Landrätin Kassner: “Rügens Rettungsdienst hat eine gute Qualität”
Landkreis gibt jährlich 4,3 Millionen Euro für Rettungsdienst aus / 49 FFw sichern Hab und Gut, Leib und Leben
Von Robby Günther
Bergen auf Rügen. Die Insel-Rettungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Notfallärzten sowie DRK und JUH haben dieser Tage alle Hände voll zu tun! Wir verzeichnen einen Zuwachs der Einsätze in Größenordnungen, hieß es am letzten Freitag seitens Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) während eines Pressegesprächs zum Thema Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze. Sie nutzte im Beisein von Vertretern des Kreisfeuerwehrverbandes, des Ordnungsamtes des Landkreises, des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfall-Hilfe die Gelegenheit, und sprach allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern ein großes Kompliment für die bisherige Arbeit in der laufenden Saison aus.
Erst vor wenigen Tagen war die Situation mit zahlreichen Wasserschäden auf dem Mönchgut nach Unwettern oder aber dem Großbrand bei den Störtebeker Festspielen auf einem neuen Höhepunkt angekommen. So mussten die Feuerwehren des Insellandkreises von Januar bis Juli zu 147 Bränden ausrücken. Im ganzen Jahr 2005 waren es 179 Einsätze, um kleine, mittlere und große Brände zu bekämpfen, wie aus einer an diesem Tag vorgelegten Statisitik zu entnehmen war. Diese zeigt auch 89 Brände im Vergleichszeitraum Januar bis Juli 2005. Gleiches gilt übrigens auch für die so genannten Hilfeleistungen, zu denen die FFw ausrücken. Hier waren von Januar bis Juli bereits 646 Einsätze verzeichnet. Im Vergleichszeitraum 2005 waren es lediglich 162, im gesamten Jahr 313. Hier haben wir allerdings den Umstand zu berücksichtigen, dass im ersten Halbjahr 2005 insgesamt 498 Einsätze zur Tierbergung in die Statistik eingeflossen sind, so Karsten Lange von der Leitstelle im Feuerwehrzentrum Erich Tiedt. Gemeint sind hierbei die Hilfeleistungen, die die Kameraden der Feuerwehr im Zuge der H5N1-Krise im Februar und März dieses Jahres zu bewältigen hatten.
Insgesamt gibt es auf der Insel Rügen rund 1.100 aktive Kameraden in den 49 Freiwilligen Feuerwehren, wie Kreisfeuerchef Lothar Maaske in diesem Zusammenhang sagte. Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Einsätze der Rettungskräfte, die von DRK, JUH und SANA-Krankenhaus absolviert wurden. Wir haben saisonbedingte Zahlen, so Dr. Hainz Franke, Leiter des Rügener Rettungsdienstes. Erfahrungsgemäß sind von Juni bis August die meisten Einsätze zu verzeichnen. Die Insel ist voller Urlauber, dann haben die 65 DRK-Mitarbeiter, 13 JUH-Mitarbeiter sowie die knapp 30 Notärzte der Insel alle Hände voll zu tun. Hinzu kommen die zehn Mitarbeiter der Leitstelle, die alle eingehenden Anrufe entgegennehmen und für die Einsatzkräfte zu sortieren haben. Auf der Insel Rügen gibt es acht Rettungswachen, die gewährleisten sollen, dass die gesetzliche Frist von zehn Minuten zum Erreichen des Unfallortes (öffentliche Plätze, etc.) eingehalten werden. Wir schaffen das in der Hochsaison in bis zu 70 Prozent der Fälle, so die versammelten Experten. Aufgrund der ländlichen Prägung unserer Region ist es wegen voller Straßen nicht immer zu schaffen. Deswegen plädieren wir für die Stationierung eines Hubschraubers, der zumindest die Notärzte an Ort und Stelle bringt, so Dr. Hainz Franke nochmals. Mit dem Antrag des Kreises beschäftigen sich derzeit die Ministerien.
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