Springe zu: Navigation | Inhalt | Aktuelle Themen
Dieser Artikel wurde am 06. Februar 2008 um 04:37 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

NPD-Kandidat zur Landratswahl auf Rügen?

Rund 60.000 Rüganer sind am 22. Juni aufgerufen, einen neuen Landrat zu wählen

Bergen auf Rügen (gü). Am 22. Juni haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Wahl! Rund 60.000 wahlberechtigte Rüganer ab 16 Jahren sind an diesem Sonntag aufgerufen, unter den Bewerbern einen neuen Landrat in direkter Wahl zu bestimmen. Für die Wahl des Landrates im Landkreis waren im Jahr 2001 insgesamt vier Wahlgänge erforderlich, bevor am 16. September 2001 Kerstin Kassner (Die Linke) als Landrätin gewählt wurde.

Neben der Amtsinhaberin steht mit Rügens Polizeichef Gustav Lüth der Kandidat für die CDU bereits fest. Die FDP will mit dem Ehrenvorsitzenden Gerhard Weber ins Rennen gehen, die SPD mit Kreistagsmitglied Dr. Thomas Gelshorn. Beide Kandidaten müssen noch offiziell von den Kreisparteitagen nominiert werden. Noch ist bis zum 5. Mai (18 Uhr) Zeit für weitere Kandidaten. Der Kreiswahlausschuss unter Leitung von Gisela Oberland aus dem Hauptamt der Landkreisverwaltung wird sich am 13. Mai in öffentlicher Sitzung mit der Zulassung der Bewerber beschäftigen.

Nicht ausgeschlossen ist in diesem Zusammenhang, dass auch die NPD einen Kandidaten für die Wahlen präsentiert. Im Nachbarlandkreis Ostvorpommern ist bereits ein Kandidat für die dort stattfindenden Wahlen gefunden.

Die wahlberechtigten Rüganer erhalten nach Zulassung der Kandidaten ihre Wahlberechtigung, dort ist das jeweilige Wahllokal vermerkt. Insgesamt 70 Wahlbezirke sind im Landkreis vorhanden. Diese werden an jenem Sonntag mit rund 600 ehrenamtlichen Wahlhelfern besetzt sein. Pro Wahllokal werden zwischen sieben und neun Wahlhelfer benötigt. Kreiswahlleiterin Oberland bittet an dieser Stelle, dass sich Frauen und Männer finden, an diesem Tag ehrenamtlich zu helfen. Die Wahllokale sind am Sonntag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

In den Städten Bergen auf Rügen, Sassnitz und Putbus sowie in der amtsfreien Gemeinde Ostseebad Binz werden am 22. Juni ebenfalls die hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Die Amtsinhaber in Bergen und Sassnitz sowie in Binz werden wieder antreten, wie sie bereits bekundet haben. Wie der Putbusser Bürgermeister ins Rennen geht, ist noch offen. Als Mitbewerber steht bisher nur Rechtsanwalt Rainer Feit für die Binzer CDU fest. In allen anderen Städten sind die Parteien nach Informationen dieser Zeitung aktuell damit beschäftigt, geeignete Kandidaten zu finden und gegebenenfalls zu nominieren.

Sowohl Landrat als auch Bürgermeister werden für eine Dauer von sieben Jahren gewählt. Ob der neue Landrat tatsächlich sieben Jahre im Amt bleibt, hängt maßgeblich von der neuen Kreisgebietsreform ab, die derzeit im Landtag diskutiert wird. Sollte es vor Ablauf der Legislative Fusionen oder Zusammenschlüsse von Kreisen und kreisfreien Städten geben, dann sind die Bürger der neuen Gebietskörperschaft wieder zu Wahlen aufgerufen.

Alle wichtigen Informationen zur Wahl werden in den kommenden Wochen im Internet auf der Homepage des Landkreises zu finden sein.

Der Kommentar: Von Robby Günther

Zehn Stunden Zeit, eine Entscheidung zu treffen! Die Wahllokale werden am 22. Juni von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Genügend Zeit also, seine Stimme für einen neuen Landrat abzugeben. Genügend Zeit, um einem der Bewerber für das Amt der Bürgermeister in Bergen auf Rügen, Binz, Sassnitz und Putbus das Vertrauen auszusprechen.

Sehen Sie das auch so? Dann bräuchten Sie an dieser Stelle nicht weiterlesen. Leider gibt es hunderte und tausende von wahlberechtigten Rüganern, die das nicht so sehen. Die Wahlbeteiligungen der letzten Wahlen haben hier eine deutliche Sprache gesprochen. Besonders die lebenserfahrenen Rüganer seien an dieser Stelle angesprochen. Denn es wird an diesem Tag zahlreiche Erstwähler geben. Diese Mädchen und Jungen werden - je nach persönlicher Interessenlage - auf ihre Eltern und ihre Verwandten schauen. Immerhin sind die „Alten“ auch Vorbild. Sie sollten es zumindest sein. Nicht nur im Alltag, nein und gerade auch bei Wahlen. Wofür sind hunderttausende im Wendeherbst auf die Straße gegangen? Besonders für das hohe Gut der freien und geheimen Wahlen. Erinnern wir uns gemeinsam daran, was vor fast 19 Jahren im Fokus der Menschen stand.

Heute sind viele Menschen enttäuscht, besonders von der Politik. Von Politikern, die regelmäßig versprechen und kaum etwas halten. Nachvollziehbar. Doch Wahlen sind ein Mittel, um sich zu beteiligen. An der Meinungsbildung in dieser Gesellschaft, auf dieser Insel, in Ihrem Ort. Wenn immer mehr Menschen sich von der Meinungsbildung in der Gesellschaft an die Stammtische in der Kneipe oder Zuhause zurückziehen, dann entstehen gefährliche Defizite in der Öffentlichkeit. Diese Defizite nutzen den Extremen - links und rechts des Parteienspektrums. Stellen wir uns vor, es sind Wahlen und keiner geht hin? Was passiert dann? Keiner kann es genau sagen. Vermutlich wird eine gefestigte Demokratie wie die Bundesrepublik solch ein Szenario überstehen. Doch wie dann weiter? Nein, es ist Zeitverschwendung! Ich meine, wir sollten uns nicht mit solchen Szenarien beschäftigen, sondern durch die Teilnahmean der Wahl eine lebendige Kultur erhalten. Basta!