Neue Tourismuskonzeption M-V
Minister Seidel: Urlaubsmarke stärken – Gäste werben
Schwerin/Rügen (gü/DR). Nachdem zahlreiche Vertreter des hiesigen Tourismus, der Politik und auch der Wirtschaft dieser Tage über die Tourismusförderabgabe gesprochen haben (siehe letzte Ausgabe), sind auch auf Landesebene Bestrebungen im Gange, den Haupterwerbszweig im Land zukunftsfähig zu machen. So stellte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) eine neue Tourismuskonzeption für das Land vor:
Die Weiterentwicklung der touristischen Marke Mecklenburg-Vorpommern ist Kern der neuen Tourismuskonzeption des Landes, lautet seine Botschaft. „Wir wollen nachhaltiges Wachstum, systematische Qualitätsverbesserung und mit gezielter Werbung neue Gäste gewinnen“, sagt der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel. „Diese Position zu halten und weiter auszubauen ist das Ziel“, unterstreicht Seidel. „Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist eine der Erfolgsgeschichten, die es seit 1989 gegeben hat.“ Der Tourismus gehört nach seinen Aussagen zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbranchen des Landes. Ein Bruttoumsatz von rund 5,1 Milliarden Euro und ein Beschäftigungsäquivalent von 173.000 Personen unterstreichen die hohe Bedeutung des Tourismus. Jedes dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis in M-V hängt direkt und indirekt vom Tourismus ab. Aufgabe der neuen Konzeption war es, den erreichten Stand zu evaluieren, gesetzte Ziele und Leitlinien zu überprüfen und neue Aufgaben für die weitere touristische Entwicklung des Landes zu identifizieren. Sie versteht sich als Grundgerüst für alle Akteure des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, so der Minister weiter.
Insgesamt elf Leitlinien fassen gleich zu Beginn wichtige Ergebnisse und Aufgaben zusammen:
- Markenarchitektur für den Tourismus aufbauen
- Touristische Vermarktung auf den Inlandsmarkt und ausgewählte Erfolg versprechende Auslandsmärkte ausrichten
- Marktpotenziale über Kernthemen und -zielgruppen erschließen
- Bewusstsein der Bedeutung des Tourismus als zentralen Wirtschaftszweig stärken
- Wettbewerbsvorteil Qualitätstourismus stärker nutzen und ausbauen
- Qualitative Entwicklung vor quantitativer Entwicklung
- Nachhaltige Tourismusentwicklung für Mecklenburg-Vorpommern
- Fachkräfte- und Nachwuchsmangel vorbeugen und bewältigen
- Zukunft des Tourismus durch schrittweise Anpassung an den Klimawandel sichern
- Tourismusentwicklung stärker mit ganzheitlicher regionaler Entwicklung verzahnen
- Integrierte Tourismuspolitik und -förderung stärken
Seidel kündigte zur weiteren Profilierung des M-V-Tourismus im Wettbewerb eine Kampagne zur Neukundengewinnung vor allem in Süddeutschland und der Schweiz an. „Die Herausforderungen im Arbeitsmarkt und bei der demografischen Entwicklung erfordern zudem erhebliche Anstrengungen“, so Seidel. „Die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften ist für die Tourismusbranche von zentraler Bedeutung.“ Die Beherbergungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern liegen derzeit bei rund 176.000 angebotenen Betten, darunter rund 66.000 in gewerblich genutzten Ferienwohnungen.
Das Land hat im Jahr 2009 mit 28,4 Millionen Übernachtungen seine touristische Rekordmarke gesetzt und damit zum dritten Mal nacheinander das beste Ergebnis seit 1991 erreicht. „Für das laufende und die kommenden Jahre geht es um Konsolidierung“, so Minister Seidel abschließend zur Präsentation der Konzeption.
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