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Dieser Artikel wurde am 22. August 2007 um 04:57 Uhr in der Rubrik Kommentare und Anmerkungen veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Offener Brief an Verkehrsminister Dr. Otto Ebnet

Von Dr. Ulrike Lucas, stellvertrende Landrätin

Insel Rügen (gü). Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe! Die Deutsche Bahn will alle Nachtzüge von und zur Insel Rügen sowie die beiden saisonalen Autoreisezüge streichen! Zur Einstellung der Zugverbindungen wendet sich Dr. Ulrike Lucas (SPD), erste stellvertretende Landrätin, an den Verkehrsminister des Landes, Dr. Otto Ebnet (SPD). Der RÜGANER ANZEIGER veröffentlicht nachfolgend einen offenen Brief, der mit Landrätin Kerstin Kassner (Die Linke) abgestimmt ist.

"Sehr geehrter Herr Minister Dr. Ebnet, wie einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn und entsprechenden Medienveröffentlichungen zu entnehmen war, stellt die Deutsche Bahn o.g. Zugverbindungen nach Binz auf Rügen ein und wird derzeit bestehende Angebote nicht aufrecht erhalten. Dankenswerter Weise haben sowohl Herr Wirtschaftsminister Seidel als auch der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Herr Fischer in Presseveröffentlichungen bereits ihre massive Kritik am Verhalten der Deutschen Bahn geäußert. Diese Grundhaltung teile ich voll und ganz.

Auf Rügen sind Wirtschaftsunternehmen, insbesondere aus der Tourismusbranche, der Tourismusverband Rügen und die DeHoGa sowie der Landkreis und die Kommunen äußerst besorgt über die beschriebene Entwicklung. Die in die Region führenden Verkehrsangebote waren nach meinem Kenntnisstand gut nachgefragt und ausgelastet und erschlossen insbesondere interes-sante touristische Quellgebiete im Westen und Süden der Bundesrepublik sowie in der Schweiz.

Besonders mit den Nachzugverbindungen war es gelungen, Rügen innerhalb der Schweiz gut zu positionieren und gleichzeitig attraktive Anreiseangebote zu unterbreiten. Neben der schwedischen Gästegruppe sind die Schweizer die stärkste ausländische Nachfragenation auf Rügen. Durch die Einstellungen der Nachzugverbindungen dürfte dies zukünftig ernsthaft in Frage gestellt werden. Der Region gehen damit wichtige Zielgruppen und Gästeeinnahmen verloren.

Weiterhin steht zu befürchten, dass nach den neuerlichen Einschnitten im Schienenverkehrsange-bot weitere Reduzierungen im Fernverkehr folgen werden. Damit würde sich die stetige Ausdün-nung der Bahnangebote im Fernverkehr der letzten Jahre fortsetzen. Dies bedeutet nicht nur für Rügen, sondern für den gesamten Nordosten einen nicht unerheblichen Standortnachteil. Vor diesem Hintergrund bitten wir eindringlich um eine Positionierung und eine Reaktion des Lan-desverkehrsministeriums sowie um Hinweise, wie der skizzierten Entwicklung widersprochen wer-den kann. Diese Bitte trage ich in Abstimmung mit dem Tourismusverband Rügen e.V. sowie dem DEHOGA Kreisverband der Insel Rügen vor. Gleichzeitig führen wir Gespräche mit anderen Ge-bietskörperschaften und touristischen Interessenvertretungen in Vorpommern, die bereits bekannt haben, sich in der Angelegenheit ebenfalls zu positionieren."