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Dieser Artikel wurde am 04. Januar 2012 um 01:59 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Neue Kreideabbrüche

Suche nach Mädchen immer wieder unterbrochen

Putgarten/Sassnitz (gü). Das am zweiten Weihnachtstag 2011 verschüttete Mädchen aus Brandenburg am Kap Arkona bleibt verschwunden! Die extremen Witterungsbedingungen haben die Suche nach dem Kind in den letzten Tagen größtenteils nicht zugelassen. Immer wieder mussten die Arbeiten am Hang unterhalb Kap Arkona unterbrochen werden. Zu groß ist die Gefahr für die Retter, selbst unter wieder abstürzenden Geröll- und Kreidemassen begraben zu werden, so die Einschätzung der Einsatzleitung vor Ort.

Dass diese Einschätzung berechtigt ist, zeigt der Absturz neuer Geröllmassen am Montagabend. Während der Bergungsarbeiten gab es einen erneuten Hangrutsch. Schnell mussten sich die Rettungskräfte selbst in Sicherheit bringen, um keinen Schaden zu nehmen. Von den Rettern ist niemand zu Schaden gekommen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Stralsund am Mittwoch letzter Woche ein so genanntes Vorermittlungsverfahren eingeleitet: „Wir stehen noch ganz am Anfang", wird Staatsanwalt Rolf Kuhlmann in verschiedenen Medien zitiert. „Das Vorermittlungserfahren dient dazu, zu prüfen, ob nach dem Felsabbruch auf Rügen strafrechtliche Ermittlungen angebracht sind. Und wenn ja, gegen wen.“ Solange die Leiche des Kindes nicht gefunden wird, wird offiziell noch nicht wegen eines möglichen fahrlässigen Tötungsdeliktes ermittelt, wie es in diesem Zusammenhang heißt.

Und: Die Rügener Küste bröckelt weiter! Am Silvestertag hat es neue Abbrüche an der Kreidewand bei den Wissower Klinken gegeben! Am 31. Dezember, gegen 14.16 Uhr, kam es erneut zu einem Abbruch von Kreide an der Steilküste, wie die Polizei in diesem Zusammenhang mitteilt. Die genaue Menge des Abbruches konnte bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht geschätzt werden, weil dichter Nebel die Sicht an der Jasmunder Kreideküste sehr einschränkte. Personen sind durch diesen Abbruch nach derzeitigem Erkenntnisstand allerdings nicht betroffen. Vor einigen Jahren stürzten die Wissower Klinken größtenteils in die Ostsee – ein Wahrzeichen war verschwunden.

Die Polizei möchte in diesem Zusammenhang die Urlauber und Einwohner auf der Insel Rügen nochmals ausdrücklich auf die Gefahren hinweisen, die Spaziergänge unterhalb der Steilküsten in sich bergen können. Gerade bei der gegenwärtigen Wetterlage kommt es immer wieder zu nicht vorhersehbaren kleineren, aber auch größeren Abbrüchen. Die Polizei möchte, dass Warnungen und Absperrungen ernst genommen werden!

Unterdessen überlegt Beigeordneter Lothar Großklaus (CDU) schärfer gegen so genannte Katastrophentouristen vorzugehen. Immer wieder ignorieren vereinzelt Besucher des Kaps die Absperrungen, die durch Feuerwehr und Polizei errichtet wurden.

Seit dem Mittag des Montag dieser Woche waren rund 80 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren Putgarten, Altenkirchen, Glowe, Breege und Sagard, des THW Bergen auf Rügen, Stralsund und Barth, des Sanitätszuges des DRK Rügen und der Polizei vor Ort. Zwei Spürhunde der Polizei kamen zum Einsatz. Auch der Kettenbagger des THW war erneut für die Suche eingesetzt worden. Die Feuerwehren aus den Ämtern West-Rügen und Mönchgut-Granitz sowie aus Sassnitz befanden sich in Bereitschaft. Am gestrigen Dienstag sollte entschieden werden, wann und wie es mit den Bergungsarbeiten am Kap Arkona weitergeht. Ein Kampf gegen die Naturgewalten bahnt sich an . . .