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Dieser Artikel wurde am 19. August 2009 um 05:28 Uhr in der Rubrik Leserbriefe veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Leserbrief von Klaus Ender zum Thema B96n

Wer vom Festland kommend, bei Altefähr die erste Allee Rügens in Richtung Bergen durchfährt, ahnt - oder weiß es nicht -, dass diese Allee längst den Motorsägen (unter Beifall der B96 - Befürworter) zum Opfer gefallen wäre. Der viel geschmähte NABU und Frau Preller haben sie gerettet! Diesem Beispiel ließen sich Dutzende anhängen.

Der NABU wollte den Umbau, der heute längst fertig sein könnte, aber nicht die Verbetonierung unserer Insel. Er wollte uns und den Touristen den Anblick von einer 3-spurigen, 19 Kilometer langen Autobahn, 17 neuen Brücken, drei Bahnüberquerungen, 13 Hektar gerodetem Wald, 170 Hektar überbautem Land, 17 Beton-Regen-Rückhaltebecken, zwei Meter hohen Wildzäunen neben der Autobahn, 12 Kilometer neue Nebenstraßen, drei Meter hohen Blendzäunen und der Fällung von 200 Alleebäumen ersparen!

Diese Argumente der „Größenwahn - Verhinderung“ beschimpfen die Lobbyisten und nehmen das Wort Natur noch in den Mund ... Im Gegensatz zur Lobby der „Freie Fahrt - für freie Bürger“, denen das Wort Natur nur im Zusammenhang mit Profit über die Lippen kommt, kämpft Frau Preller (ohne Profit) für den Erhalt der Natur, die es auf Rügen (noch) gibt. Es ist bewundernswert, was Sie an Schmähungen und Verleumdungen erträgt!

Der NABU hat schon vor Jahren alternative Vorschläge zum Ausbau besagter Straße gemacht, der von der Kommerz-Lobby verlacht wurde. Diese Lobbyisten haben bis heute nicht begriffen, dass ihre Vorstellungen von Mensch & Natur aus dem vorigen Jahrhundert stammen, als es das (fast) „alljährliche Jahrhundert-Hochwasser“ noch nicht gab. Wir leben im 3. Jahrtausend mit den Gewohnheiten und Naturschändungen des 19. und 20. Jahrhunderts, in dem es nur um Profit und Landverbauung ging.

Der letzte wissenschaftliche Bericht zum Thema „Schmelzendes Grönlandeis“ prognostiziert für die kommenden 100 Jahre einen Anstieg der Meere um sieben Meter und die Lobby hat nur den Gedanken, eine Stunde Fahrtzeit zwischen Rügenbrücke und Sassnitz einzusparen. Dass wir uns für all diese Naturschändung nur einen Stau vor Bergen eintauschen, ist so wahr, wie unsere Prognose, dass die neue Brücke nichts dazu beiträgt, die Staus auf Rügen zu verhindern!

Unsere Urenkel können dann im Jahr 2099 vom Rugard-Turm über die versunkene Schaabe, Sagard, Putbus, Binz, Ummanz und ganz Westrügen schauen. Vielleicht bekommt dann Frau Preller (zu Recht) den Bundesverdienstorden verliehen - sofern die BRD (samt ihrer Lobbyisten) nicht untergegangen ist.

Klaus Ender, Naturfotograf & Lyriker

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