Optimale Anbindung zur Insel Rügen, doch wie weiter?
Bau der B 96 n von der Rügenbrücke bis nach Bergen wird sich verzögern - wie lange noch, ist nicht sicher
Stralsund/Rügen (chn). Es könnte so schön sein - die Rügenbrücke und die neue B 96 n sind ab 2007 befahrbar. Doch leider wird dies nur ein Traum bleiben. Zwar wird die neue Rügenbrücke zum Frühjahr 2007 fertiggestellt, doch die neue B 96 n wird definitiv zu diesem Zeitpunkt nicht für Rüganer und Urlauber befahrbar sein, heißt es von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES).
Derzeit ist noch nicht absehbar, wann die neue Straßenverbindung auf der Insel fertiggestellt werden kann. Laut Planungen sollte der Abschnitt von der Anschlusstelle Altefähr bis Samtens im kommenden Jahr fertiggestellt sein. Doch die Realisierung dieses Teils des Bauobjektes wird wohl noch lange auf sich warten lassen. Grund sind die Einwände der Naturschutzverbände. Erst wenn alle Einwände der Naturschützer abgewogen sind, dann kann das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden, berichtet der DEGES-Bereichsleiter Volker Kock. Seit 1999 muss man sich mit den Bedenken der Grünen auseinandersetzen. Das Problem des Naturschutzbundes Rügen (NABU) ist, dass für die dreispurige Straße einschließlich der Überführungen, Brücken und Kreuzungen 210 Alleebäume gerodet werden müssen und ein erheblicher Eingriff in die Natur stattfindet. Allein für das völlig unangemessene Vorhaben der beabsichtigten Umgehung von Samtens würden 72 landschaftsprägende Alleebäume an der Landestraße 30 zwischen Samtens und Garz geopfert werden meinen die Naturschützer. Doch die DEGES wird wohl kaum Straßenbaumaßnahmen durchführen, die naturschutzrechtlich bedenklich sind. So wird im Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Bergen und Samtens eine Grünbrücke errichtet. Das bedeutet, dass die ökologischen Verbundbeziehungen von Waldlebensräumen und den Wanderkorridoren des Wildes auf Rügen am südlichen Rand des Burkwitzer Waldes nicht beeinträchtigt werden. Aus ökologischen Aspekten ist diese Brücke nicht nur von Vorteil. Auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wird dadurch erhöht. Wildwechsel stellt keine Gefahr mehr dar. Ebenso soll der Sehrower Bach mit einer weitgespannten Brücke von etwa 115 Metern überquert werden. Damit wird die wichtigste Vernetzungsstruktur für Feuchtlebensräume gewährleistet. Nicht nur die FDP besteht auf das Zeitfenster für den Bau der B 96 n. Der NABU Rügen hat es nicht geschafft, die zweite Strelasundquerung zu verhindern, aber zeitlich in die Länge zu ziehen, so die FDP Rügen. Nach Ansicht der Liberalen lautet jetzt der Plan des NABU, den Bau der B 96 n zu verhindern. Natur hin oder her. Sicherlich hat die Insel Rügen eine achtens- und schützenswerte Natur. Jedoch sollte man abwägen zwischen der Wichtigkeit eines Straßenbaus und der Natur. Man sollte bei allem nicht vergessen, dass genügend Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Neubau einer dreispurigen Straße stellt für die gesamte Insel einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Also, man sollte nicht immer alles verhindern wollen.
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