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Dieser Artikel wurde am 02. August 2006 um 03:21 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Nach 51 Jahren erstmals wieder in Sassnitz fest gemacht

Dampf-Eisbrecher Stettin wurde durch Tausende in der Hafenstadt empfangen / Gästefahrt am 5. August

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Der Dampf-Eisbrecher Stettin am vergangenen Mittwoch beim Auslaufen zur Gästefahrt im Sassnitzer Westhafen. An diesem Samstag gibt es noch einmal diese Chance. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Das hat Sassnitz selten so erlebt. Kaum ein anderes Schiff hat bei seinem Einlaufen in den Sassnitzer Stadthafen soviel Aufmerksamkeit erfahren, wie der Dampf-Eisbrecher Stettin, der am vergangenen Mittwoch, nach 51 Jahren, erstmals wieder den Stadthafen in Sassnitz anlief. Bereits am Nachmittag gegen 16 Uhr liefen mit MS Nordwind der Reederei Lojewski und MS Kalinin der KTG Kalinin Touristik GmbH zwei gut besetzte Ausflugsschiffe in Richtung Kreideküste aus, um den Dampf-Eisbrecher Stettin auf Höhe Königsstuhl in Empfang zu nehmen. Gemeinsam mit einem Schiff der Wasserschutzpolizei wurde die Alte Dame unter Dampf nach Sassnitz eskortiert, wo sie beim Einlaufen durch tausende Schaulustige empfangen wurde. Das muss man doch erlebt haben, so Familie Schulz aus Dresden. Wann hat man denn die Gelegenheit sonst, einmal einen richtigen Dampfer zu sehen?

In der Tat ist es ein eher seltenes Ereignis, denn in der Ostsee fahren kaum noch Dampfschiffe. Die Stettin, gebaut von den Stettiner Oderwerken und am 16. November 1933 als bis dahin größter Eisbrecher unter deutscher Flagge in Dienst gestellt, wurde im Jahre 1982 als technisches Kulturdenkmal anerkannt und vom Förderverein Dampf-Eisbrecher Stettin übernommen. Seitdem wird der original erhaltene Eisbrecher im Sommer für Gästefahrten unter Dampf gehalten und dient in der übrigen Zeit als liegendes Museumsschiff, vornehmlich im Hamburger Museumshafen Oevelgönne. Die Einsatzgebiete der Stettin waren nach der Indienststellung die Oder und das Stettiner Haff. Als unermüdlicher Helfer war sie zum Segen der Passagier- und Handelsschifffahrt sowie für die Kriegsmarine bis Anfang 1945 tätig. Im März 1945 konnte sie mit mehr als 500 Kriegsflüchtlingen von Stettin aus über die Ostsee nach Kopenhagen, zeitweilig unter Kriegseinwirkungen stehend, entkommen. Dabei hat sie dem Sassnitzer Hafen bereits einen ersten Besuch abgestattet, um etwa 100 Flüchtlinge abzusetzen. Nun also der erneute Besuch auf der Insel Rügen, bevor das Schiff am Mittwoch vergangener Woche in Richtung Stettin ausgelaufen ist. Während einer Gästefahrt am Mittwoch Mittag, die innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, wuchs bei der ehrenamtlichen Besatzung, die aus Vereinsmitgliedern gestellt wird, die Idee, auf der Rückreise von Stettin nach Rostock noch einmal im Sassnitzer Hafen Station zu machen und, auf Grund der riesigen Nachfrage, noch einmal eine zweistündige Gästefahrt anzubieten. So läuft der Dampf-Eisbrecher Stettin am Samstag dieser Woche, 5. August, um 15 Uhr erneut in den Sassnitzer Stadthafen ein. Von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr startet dann erneut eine Gästefahrt für maximal 180 Rüganer und deren Gäste. Dabei besteht die einmalige Gelegenheit, das Schiff in seinen Einzelheiten zu inspizieren. Und das völlig ohne Tabus. Denn die Stettin ist ein Denkmal zum Anfassen. Ob im Maschinenraum oder auf der Brücke, ob in der Kombüse oder den Kammern - hier erfahren Sie mehr von der wahren Seefahrt. Karten zum Preis von 12 Euro (Kinder von sechs bis 14 Jahren 6 Euro) gibt es ab sofort ausschließlich im Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum, (03 83 92) 5 78 46. Da können Sie auch die Überfahrt nach Rostock buchen, die am Sonntag, 6. August, in der Zeit von 10 Uhr bis 19 Uhr erfolgt. Mitfahren können Sie zum Preis von 40 Euro. Die Erlöse der Gästefahrten dienen übrigens dem Unterhalt des Schiffes. Und wenn Sie künftig des Schiff und den Verein persönlich unterstützen wollen, beispielsweise in Form einer (Förder-) Mitgliedschaft, dann erfahren Sie über das Wie unter (01 71) 7 43 01 25 mehr.