Neue Rettungskarte hilft Leben retten
ADAC und Kreisfeuerwehrverband Rügen fördern Sicherheit
Rügen (apf). „Wenn es auf der Straße kracht, dann ist für uns Eile geboten“, stellt Daniel Hartlieb, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rügen hearaus. „Dann sprechen wir von der ’Goldenen Stunde’, denn viel mehr Zeit bleibt nicht, um eine eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug zu befreien und zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus zu bringen.“ Und die Arbeit wird nicht leichter. Untersuchungen der ADAC-Luftrettung und ADAC-Unfallforschung belegen: je neuer das Fahrzeug, desto länger dauert die Personenrettung bei einem total deformierten Auto. Damit gerät die „Goldene Stunde“ immer mehr in Gefahr, die für eine erfolgversprechende Rettung von Unfallopfern maximal zur Verfügung steht.
Bei Unfällen mit Autos der Baujahre 1990 bis 1992 lag die Rettungszeit in 40 Prozent der Fälle unter 50 Minuten. Bei Pkw der Baujahre 2005 bis 2007 werden in 80 Prozent der Einsätze mehr als 50 Minuten benötigt. Für Verletzte zählt jede Minute, um nach einer Erstversorgung möglichst schnell ins Krankenhaus zu kommen.
Der ADAC fordert daher, dass sämtliche für Rettungsdienste wichtigen Informationen nach einem standardisierten Schema auf einer Rettungskarte im DIN-A4-Format für alle Fahrzeugmodelle mit Airbagausrüstung dargestellt werden müssen. Diese kann an der Sonnenblende auf der Fahrerseite untergebracht werden. Der schnelle Griff der Retter nach dem Datenblatt erspart im Ernstfall kostbare Minuten, die bei schweren Verletzungen die Überlebenschance der Insassen erhöhen. Der ADAC Hansa hat eine Schulungs-CD mit Informationen zur Rettungskarte zusammengestellt, die am vergangenen Donnerstag durch den Pressesprecher Matthias Schmitting dem Kreisfeuerwehrverband Rügen als einen der ersten im Land zur Verfügung gestellt wurde. Kreiswehrführer Daniel Hartlieb wird die CDs in Schulungen an die Feuerwehren im Landkreis und auf der Insel weitergeben. Die CDs beinhalten einen Schulungsvortrag zur Rettungskarte sowie Filme über den Einsatz der Rettungskarte und Trainingsmöglichkeiten für Feuerwehren.
Der ADAC stellt allen Autofahrern, ganz gleich, ob sie ADAC-Mitglied sind oder nicht, das Rettungskarten-Set, bestehend aus Informationsbroschüre, Rettungskarte für den individuellen Fahrzeugtyp und Hinweisaufkleber für die Frontscheibe in seinen Geschäftsstellen unentgeltlich zur Verfügung. Eine Vorlage zum Ausdrucken steht ebenfalls unter www.rettungskarte.de zur Verfügung. So gehen Sie als Kraftfahrer für den Fall der Fälle (der jedoch möglichst nie eintreten sollte) sicher, schnellstmöglich aus dem Fahrzeug nach einem Crash herausgeschnitten zu werden - um Ihre Überlebenschance zu erhöhen.
In diesem Zusammenhang verwies Daniel Hartlieb auch auf den Umstand, dass Melder von Verkehrsunfällen bei der Einsatzleitstelle möglichst präziese Ortsangaben zur Unfallstelle machen sollten. Auch besteht die Möglichkeit der Handy-Ortung durch die Einsatzleitstelle. Allerdings sei die, in Abhängigkeit des jeweiligen Funknetzes, nicht immer punktgenau. In jedem Falle sollte der Unfallmelder nach der sogenannten 6-W-Regel verfahren:
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