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Dieser Artikel wurde am 23. September 2009 um 05:28 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Neubau an der Bootswerft Lenz begonnen

Finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Otto Bernhardt zu Gast

Lauterbach (gü/fm). Die Kleinteiligkeit der maritimen Wirtschaft und die hafenaffinen Ansiedlungen an den Standorten der Insel waren Ziel eines Besuches des Bundestagsabgeordneten Otto Bernhardt (CDU). Der Finanzpolitische Sprecher seiner Fraktion weilte am letzten Mittwoch in Sassnitz bei der Hafen-, Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG) und der RE-AN Werft, um sich über aktuelle Entwicklungen, aber auch Probleme informieren zu lassen.

Desweiteren war Bernhardt auch bei Matthias Lenz vom gleichnamigen Bootsbau Lenz in Lauterbach zu Gast. Dort ließ er sich die Pläne zum Neubau einer Schauwerkstatt mit Shop, Kneipe und Verwaltungsräumen von Firmenchef Lenz informieren.

Nach der Besichtigung lobte der Bundespolitiker die privaten Initiativen vor Ort, um das mittelständische Unternehmen perspektivisch am Markt zu platzieren und mit den international nachgefragten Produkten zu halten. „Die Verbindung von Tourismus und maritimer Wirtschaft, wie ich sie hier in Lauterbach gesehen habe, bedeuten Zukunftssichere Strukturen für das Unternehmen“, so Bernhardt. Bereits vor einiger Zeit begannen die Arbeiten zum Neubau auf der Werft:

In Lauterbach können Touristen den Bootsbauern künftig bei der Arbeit über die Schulter schauen. In einem Neubau entsteht eine Schauwerkstatt. Mit den Werftarbeitern in Wismar und Warnemünde will niemand der 20 Beschäftigten der Bootsbau Lauterbach GmbH tauschen. Während die großen Schiffbau-Unternehmen in M-V seit Monaten um das Überleben kämpfen, müssen die Bootsbauer am Rügischen Bodden in die Hände spucken, um Aufträge termingerecht zu erfüllen. „Die Auftragslage ist gut“, sagt Geschäftsführer Matthias Lenz und schaut einem seiner Spezialisten über die Schulter. Der baut gerade im neuen Chefbüro einen Schreibtisch zusammen. Lenz musste umziehen. „Mein altes Büro ist schon verschwunden. Wir investieren groß.“ In einen Neubau, der gleich am Werfteingang entlang des Vilmnitzer Weges hochgezogen werden soll. Pension mit Schauwerkstatt titelt Lenz das Projekt.

Entlang des Werftgeländes ist der Bauzaun längst gezogen. Dahinter sorgt ein Bagger für erhöhten Geräuschpegel. Statt der Schaufel ist ein großer Meißel an den Greiferarm montiert. Mit Pressluft frisst sich das Arbeitsgerät in große Fundamentbrocken, um sie zu zerkleinern. Ein Lkw wartet daneben schon auf die Betonreste. „An den 42 Meter langen Flachbau, der bis vor kurzem auf der Fläche gestanden hat, erinnert schon nichts mehr.“ Seine Schaltzentrale sei mit dem in den zurückliegenden Wochen vorgenommenen Abriss des Gebäudes verschwunden, sagt Lenz. Sein Büro und weitere sowie die Schlosserei und ein Segler-Shop waren darin untergebracht. Er denkt kurz nach: „Die Schlosserei habe in dem Flachbau schon seit mehr als einem halben Jahrhundert ihren Sitz gehabt. Das Gebäude war marode. Sanieren hätte sich nicht gelohnt.“ Lenz entschied sich für einen Neubau.

Der wird mit 52 Metern nicht nur länger, sondern auch höher. Ein Stockwerk soll drauf. Im Erdgeschoss sehen die Pläne wieder Büros und den maritimen Shop vor, außerdem eine Seglerkneipe und eine Schauwerkstatt. „Wir lassen uns bei der Arbeit auf die Finger schauen.“ In der Werkstatt sollen einzelne Komponenten für die Inneneinrichtung der Yachten der Vilm-Serie, die der Lauterbacher Werft europa-, ja sogar weltweit einen guten Ruf eingebracht hat, hergestellt werden, erläutert Lenz. „Für Touristen und unsere Kunden ist es gewiss interessant, wenn sie dabei zusehen können.“ Vor allem für Werft-Kunden sind auch die neun Gästezimmer gedacht, die im Obergeschoss des Neubaus entstehen. „Die können dann live beim Bau ihrer Yacht dabei sein oder sich nach dem Kauf Zeit nehmen für Testfahrten im Revier vor Lauterbach.“ Noch ist es nicht so weit.

In der vergangenen Woche hatte Werft-Chef Lenz erst einmal umfangreiche Gründungsarbeiten auf dem Plan. Weil der Baugrund nicht trägt, mussten 55 Pfähle ins Erdreich gerammt werden, bevor das Fundament gegossen werden kann. Diese Arbeiten wurden von der Firma Jacbo Pfahlgründungen GmbH, Niederlassung Schwerin erledigt. „Die Pfähle wurden bis zu 16,80 Meter tief gesetzt und dabei sind 120 Kubikmeter Beton eingegossen worden“, so der verantwortliche Volker Tille von Jacbo. Vier Mitarbeiter realisieren die Aufgabe unter anderem mit einem 22 Meter hohen Bohrkran. „Keine Komplikationen, alles erledigt“, so Tille nach den zwei Arbeitstagen.

Der Bundestagsabgeordnete Bernhardt konnte nach seinen Besichtigungen mit zahlreichen Eindrücken wieder in die Bundeshauptstadt fahren und will der Fraktion über die mittelständischen Erfolge hier auf Rügen berichten, wie er abschließend sagte.