Springe zu: Navigation | Inhalt | Aktuelle Themen
Dieser Artikel wurde am 15. März 2006 um 01:30 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Neues Schulkonzept am Sassnitzer Ostsee-Gymnasium

Blockunterricht soll das Lernen und Lehren effektivieren und Zeit für Vermittlung von Inhalten schaffen

Sassnitz (apf). Neue Rahmenbedingungen erfordern neues Herangehen an die Aufgabenerfüllung. So sieht es auch die Leitung des Ostsee-Gymnasium Sassnitz. Kürzlich wurde deshalb ein neues Schulkonzept den Eltern und der Öffentlichkeit vorgestellt, welches darauf abzielt, anhand von Leitbildern und Leitzielen sowie diese untersetzenden Leitsätzen und Qualitätsstandards sich den neuen Herausforderungen in der Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Schule zu stellen. "Die guten Entwicklungen sollen dabei beibehalten werden und neue und innovative Ideen verwirklicht werden", so Schulleiter Norbert Thomas. "Unsere Schule ist mehr als eine Schule", nennt Oberstufenkoordinator Meik Müller das Kredo. Es gehe nicht darum, andere Einrichtungen schlecht zu machen sondern vielmehr darum, selbst eine zukunftsträchtige Chance als Gymnasium zu erhalten.

Eine Methode sieht man in der Realisierung des sogenannten Blockunterrichtes. Dieser bedeutet, Zeit zu bündeln, indem Unterricht generell in Doppelstunden stattfindet. Der Vorteil für die Schüler liegt auf der Hand: Höchstens drei bis vier Fächer pro Tag, was einerseits eine effektivere Vorbereitung auf den Unterricht ermöglicht und andererseits die Schulranzen gewichtsmäßig entlastet. Auch bietet der Blockunterricht die Möglichkeit, neue Unterrichtsformen anzuwenden wie beispielsweise die Freiarbeit. Doch auch bewährte Unterrichtsformen können wieder Anwendung finden. So beispielsweise in Fächern, die nur eine Wochenstunde vorsehen und also nun vierzehntägig in einer Doppelstunde abgehalten werden. Ebenso sei der Blockunterricht ein Schlag gegen Unterrichtsausfall, der durch Kopplung minimiert werden kann. Auch ist, auf das Schuljahr bemessen, ein Ausgleich der Fächerstunden möglich. Und viele weitere Vorteile liegen auf der Hand. Fahrschüler können künftig eine ganze Stunde Wartezeit sparen, weil durch den Blockunterricht auch eine Zeitersparnis bewirkt wird. War die letzte Stunde bisher beispielsweise 13.15 Uhr zu Ende, fuhr der Bus jedoch bereits um 13 Uhr. Nun ermöglicht die Stundenaufteilung in diesem Fall den Schülern schon den Bus um 13 Uhr zu nehmen und nicht den nächsten, der um 14 Uhr fährt. Auch für eine richtige Mittagspause steht dann Zeit zur Verfügung. Und auch im organisatorischen Bereich bringe der Blockunterricht Vorteile. So entfallen die Wechsel in den kleinen Pausen und die Raumbelegung wird einfacher, was sich positiv auf die Ordnung auswirken wird. Als positiven Schritt in die richtige Richtung bezeichnete Schulrätin Köhn vom Schulamt Greifswald das Sassnitzer Herangehen. "Schule brauch Ruhe um Veränderungen in der Schule umsetzen zu können, appellierte sie auch an die politischen Entscheidungsträger. Denn Erziehung sei in überschaubaren Systemen Schule eine viel wirksamer Voraussetzung für effektive Bildung." Sie ist vom Projekt sehr angetan, weil dieses Wirkungen erzielt. Bildung und Erziehung dürfte keinen spekulativen Entscheidungen unterworfen sein. Vielmehr sollte das Ziel den zu realisierenden Weg bestimmen. Dass wir uns auf den Weg zum neuen Schulkonzept gemacht haben zeigt, dass wir optimistisch sind für die Zukunft, so Lehrer Norbert Benedict. Und die Einschätzung des Schulleiters, "wir brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen", wird auch von den Schülern getragen.