“Naturereignis”: Kosten bislang 1,2 Mio Euro
"Bund und Land müssen finanzielle Unterstützung geben"
Rügen (RA). Die Entscheidungen zur Bekämpfung der Vogelgrippe auf Rügen sind mit dem erforderlichen sachlichen Fachwissen vor Ort getroffen worden. Ich bin froh, dass es gelungen ist, ein Übergreifen des H5N1-Virus auf Hausgeflügelbestände zu vermeiden. Die Veterinäre und alle anderen Verantwortlichen haben gute Arbeit geleistet, lobte die Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (Linkspartei) am 26. April in einem Gespräch bei Landrätin Kerstin Kassner. Der Landkreis sei seinen Pflichten nachgekommen, habe alles getan, um die Situation in den Griff zu bekommen.
Dabei hätten die Rüganer nicht auf Erfahrungen in anderen Regionen zurückgreifen können, denn sie seien bundesweit die ersten gewesen, die vor diesem Problem standen. Dr. Kirsten Tackmann, selbst Veterinärmedizinerin, die im Land Brandenburg zu Hause ist und die Entwicklungen um das Naturereignis von Anfang an genau verfolgt hatte, will sich in Berlin für Rügen stark machen. Bund und Land müssen finanzielle Unterstützung geben. Der Landkreis kann für die Kosten, die bislang bei 1,2 Millionen Euro liegen, nicht allein aufkommen. Hier muss schnell gehandelt werden! Als Mitglied des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werde sie dieses Anliegen vorbringen, versprach Dr. Kirsten Tackmann. Ebenso forderte die Politikerin, dass potenzielle EU-Hilfen nicht nur an die großen Geflügelbetriebe, sondern auch an die kleineren Unternehmen ausgereicht werden. Gerade für diese sei die Unterstützung oft überlebenswichtig und existenzsichernd. Landrätin Kerstin Kassner informierte die Bundestagsabgeordnete auch über das Vorhaben Sonderwirtschaftszone Rügen. Ich bin vom Kreistag beauftragt worden zu prüfen, welche Voraussetzungen für die Einrichtung einer solchen Zone erfüllt werden müssen, erläuterte sie. Dr. Kerstin Tackmann fand die Idee interessant. Sie werde sich mit der Thematik beschäftigen und in Berlin zur Sprache bringen. Dies vor allem unter dem Aspekt, dass die Menschen Perspektiven haben müssen. Gerade in Regionen wie Rügen, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist und saisonal sehr schwankt, sei ganzjährige Beschäftigung ein primäres Ziel.
« Nächster Artikel
Komparsen-Suche
Vorheriger Artikel »
Umfangreiche Gleisbauarbeiten
