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Dieser Artikel wurde am 10. Januar 2007 um 04:06 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Mildes Klima lässt die Bauwirtschaft hoffen

Statistiktag der Agentur für Arbeit: 6.769 Rüganer (18,2 Prozent) waren im Dezember arbeitslos

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen. Der milde Winter lässt besonders das Baugewerbe jubeln. Allerorten ist auf den Baustellen emsige Geschäftigkeit zu sehen, es kann aufgrund der Temperaturen weiter gearbeitet werden. Und auch auf andere Branchen schlägt sich das Wetter positiv mit Blick auf die Arbeitslosenzahlen nieder. So konnte während des so genannten Statistiktages am 3. Januar mit Blick auf die Dezember-Zahlen 2006 nur von einem leichten Anstieg gesprochen werden. Per 31. Dezember 2006 waren insgesamt 6.967 Frauen und Männer auf Deutschlands größter Insel arbeitslos gemeldet. Das sind 417 mehr als im November 2006. Jedoch mit Blick auf den Dezember 2005 ein erfreuliches Ergebnis. Denn zu jenem Zeitpunkt waren 1.332 Frauen und Männer mehr arbeitslos als im Dezember 2006.

Die aktuellen Zahlen schlüsseln sich wie folgt auf: Unter den 6.967 Arbeitslosen sind 3.376 Männer (48,5 Prozent) und 3.591 Frauen (51,5 Prozent). Gezählt wurden 202 Jugendliche unter 20 Jahren (2,9 Prozent), 1.025 Jüngere unter 25 Jahren (14,7 Prozent), 1.821 Arbeitslose mit 50 Jahren und älter (26,1 Prozent), 729 Arbeitslose mit 55 Jahren und älter (10,5 Prozent), 1.575 Langzeitarbeitslose (22,6 Prozent), 289 schwerbehinderte Arbeitslose (4,1 Prozent) sowie 82 Ausländer (1,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote im Dezember lag bei 18,2 Prozent. Damit nahm die Bundesagentur für Arbeit Rügen den neunten Platz von 18 Kreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern ein, wie ein Blick auf die Tabelle aller Bundesagenturen beweist.

Landeswirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sieht für diese Entwicklung die Konjunktur als Grund: Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist im Dezember nur leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug damit 17,6 Prozent. Das ist der niedrigste Dezemberwert seit zehn Jahren, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus am zurückliegenden Mittwoch in Schwerin. Positiv ist auch der Zuwachs bei den offenen Stellen, so Seidel weiter. Vor allem Zeitarbeitsfirmen und Service-Center melden derzeit mehr Stellen bei den Arbeitsagenturen. Die Arbeitsmarktexperten führen die Entwicklung auf die konjunkturelle Lage und das auch im Dezember verhältnismäßig milde Klima zurück, wie wir eingangs berichteten. Für einen Dezember ist die Entwicklung trotz des Anstiegs der Arbeitslosigkeit ungewöhnlich positiv, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. Während in den letzten Jahren die Erwerbslosigkeit zum Jahreswechsel noch deutlich über der 20 Prozentmarke lag, konnten wir aktuell den niedrigsten Dezemberwert seit dem Jahr 2000 registrieren, zeigt sich auch der Vorsitzende von den aktuellen Zahlen überrascht. Die Insel Rügen gehört zum Agenturbezirk Stralsund.

Radloff weiter: Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes bietet ein sehr unterschiedliches Bild. Die Hansestadt Greifswald erreichte mit einer Arbeitslosenquote von 17,3 Prozent den niedrigsten Wert in Vorpommern und liegt damit auch unter dem Landesdurchschnitt von 17,6 Prozent. Der Landkreis Rügen verzeichnete eine Erwerbslosigkeit von 18,2 Prozent, die Hansestadt Stralsund und der Landkreis Nordvorpommern liegen bei 19,6 Prozent. Die höchste Arbeitslosigkeit registrierte der Landkreis Ostvorpommern. Hier lag die Erwerbslosenquote bei 21,0 Prozent. Neben den positiven Auswirkungen besonders auf jüngere Arbeitnehmer sind zudem 1.103 Rüganer in einem so genannten Ein-Euro-Job im Beschäftigungsverhältnis gewesen. Weitere 93 Rüganer waren in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) untergebracht. Neben diesen staatlichen Instrumenten ist allerdings auch die erhöhte Meldung von offenen Stellen zu beachten, wie es heißt.