Lückenschluss für Ostseeküsten-Radweg
Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU): Radtourismus ist ein Wirtschaftsfaktor
Südost-Rügen (DR). Zwischen den Ostseebädern Sellin und Binz wird von Sellin bis zur Kreuzeiche in der Granitz ein neuer Radweg gebaut. „Damit wird eine weitere Lücke auf dem Radfernweg entlang der Ostseeküste geschlossen. Der Streckenabschnitt gehört gleichzeitig zum Rügen-Rundweg auf der Insel“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) am letzten Sonnabend. Der neue Radweg mit einer Gesamtlänge von rund 2,7 Kilometer wird in drei Abschnitten errichtet und soll vor Beginn der nächsten Urlaubssaison 2010 fertig gestellt sein. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Gesamtinvestition in Höhe von über 430.000 Euro mit einem Zuschuss von rund 325.000 Euro. Die Mittel werden aus der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) bereit gestellt.
Der Ostseeküsten-Radweg ist insgesamt 645 Kilometer lang. „Die Fern- und Radrundrouten werden zunehmend auch außerhalb der Hochsaison von den Urlaubern genutzt“, sagte Seidel. „Je nach Jahreszeit sind tagsüber zwischen 300 und 800 Radfahrer auf der Stecke von Sellin nach Binz unterwegs.“ Der auszubauende Streckenabschnitt befindet sich überwiegend im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Er beginnt in Sellin an der Granitzer Straße und endet an der Wegekreuzung Kreuzeiche in der Granitz. Im Naturschutzgebiet wird eine wassergebundene Decke aufgetragen, außerhalb erhält der Radweg einen Bitumenbelag.
Für fast die Hälfte aller Deutschen zählt Fahrradfahren zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. „Der Radurlauber von heute reist nicht mit dem Rad, weil er muss, sondern weil er es will“, sagte Seidel. „Wir müssen den Service und die Radwegeinfrastruktur weiter verbessern.“ Der Radtourismus gehört zu den Wachstumsmärkten der Tourismusbranche. Jeder Radtourist gibt rund 70 Euro täglich aus. Durchschnittlich werden für eine Radreise 1.200 Euro ausgegeben. Der Radtourismus ist mit geschätzten fünf Milliarden Euro Umsatz ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Radbegeisterten stehen im Land M-V sieben Radfernwege mit rund 2.300 Kilometern Länge und 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometer Länge zur Verfügung. In die Radwege in M-V wurden in den letzten 15 Jahren bei einer Förderung von fast 90 Millionen Euro rund 130 Millionen Euro investiert.
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