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Dieser Artikel wurde am 27. Oktober 2010 um 12:53 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Licht setzt Zeichen! Protest gegen CASTOR

Parteien- und Wählerbündnis ruft zum friedlichen Protest gegen Atomkraft

Ostseebad Thiessow (gü). Der Protest geht weiter! Torsten Jelinski (Bündnis 90/Die Grünen), Gemeindevertreter von Thiessow und Kreistagsmitglied, macht sich gegen geplante Transporte von Atommüll in Richtung Lubmin stark. Gemeinsam mit den Vorsitzenden Karin Giesel vom Bündnis für Rügen und Jan Gottschling (DIE LINKE) haben die drei Kommunalpolitiker zum friedlichen Protest gegen die geplanten CASTOR-Transporte aufgerufen.

Interessierte Rüganer und Gäste sind aus diesem Grund am kommenden Sonntag, 31. Oktober, zu einem Fackelumzug nach Thiessow eingeladen. Unter dem Motto „Licht setzt Zeichen“ sollen die Proteste ab 17 Uhr beginnen. Treffpunkt ist das Gerätehaus der FFw Thiessow. Mit Laternen und Fackeln soll ein Demonstrationszug in Richtung Endhaken bis zum Weststrand führen, informieren die Organisatoren.

Auf der Gegenseite des Greifswalder Boddens in Lubmin wird es vorher eine Protestaktion von Gegnern geben. Dort ist eine Wasser- und Strand-Demo geplant. Jelinski, Frontmann der Bürgerbewegung gegen das in Lubmin geplante Steinkohlekraftwerk, hatte während der letzten Sitzung des Kreistages einen Dringlichkeitsantrag zum Thema CASTOR-Transporte nach Lubmin eingebracht (siehe OA-DR letzte Ausgabe).

Jelinski kritisiert, dass laut Raumordnungsprogramm nur die Lagerung von schwach-radioaktivem Atommüll aus den DDR-Kraftwerken Rheinsberg und Lubmin genehmigt ist. Nun sollen stark radioaktive Atomabfälle aus Karlsruhe in so genannten CASTOREN nach Lubmin geschafft werden. Voraussichtlich in der Woche vor Weihnachten, sagt der Kreispolitiker, unter Berufung auf „Gerüchte im Internet“. Er und auch die beiden anderen Kommunalpolitiker befürchten, dass in Lubmin ein Endlager in direkter Nähe zu den Tourismusstandorten entstehen könnte. „Darauf ist Lubmin erstens nicht vorbereitet und zweitens wollen wir auch kein Endlager in dieser sensiblen Region haben“, so Giesel, Jelinski und Gottschling unisono während einer Pressekonferenz in der letzten Woche. In Lubmin fehlt ein Isolationsraum, die so genannte „Heiße Zelle“, in der leckgeschlagene CASTOR-Behälter entsprechend sicher gelagert werden können. „Zudem gibt es in Lubmin auch unseres Wissens nach keinen Plan für einen Katastrophenfall“, so der Grünen-Politiker.

Der Protest soll „keine Eintagsfliege“ sein, wie sich die drei Politiker ausdrücken. Für den ersten Protestzug am kommenden Sonnabend liegen 300 Fackeln bereit. Die Organisatoren rechnen mit 500 Demonstranten. „Wenn es mehr werden, umso besser“, betont Jelinski. Die Proteste könnten regelmäßig stattfinden, wie es heißt. Er und die beiden anderen Organisatoren betonen abschließend ausdrücklich, dass auf friedlichen Protest gesetzt wird!

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