebrücke alle ihre Kündigung erhalten, wie ein Betroffener gegenüber dem RÜGANER ANZEIGER ausführt. Allerdings haben alle Mitarbeiter ein Angebot bekommen, im Cliff-Hotel Rügen weiterarbeiten zu können.