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Adieú Tourismusgenossenschaft Mönchgut?

Untere Rechtsaufsicht des Landkreises gibt kein grünes Licht für Gründung der TMG

Ostseebad Baabe (sb). Unter den Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz gab es vor einigen Jahren mehrfach die Überlegung, die mit der Tourismusförderung und dem Kurbetrieb verbundenen Aufgaben gemeinsam wahrzunehmen. Hierfür sollte eine Unternehmensform entwickelt werden, die neben einer wirtschaftlichen und effektiven Aufgabenerfüllung den beteiligten Gemeinden zugleich eine gleichberechtigte Wahrnehmung ihrer Interessen sichern sollte.

Die Vergangenheitsform ist an dieser Stelle seit Montag dieser Woche angebracht. Denn die Tourismusgenossenschaft Mönchgut (TMG), in der sich 2008 die amtsangehörigen Gemeinden aus genannten Gründen der Tourismusorganisation zusammenschlossen, konnte seitdem nicht gegründet werden. Das kleine i. G. hing der TMG bis heute an. Bis zum 20. Januar hofften Geschäftsführer Jörn Fenske und seine Vorstandsmitglieder noch auf die Zustimmung der Unteren Rechtsaufsichtsbehörde (URAB) des Landkreises Vorpommern-Rügen zu dieser Genossenschaft. Die dezentrale Struktur sei nämlich nicht nur positiv für Bürger und Gäste. „Sie ist aktuell. Das Kommunalrecht ist vom Genossenschaftsrecht abgeleitet. Wir dachten, diese alte Form wäre somit gut. Wir wollen alle und dürfen nicht“, sagte Fenske im vergangenen Jahr zu der anstehenden Thematik.  

Doch die URAB bezweifelte die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. „Sinn dieser gesetzlichen Regelungen ist es, die Gemeinden vor Aktivitäten zu bewahren, deren wirtschaftliches Risiko und deren Betriebs- und Folgekosten die Finanz- und Verwaltungskraft übersteigen“, hieß es in einem entsprechenden Schreiben, das am Montag Thema in der Sitzung des Amtsausschusses Mönchgut-Granitz war.

Eine solche Wirtschaftlichkeitsanalyse konnte die TMG bis heute nicht erbringen. „Wir können keinen Nachweis über die Wirtschaftlichkeit der TMG gegenüber einer großen zentralen Kurverwaltung erbringen, da der Vorstand und viele andere Mitglieder ehrenamtlich arbeiten“, warf Sellins Bürgermeister und Vorstandsvorsitzender der TMG Reinhard Liedtke (SWG) am Montagabend auf der Sitzung des Amtsausschusses ein, nachdem Amtsvorsteher Dieter Mathis (CDU) eine erneute Stellungnahme der Behörde vorlegte.

In diesem Schreiben heißt es nun: „Nachdem die Vertreter der TMG im Februar 2010 erklärt hatten, dass der geforderte Wirtschaftlichkeitsnachweis (...) nicht erbracht werden könne, wurde festgestellt, dass das Vorhaben TMG aus derzeitiger Sicht durch die URAB nicht bestätigt und durch die Gemeinden in Ermangelung der Zulässigkeitsvoraussetzungen auch nicht umgesetzt werden kann.“ Die URAB habe daraufhin mehrere Varianten aufgezeigt, innerhalb derer eine sachgerechte Aufgabenwahrnehmung unter Wahrung der gesetzlichen Aufgabenzuordnung denkbar wäre. „Es erfolgten seitens der Gemeinden und des Amtes in der Folgezeit keine weiteren Schritte“, ist dem Schreiben weiter zu entnehmen. Und dann der Sargnagel: „Nach dem gegenwärtigen Sachstand kann eine positive Entscheidung in Ansehung der TMG nicht in Aussicht gestellt werden.“

Zwar habe die TMG noch einmal Gelegenheit, die Angelegenheit mit der Behörde zu erörtern, allerdings klangen die Töne am Montagabend eher nach Aufgabe. „Uns bleibt ja nur, das Ding zu schließen“, so Liedtke weiter in der Debatte mit seinen Ausschusskollegen. „Wo keine Gründung, da keine Liquidierung notwendig“, resignierte auch Ausschussmitglied Matthias Scheibe (DIE LINKE). Die Mitglieder der TMG werden sich in Kürze zu einer Sondersitzung zusammenfinden und über die weiteren Schritte beraten.

Grüne Woche machte Appetit auf Rügen

Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau mit touristischen Synergien

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Traditionell brachten die Jasmunder Plattdänzer Rügener Kultur mit zur IGW und ernteten stürmischen Beifall. Foto: Pfaffe

Rügen/Berlin (apf). Mit der höchsten Besucherzahl seit vier Jahren endet am Sonntagabend die diesjährige Grüne Woche (IGW) in Berlin. Über 420.000 Besucher, 5.000 mehr als im Vorjahr, strömten vom 20. bis 29. Januar in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Über 400.000 Gäste zählte auch die Mecklenburg-Vorpommern-Halle, die in der Publikumsgunst wie auch in den Vorjahren wieder unter den drei beliebtesten Messehallen landete. Die Aussteller aus dem Land waren in diesem Jahr sehr zufrieden mit der Besucherresonanz. Erstmals hat sich auch der neue Landkreis Vorpommern-Rügen gemeinsam präsentiert, der am Freitag vergangener Woche zum Vorpommern-Rügen-Tag eingeladen hatte. „Probieren Sie unseren neuen Landkreis“, lud Landrat Ralf Drescher (CDU) die Besucher der Halle ein. „Schmecken Sie Rügen und Vorpommern und besuchen Sie uns, um mehr zu erfahren. Wir schaffen es zunehmend, die Saison zu verlängern - als Angebot an unsere Gäste und als Chance zur Schaffung von Arbeitsplätzen.“ Der Vorsitzende des Rügen Produkte Verein, Frank Soßnowski und sein Stellvertreter Ernst Heinemann, der „Operative Manager“ des Auftrittes des Landkreises Vorpommern-Rügen, präsentierten den immer wieder an der großen M-V-Bühne applaudierenden Besucher unzählige Produkte aus der heimischen Region, die bei den Gästen ankamen: Klar, dass dabei Fisch der Kutter- und Küstenfisch Sassnitz GmbH eine „erste Geige“ spielte. Doch auch die Produkte von Rügen-direkt, Molkereiprodukte Poseritz, Erlebnisbauernhof Kliewe, Wildhandel Kajahn, Eßkultur Rügen und dem Rügenmarkt, der eine Vielzahl Produkte nicht anwesender Produzenten wie Rügener Rapsöl, Stralsunder Marzipan, exklusive Eigenmarken der Pommernkate Rambin wie Liköre aus der Kelterei Leithoff aus Stralsund mit auf die IGW gebracht hatte, begeisterten. Vom Fischbrötchen über Wildgulasch bis hin zu Ostsee-Kaffee konnten die Besucher des größten Standes in der M-V-Halle die Insel Rügen schmecken und erleben.

„Unser Hauptziel ist es aber nicht, Produkte zu verkaufen. Vielmehr wollen wir die Besucher auf die Insel Rügen locken. Denn dann wird sich die Sache für die gesamte Insel rechnen“, so Frank Soßnowski, der im Zusammenhang mit der Messe die Zusammenarbeit mit dem „inselreich Rügen e.V.“ hervorhob, der die touristische Vermarktung der Insel Rügen auf der IGW übernommen hatte - und dabei regen Zuspruch bei den Berlinern, Gästen aus Deutschland und auch der Welt gefunden hat.

Landrat Drescher war begeistert von dem Auftritt des Landkreises und versicherte, dass er im kommenden Jahr erneut dabei sein werde.

Königsstuhl trifft Kaiserstuhl - Startschuss zur nachhaltigen Regionenpartnerschaft

Bereits am 20. Januar wurde am Vorpommern-Rügen-Stand der Startschuss zur nachhaltigen Regionenpartnerschaft „Königlich urlauben - Kaiserlich genießen: Königsstuhl trifft Kaiserstuhl“ gegeben. Die Partner PLENUM Naturgarten Kaiserstuhl, der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH sowie „inselreich rügen e.V.“ begannen im Beisein der beiden Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (M-V) und Alexander Bonde (Baden-Württemberg) feierlich diese Initiative. Ziel der Nord-Süd Kooperation zwischen zwei Regionen mit eindrucksvollen Naturlandschaften ist es, Gäste und Verbraucher anzusprechen und diese für Natur und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Auch die Vorzüge der beiden Regionen und ihre besonderen Produkte sollen in den Vordergrund gestellt werden. Der Kaiserstuhl und Rügen verfügen bereits jetzt über die qualitativ hochwertigen und kontrollierten Regionalmarken „Kaiserlich genießen“ und „Echt Rügen Produkt“ sowie über eine Produktpalette, welche sich am jeweiligen heimischen Markt etabliert hat und weiterhin ausgebaut wird. Das erste offizielle „königlich-kaiserliche“ Kooperations-Produkt konnte ebenfalls verkostet werden. Andreas Hess, Winzer aus Gottenheim, kreierte einen Apfel-Traube-Sanddorn-Saft, der die Geschmacksnuancen der badischen Fruchtsäfte mit dem herben Sanddorn von Rügen aufs Feinste kombiniert und der bei den Messebesuchern auf große Begeisterung stieß.

Auch auf Rügen ist ein gemeinsames Produkt entstanden - Die „Königsstuhl trifft Kaiserstuhl“- Kiste, eine Rügener Seekiste, die Wein, Sekt-Gellee und Pesto aus der südlichen Region und ein Rügener Kreidemännchen, Fischkonserven, Tee, Stralsunder Marzipan und Likör von Rügen-direkt beinhaltet. Nicht zuletzt nutzte Dr. Sylva Rahm-Präger, Vorsitzende der Zertifizierungskommission „Regionale Eßkultur“ mit Landrat Drescher die Möglichkeit, das Selliner Hotel „Bernstein“ als weiteres Unternehmen mit dem Logo „Regionale Eßkultur“ im Rahmen der Grünen Woche auszuzeichnen.

Glatter Asphalt oder charmantes Kopfsteinpflaster?

Göhrener Bauauschuss lässt beide Varinaten vergleichen und berät am 22. Februar erneut

Doch für Diskussionsbedarf von Ausschussmitgliedern und Anwohnern der betroffenen Straße sorgt jetzt nicht das Vorhaben an sich, sondern vielmehr die unterschiedlichen Vorstellungen und die bauliche Realsisierung. Wie so oft in der Straßenbaugeschichte des Ostseebades geht es um die Frage, ob das alte Pflaster in der Wilhelmstraße aufgenommen und neu verlegt oder durch Asphalt ersetzt wird. Vorgesehen ist, dass die Wilhelmstraße wie alle bereits erneuerten Straßen saniert wird: glattes Asphaltband statt charmanter Holperweg. Edwin Kopplin erinnerte daran, dass die Gemeindeväter seinerzeit beschlossen hatten, dass bestimmte Straßen, wie die Wilhelmstraße, die Kastanienallee und die Katharinenstraße, gepflastert werden sollen. „Es ist die erste historische Bäderstraße, die erste Straße, die in Göhren gepflastert wurde. Der historische Wert und der Charme dieser Straße muss erhalten und darf nicht kaputt gemacht werden“, plädierte auch Ausschussmitglied Bernd Elgeti für diese Variante.

Planer Jörg Lange verwies auf die erhebliche Verlängerung der Bauzeit im Falle einer Pflasterung und auf die besondere Situation der kleinen Trasse. Die Wilhelmstraße ist eine Sackgasse mit vielen Beherbergungsbetrieben, die dann für längere Zeit nicht mit dem Auto erreichbar wären. Wie die OZ bereits informierte, wurden auch die Meinungen der anwesenden Anwohner gehört. Einstimmig sprachen sie sich dafür aus, dass das Pflaster zum Ortsbild gehört und auch bei den Gästen gut ankomme. Gleichzeitig sei man von denen aber abhängig und der zeitliche Aufwand einer Pflasterung ein großes Risiko.

Der Bauausschuss entschloss sich deshalb, dem Gemeinderat noch keine Empfehlung für den Ausbau zu geben. Stattdessen beauftragte er das Planungsbüro, bis zur nächsten Sitzung einen Vergleich beider Varianten unter den Gesichtspunkten von Kosten und Zeit zu prüfen und zur nächsten Sitzung am 22. Februar vorzustellen. Die Gehwege der Wilhelmstraße sollen mit Betonplatten mit Granitvorsatz versehen werden. Weiterhin entsteht beidseitig zwischen Fahrbahn und Gehweg eine 30 Zentimeter breite Rinne aus Granitkleinpflastersteinen. Sechs Straßenlampen sollen aufgestellt werden. Zudem werden im Auftrag des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) neue Leitungen verlegt. Derzeit wird mit einem Baubeginn für den Tiefbau am 15. September gerechnet. Mit dem eigentlichen Straßenbau soll dann 2013 begonnen werden, informierte Projektleiterin Doris Mittelstädt von der BauBeCon Sanierungsträger GmbH.

Entscheidung: Keine Landesgartenschau in M-V!

Kabinett unter Premier Erwin Sellering (SPD) entscheidet sich gegen Bewerber Putbus und Güstrow

Schwerin/Putbus (gü). Die Träume von einer bunten und prachtvollen Landesgartenschau sind ausgeträumt! Das Regierungskabinett unter Premier Erwin Sellering (SPD) hat sich am Dienstag letzter Woche in seiner Sitzung gegen die Ausrichtung einer LaGa in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen – und damit auch gegen die beiden Bewerber. Die Fürstenstadt Putbus und die Barlachstadt Güstrow hatten um die Gunst der Bewertungskommission und schlussendlich um die des Kabinetts geworben. Nach der Sitzung erklärte Landesagrarminister Dr. Till Backhaus (SPD) zu der Entscheidung folgendes:

„Das Kabinett hat beschlossen, auf die Durchführung einer Landesgartenschau 2014/2015 zu verzichten, da keine der beiden Bewerberstädte die Voraussetzungen erfüllt. Das bedeutet aber nicht das grundsätzliche Aus für Landesgartenschauen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Entscheidung bezieht sich lediglich auf das aktuelle Auswahlverfahren. Ich halte einen späteren erneuten Anlauf durchaus für denkbar und freue mich, dass das Kabinett meinem Vorschlag gefolgt ist. Das Engagement und die Begeisterung für eine Landesgartenschau waren in beiden Bewerberstädten riesig. Die Arbeit an den Konzepten hat viele Initiativen bei den Bürgern, in den Vereinen, Unternehmen und in den Verwaltungen bewirkt. Von diesem neuen Schwung werden die Städte auf jeden Fall profitieren.“

Als K.O.-Kriterium für beide Bewerberstädte scheinen die Finanzen verantwortlich zu sein. In der damaligen Ausschreibung waren die wesentlichen Voraussetzungen formuliert. Als eine „zwingend zu erfüllende Voraussetzung“ musste von den Bewerberstädten die gesicherte dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit gemäß Runderlass des Innenministeriums aus dem Jahr 2007 nachgewiesen werden. „Nur finanziell tragfähige Konzepte für die Vorbereitung, Durchführung und die Folgekosten einer Landesgartenschau sollten bei der Auswahl Berücksichtigung finden“, so Backhaus weiter. Die Prüfung der dauernden finanziellen Leistungsfähigkeit erfolgte durch das Ministerium für Inneres und Sport in Verbindung mit den für die beiden Städte zuständigen Kommunalaufsichtsbehörden. Diese Prüfung ergab, dass Putbus auch ohne die finanzielle Belastung durch eine Landesgartenschau und deren Folgekosten nur eingeschränkt finanziell leistungsfähig ist. Notwendige Kreditaufnahmen zur Finanzierung einer Landesgartenschau würden diese Situation noch verschärfen, wie es in einer entsprechend vorliegenden Erklärung dazu heißt. Auch Güstrow wurde in diesem Zusammenhang negativ bewertet.

Die beiden eingereichten Konzepte wurden von den Mitgliedern der Bewertungskommission nach einer zuvor gemeinsam erarbeiteten Matrix beurteilt. Die Mitglieder der Bewertungskommission gaben nach der Prüfung der beiden Konzepte ein mehrheitliches Votum für Güstrow ab. In Punkten ausgedrückt hieß es damit 146 zu 125 Punkte für Güstrow. Als eine weitere Voraussetzung galt neben den gärtnerischen und gartenarchitektonischen Planungen auch der Nachweis nachhaltiger positiver Effekte für die Kommunen, wie Backhaus betonte. Es sollten mit Umsetzung der Konzepte spürbare Impulse für die Intensivierung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die weitere Entwicklung des Tourismus gesetzt werden und die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau deutlich werden.

Mit der Absage sieht der Putbusser Bürgervorsteher Gustav Lüth (CDU) trotzdem vordergründig das Ziel der Stadt, den Schlosspark Stück für Stück zu entwickeln. Hier fungiert weiterhin der erstellte Masterplan als Grundlage für die Zukunft des Schlossparkes. Für die Umsetzung der einzelnen Projekte werde die Stadt sicher an die entsprechenden Ministerien heran treten. Auch CDU-Ortsverbandsvorsitzender Knut Schäfer blickt nach vorn: „Es gibt 2016 eine Bundesrosenschau zu vergeben. Putbus braucht sich nicht zu verstecken und kann sich hier bewerben.“ Mit der Entscheidung des Kabinetts vom Dienstag letzter Woche hatte sich auch Bericht von NDR 1 Radio M-V bewahrheitet, der bereits Anfang dieses Jahres das Aus der LaGa beinhaltete. Dort hieß es, dass beide Bewerber an den finanziellen Rahmenbedingungen scheitern würden und somit die geplante Gartenschau für 2014/2015 zu den Akten gelegt werden würde. Reaktionen aus der Politik im Landkreis Vorpommern-Rügen haben wir für unsere Leser untenstehend aufbereitet.

Die Schlecker-Insolvenz

Wie viele Märkte des Drogeristen auf Rügen schließen?

Ulm/Rügen (gü). Wie viele Märkte des Drogeristen Schlecker werden im Zuge der eingeleiteten Insolvenz auf Rügen geschlossen? Immerhin rund 600 Filialen sollen bundesweit geschlossen werden. Diese Meldung tickerte in der dritten Kalenderwoche durch die Republik. Experten gehen davon aus, dass besonders in der Fläche unrentable Märkte betroffen sein werden. Immerhin gibt es auf Rügen in allen größeren Orten und an der Südost-Rügener Bäderküste fast 20 Märkte.

Das Unternehmen Schlecker mit Sitz in Ulm hat am 23. Januar einen Antrag auf Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm eingereicht. Ziel des Antrags ist der Erhalt eines Großteils des Filialnetzes und der Arbeitsplätze, wie es auf Nachfrage unserer Wochenzeitung beim Drogeristen heißt.

H. Kübber, Mitarbeiter in der Pressestelle von Schlecker, informiert weiter: „Grundlage ist ein umfassendes Restrukturierungskonzept, welches Schlecker den Arbeitnehmervertretern vor Weihnachten bereits vorgestellt hat. Die Gewerkschaft Ver.di unterstützt nachdrücklich das Konzept, Schlecker als Ganzes zu erhalten. Bis zu einer Verabschiedung des Konzepts, dem auch die Gläubiger zustimmen müssen, läuft der Geschäftsbetrieb von Schlecker unverändert weiter. Auch die Zahlung von Mitarbeitergehältern ist im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes gesichert.“ Wir wollten genauer wissen, welche Märkte auf Rügen mit welchen Mitarbeitern betroffen sein könnten. Kübber dazu: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen über einzelne Märkte, Städte oder Regionen treffen können. Wir informieren Sie gern detailliert, sobald es hierzu konkrete Entscheidungen gibt.“

Abschließend wird auf unserer Nachfrage informiert, dass alle aktuellen Stellungnahmen und Entwicklungsschritte des Prozesses immer zeitnah im Internet unter der Homepage www.schlecker-blog.com zu finden sind.

Ehemalige Kämmerin geht in Ruhestand

Roswitha Juhnke leitete seit 1991 die Rügener Kämmerei

Bergen auf Rügen (gü). Eine engagierte Mitarbeiterin des ehemaligen Landkreises Rügen wurde in den Ruhestand verabschiedet. Roswitha Juhnke, immerhin fast 45 Jahre in der Kämmerei tätig, hat sich aus dem Reich der Zahlen und Haushalte in der nunmehr neuen Landkreisverwaltung Vorpommern-Rügen verabschiedet.

In der letzten Woche nutzte sie im Kreise von Kollegen und ihrer ehemaligen Chefin Kerstin Kassner (DIE LINKE) die Gelegenheit, auf diese spannende Zeit in der Verwaltung zu blicken. Roswitha Juhnke hatte im September 1967 beim damaligen Rat des Kreises, in der Abteilung Finanzen ihre Ausbildung begonnen. Als Facharbeiterin Finanzbearbeiterin konnte sie 1969 ihren Abschluss ablegen. Immerhin war sie seit dem 1. August 1969 ununterbrochen in der Abteilung Finanzen (später Kämmerei des Rates des Kreises bzw. nach 1990 Landkreis Rügen) beschäftigt. Sie arbeitete in den darauf folgenden Jahrzehnten als Finanzbearbeiterin/Innenrevisor, Referentin und stellvertretende Referatsleiterin, Leiterin des Arbeitsbereiches Kreishaushalt und stellvertretende Abteilungsleiterin. In den Jahren 1970 bis 1975 absolvierte sie ein Studium an der Fachhochschule Gotha für Finanzwirtschaft und erreichte ihren Diplom-Betriebswirt (FH).

Nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR übernahm sie per 1. April 1991 als Abteilungsleiterin die Kämmerei. Damals waren Kämmerei und Kasse noch getrennte Dezernate im neuen Landkreis Rügen. Nach der Zusammenlegung übernahm Roswitha Juhnke als Amtsleiterin diesen Bereich Finanzen in der Landkreisverwaltung. Im Jahr 2001 kam noch die Immobilienverwaltung hinzu. In diesen spannenden Jahren, so erinnerte sie sich bei der Verabschiedung in der letzten Woche, kamen sie und ihre Mitarbeiter „so manches Mal an die Grenzen. Aber, es hat immer Spaß gemacht und ich konnte mich auf meine Mitarbeiter stets verlassen“, so eine gerührte Roswitha Juhnke.

Sie nutzte die Gelegenheit, um sich bei diesen sehr herzlich zu bedanken. Anwesend waren auch ehemalige Amtsleiter des Kreises Rügen sowie Leiter der Eigenbetriebe des alten Landkreises. Hier konnte sie in ihren Worten die eine oder andere Anekdote aus den Haushaltsplanungen in Erinnerung rufen: „Wir haben als Kämmerei nicht alles immer kommentarlos hinnehmen können. So ist die Kämmerei halt“, schmunzelte sie in Richtung der entsprechenden Damen und Herren.

Roswitha Juhnke erinnerte an die großen Debatten im Haushalts- und Finanzausschuss und im Kreistag Rügen über die Finanzen des Insellandkreises. Viele Jahre mussten Haushaltssicherungskonzepte aufgestellt werden, wurden eiserne Sparmaßnahmen durchgezogen. Es wurden aber auch viele Investitionen angeschoben, die heute den Menschen auf Rügen und ihren Gästen wichtig sind. Sie zählte dazu beispielsweise das Theater Putbus, viele Straßen und Radwege. Aber auch die Investitionen ins Arndt-Gymnasium, die Musikschule und die Berufliche Schule. Bei all diesen Verhandlungen, hatte sie es besonders mit einem Partner zu tun: Der Sparkasse Rügen. Dem anwesenden Vertreter Thomas Ritzer dankte sie stellvertretend für die gute Zusammenarbeit in den Jahren.

Mit der neuen freien Zeit will sich Roswitha Juhnke ehrenamtlich engagieren und verreisen. In diesem Jahr geht es noch nach New York, nächstes Jahr dann auf die AIDA.

Putbusser Kurtaxe

Wie hoch sind die Einnahmen wirklich ?

Putbus (gü). Widersprüchliche Zahlen über die Höhe der eingenommenen Kurtax-Zahlungen beschäftigen die Mitglieder des Tourismus- und Gewerbevereins Putbus e.V.! Rund 30 Mitglieder trafen sich am Montag dieser Woche zu ihrer Jahresmitgliederversammlung. Das beherrschende Thema des Abends war die Kurtaxe. Zu Gast hatten die Touristiker Brigitte Lahann vom Eigenbetrieb der Stadt, der für Tourismus, Hafen und Wohnungen verantwortlich zeichnet.

Nachdem die Mitarbeiterin den Werdegang der Kurtaxe in dem staatlich anerkannten Erholungsort aufgezeigt hatte, berichtete sie über die Einnahmen der Kurtaxe in den letzten zwei Jahren. Demnach sind in 2010 immerhin 167.000 Euro statt der geplanten 165.000 Euro eingenommen worden. Für das letzte Jahr liegen die bisherigen Einnahmen bei 155.000 Euro, statt der geplanten 175.000 Euro. Dies sei allerdings damit begründet, dass „noch Einzahlungen aus den den letzten Monaten 2011 jetzt bei uns eingehen“, so Brigitte Lahann.

Versammlungsführer Torsten Thiede machte allerdings (s)eine andere Rechnung an diesem Abend auf: Er hat mögliche Einnahmen von immerhin rund 242.000 Euro für 2011 errechnet. Auf welcher Grundlage er die Zahlen ermittelt hat, blieb auf Nachfrage von Mitgliedern des Vereins unbeantwortet. Der Vereinsvorstand will sich schnellstens mit den Mitarbeitern des Eigenbetriebes treffen und für Klärung dieses und anderer Vorgänge sorgen.

(Fortsetzung nächste Woche)

Ökomobilität und Energie-Effizienz im Tourismus

Movelo, WEMAG und TZR laden zu Infoveranstaltung am 31. Januar in Bergen ein

Bergen auf Rügen (DR). Aktiv-Urlauber, die auf Rügen mit den Elektrofahrrädern von „Movelo“ unterwegs sind, fahren ab diesem Jahr noch umweltfreundlicher über die Insel. Dank einer Kooperation mit dem Schweriner Ökostrom-Anbieter WEMAG sind 2012 alle Akkuladungen für die in Deutschland vermieteten Movelo-Räder CO2-neutral.

Details erfahren Interessierte am 31. Januar um 14 Uhr im Parkhotel in Bergen. Die Kooperationspartner stellen bei dieser Veranstaltung nicht nur das Verleih- und Servicesystem der Movelo GmbH vor, sondern zeigen auch Einzelheiten der Kooperation auf. Touristiker und interessierte Bürger können sich zudem über die Angebotspalette der WEMAG informieren, die ihren Kunden unter anderem ökologische Strom- und Erdgasprodukte anbietet, gebäudebezogene Effizienzberatungen durchführt und ganze Anlagen zur Eigenenergie-Erzeugung plant und liefert.

Seit knapp zwei Jahren ist Rügen eine von über 50 europäischen „Movelo“-Regionen - Destinationen mit einem flächendeckenden Netz aus Verleih- und Akkuwechsel-Stationen für Elektrofahrräder. Rügen-Urlauber und –Gäste haben das Konzept nach Einschätzung der Initiatoren sehr gut angenommen, die beteiligten Partnerbetriebe profitieren vom positiven Image dieser Art von sanfter Mobilität. Die Tourismuszentrale Rügen und weitere Unternehmen unterstützen die Entwicklung der Movelo-Region seit ihren Anfängen.

Weitere Informationen und Anmeldung: j.kolbe@movelo.com

„Inselparadies“ wirft keinen Gewinn ab

Betriebsleiter Peter Sagner bat Gemeinde um finanzielle Unterstützung

Von Steffie Besch

Ostseebad Sellin. Keine schwarzen Zahlen für das Freizeitbad Inselparadies: Seit drei Jahren mache das Unternehmen Minus, allein im November 2011 fehlten 60.000Euro in der Kasse. Darüber informierte Betriebsleiter Peter Sagner die Mitglieder des Tourismus- und Betriebsausschusses auf der Sitzung im Dezember und formulierte eine Bitte, die ihm sichtlich schwer über die Lippen ging. Eine finanzielle Unterstützung des Ortes für das, für die touristische Infrastruktur im Südosten der Insel wichtige Haus, das 1999 als „Nemo-Die Wasserwelt“ eröffnet wurde und nach der Insolvenz im Juni 2001 von der NFB Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft mbH als Betreiber unter dem jetzigen Namen wiedereröffnet wurde.

„Die Besucherzahlen schwanken seitdem, je nach Sommerwetter. Mit 130.000 Gästen verhält es sich aber relativ stabil. Das gilt auch für die Umsätze. Allerdings sind die Energiekosten enorm gestiegen. Seit 2006 hat sich der Strompreis um 40 Prozent, Gas um 30 Prozent erhöht“, berichtet Sagner und nennt gleich Maßnahmen, die das Unternehmen bereits zur Kostenersparnis ergriff. So mussten zu Ostern 2011 zum zweiten Mal seit 2001 die Eintrittspreise angehoben werden. Zudem wurden jetzt erstmalig von November bis März die Öffnungszeiten von 13 bis 21 Uhr verkürzt und auf Einschichtbetrieb umgestellt.

Sechs Mitarbeiter mussten daraufhin entlassen werden. Auch eine Wärmepumpe wurde installiert. „Mit dieser versorgen wir im Winter die Eisbahn im Seepark mit Kälte, die Abwärme nutzen wir für die Beheizung der Becken“, so Peter Sagner, der seit zehn Jahren Betriebsleiter des Bades ist. Auch die Beckenbeleuchtung wurde auf energiesparende LED-Leuchtmittel umgestellt und das Blockheizkraftwerk modernisiert, das nun mehr Leistung erbringt.

„Wir haben alles zur Energieoptimierung getan, unsere Kunden und Umsätze konnten wir nur durch die Saunalandschaft, dem 2007 angelegten 150 Quadratmeter großen Wellnessbereich im Erdgeschoss, Kinder- und Babyschwimmen, Aqua-Fitnesskurse und die Themenabende im Saunabereich halten.

Doch bei schönem Wetter gehen die Urlauber im Sommer natürlich lieber an den nahe gelegenen Strand, im Winter lohnt sich das Geschäft nicht aufgrund der geringen Einwohnerzahl. Wir müssen also wie jedes Hotel oder Restaurant unser Geld im Sommer verdienen und das ist schwer“, sagt Sagner.

Das Unternehmen konnte in den letzten drei Jahren keine Pachtzahlungen und Kapitaldienste erwirtschaften. Um wenigstens zukünftig eine schwarze Null zu schreiben, müssten die Preise erneut angehoben oder im Winter gänzlich die Türen verschlossen werden. Das aber, so der Betriebsleiter, möchte niemand und wäre auch nicht marktüblich.

Für Ausschussvorsitzenden Hans-Joachim Kreß ein Problem, das nicht nur die Selliner betrifft, sondern alle amtsangehörigen Gemeinden, die mit dem „Inselparadies“ in unmittelbarer Nähe werben. Er warf daraufhin die Idee auf, das Problem in den Amtsausschuss weiterzuleiten. „Das Freizeitbad bildet einen wichtigen Baustein in der Infrastruktur und wird vor allem in der Nachsaison von den Urlaubern genutzt. Vielleicht ist es ja möglich, das Inselparadies ähnlich der Mönchguter Museen von allen amtsangehörigen Gemeinden mit einer Summe X zu fördern.“

Auch Ausschussmitglied Kai Ohl appellierte, das Bad zu erhalten: „Es zu verlieren, können wir uns nicht erlauben. Sicherlich könnte dann auch wieder über eine Kurkartenrabattierung nachgedacht werden. Das ist doch ein Anreiz für die Gemeinden und ein Plus für die Gäste. Wir als einzelne Gemeinde bekommen das nicht hin. Unser Zuschuss wäre ein Tropfen auf den heißen Stein, daher sollten sich alle Gemeinden beteiligen. Für eine Diskussion im Amtsausschuss brauchen wir aber konkrete Zahlen auf dem Tisch“, gab Ohl zu bedenken und adressierte diesen Punkt an Betriebsleiter Sagner.

Zunächst aber sollen sich die Gemeindevertreter auf der Sitzung am 31. Januar mit dem Problem befassen. Können auch sie sich für die Idee einer finanziellen Unterstützung durch alle Gemeinden begeistern, wird das Thema beim nächsten Amtsausschuss auf der Tagesordnung stehen.

Neues Großprojekt im Gewerbe- und Industriegebiet „Hafen Mukran“

Mobil Baustoffe GmbH investiert am Standort

Neu Mukran (DR). Der Fährhafen Sassnitz wird Produktionsstandort für ein weiteres Großprojekt: Ab April stellt die Mobil Baustoffe GmbH, ein weltweit agierendes Unternehmen zur Betonproduktion, am Standort Komponenten für den Bau des Metro Cityring in Kopenhagen her. Neben dem Neubau einer Halle wird eine im Industriegebiet bereits bestehende Halle umgerüstet.

Zur Produktion der etwa 121.000 Tübbinge wird am Standort eine Halle für Logistikleistungen neu errichtet. Der Bau dieser Halle ist bereits in Auftrag gegeben worden. Die Fertigstellung des ca. 3.000 Quadratmeter großen Neubaus ist für Anfang April geplant. Parallel wird die Bestandshalle am Fährhafen Sassnitz umgerüstet: Neben einem zusätzlichen Kran werden eine neue Mischanlage und ein Trockentunnel zur Aushärtung der Tübbinge installiert. Ab April 2012 wird die Produktion der Bauteile am Fährhafen beginnen, die im Anschluss über die Kaikante nach Kopenhagen verschifft werden. Die Umsetzung des Projekts soll ca. 3,5 Jahre dauern.

„Der Fährhafen Sassnitz ist ein ausgezeichneter Fertigungs- und Logistikstandort“, erklärt Infrastrukturminister Volker Schlotmann. „Dass Sassnitz nun ein weiteres Mal für ein internationales Infrastrukturprojekt als Produktionsstand gewählt wurde, zeigt die großen Potentiale des Hafenstandortes im Wettbewerb.“

Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH: „Diese Ansiedlung unterstreicht die Attraktivität unseres Standortes als Verkehrsknotenpunkt. Die hervorragende Anbindung von Sassnitz durch den kurzen Seeweg nach Skandinavien war dabei nur einer unserer Vorteile – unsere exzellente Infrastruktur und die vorhandenen Frei- und Lagerflächen überzeugten letztendlich und führten zur der Entscheidung, Sassnitz als Produktionsstätte für das Großprojekt auszuwählen.“

Die Tübbinge für den Bau des Metro Cityrings werden von der Mobil Baustoffe GmbH am Hafenstandort hergestellt. Tübbinge sind Betonfertigteile, die von der Tunnelbohrmaschine zu Ringen zusammengesetzt werden und anschließend die Tunnelinnenschale bilden. Die Tübbinge stellt man in speziellen Stahlschalungen mit höchsten Anforderungen an die Genauigkeit aus Stahlbeton her.

Für den Bau des U-Bahn-Rings in der dänischen Hauptstadt müssen zwei je rund 15 km lange Röhren mit 17 Bahnhöfen zwischen dem Hauptbahnhof, Kongens Nytorv, dem Østerport (Osttor), dem Kopenhagener Norden und der Gemeinde Frederiksberg gebaut werden. Die Eröffnung der Ringbahn soll vermutlich 2018 erfolgen.

Über den Fährhafen Sassnitz-Mukran

Der Fährhafen Sassnitz-Mukran ist der einzige Hafenstandort Westeuropas mit Gleis- und Umschlagsanlagen für Eisenbahnwaggons der russischen Breitspur und wird daher häufig als westlichster Cargo-Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn bezeichnet. Dieses Alleinstellungsmerkmal des Fährhafens gestattet den Umschlag und die Verpackung von Gütern nach und aus den GUS Staaten sowie dem Baltikum und Finnland. Zum Einzugsgebiet gehören Kunden mit Warenströmen aus Mittel- und Südosteuropa, die Dank der günstigen geographischen Lage die regelmäßigen Fährverbindungen nach Schweden (Trelleborg), Litauen (Klaipeda/Memel), Russland (Baltijsk, St. Petersburg) sowie Dänemark (Rønne) in Anspruch nehmen.

Bürgermeister mit IM-Affäre

Akte aufgetaucht: Schwere Vorwürfe gegen Thomas Gens

Hiddensee (gü). Bürgermeister Thomas Gens weiter unter politischem Druck! Wie das N3 Nordmagazin in der letzten Woche mehrmals berichtete, soll Gens für das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR gearbeitet haben. Demnach wurde Gens unter dem Decknamen „Dietmar Lehmann“ geführt.

Wie das Magazin und auch die OSTSEE ZEITUNG weiter berichten, war Gens Inoffizieller Mitarbeiter (IM). Dies gehe aus der Akte hervor, die dem Nordmagazin nach eigenen Angaben in der Sendung vorliege. Demnach soll der heutige Bürgermeister während seiner Zeit als Marinesoldat in Warnemünde Kameraden ausspioniert haben. Gens war seinerzeit auf der „Otto von Guericke“ stationiert. Mit dem Bekanntwerden der neuen Enthüllungen dürfte es jetzt für den Bürgermeister richtig eng werden. Denn mit der Kandidatur zum Bürgermeister hatte Gens die so genannte „Ehrenerklärung“ unterschrieben. Darin verpflichten sich Kandidaten gegenüber der jeweiligen Wahlleitung wahrheitsgemäß, beispielsweise nicht für die Staatssicherheit der ehemaligen DDR gearbeitet zu haben – weder offiziell noch inoffiziell.

Gens hat jetzt seine Anwälte mit der Wahrnehmung seiner Rechte beauftragt, wie die hiesige Tageszeitung am Sonnabend letzter Woche schreibt. Nun wird sich die Untere Rechtsaufsicht des Landkreises Vorpommern-Rügen mit dem Vorgang befassen müssen.

Gens war bereits im letzten Jahr im Zusammenhang mit seiner verschwiegenen Mitgliedschaft in der rechtsextremen DVU schwer unter Druck geraten. Die CDU hatte daraufhin seine Mitgliedschaft als annulliert bezeichnet.

Thiessow tritt KAT GbR bei

Gemeinde erhofft sich optimales Marketing und Synergieeffekte

Ostseebad Thiessow (sb). Auch das kleinste Ostseebad der Insel will künftig bei Projekten und Aktivitäten der Tourismuszentrale Rügen (TZR) mitmischen, um die Vermarktung der Insel optimal zu gestalten. Die Gemeindevertreter stimmten auf der Sitzung vergangenen Mittwoch für den Beitritt in die KAT GbR (Kommunaler Arbeitskreis Tourismus) und der Erhöhung der Gesellschafteranteile an der TZR zu. Der Beschluss wurde mit drei Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen gefasst.

Momentan hält die KAT GbR mit den Vertretern Binz, Baabe, Sellin, Göhren und Putgarten, zehn Prozent. Doch der Arbeitskreis stellt sich eine Beteiligung von 26 Prozent vor. Dafür muss in den einzelnen Gemeinden der Weg geebnet werden. Nur die Gemeinde Middelhagen hat bisher noch nicht darüber befunden. Bevor sich die Thiessower Abgeordneten für den Beitritt entschieden, informierte Göhrens Kurdirektor Jörn Fenske über Kosten und wirtschaftliche Vorteile. „Wir konnten gute Erfahrungen sammeln und haben bereits Einfluss auf die Arbeit der TZR. Doch bisher zu wenig und ohne wirklichen Nutzen für die einzelnen Vermieter und Kurverwaltungen. Mit mehr Gesellschaftsanteilen an der TZR mit dem KAT sollen alle Orte, gerade die kleinen, besser präsentiert und zum Beispiel über die Webseite ruegen.de und den Rügenkatalog bekannter gemacht werden, gerade für Investoren und Tagestouristen“, so Fenske. Zudem können die finanzielen Mittel gebündelt und effizienter eingesetzt werden.

„Wir sollten auf den fahrenden Zug aufspringen und als kleine Gemeinde mitziehen“, sieht Bürgermeister Holger Roepke Chancen für das kleinste Ostseebad der Insel. Doch ein Teil der Abgeordneten blieb skeptisch, zu groß ist die Angst, dass wieder nur die großen Ostseebäder profitieren und Thiessow ohnehin viel für die Außenwirkung mache.

Gerade aber die kleinen Orte würden von Projekten, die angestoßen werden und die sich eine einzelne Gemeinde nicht leisten könnte, partizipieren“, warf Jörn Fenske, der als Geschäftsführer der Tourismusgenossenschaft Mönchgut als Beispiel das Drachenfestival in Thiessow aufführte und auch auf den geplanten fahrpreislosen ÖPNV verwies.

Doch damit gaben sich einige Abgeordnete noch nicht zufrieden und fragten nach dem aktuellen Vorteil für die einzelnen Orte. „Einen direkten Nutzen in Heller und Pfenning kann ich Ihnen nicht geben. Es liegt ja an uns selber, wie wir unsere Stimme nutzen. Wir sind an den Entscheidungsprozessen maßgeblich beteiligt, können steuern, ausbauen, korrigieren“, überzeugte Fenske, woraufhin der Beschluss mit drei Ja-, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen gefasst wurde.

Hauptgesellschafter der TZR ist mit 55 Prozent der Tourismusverband Rügen (TVR). Je zehn Prozent halten die KAT GbR und die Sparkasse Rügen. Mit je fünf Prozent sind Rügen-Druck, ars publica Marketing, Weiße Flotte, RPNV und Stralsunder Brauerei vertreten. Geplant ist ein KAT-Anteil von 26 Prozent. Der zu zahlende Gesellschafteranteil liegt bei 6.400 Euro. Zusätzlich fallen zwei Euro pro Bett und Jahr an. Die Kosten müssen im Wirtschaftsplan der Kommune berücksichtigt werden.

Das Innenministerium informiert

Erstmals Oberer Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Land gebildet

Schwerin (DR). Seit dem 20. Januar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen Oberen Gutachterausschuss. 14 Mitglieder, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit und Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung oder als freiberufliche Gutachter über besondere Sachkenntnisse auf dem Gebiet der Grundstücksverwertung und Immobilienbewertung verfügen, wurden heute durch das Ministerium für Inneres und Sport als Rechtsaufsichtsbehörde für die Dauer von fünf Jahren bestellt.

Gemeinsam mit den Gutachterausschüssen für Grundstückswerte in den Landkreisen und kreisfreien Städten wird dieses unabhängige Expertengremium für eine umfassende Transparenz des Grundstücksmarktes im Land sorgen.

Die Bildung eines Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte auch in unserem Bundesland war durch die Änderung des Baugesetzbuches infolge des Erbschaftsteuerreformgesetz erforderlich geworden. Sie ist eine wichtige organisatorische Maßnahme zur Unterstützung der steuerrechtlichen Vorhaben des Bundes auch im Hinblick auf eine spätere Grundsteuerreform und ihre Umsetzung. Der Obere Gutachterausschuss wertet unter anderem landesweit, über die Zuständigkeitsgrenzen der kreislichen Gutachterausschüsse hinaus, überregional Daten aus und erstellt Analysen zum Grundstücksmarktgeschehen, die auch in den Landesgrundstücksmarktbericht einfließen.

Außerdem fertigt er Obergutachten vor allem für die Gerichte. Neben der Finanzverwaltung können auch andere Stellen wie Banken, Immobilienverwaltungen und -makler, Stadtplaner oder Grundstückssachverständige die Arbeit dieses Gremiums nutzen.

Die Vielfalt der Aufgaben spiegelt sich auch in der Besetzung des Oberen Gutachterausschusses wider. Neben öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken oder die Bewertung land- und forstwirtschaftlicher Flächen arbeiten dort Bausachverständige aus der Finanzverwaltung, Mitglieder örtlicher Gutachterausschüsse und Immobilienmakler mit.

Zum vorsitzenden Mitglied des Oberen Gutachterausschusses wurde der Erste Direktor des Landesamtes für innere Verwaltung, Horst Menze, bestellt. Die Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschusses wurde im Amt für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen eingerichtet. Weitere Informationen zum Oberen Gutachterausschuss sind im Internet unter http://www.laiv-mv.de/landmv/LAiV_prod/LAiV/AfGVK/Grundstueckswertermittlung/ind ex.jsp zu finden.

Kreisverkehr für Göhrener Kreuzung im Gespräch

Gewerbevereine und Gemeinden lehnen Projekt ab

Ostseebad Thiessow (sb). Nachdem sich die Mitglieder des Gewerbevereins der Gemeinde auf ihrer Sitzung am 13. Januar entschieden gegen den Ausbau der Göhrener Kreuzung zu einem Kreisverkehr aussprachen, formulierten auch die Gemeindevertreter des kleinsten Ostseebades in der vergangenen Woche erneut, hinter dem bereits gefassten Beschluss, das 100.000 Euro teure Vorhaben abzulehnen. Die Abgeordneten aller amtsangehörigen Gemeinden kritisierten bereits im Jahr 2010 die Pläne des Straßenverkehrsamtes Stralsund, den Knotenpunkt zu einem Kreisel auszubauen.

„Es handelt sich hier nicht um einen Unfallschwerpunkt. Keiner versteht, warum diese Nummer neu aufgelegt und sinnlos Geld verpulvert wird, statt Zebrastreifen und Bustaschen zum Beispiel in Lancken-Granitz zu schaffen und so für Kinder das sichere Überqueren der Straße zu gewährleisten bzw. die Busse gerade im Sommer für ihre Stopps von der Hauptstraße zu holen“, so Bürgermeister Holger Roepke (parteilos). Er appelliert an alle Bürger, die Möglichkeit des Protestes zu nutzen. Bis zum 13. Februar liegen die Pläne im Zimmer 38 des Amtes Mönchgut-Granitz zu den offiziellen Sprechzeiten zur Einsichtnahme aus, bis 27. Februar seien die Einwände schriftlich einzureichen.

„Der verkehrstechnische Zustand der Kreuzung ist völlig ausreichend und die alte Eiche ist unbedingt zu erhalten. Es gibt so viele Sachen, die angepackt werden müssten. Das Geld sollte in andere Kanäle fließen“, meinte auch Thiessows Abgeordneter und Vorsitzender des Gewerbevereins Torsten Jelinski (Bündnis90/Die Grünen). Auch Göhrens Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) wünschte sich in der vergangenen Woche Äußerungen aller Bürger, die mit den Plänen der Straßenverkehrsbehörde nicht einverstanden sind.

Was wird aus dem Amtsgericht Bergen?

FDP Rügen debattierte mit Anwälten und Interessenten über Gesetzesvorhaben

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen. „Der Rechtsstaat darf sich nicht aus der Fläche zurückziehen!“ Klare Worte von Rügens FDP-Chef Gino Leonhard am Montag dieser Woche. Gemeinsam mit seinem Vorstand hatte er interessierte Bürger und vor allem Anwälte und Richter der Insel eingeladen, über das Thema Amtsgericht Bergen auf Rügen zu diskutieren. Nach dem Willen der Großen Koalition aus SPD und CDU im Landtag soll die Anzahl der Amtsgerichte im Land Mecklenburg-Vorpommern drastisch sinken. So sollen die Standorte der ordentlichen Amtsgerichte an die im September in Kraft getretene Kreisgebietsreform und damit verbliebenen Kreisstädte angepasst werden. Dies würde das Aus für Bergen bedeuten, es bliebe lediglich eine Zweigstelle übrig, hieß es zu Beginn der Veranstaltung.

Amtsgerichtsdirektor Michael Lüdtke erklärte den rund 20 anwesenden Teilnehmern, dass derzeit seitens des Justizministeriums unter Ministerin Ina-Maria Kuder (CDU) ein Gesetzentwurf vorbereitet werde, der Ende dieses Jahres, spätestens Anfang nächsten Jahres vom Landtag beschlossen werden soll und die künftigen Standorte für Amtsgerichte im Land regelt. Im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen gibt es neben Bergen auch Standorte in Stralsund und Ribnitz-Damgarten. Bergen ist mit acht Richterstellen das zweitgrößte Amtsgericht hinter Stralsund (15 Richterstellen), Ribnitz-Damgarten verfügt über fünf Richterstellen.

Im Zuge des Gesetzesvorhabens sollen Aufgaben an den Standorten konzentriert werden. „Ob dies sinnvoll sei oder nicht, will ich hier nicht sagen“, so Amtsgerichtsdirektor Lüdtke weiter. Fakt ist aber: Alle Städte mit einem Amtsgericht warten jetzt auf ein Eckpunktepapier aus dem Justizministerium, in dem die Kriterien stehen sollen, die die Neuregelung der Standorte untermauern. „Es geht hier um eine politische Entscheidung“, betonte Leonhard und lehnte den Wegfall des Amtsgerichtes für Rügen energisch ab. Aus diesem Grund hat sich der Rügener FDP-Vorstand nach der öffentlichen Sitzung zu folgenden Beschlüssen verständigt:

  1. Unterstützung der Volksinitiative „Für den Erhalt einer bürgernahen und effizienten Gerichtsstruktur in M-V“.
  2. Einbringung eines Antrags in den Kreistag Vorpommern-Rügen durch die Fraktion FDP/Bürger für Stralsund zur Sicherung des Amtsgerichtsstandortes Bergen auf Rügen.
  3. Information an die Mandatsträger in den Gemeindevertretungen zur Beschlussfassung für die Sicherung des Amtsgerichtsstandortes Bergen auf Rügen. Die Neuordnung betrifft immerhin 21 Amtsgerichte in Mecklenburg-Vorpommern.

Hatte Lüdtke im Zuge seiner Ernennung zum Amtsgerichtsdirektor im letzten Jahr noch die Zusagen über finanzielle Hilfen zum Um- und Ausbau des alten Gefängnisses seitens der Justizministerin erhalten, so sind diese Pläne vorerst „auf Eis“ gelegt worden, wie er sagte. Gleiches gilt übrigens auch für den geplanten Umbau am ehemaligen Standort des Finanzamtes für das Grundbuchamt. Das Thema Neuordnung der Amtsgerichte scheint nur der Anfang von weiteren Schließungen im Zusammenhang mit Gerichten im Land zu sein, wie an diesem Montagabend von mehreren Anwälten vermutet wurde.

So könnte es durchaus sein, dass von den bisherigen vier Landgerichten nur zwei übrig blieben. Auch das Arbeitsgericht Stralsund ist nach Ansicht der Rügener Anwälte vakant. Gegen die radikale Neuordnung der Strukturen hat sich jetzt die Volksinitiative „Für den Erhalt einer bürgernahen und effizienten Gerichtsstruktur in M-V“ gebildet. Sie wird vom Richterbund M-V, der Notarkammer M-V, der Anwaltskammer M-V und dem Landesverband des Anwaltsvereins M-V getragen, wie es in diesem Zusammenhang hieß. Es ist begonnen worden, Unterschriften zu sammeln. Mit den Unterschriftenlisten soll der Landtag nach Artikel 59 der Landesverfassung (Volksinitiativen) aufgefordert werden, dieses Thema neu zu überdenken. Anwälte und Richter befürchten im Zusammenhang mit der radikalen Neuordnung weitreichende Nachteile für das Gerichtswesen und die Bürger auf der Insel Rügen. „Wenn die Justiz mit Umzug beschäftigt ist, wird sie auch nicht schneller. Sie wird anonymer und realitätsferner“, so das Fazit der Runde am Montagabend. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der kommenden Ausgabe.

Finanzielle Probleme beim SANA Krankenhaus?

Insel-Krankenhaus beantragt aus wirtschaftlichen Gründen Hilfe beim Land

Bergen auf Rügen/Schwerin (gü). Das Inselkrankenhaus SANA in finanzieller Not! Entsprechende Berichte in der letzten Woche in der OSTSEE ZEITUNG und der Schweriner Volkszeitung haben viele Bürger auf Deutschlands größter Insel unruhig werden lassen. Das Krankenhaus in der Calandstraße hatte sich wegen einer finanziellen Unterstützung bereits an das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewandt. Der Antrag bezieht sich auf die Stationen Geburtshilfe und Kinderklinik, wie den entsprechenden Berichten zu entnehmen ist. Das Sozialministerium unter Manuela Schwesig (SPD) hat den so genannten Sicherstellungszuschlag allerdings abgelehnt.

Zu der entstandenen Situation erklärt der Rügener CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz: „Das Krankenhaus auf Rügen ist ein stationärer Versorger, der aufgrund seiner besonderen Insellage auch besonderen Aufgaben und Situationen gegenübersteht. Die Versorgung der Inselbewohner und der Touristen gleichermaßen mit den verschiedensten fachlichen Ausrichtungen ist unter Berücksichtigung der Lage des Krankenhauses tatsächlich einmalig. Diese Aufgaben zu bewältigen ist zwar zu allererst Aufgabe des Krankenhausträgers, aber zugleich bleibt der Staat in der Verantwortung. Daher ist für derartige Situationen bereits durch den Bundesgesetzgeber Vorsorge getroffen. Das Krankenhausfinanzierungsgesetz sieht nämlich vor, dass ein Krankenhaus, dessen Leistungen für die Versorgung der Bevölkerung im betreffenden Gebiet notwendig ist, aber gerade wegen der geringen Inanspruchnahme nicht kostendeckend arbeiten kann, unter bestimmten Voraussetzungen einen Sicherstellungszuschlag beantragen und erhalten kann.“

„Diese Voraussetzungen sind vom zuständigen Landessozialministerium im Hinblick auf den jeweiligen Einzelfall zu prüfen“, erläutert in diesem Zusammenhang der CDU-Landtagskollege und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Bernd Schubert, mit Blick auf den aktuellen Fall in Bergen auf Rügen.

Zwischenzeitlich hat sich zu der Diskussion auch der Vorsitzende der CDU im Landkreis Vorpommern-Rügen, Harry Glawe, zu Wort gemeldet. Glawe ist auch Wirtschaftsminister des Landes. Er sieht laut einer der Redaktion vorliegenden Pressemitteilung „keine Gefahr für die stationäre medizinische Versorgung auf der Insel Rügen“. Glawe weiter: „Der Krankenhausträger SANA hat den Sicherstellungsauftrag für die stationäre medizinische Versorgung auf der Insel Rügen übernommen und erfüllt diese Aufgabe seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Dies belegen sowohl die zufriedenen Patienten und Mitarbeiter als auch das stets sehr gute positive Betriebsergebnis des Bergener Krankenhauses. Die stationäre medizinische Versorgung der Bürger und zahlreichen Touristen ist auf der Insel somit in guten Händen.“

Gleichzeitig hinterfragt Glawe aber auch, warum ein privater Träger mit guten betriebswirtschaftlichen Ergebnissen jetzt einen Antrag auf finanzielle Hilfen gestellt hat: „Es stellt sich jetzt lediglich die Frage, ob ein privater Träger, der mit einem Krankenhaus seit Jahren gute Gewinne erwirtschaftet, nun zusätzliches Geld aus den Sozialkassen der gesetzlichen Krankenversicherung einfordern kann? Ein Gewinn bedeutet nämlich, dass ein Krankenhausträger mehr Geld aus dem gemeinsamen Topf aller gesetzlich Krankenversicherten erhält als er tatsächlich braucht. Die Gesamteinnahmen sind in diesem Fall höher als die tatsächlichen Kosten“, so Glawe abschließend.

Lenz ergänzt dazu: „Ich bin mir sicher, dass sich Rahmen des neuen Krankenhausplans des Landes eine Lösung finden wird. Für mich steht fest, dass allein eine defizitäre Fachrichtung nicht zur Existenzfrage eines ganzen Krankenhauses werden kann.“

Bundestagswahlkreis 15 wird größer

M-V verliert einen Wahlkreis 2013 an Hessen

Stralsund/Rügen (gü). Der bisherige Bundestagswahlkreis 15 von Dr. Angela Merkel (CDU), zu dem seit der Kreisgebietsreform der komplette Landkreis Vorpommern-Rügen gehört, wird mit der nächsten Bundestagswahl größer. Beim nächsten Urnengang im Herbst 2013 haben dann auch die Einwohner der Hansestadt Greifswald und des Amtes Landhagen Stimmrecht im Kanzlerwahlkreis. Die Veränderung macht sich aufgrund eines Gesetzentwurfes der Bundesregierung nötig. Demnach wird es in Mecklenburg-Vorpommern statt sieben nur noch sechs Bundestagswahlkreise geben. Aufgrund der demographischen Entwicklung verliert unser Land einen Wahlkreis, die übrigen Wahlkreise werden demnach neu zugeschnitten. Wegfallen wird der Bundestagswahlkreis 18 (bisher Neubrandenburg, Mecklenburg-Strelitz und Uecker-Randow).

Der für Mecklenburg-Vorpommern verlorene Bundestagswahlkreis geht nach Hessen, wie es weiter heißt. Dort sind im Laufe der letzten Jahre Ansiedlungen von Menschen in Größenordnungen zu verzeichnen. Alle 299 Bundestagswahlkreise in Deutschland sollen demnach mit dem neuen Gesetz ungefähr die gleiche Bevölkerungsanzahl haben. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei einer Abweichung um mehr als 15 Prozent vom Durchschnitt der Wahlkreise neue Zuschnitte erfolgen sollten. Bei einer Abweichung von mehr als 25 Prozent müssen sie neu zugeschnitten werden. In der Regel leben in einem Bundestagswahlkreis rund 250.000 Menschen.

Das Gesetz wird im Bundestag ab kommender Woche gelesen. Es wird aber erwartet, dass es parteiübergreifend eine große Mehrheit bei der Beschlussfassung mit Blick auf die Neuordnung erhalten wird. Aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern sitzen insgesamt 14 Frauen und Männer für CDU, FDP, SPD, LINKE und Bündnis90/Die Grünen im Bundestag.

Wer kann helfen?

Material zur 100-jährigen Rückkehr des Binzer Seebrückenunglücks gesucht

Ostseebad Binz (DR). Am Sonnabend, 28. Juli 2012, wird in Binz an einen tragischen und zugleich bedeutungsvollen Tag in der Geschichte des Seebades erinnert. Genau vor 100 Jahren kamen beim Zusammenbruch eines Anlegestegs an der Binzer Landungsbrücke wegen zu großen Menschenandrangs 14 Menschen ums Leben, viele wurden verletzt. Das Unglück nahm man im Jahr 1913 zum Anlass, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zu gründen. Jetzt, 100 Jahre nach dem Unglück, soll im Rahmen verschiedener Veranstaltungen am 28. Juli an das Binzer Seebrücken-Unglück erinnert und der Opfer gedacht werden, so eine Sprecherin der Kurverwaltung Binz in diesem Zusammenhang. Gesucht werden Zeitdokumente und Erinnerungsstücke an diesen Tag, die sowohl der inhaltlichen Vorbereitung dienen, als auch in einer Ausstellung gezeigt werden können. Die Kurverwaltung Binz freut sich auf Hinweise und Material jeglicher Art. Kontakt: Gemeinde Ostseebad Binz – Kurverwaltung, Telefon (038393) 148 270 oder per E-Mail unter presse@ostseebad-binz.de.

600 Gäste beim Neujahrsempfang des Kreises

Landrat Drescher appelliert: Lassen Sie uns gemeinsam anpacken

Von Robby Günther

Trinwillershagen/Rügen. Was für ein Empfang! Rund 600 Gäste kamen zum ersten Neujahrsempfang des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen in die Gaststätte „Zu den Linden“, in der bereits der ehemalige amerikanische Präsident George W. Bush zu Gast war. Kreistagspräsidentin Andrea Köster und Landrat Ralf Drescher (beide CDU) begrüßten jeden Gast des Abends persönlich mit Handschlag. Darunter waren zahlreiche ehrenamtliche Kommunalpolitiker sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete. Hinzu kamen aber auch viele Bürger des neuen Landkreises, die sich ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden, bei der FFw und natürlich auch in Sportvereinen engagieren.

Landrat Drescher sagte in seiner Rede, dass zum Blick nach vorn in die Zukunft auch der Blick zurück gehört. „Zukunft erwächst aus Vergangenheit. 2011 war ein Jahr mit vielen wegweisenden Entscheidungen. Es war ein Jahr mit Glück und Unglück“, so der Landrat, der an dieser Stelle nochmals auf das Schicksal der Brandenburger Familie am Kap Arkona aufmerksam machte. Er nutzte die Gelegenheit, den vielen ehrenamtlichen Helfern zu danken. An die Adresse des anwesenden Einsatzleiters Daniel Hartlieb sagte er: „Ich bitte die Einsatzkräfte, nehmen Sie unsere Hochachtung, unseren Respekt und unseren Dank mit zu ihren Kameraden.“

Der Landrat nutzte die Gunst der Stunde, um den rund 600 Gästen aus Stralsund, Nordvorpommern und Rügen für 2012 folgendes mit auf den Weg zu geben. „Wir müssen festgelegte Positionen überdenken, regional voneinander profitieren, ehrlich miteinander umgehen und zueinander Vertrauen aufbauen. Ich möchte viel dafür tun, dass trotz anstehender Veränderungen mehr Optimismus zu spüren ist. Unsere Gemeinschaft kann nur gut funktionieren, wenn Wert auf das Miteinander gelegt wird“, forderte Drescher alle Einwohner auf, gemeinsam anzupacken für Vorpommern-Rügen, seinen Worten zufolge „einer der schönsten Landkreise in Deutschland“.

Viele der anwesenden Gäste und Vertreter haben in zahlreichen Gesprächen an diesem Abend neue Bekanntschaften geschlossen und gemeinsame Ziele besprochen

Touristiker & Leistungsträger trafen sich zum Jahresauftakt

Neujahrsempfang von Tourismusverband Rügen, DeHoGa Rügen und RügenProdukt e.V.

Bergen auf Rügen (gü). Keine Bettensteuer, keine Hygieneampel und schneller Bau der B96n zwischen Altefähr und Bergen! Wilfried Rothkirch, Regionalvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Rügen (DeHoGa), keilte anlässlich des Neujahrsempfangs mächtig gegen die Politik im Kleinen wie im Großen. Der langjährige Regionalvorsitzende forderte am Montag dieser Woche vor rund 150 touristischen Leistungsträgern und Vertretern aus Kommunalpolitik und Verwaltung, dass es bei diesen Themen gelte, klare Kante zu zeigen. Der Applaus eines Großteils der Anwesenden untermauerte seine Forderungen.

Die plakativ von ihm gesetzten Themen passten bestens zur Begrüßung von Thomas Wuitschik, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen: Dieser begrüßte die Anwesenden mit der Aufforderung „2012 gilt es!“ Wuitschik rief das neue Jahr zum „großen Jahr der Kooperationen“ aus. Er verwies dabei auf das Beispiel in der Politik, das mit der Umsetzung der Kreisgebietsreform – zwar anders – aber dennoch die Strukturen geändert werden mussten und müssen.

Er und seine Vorstandskollegen hatten sich am letzten Wochenende zur traditionellen Klausurtagung getroffen, um den Mitgliedern im März während der jährlichen Mitgliederversammlung die Strategien für die nächsten Jahre zu präsentieren. Doch bevor sich die Mitglieder über neue Ausrichtungen und Kooperationen informieren lassen, wird es im Februar eine große Runde mit den Kurdirektoren und Bürgermeistern der Insel Rügen geben, so Wuitschik.

Dann sollen die viel zitierten Nägel mit Köpfen gemacht werden, um die Feriendestination Rügen noch besser für die Zukunft aufzustellen. Dass Rügen eine Marke ist, haben die Touristiker bereits ins Stammbuch geschrieben bekommen. Jetzt gelte es, gemeinsam diese Marke zu stärken und auszubauen. Im Vorstand herrscht ganz klar die Meinung: „Wer dann nicht will, wird zusehen müssen, wo er bleibt.“ Doch dies soll keine Drohung sein, sondern eine Einladung und Aufforderung an alle touristischen Anbieter und Dienstleister, gemeinsam in eine Zukunft zu starten.

Ebenfalls anwesend am Montag im „Park-Hotel Rügen“ war Landrat Ralf Drescher (CDU). Er versprach den Leistungsträgern, dass er als Landrat den „Tourismus unterstützen werde. Der Tourismus ist unsere große Chance“, so der Landrat. Und weiter: Die im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen beheimateten Tourismusverbände werden sich ebenfalls einer stärkeren Kooperation stellen müssen und davon profitieren, ohne dass sie sich regional aufgeben müssen. „Wir wollen von den einzelnen Stärken profitieren, um unseren Bürgern ein lebenswertes Stück Heimat mit Arbeit zu bieten“, unterstrich der Landrat. Der eingangs erwähnte Wilfried Rothkirch betonte in seinen Worten zudem, dass viele Hoteliers und Vermieter die Steuererleichterungen „klug für Investitionen genutzt haben. Bei unseren Klassifizierungen sehen wir, wo das Geld investiert wurde“, so Rothkirch. Er zählte zahlreiche Investitionen in neue Bäder, Möbel, Fußbodenbeläge und ganze Rezeptionen auf, die die Klassifizierungskommission des DeHoGa in den zurückliegenden Monaten sehen konnte.

Frank Soßnowski, Vorsitzender des RügenProdukt e.V., lud die Touristiker ein, sich über die vielen regionalen Produkte und Erzeugnisse zu informieren. Sein Verein wird aus diesem Grund am Mittwoch, 28. März, eine Regionalproduktemesse in Stralsund organisieren. Zu erleben sein wird dann eine Produktemesse, ein Showkochen sowie natürlich eine Verkostung der Erzeugnisse. Rügen auf Tour:

Messeauftakt in Utrecht 

Zwei Auftritte haben die Mitarbeiter der Tourismuszentrale Rügen (TZR) in dieser Messe-Saison schon hinter sich: Die Aktiv- und Outdoor-Messe „Tour Natur“ im September 2011 in Düsseldorf und die vom Publikum stets sehr gut besuchte „Touristik und Caravaning“ im vergangenen November in Leipzig. Die erste Station im neuen Jahr ist die „Vakantiebeurs“ im niederländischen Utrecht, die im vergangenen Jahr immerhin 122.100 Fach- und Privatbesucher angezogen hatte. Direkt im Anschluss an den Auftritt in Holland präsentiert sich die TZR bei zwei Medienabenden in Luxemburg und Saarbrücken. Erwartet werden jeweils rund 20 Journalisten und Reiseveranstalter.  Bis Ende März sind noch sechs weitere Messen auf dem Programm: Wie in den Vorjahren wirbt die TZR mit ihren Partnern auf der „CMT“ in Stuttgart, der „FESPO“ in Zürich, der „Reisen“ in Hamburg, der ITB in Berlin und der „TUR“ im schwedischen Göteborg um Urlauber aus Deutschland und den Nachbarstaaten. Wieder dabei ist die Münchener Reisemesse „f.re.e“, bei der die TZR wegen der Flug- und Shuttle-Verbindungen über Rostock-Laage nach mehreren Jahren Pause wieder mit eigenem Counter am Stand des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern vor Ort ist.

FDP-Vorstand Rügen lädt zu öffentlicher Gesprächsrunde ein

Gerichtsstrukturreform M-V und Auswirkungen auf Rügen sollen diskutiert werden / Dreikönigstreffen

Bergen auf Rügen/Ostseebad Binz (fm). Der FDP-Vorstand Rügen lädt am kommenden Montag, 16. Januar, um 19 Uhr ins „Park-Hotel“ (Stralsunder Chaussee 1) zu einer öffentlichen Gesprächsrunde zur Umsetzung der Gerichtsstrukturreform und der zu erwartenden Auswirkungen auf den Gerichtsstandort Bergen auf Rügen alle Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger der Insel ein. Darüber informiert Vorsitzender Gino Leonhard in einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung. Zur Einführung in das Thema wird der Direktor des Amtsgerichtes Bergen auf Rügen, Michael Lüdtke, zum bisherigen Sachstand berichten, heißt es weiter.

Der FDP-Vorstand will anschließend mit den Anwesenden über Möglichkeiten diskutieren, wie der Gerichtsstandort Rügen auch langfristig gesichert werden kann. Dazu erklärt Leonhard: „Mit der Mehrheit der Stimmen aus der Koalition von SPD und CDU im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ist die Kreisgebietsreform durchgesetzt worden. Damit hat die Insel Rügen bereits den Status als Landkreis verloren. Jetzt soll auch noch nach dem Willen der SPD/CDU-Koalition die Zahl der Amtsgerichte an die der sechs Landkreise und zwei kreisfreien Städte angepasst werden. Damit ist der Standort unseres Amtsgerichtes mehr als gefährdet.“

Leonhard weiter: „Bereits im Jahre 1998 ist die Anzahl der Amtsgerichte um zehn auf heute 21 reduziert worden. Eine weitere Kürzung auf acht schwächt aus meiner Sicht deutlich den Rechtsstaat. Unser Rechtsstaat muss in der Fläche Präsenz zeigen. Abgesehen davon wird die Zahl der Prozesse nicht geringer.

Im Gegenteil, es ist ein deutlicher Anstieg in den letzten Jahren zu verzeichnen. Ich kann nicht erkennen, wo Geld gespart wird, wenn Gerichte geschlossen werden, aus diesem Grund werden wir uns als FDP Rügen für den Erhalt des Gerichtsstandortes Rügen einsetzen“, zeigt sich Leonhard kämpferisch.

Weiterhin heißt der Vorsitzende der Rügener Liberalen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Insel zum diesjährigen Dreikönigstreffen der FDP Rügen am Sonnabend, 28. Januar, ab 19 Uhr in das Strandhotel „Arkona“ (Strandpromenade) im Ostseebad Binz, recht herzlich willkommen.

Zu Gast ist an diesem Abend Henry Cordes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Energiewerke Nord GmbH. Er wird einen Vortrag unter dem Thema „Perspektiven des Industriestandortes Lubmin“ halten.

Anmeldungen können ab sofort über die Telefonnummer (03838) 828883 oder per E-Mail an fdp-ruegen@online.de vorgenommen werden. Nähere Informationen zum diesjährigen Dreikönigstreffen der FDP Rügen sind im Internet über die Homepage www.fdp-ruegen.de abrufbar. Traditionell treffen sich die Liberalen zum Jahresbeginn, um auf das neue Jahr anzustoßen. Gleichzeitig hat es in den letzten Jahren immer einen aktuellen Fachvortrag einer entsprechenden Persönlichkeit gegeben.

Kreisjägermeister Wolfgang Berger ernannt

Holger Nebel von Rügen ist stellvertretender Kreisjägermeister

Grimmen/Rügen (gü). Jetzt haben auch die Waidmänner im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen wieder einen Chef! Landrat Ralf Drescher (CDU) ernannte in der letzten Woche den aus Kuhlrade stammenden Wolfgang Berger als Kreisjägermeister. Als stellvertretender Kreisjägermeister ist der bis dato als oberster Rügener Waidmann agierende Holger Nebel ernannt worden. Beide Männer sind für die Dauer von fünf Jahren auf ehrenamtlicher Basis ernannt worden.

Zugleich wurden mit Ulrich Mielke (Rügen) und Lothar Kupfer (Nordvorpommern) an diesem Tag zwei Männer verabschiedet, die sich in den jeweiligen Kreisen über viele Jahre für die Belange der Jäger engagiert hatten. Wolfgang Berger arbeitet als Förster im Revier Kuhlrade. Er war ab 1992 im damaligen Kreis Ribnitz-Damgarten Kreisjägermeister, nach der Gebietsreform 1994 dann in Nordvorpommern. Zuletzt wurde er im Herbst 2010 in Nordvorpommern zum Kreisjägermeister bestellt.

Eine der aktuellsten Aufgaben wird die Neuregelung der Jägerprüfungen sein, wie Wolfgang Berger anlässlich der Ernennung betonte. Bisher gab es zwei Prüfungskommissionen. „Jetzt müsse man sich mit allen Prüfern an einen Tisch setzen und überlegen, wie die Prüfungen am besten abgesichert werden können“, so der neue Kreisjägermeister. Für Landrat Ralf Drescher sind die Jäger im neuen Landkreis ein wichtiges Klientel. Um ihnen Ansprechpartner vor Ort bieten zu können, bleiben nach der Kreisreform dezentrale Standorte der unteren Jagdbehörde in Bergen auf Rügen und Grimmen erhalten, so der Verwaltungschef.

Auf der Insel Rügen gibt es 115 Jagdbezirke, davon sind 43 gemeinschaftliche und 72 Eigenjagdbezirke zu verzeichnen. Bei der Jagdbehörde sind zudem 495 Jagdscheininhaber mit gültigem Besitz eines Jagdscheines für Rügen registriert. Im letzten Jahr wurden rund 300 Abschusspläne für die Jagdbezirke im ehemaligen Landkreis Rügen bearbeitet.

Neujahrsempfang bei der SPD Vorpommern-Rügen

Ironische Seitenhiebe und rot-grüne Cocktailkoalition bei den Sozialdemokraten des Kreises

Von Christian Rödel

Stralsund. „Mir braucht keiner auf den Anrufbeantworter sprechen, ich möchte persönlich mit den Menschen ins Gespräch kommen“, meinte der Altefährer SPD-Landtagsabgeordnete Ingulf Donig beim Neujahrsempfang seiner Partei in der Stralsunder „Hafenresidenz“ am vergangenen Sonntag. Er spielte mit seiner Aussage wohl ironisch auf den Anruf des Bundespräsidenten Wulff bei einer Boulevardzeitung an.

Mit roten und grünen Cocktails wurden übrigens die Gäste des SPD-Neujahrsempfanges in der Hafenresidenz begrüßt. Sollte das eine gewisse Symbolik für die nächste Berliner Regierungskoalition haben? Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen mochte Assoziationen in dieser Hinsicht keine Grenzen setzen, indem sie salomonisch sagte: „Da kann sich jeder bei denken, was er oder sie möchte“.

Gemeinsam mit ihren männlichen SPD-Kollegen, dem Kreisverbandschef für Vorpommern-Rügen Thomas Würdisch und dem Rügener Landtagsabgeordneten Ingulf Donig begrüßte die SPD-Politikerin immerhin mehr Gäste als erwartet. Es wurde sehr eng in dem Restaurant mit exponierter Lage am Strelasund und auch das Buffet – unter anderem mit Käsewürfeln, Schinken und Tomatensuppe – war von den zahlreichen Gästen schnell leer gegessen.

Eine vorbereitete Rede der Bundestagsabgeordneten blieb ungehalten, weil sie die Zeit lieber für persönliche Gespräche nutzen wollte. Der Rügener SPD-Landtagsabgeordnete Donig, der in dieser Legislaturperiode als kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion fungiert, steckte schon einmal seine Ziele für 2012 ab: Ganz oben auf seiner Agenda steht der Erhalt der Theater- und Orchesterlandschaft im Land Mecklenburg-Vorpommern. Im Ausschuss für Energie, Verkehr, Bau und Landesentwicklung, wo er ebenfalls parlamentarisch tätig ist, will Donig den technologischen Ausbau erneuerbarer Energien weiter voran treiben. In seiner Heimatgemeinde Altefähr, der er als ehrenamtlicher Bürgermeister seit der Wende vorsteht, dürfte 2012 ein reges Baugeschehen vorherrschen.

Der Strand soll mit Fördermitteln neu angelegt werden, der Neubau eines Kindergartens steht auf dem Programm und die Erweiterung des Seglerhafens auf 70 Liegeplätze ist ebenfalls geplant. Den Blick nach vorn richtet auch SPD-Kreisverbandschef Thomas Würdisch und sagte mit Blick auf die im Vorfeld umstrittene Optionskommune: „Es ist alles gesagt und eine demokratische Entscheidung gefällt worden“. Es gehe nach seiner Meinung jetzt darum, gemeinsam mit dem Landrat diesen Beschluss umzusetzen.

Arbeitslosigkeit zum Jahresende gestiegen

5.266 Rüganer waren im Dezember 2011 arbeitslos gemeldet

Bergen auf Rügen (gü). Die Zahl der arbeitslosen Rüganer ist zum Jahresende auf 5.266 Frauen und Männer gestiegen. Damit waren 61 Personen mehr arbeitslos als im Dezember 2010. Von November bis Dezember stieg die Zahl der Erwerbslosen um 796 Personen an. Damit betrug die Arbeitslosenquote auf Rügen im letzten Monat des alten Jahres 15 Prozent. Vor einem Jahr lag sie allerdings bei 14,5 Prozent.

Im gesamten Agenturbezirk der Bundesanstalt für Arbeit (BA) Stralsund waren 23.736 Männer und Frauen im Dezember ohne Job. Das sind 1.839 mehr als noch im November, jedoch 907 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres, wie ein Sprecher der BA in der letzten Woche anlässlich des o genannten Statistiktages sagte. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 76 Stellen auf 459 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 66 Arbeitsstellen mehr, wie es in diesem Zusammenhang heißt. Die Rügener Arbeitgeber meldeten im Dezember 276 neue Arbeitsstellen, 141 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 3.065 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 251.

Die arbeitslosen Rüganer im Dezember schlüsseln sich wie folgt auf: 2.600 Männer (49,4 Prozent) und 2.666 Frauen (50,6 Prozent). Darunter sind 512 Arbeitslose im Alter von 15 bis unter 25 Jahre (9,7 Prozent), darunter wiederum 58 Arbeitslose von 15 bis unter 20 Jahre (1,1 Prozent). 2.006 Arbeitslose (38,1 Prozent) sind von 50 bis unter 65 Jahre alt, darunter sind 1.108 Arbeitslose (21 Prozent) im Alter von 55 bis unter 65 Jahre. In der Statistik befinden sich 709 Langzeitarbeitslose (13,5 Prozent). Hinzu kommen 312 schwerbehinderte Arbeitslose (5,9 Prozent) und 91 ausländische Arbeitslose (1,7 Prozent).

„Dass die Arbeitslosenzahlen vom November zum Dezember noch einmal ansteigen ist nicht verwunderlich“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Gerade die Entlassungen in den Tourismushochburgen zum Ende des Jahres führen im Dezember noch einmal zu einem deutlichen Anwachsen der Beschäftigungslosigkeit.“

Im Dezember waren in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 104.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 5.100 weniger als im Vorjahresmonat und 5.900 mehr als im Vormonat. Das entspricht einer Quote von 12,2 Prozent (Vorjahr 12,7 Prozent, Vormonat: 11,6 Prozent). „Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit aber auf den niedrigsten Dezemberwert der letzten 20 Jahre zurückgegangen“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der letzten Woche mit Blick auf die Zahlen aller Agenturbezirke.

Im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen lag die Arbeitslosenzahl bei 13.175 Personen, wenn die Arbeitslosenzahlen aus den Agenturen Grimmen und Stralsund hinzu gerechnet werden. Mit 14,9 Prozent belegt der Landkreis damit den letzten Platz unter den sechs Landkreise und zwei kreisfreien Städten im Land.

Amtsausschüsse zum Jahresende neu besetzt

Neuwahlen im Amt Bergen auf Rügen und Amt West-Rügen sind erfolgt

So hat sich der Amtsausschuss Bergen auf Rügen von ehemals 28 auf jetzt 19 Mitglieder verkleinert. Diesem gehören die Bürgermeister Malte Preuhs (Buschvitz), Wilfried Schuldt (Parchtitz), Herbert Knüppel (Ralswiek), Gitta Gohla (Garz), Irit Vollbrecht (Patzig), André Wittkamp (Rappin), Jürgen Böhnig (Lietzow), Bernhard Kirchner (Gustow), Michael Burmester (Poseritz), Manfred Keller (Sehlen) und Andrea Köster (Bergen auf Rügen) an. Köster fungiert als Bürgermeisterin der geschäftsführenden Gemeinde im Amt auch gleichzeitig als Leitende Verwaltungsbeamtin. Amtsvorsteher ist der Buschvitzer Malte Preuhs.

Daneben sind noch Axel Thiede, Frank Ehrke, Matthias Ewert, Kristine Kasten und Eva-Maria Schwerin für Bergen auf Rügen im Amtsausschuss. Für Garz sitzen zudem Christian von Bobrutzki und Andreas Kuhfuß für Garz sowie Maik Zilian für Poseritz im Amtsausschuss.

Auch die Anzahl der Mitglieder des Amtsausschusses West-Rügen ist nach der Neubesetzung deutlich reduziert. Von ehemals 26 Mitgliedern ist er auf heute 18 Mitglieder verkleinert. Ihm gehören die Bürgermeister Rüdiger Gau (Schaprode), Ingulf Donig (Altefähr), Olaf Braumann (Dreschvitz), Karin Wodrich (Samtens), Christian Thiede (Rambin), Jürgen Briese (Gingst), Gunther Krüger (Trent), Thomas Gens (Hiddensee), Eckhard Koch (Kluis), Ernst-August-Lange (Ummanz) und Dirk Rogge (Neuenkirchen) an. Amtsvorsteher ist allerdings das Mitglied Frank Martitz von Hiddensee. Weitere Mitglieder im Amtsausschuss sind Edelgard Feichtinger und Roland Kuhn für Samtens, Detlev Dürtler für Hiddensee, Konrad Großmann für Gingst, Hans-Joachim Fetting für Altefähr sowie Hendrik van Reemen für Rambin.

Trotz einer entsprechenden Anfrage dieser Redaktion an das Amt Nord-Rügen zum Thema Neubesetzung des Amtsausschusses hat es diesbezüglich keine Informationen gegeben.

Das Jahr 2012 birgt viele Herausforderungen

Gedanken über ein erfolgreiches und interessantes neues Jahr für die Rüganer

Von Robby Günther

Seit dem 4. September 2011 ist Rügen regionaler und geografischer Bestandteil des neuen Landkreises Vorpommern-Rügen. Nach über 200 Jahren musste der einzige Insel-Landkreis in Deutschland seine Eigenständigkeit aufgeben. Es war abzusehen. Mittlerweile haben die im neuen Kreistag Vorpommern-Rügen vertretenen 18 Rüganer ihre Arbeit in den Gremien gemeinsam mit den Nordvorpommern und Stralsundern aufgenommen.

In diesem Jahr 2012 wird besonders der Kreistag Vorpommern-Rügen wichtige Entscheidungen für eine gute Zukunft des neuen Landkreises zu treffen haben. Viele Weichen müssen im wahrsten Sinne des Wortes neu justiert und gestellt werden. Aber: Rügen ist nicht untergegangen im neuen Landkreis. Mitnichten!

Vielmehr ist die größte deutsche Insel ein Aushängeschild für den Landkreis. Gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, des Tourismusverbandes und den vielen privaten und gewerblichen Vermietern und touristischen Dienstleistern wird es gelingen, Rügen besser als Marke in Deutschland und Europa, vielleicht auch ein bisschen in der Welt, darzustellen. Dies hat Prof. Dr. Bernd Eisenstein in seiner Einschätzung auf dem Tourismustag im letzten Jahr den Touristikern ins Stammbuch geschrieben. Rügen ist in Deutschland unter den TOP TEN der Ferienziele. Rügen ist als Marke bekannt. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam damit zu arbeiten. Nicht gegeneinander. Dann wird ungefähr das Gleiche passieren wie im Zuge der Kreisgebietsreform. Die Stärken der Insel können nicht im Sinne ihrer Bewohner und auch ihrer Gäste ausgespielt werden.

Wie dem auch sei, das Jahr 2012 wird viele interessante Aufgaben für die Bewohner der Insel bereit halten. Jetzt liegt es an den Rüganern selbst, welchen Platz sie in der aktuellen Gesellschaftsdebatte einnehmen. Dabei sollten sie sich aber nicht alles gefallen lassen oder großzügig durch Desinteresse ignorieren. Denn wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt, sagte sogar schon Gorbatschow und hatte ein feines Gespür für Entwicklungen.

Jetzt wollen wir die friedliche Revolution von 1989 nicht mit der weiteren Entwicklung Rügens in einen historischen Topf werfen! Aber ab und an ist es wichtig, dass sich besonders die Verantwortungsträger auf der Insel an die eine oder andere kleine Episode erinnern, die zu Veränderungen beigetragen haben. Und Verantwortungsträger haben wir viele auf der Insel – sie sollten positiv vorangehen . . .

Kreisgebietsreform: Bergen bekommt Geld

Innenminister zahlt Anpassungshilfe für Verlust des Kreissitzes

Schwerin/Bergen auf Rügen (DR). Geld gegen Verwaltungssitz! Das Innenministerium unter Minister Lorenz Caffier (CDU) hat Anfang dieser Woche mit der Ausbezahlung von so genannten Anpassungshilfen an ehemalige Kreissitze begonnen. Die zehn Städte, die mit der am 4. September 2011 vollzogenen Landkreisneuordnung nicht mehr Sitz eines Landkreises sind, erhalten eine Anpassungshilfe von jeweils 1,2 Millionen Euro ausgezahlt. Darunter auch die ehemalige Kreisstadt Bergen auf Rügen.

Diese finanziellen Hilfen sind nach dem Willen des Gesetzgebers dafür gedacht, Anpassungen in der Infrastruktur zu finanzieren oder Kredite zu tilgen. Innenminister Lorenz Caffier: „Wie versprochen lässt das Land seine Kommunen nicht im Regen stehen, sondern unterstützt sie bei der Anpassung an die neuen Kreisstrukturen. Insgesamt erhalten die Kommunen zur Erleichterung des Übergangs in die neuen Kreisstrukturen Hilfen in Höhe von 36 Millionen Euro.“

Neben dieser einmaligen Anpassungshilfe, die insbesondere zur Verbesserung der Infrastruktur oder zum Schuldenabbau ehemaliger Kreisstädte zu verwenden ist, erhalten die neuen Landkreise mit Altfehlbeträgen Strukturbeihilfen von insgesamt 12 Millionen Euro, deren erste Hälfte bereits zum 31. Oktober letzten Jahres ausgezahlt wurde. Außerdem erhalten alle neuen Landkreise nach dem Gesetz zum 1. Januar 2013 zu gleichen Teilen eine einmalige Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro, wie es weiter heißt. Nachfolgende zehn Städte erhalten Zuweisungen als Anpassungshilfe am 2. Januar 2012 ausgezahlt:

Grevesmühlen, Ludwigslust, Bad Doberan, Bergen auf Rügen, Grimmen, Demmin, Waren (Müritz) Neustrelitz, Anklam, Pasewalk.

Wismar, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg haben zwar ihre Kreisfreiheit verloren, erhalten aber keine Zuweisung, da sie neuer Kreissitz geworden sind.

Amtsausschuss Mönchgut-Granitz neu besetzt

Neuwahlen aufgrund der Novelle der Kommunalverfassung nötig geworden

Ostseebad Baabe (gü). In seiner Ausgabe vom 6. Oktober 2011 berichtete der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer darüber, dass aufgrund einer Novelle der Kommunalverfassung die Amtsausschüsse neu besetzt werden müssen. Mit der Neuwahl der vier Amtsausschüsse auf Rügen ist eine deutliche Reduzierung der Mitglieder erfolgt. So sitzen jetzt im Amtsausschuss Mönchgut-Granitz alle Bürgermeister der acht amtsangehörigen Gemeinden, die als gesetzte Mitglieder im Amtsausschuss gelten. Es handelt sich dabei um Dieter Mathis (Baabe), Peter Quilitzsch (Gager), Carola Koos (Göhren), Henny Hoffmann (Lancken-Granitz), Ulrich Kliesow (Middelhagen), Reinhard Liedtke (Sellin), Holger Roepke (THiessow) und Gundela Knäbe (Zirkow). Hinzu kommen jetzt noch Edwin Kopplin (Göhren) sowie Matthias Scheibe und Martin Liedtke (beide Sellin). Die anderen Amtsausschüsse stellen wir Ihnen nächste Ausgabe vor.

Jugendhilfeausschuss des Kreistages

Nach Neubesetzung nächste Sitzung

Grimmen/Rügen (gü). Nach der Neubesetzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages Vorpommern-Rügen während der letzten Sitzung des Kreistages im Dezember 2011, können sich nun die gewählten Mitglieder dieses Ausschusses zur ihrer ersten Sitzung treffen. Die öffentliche Sitzung findet am kommenden Mittwoch, 11. Januar, ab 17 Uhr im Grimmener Kreistagssaal (Bahnhofstraße 12/13) statt. Dem Ausschuss gehören nunmehr die Kreistagsmitglieder Kathrin Meyer, Maximilian Schwarz und der Rüganer Axel Thiede (alle CDU), Sonja Steffen (SPD) und Dr. Marianne Linke (DIE LINKE) an. Als sachkundige Einwohner wurden Kai Danter, Sabine Ehlert, Andreas Müller und der Rüganer Gerhard Reese in den Ausschuss gewählt. Weitere Mitglieder sind Benedikt Banaszkiewicz, Christiane Geisler, Juliane Hecht-Pautzke, Frank Hunger, Christian Waedow und Ellen Wöller. Es handelt sich dabei um Vertreter von sozialen Verbänden, die im Ausschuss ebenfalls mitarbeiten. Auf seiner ersten Sitzung am kommenden Mittwoch haben die Mitglieder einen Vorsitzenden sowie zwei Stellvertreter zu wählen. Anschließend soll ein Unterausschuss „Jugendhilfeplanung“ ins Leben gerufen werden. Weitere Tagesordnungspunkte sind an diesem Nachmittag die Satzung zur sozialverträglichen Staffelung der Elternbeiträge für die Inanspruchnahme von Kindertageseinrichtungen und Tagespflegestellen im Landkreis, eine Arbeitsrichtlinie zu Paragrafen des SGb VIII, die Richtlinie über Barbeträge zur persönlichen Verfügung für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige. Zudem beraten die Ausschussmitglieder ebenfalls über die Festlegung der Standorte für die intensive Hortbetreuung im Landkreis sowie die Fortführung und Sicherung von Angeboten der Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit in Stralsund mit Mitteln aus dem EU-Sozialfond.

Ehemalige Abfallbetriebe jetzt verschmolzen

Kreistag stimmt der Neuorganisation der Abfallbehandlung zu

Ostseebad Binz (gü). Die beiden Abfallbetriebe der ehemaligen Landkreise Nordvorpommern und Rügen sind verschmolzen! Mit einem entsprechenden Beschluss legte der Kreistag Vorpommern-Rügen während seiner letzten Sitzung im Dezember 2011 die Grundlage dafür. Somit sind die Eigenbetriebe Zentrum für Abfallwirtschaft Nordvorpommern und Abfallwirtschaft für Rügen zusammengeführt worden. Dem Beschluss gingen umfangreiche Beratungen der Fachausschüsse voraus.

Mit Wirkung vom 1. Januar gibt es den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Vorpommern-Rügen. Dieser wird jetzt von Heike Karnatz geleitet. Sie führte bis dato den Eigenbetrieb in Nordvorpommern. Als stellvertretender Leiter wurde der Rüganer Hans Ulrich Taeschner berufen. Er leitete bis dato die Rügener Abfallwirtschaft.

Die öffentliche Vereinbarung zwischen dem Landkreis Vorpommern-Rügen und der Hansestadt Stralsund zur befristeten Rückübertragung der Aufgabe Abfallwirtschaft lief zum 31. Dezember 2011 aus, sodass der Landkreis ab 1. Januar dieses Jahres sämtliche abfallwirtschaftlichen Aufgaben im eigenen Wirkungskreis wahrnehmen muss. Dazu ist die Abfallentsorgung für 77.370 angeschlossene Objekte (Grundstücke) sowie 231.777 Einwohner abzusichern. Insgesamt sind jährlich rund 55.800 Tonnen Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle sowie 9.500 Tonnen Sperrmüll und 145 Tonnen Sonderabfälle einzusammeln, zu behandeln und zu entsorgen, wie es in der entsprechenden Beschlussvorlage heißt.

Auf längere Sicht ist es das Ziel des Eigenbetriebes, einheitliche Gebührensätze bei gleichen Leistungen auf dem Gebiet der Abfallentsorgung im Landkreis einzuführen. Noch gibt es in den ehemaligen Landkreisen und der Stadt Stralsund unterschiedliche Gebührensätze für die Abfallwirtschaft. Auf Rügen hatte es für das Jahr 2012 eine Gebührensenkung aufgrund Überschüssen gegeben.

Neue Kreideabbrüche

Suche nach Mädchen immer wieder unterbrochen

Putgarten/Sassnitz (gü). Das am zweiten Weihnachtstag 2011 verschüttete Mädchen aus Brandenburg am Kap Arkona bleibt verschwunden! Die extremen Witterungsbedingungen haben die Suche nach dem Kind in den letzten Tagen größtenteils nicht zugelassen. Immer wieder mussten die Arbeiten am Hang unterhalb Kap Arkona unterbrochen werden. Zu groß ist die Gefahr für die Retter, selbst unter wieder abstürzenden Geröll- und Kreidemassen begraben zu werden, so die Einschätzung der Einsatzleitung vor Ort.

Dass diese Einschätzung berechtigt ist, zeigt der Absturz neuer Geröllmassen am Montagabend. Während der Bergungsarbeiten gab es einen erneuten Hangrutsch. Schnell mussten sich die Rettungskräfte selbst in Sicherheit bringen, um keinen Schaden zu nehmen. Von den Rettern ist niemand zu Schaden gekommen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Stralsund am Mittwoch letzter Woche ein so genanntes Vorermittlungsverfahren eingeleitet: „Wir stehen noch ganz am Anfang", wird Staatsanwalt Rolf Kuhlmann in verschiedenen Medien zitiert. „Das Vorermittlungserfahren dient dazu, zu prüfen, ob nach dem Felsabbruch auf Rügen strafrechtliche Ermittlungen angebracht sind. Und wenn ja, gegen wen.“ Solange die Leiche des Kindes nicht gefunden wird, wird offiziell noch nicht wegen eines möglichen fahrlässigen Tötungsdeliktes ermittelt, wie es in diesem Zusammenhang heißt.

Und: Die Rügener Küste bröckelt weiter! Am Silvestertag hat es neue Abbrüche an der Kreidewand bei den Wissower Klinken gegeben! Am 31. Dezember, gegen 14.16 Uhr, kam es erneut zu einem Abbruch von Kreide an der Steilküste, wie die Polizei in diesem Zusammenhang mitteilt. Die genaue Menge des Abbruches konnte bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht geschätzt werden, weil dichter Nebel die Sicht an der Jasmunder Kreideküste sehr einschränkte. Personen sind durch diesen Abbruch nach derzeitigem Erkenntnisstand allerdings nicht betroffen. Vor einigen Jahren stürzten die Wissower Klinken größtenteils in die Ostsee – ein Wahrzeichen war verschwunden.

Die Polizei möchte in diesem Zusammenhang die Urlauber und Einwohner auf der Insel Rügen nochmals ausdrücklich auf die Gefahren hinweisen, die Spaziergänge unterhalb der Steilküsten in sich bergen können. Gerade bei der gegenwärtigen Wetterlage kommt es immer wieder zu nicht vorhersehbaren kleineren, aber auch größeren Abbrüchen. Die Polizei möchte, dass Warnungen und Absperrungen ernst genommen werden!

Unterdessen überlegt Beigeordneter Lothar Großklaus (CDU) schärfer gegen so genannte Katastrophentouristen vorzugehen. Immer wieder ignorieren vereinzelt Besucher des Kaps die Absperrungen, die durch Feuerwehr und Polizei errichtet wurden.

Seit dem Mittag des Montag dieser Woche waren rund 80 Helfer der Freiwilligen Feuerwehren Putgarten, Altenkirchen, Glowe, Breege und Sagard, des THW Bergen auf Rügen, Stralsund und Barth, des Sanitätszuges des DRK Rügen und der Polizei vor Ort. Zwei Spürhunde der Polizei kamen zum Einsatz. Auch der Kettenbagger des THW war erneut für die Suche eingesetzt worden. Die Feuerwehren aus den Ämtern West-Rügen und Mönchgut-Granitz sowie aus Sassnitz befanden sich in Bereitschaft. Am gestrigen Dienstag sollte entschieden werden, wann und wie es mit den Bergungsarbeiten am Kap Arkona weitergeht. Ein Kampf gegen die Naturgewalten bahnt sich an . . .

Stadthafen Sassnitz wird erneuert

Wirtschaftsminister Glawe: Mehr Liegeplätze, höhere Attraktivität

„Der Hafen ist idealer Ausgangspunkt für Törns nach Bornholm, Schweden und in die östliche Ostsee“, so Glawe. Von hier aus starten viele Ausflugsschiffe zu Fahrten entlang der Kreideküste und zu den Seebädern der Insel Rügen. Der Stadthafen bietet verschiedenen Museen Platz, so dem Fischerei- und Hafenmuseum. Darüber hinaus ist die Rekonstruktion des Stegkopfes der Anlegebrücke 3 vorgesehen. Die bestehende Anlage soll so ertüchtigt werden, dass die Anlegebrücke insbesondere für Großsegler genutzt werden kann. Die Arbeiten sollen nach den Planungen der Stadt bis Ende 2012 abgeschlossen sein.

Burkhard Lenz zu Fischereipolitik:

Traditionelle Fischerei und Potenziale der Aquakulturen berücksichtigen

Rügen (DR). Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Rügener Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz hat einen stärkeren Einsatz des Landes in der Fischereipolitik gefordert. Der Einsatz für die traditionelle Fischerei gehe dabei Hand in Hand mit der Erschließung des wirtschaftlichen Potenzials der Aquakulturen. „Die Fischerei ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Wirtschaftsfaktor, der sowohl wegen seiner touristischen Bedeutung als auch wegen des wirtschaftlichen Potenzials eine stärkere Beachtung finden muss. Die Potenziale werden vor allem in der Tatsache sichtbar, dass nur 20 Prozent des in Mecklenburg-Vorpommern verbrauchten Fisches durch Unternehmen aus unserem Land gefangen oder produziert werden.

Die Tatsache, dass die traditionelle kleine Hochsee- und Küstenfischerei fast vollständig durch die Vorgaben der Europäischen Union reguliert ist, beschränkt in diesem Bereich die Wirtschaftlichkeit immer massiver. Gerade die Fangmengenbegrenzungen der letzten Jahre haben sich nachteilig ausgewirkt, weil diese auch durch höhere Preise nicht aufzufangen waren. Es ist daher unerlässlich, dass sich das Land sowohl gegenüber der Europäischen Union als auch im Land weiter für die traditionelle Fischerei engagiert. Wir müssen uns gegen weitere Fangbegrenzungen stark machen. Wir brauchen – auch aus touristischer Sicht – die Kutter- und Küstenfischerei“, unterstrich Burkhard Lenz.

Da im Bereich der Küsten- und der Binnenfischerei eine Ertragssteigerung fraglich ist, gewinnt die Fischzucht in Aquakulturen an Bedeutung. 2010 wurden 700 Tonnen Fisch in Aquakulturen erzeugt, wobei dazu auch Teichanlagen für Karpfen zählen. Die Koalition hat ausdrücklich vereinbart die Aquakulturtechnologie zur Steigerung der Eigenversorgung weiterzuentwickeln. Diese politische Willenserklärung muss sich nun in konkreten Programmen niederschlagen. Ich bin optimistisch, dass wir mit dem Doppelhaushalt 2012/2013 die entsprechenden Akzente setzen“, so Burkhard Lenz.

Kreistag unterstützt einstimmig Putbusser Bewerbung

Parlament spricht sich für die Landesgartenschau 2014/2015 auf der Insel Rügen aus

Ostseebad Binz/Putbus (gü). Einstimmiges Votum des Kreistages Vorpommern-Rügen für die Putbusser Bewerbung zur Austragung einer Landesgartenschau! Das Parlament folgte einem Antrag von CDU und SPD während der letzten Sitzung und votierte für den Inhalt. Christiane Latendorf, Fraktionsführerin der LINKEN, monierte in diesem Zusammenhang, dass CDU und SPD mit dem Antrag auch an die anderen demokratischen Fraktionen in der Vorbereitung hätten herantreten können: „Dann wäre es ein überfraktioneller Antrag aller demokratischen Fraktionen gewesen!“ Der Putbusser Bürgervorsteher Gustav Lüth (CDU) erhielt vor der Abstimmung die Möglichkeit, kurz für das Vorhaben der Stadt zu werben (der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer berichtete zurückliegend mehrmals).

Das Kabinett unter Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wird im Januar 2012 eine Entscheidung zur LaGa treffen. Neben Putbus ist auch die Stadt Güstrow noch im Rennen. Jedoch sind mit der letzten LaGa in Wismar, der IGA in Rostock und auch der BUGA in Schwerin die drei letzten Highlights dieser Art ausnahmslos in Mecklenburg durchgeführt worden. Lüth dazu: „Wir werben in Schwerin darum, die nächste LaGa in Vorpommern durchführen zu lassen“, so der Bürgervorsteher, der auch dem begleitenden Ausschuss der Stadtvertretung vorsteht und diese Bewerbung vorbereitet hatte. Hintergrund: Der Barther Ferdinand Jühlke gilt in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins zur Landschaftsverschönerung Neupommern und Rügen als Erfinder der Gartenschau. 1865 hat er in Erfurt die erste Gartenschau veranstaltet.

Landrat besichtigt neuen Verwaltungssitz

Bauarbeiten am Verwaltungsgebäude laufen auf Hochtouren

Stralsund/Rügen (cs). Zum 1. August 2012 will der Landkreis Vorpommern-Rügen seinen neuen Verwaltungssitz in Stralsund übernehmen. Dann soll das Gebäude im Carl-Heydemann-Ring 67 fertig sein und die Nutzung auf der Grundlage eines Mietvertrages erfolgen. Derzeit laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Das dreigeschossige Objekt, das von 1936 bis 1938 als Kasernengebäude in massiver Bauausführung errichtet und später als Verwaltungsgebäude genutzt wurde, wird nun vollständig saniert und modernisiert sowie  brandschutztechnisch, energieeffizient und behindertengerecht hergerichtet. So erfolgt beispielsweise der Umbau der Heizungsanlage, die Erneuerung und vollwertige Dämmung des Daches, der Einbau eines Personenaufzugs und die Schaffung eines behindertengerechten Zugangs. Neue Türen werden eingebaut, Wände und Decken malermäßig hergerichtet, die Fußböden saniert und vieles mehr.

Landrat Ralf Drescher (CDU) zeigte sich in der letzten Woche erfreut über den Baufortschritt. „Wir schaffen hier gute Bedingungen für unsere Mitarbeiter“, meinte er bei einem Rundgang durch das Gebäude und der Besichtigung eines Musterbüros, das mit schlichter Eleganz überzeugt. Weiße Wände und Decken, anthrazitfarbener Teppichboden, Jalousien, Beleuchtung – nur noch das Mobiliar fehlte...   

Bis zum 1. September 2012 soll der Umzug der Mitarbeiter abgeschlossen sein. Dann werden Landrat Ralf Drescher, der Beigeordnete Manfred Gerth (SPD) und rund 240 Mitarbeiter hier ihren Arbeitsplatz haben.

Das Gebäude Carl-Heydemann-Ring 67 in Stralsund beherbergte früher die Bundesagentur für Arbeit.

Verkehrsunfall mit zwei Toten

Rambin/Samtens (DR). Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei Toten erschüttert die Insel Rügen kurz nach den Weihnachtstagen! Am Dienstag dieser Woche sind zwei Pkw auf der B96 frontal zusammengestoßen. Den schweren Verletzungen in Folge dieses Verkehrsunfalls erlagen in den Vormittagsstunden des 27. Dezember der 82-jährige Fahrzeugführer und die 87-jährige Beifahrerin eines Pkw Hyundai. Gegen 10 Uhr überholte der 82-jährige Stralsunder, von Rambin in Richtung Rothenkirchen fahrend, einen vorausfahrenden Lkw Mercedes und kollidierte mit einem entgegenkommenden Pkw Skoda. Fahrerin und Beifahrerin dieses Fahrzeugs, beide 26 Jahre alt und von der Insel Rügen, wurden durch den erfolgten Frontalzusammenstoß schwer verletzt und zur ärztlichen Versorgung in nahegelegene Krankenhäuser gebracht, wie es im aktuellen Polizeibericht dazu heißt. Die B96 war auf Höhe der Unfallstelle bis gegen 12.20 Uhr voll gesperrt. Es kam zu Rückstaus und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Zur genauen Ursache des Unfallhergangs konnten bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine konkreten Aussagen seitens der Polizei getätigt werden. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an.

Drama am Kap: Zehnjährige verschüttet

Kein Hoffnung mehr für Urlauberkind

Kap Arkona (gü). Ein tödliches Drama hat sich am zweiten Weihnachtstag am Steilufer des Kap Arkona abgespielt! Beim Spaziergang einer Mutter mit ihren beiden Töchtern lösten sich zwischen 2.000 und 5.000 Kubikmeter Geröll und Kreide auf Höhe der Nebelstation und stürzten in die Tiefe. Dabei wurde die zehnjährige Tochter verschüttet. Die Mutter und ihre 14-jährige Tochter kamen verletzt ins SANA-Krankenhaus nach Bergen auf Rügen. Nach dem Drama begannen umfangreiche Suchaktionen von Polizei, THW und Feuerwehr. Dabei sind auch spezielle Suchhunde eingesetzt worden, die das Mädchen aufspüren sollen. Die Rettungsarbeiten fanden unter schweren Bedingungen statt, wie Einsatzleiter Daniel Hartlieb sagte. Die Retter selbst haben sich gegen einen matschigen Brei aus Geröll und Kreide zu stemmen. Dabei standen sie auf der Suche nach dem Mädchen teilweise zur Hälfte im kalten Ostseewasser. Im Laufe des Dienstagmittag wurden die Sucharbeiten unterbrochen.

Daniel Hartlieb: „Wir haben aktuell keinen Bezugspunkt, um gezielt nach dem Mädchen zu suchen.“ Die Witterungsbedingungen haben sich im Laufe des Tages verschlechtert. Zudem müsse auch die Sicherheit der Suchmannschaften gewährleistet bleiben, unterstrich Hartlieb in diesem Zusammenhang. An der Küste sind mittlerweile zwei riesige Risse zu sehen, die dauerhaft beobachtet werden, um einen möglichen zweiten Abrutsch vorher zu erkennen.

Unterdessen hat Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann (BfR) den betroffenen Abschnitt für die Öffentlichkeit sperren lassen. Ob weitere Abschnitte der Küste unterhalb Kap Arkona dauerhaft gesperrt werden müssen, soll gemeinsam in der Gemeindevertretung beraten werden, so Heinemann gegenüber unserer Zeitung. Zudem wurde auch das traditionelle und beliebte Höhenfeuerwerk über dem Kap für den Silvestertag abgesagt. Heinemann kann sich an dieser Stelle der Steilküste nicht erinnern, dass es eine solch große Abrutschung bisher gegeben habe. Vor einigen Jahren rutschten mehrere tausend Kubikmeter unterhalb der slawischen Tempelburg in die Ostsee.

Die Einsatzleitung beschloss dann im Laufe des frühen Nachmittag nach 20 Stunden die Suche nach dem Mädchen vorerst zu beenden. Immerhin 160 Kräfte waren an der Suche beteiligt. Aber, die Witterungsbedingungen haben sich weiter verschlechtert. Nun müssen die Rettungsmannschaften darauf warten, dass sich in den kommenden Tagen das Wetter wieder verbessert, um mit der Suche fortzufahren. „Eine Entscheidung, die uns nicht leicht fiel“, so Beigeordneter Lothar Großklaus (CDU) an der Unglücksstelle.

An den Sucharbeiten hatten sich auch Boote der DGzRS beteiligt. Zur Suche nach dem Mädchen setzte die Seenotleitung Bremen der DGzRS das Seenotrettungsboot KURT HOFFMANN von der Station Glowe und den Seenotkreuzer WILHELM KAISEN von der Station Sassnitz ein. Sie führte außerdem Schiffe der Bundespolizei und Wasserschutzpolizei an den Unglücksort heran. Der Einsatz eines von der Seenotleitung Bremen zunächst angeforderten SAR-Hubschraubers der Deutschen Marine schied aufgrund der großen Nähe des Unglücksortes zu der bis zu 45 Meter hoch aufragenden Steilküste schnell aus.

Im Küstenvorfeld konnten nur sehr flachgehende Boote operieren. Das Tochterboot HELENE der WILHELM KAISEN, die ebenfalls mit geringem Tiefgang ausgestattete KURT HOFFMANN sowie zwei Schlauchboote von Bundespolizei und Feuerwehr suchten den Uferbereich ab. Zur Unfallzeit herrschten im Einsatzgebiet Winde bis zu sieben Beaufort (bis 60 km/h Windgeschwindigkeit). Bei Abbruch der Sucharbeiten herrschte Windgeschwindigkeit 9.

Unterdessen hat Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus (SPD) den tragischen Unfall bedauert. „Meine Gedanken sind bei der Familie. Leider wird die Gefahr an diesen Strandabschnitten oft unterschätzt. Die Rügenschen Steilküsten besitzen ausgeprägte natürliche geologische Gefahrenpotenziale im Hinblick auf Hangabbrüche und Hangabgleitungen. Das führt dann bei Witterungsverhältnissen mit überdurchschnittlichen Niederschlägen wie in diesem Jahr zu erhöhten Gefahren“, so der Minister. Den Strand zu sperren sei aus seiner Sicht nicht möglich, wie es in einer Mitteilung seines Ministeriums in diesem Zusammenhang heißt. „Ich denke da nicht in erster Linie an die Bedürfnisse des Tourismus. Schon rein technisch ist das unmöglich, weil bauliche Absperrungen den Naturgewalten kaum standhalten. Man müsste Tag und Nacht Personal vor Ort als Absperrung postieren. Aber auch dann gibt es keine Garantie“, so der Minister.

Er bittet Besucher der Insel, den Warnschildern Folge zu leisten und appelliert an die Rüganer, die Behörden bei der Aufklärung über diese Gefahren zu unterstützen.

Die Weihnachtsgeschichte

(Lukasevangelium Kapitel 2, Vers 1-20)

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Das Team des OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer wünscht seinen Kunden, Geschäftspartnern und Lesern ein fröhliches und friedliches Weihnachtsfest 2011!

CDU-Kreisverband Vorpommern-Rügen gegründet

Harry Glawe zum Vorsitzenden gewählt

Einstimmig votierten die anwesenden Mitglieder für den vorliegenden Gründungsbeschluss, der neben dem Namen des Kreisverbandes auch die neue Struktur des Vorstandes umfasst. Im Anschluss wählten die Mitglieder Harry Glawe mit 87,7 Prozent zu ihrem Kreisvorsitzenden. Unterstützt wird Harry Glawe bei seiner zukünftigen Arbeit von Dr. Alexander Badrow, Ralf Drescher und der Rüganerin Anja Ratzke, die zu seinen Stellvertretern gewählt wurden.

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Martina Liedtke, Inga Groth, Angela Kandera, Andreas Kuhn, Simone Risch, Klaus Barnekow, Henrike Janke, Helmut Krüger, Joyce Klöckner, Julia Präkel, Andrea Saatmann, Lutz Herzberg, Lothar Großklaus, Udo Peters, Holger Kliewe, Thomas Reichenbach, Dr. Ronald Zabel, Heino Schütt, Heiner Staudemeyer, Wotan Drescher, Detlef Lindner, Gundela Knäbe, Raik Knüppel, Gerd Slowy, Stefan Händler, Kay-Uwe Hermes, Christian Meyer, Eckehard Nitschke und Oliver Gurk gewählt. Der neu gewählte Kreisvorsitzende sicherte in seiner anschließenden Rede den Bestand der bisherigen Geschäftsstellen in Grimmen, Ribnitz-Damgarten, Barth, Stralsund und Bergen auf Rügen zu. „Diese Struktur ist für die Stabilisierung und die weitere Entwicklung unserer Ortsverbände zwingend notwendig“, so Glawe. „Die Aufgabe des Vorstandes wird es sein, die Politik und die Positionen der CDU den Bürgerinnen und Bürgern zu erklären.“

Kreistag votiert mehrheitlich für Optionskommune

amentliche Abstimmung während Sitzung am Montag / Carmen Schröter zur Beigeordneten gewählt

Ostseebad Binz (gü). Carmen Schröter ist vierte Beigeordnete von Landrat Ralf Drescher (CDU). Die Mitarbeiterin der Landkreisverwaltung wurde am Montag dieser Woche während der Sitzung des Kreistages Vorpommern-Rügen mit breiter Mehrheit gewählt. Bei 15 Enthaltungen kann sich die neue Beigeordnete über ein gutes Wahlergebnis der politischen Verantwortungsträger freuen. Damit ist die Führungsmannschaft um den Landrat komplett. Neben Schröter bekleiden Lothar Großklaus (CDU), Manfred Gerth (SPD) und Kerstin Kassner (DIE LINKE) die Posten der Beigeordneten. Diese bekamen am Montag vom Kreistag auch ihre künftigen Fachbereiche per Beschluss zugeordnet. Der Fachbereich I mit wichtigen Fachdiensten wie Personal und Finanzen geht an Manfred Gerth. Die frisch gewählte Beigeordnete Schröter erhält den Fachbereich II mit den Fachdiensten Soziales, Schule und Jugend. Lothar Großklaus übernimmt den Fachbereich III mit Fachdiensten wie Gesundheit, Verkehr und Rettungswesen. Der Bereich IV wird von Frank-Peter Lender geleitet. Er ist kein Beigeordneter. Rügens ehemalige Landrätin Kerstin Kassner wird den Fachbereich V leiten und sich somit um das kommunale Jobcenter kümmern.

Hierzu legten die Abgeordneten des Kreistages am Montagabend auch den Grundstein für die so genannte Optionskommune. In einer namentlichen Abstimmung votierten 34 Kreistagsmitglieder für die Entscheidung über die künftige Aufgabenwahrnehmung im Landkreis Vorpommern-Rügen nach SGB II. Immerhin 21 Abgeordnete sprachen sich dagegen aus, sechs Kreistagsmitglieder enthielten sich der Stimme. Die Meinungen Pro und Contra Optionskommune gingen in den Fraktionen quer auseinander. So kündigten Redner der CDU, der SPD und des Bündnis für Vorpommern-Rügen an, dass ihre Fraktionen keine einstimmigen Positionen bei diesem Thema gefunden hätten. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen sprach sich klar dagegen aus.

Mit dem Beschluss soll die Betreuung der in HARTZ IV stehenden Menschen im Landkreis komplett in eigene Hände genommen werden. Der ehemalige Landkreis Nordvorpommern hatte sich für die Optionskommune ausgesprochen und mit der Arbeit begonnen. Da der Gesetzgeber keine so genannten „Zebrakreise“ nach der Kreisgebietsreform zulässt, in denen nur teilweise diese Arbeitslosen in Eigenregie durch den Landkreis betreut werden, musste eine politische Entscheidung gefällt werden. Nunmehr werden mit dem Beschluss die Arbeitslosen in Stralsund und auf Rügen auch über das kommunale Jobcenter betreut werden können. Allerdings erst ab 1. Januar 2013. Bis dahin wird die Umstellung vorbereitet, wie es während der Debatte hieß.

Kerstin Kassner informierte die Verantwortungsträger darüber, dass 84,8 Prozent der Kosten vom Bund kommen, der Kreis habe 15,2 Prozent der Kosten zu tragen. „Wir sollten kommunalpolitische Verantwortung übernehmen“, warb sie um Zustimmung des Kreistages. Landrat Drescher unterstrich, dass viele Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Betreuung der Menschen in der Region vergeben werden können. Dies tat der Bund bisher in eigener Regie. Christiane Latendorf, Fraktionschefin der LINKEN, kündigte eine „kritische Begleitung“ des Prozesses an. Ihre Fraktion wollte die bisher bewährte Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit fortsetzen. Mehr zu diesem und anderen Themen des Kreistages in den kommenden Ausgaben.

Zur Wintersaison in die Alpen

Rüganer überbrücken die Nachsaison in Österreich

Rügen (DR). Auch in diesem Jahr vermittelte die Arbeitsagentur der Insel Rügen wieder Arbeitskräfte in die Wintersportgebiete Österreichs. „43 Rüganer sind mit uns zusammen Mitte November nach Österreich gefahren. Alle 43 konnten dort auch gleich in entsprechende Arbeitsstellen vermittelt werden“, so Dietmar Felzmann, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur in Bergen und Initiator der Aktion. Die Arbeitsagentur auf der Insel Rügen organisiert regelmäßig in den Herbstmonaten eine Bustour mit interessierten Beschäftigten aus dem Hotelgewerbe zur Jobmesse ins österreichische St. Johann. „Bereits seit 8 Jahren arbeiten wir nun mit der dortigen Wirtschaftskammer Salzburg und dem Arbeitsmarktservice Bischofshofen zusammen. Und seit dieser Zeit können wir immer wieder neue Arbeitskräfte für einen Winterjob in Österreich begeistern.“ Zwar werden auch in den Urlaubsgebieten Mecklenburg-Vorpommerns zunehmend die Fachkräfte in der Tourismusbranche rar, doch dieser Effekt zeigt sich hauptsächlich in der Sommersaison. In den Wintermonaten gehen viele Arbeitskräfte immer noch in Arbeitslosigkeit. Hier kann eine Beschäftigung in Österreich durchaus eine Alternative sein. Zudem, so Felzmann, ist gerade die Zusammenarbeit mit der Region Salzburg/Bischofshofen ideal. „Wenn in den Wintermonaten in den Tourismusregionen Mecklenburg - Vorpommerns Beschäftigte entlassen werden, suchen die Gastronomen in der Alpenrepublik händeringend Arbeitskräfte. In den Sommermonaten sind die Fachkräfte dann wieder auf der Insel gefragt.“ Vermittelt wurden Arbeitskräfte aus allen Bereichen, vom Restaurant über die Küche bis hin zum Zimmerservice.

Rügen zum Schmecken - und jetzt auch zum Lecken

Sonderbriefmarke „Nationalpark Jasmund“ schließt Serie „Deutsche National- und Naturparke“ ab

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Alben mit Erstdrucken der Sonderpostwertzeichen überreicht der Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk während der Präsentation der Marke. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Deutschlands größte Insel - Rügen - ist hinlänglich als einer der top Tourismusstandorte bekannt. Dies ist neben der Einmaligkeit der Natur auch dem Umstand geschuldet, dass es die Rüganer verstehen, ihre Insel den Touristen nachhaltig nahe zu bringen. Schlagworte wie RügenProdukte oder „Regionale Eßkultur“ lassen erkennen, dass man Rügen nicht nur erleben, sondern auch schmecken kann.

Nun kommt noch ein Erlebnis hinzu: Rügen zum Lecken!

In der Serie „Deutsche National- und Naturparke“ hat die Insel Rügen eine eigene Sonderbriefmarke „Nationalpark Jasmund“ erhalten, die ab dem 2. Januar 2012 in den Postfilialen erhältlich sein wird. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk, stellte die Briefmarke am vergangenen Mittwoch im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl vor. Ein Album mit Erstdrucken der Sonderpostwertzeichen überreicht der Parlamentarische Staatssekretär u.a. an Ralf Drescher, Landrat Vorpommern Rügen, an Ulf Steiner, Geschäftsführer des Nationalpark­Zentrums Königsstuhl, an Gernot Haffner, Dezernent im Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft, sowie an Dieter Holtz, Bürgermeister von Sassnitz und weiteren Persönlichkeiten.

„Mit diesem Sonderpostwertzeichen haben nunmehr alle deutschen National­ und Naturparke Briefmarken erhalten. Die Serie begann vor vierzehn Jahren mit dem Müritz-Nationalpark und findet nun einen krönenden Abschluss mit dem Motiv des bekannten Kreidefelsens“, so Koschyk. Die Sonderbriefmarke wurde von dem Grafiker Prof. Dieter Ziegenfeuter aus Dortmund entworfen. Die Marke hat einen Wert von 55 Cent - könne also künftig bundesweit und darüber hinaus auch für die landschaftlich reizvolle Schönheit des Nationalpark Jasmund künden.

Einen Eindruck von dieser Schönheit hatten die Gäste der Präsentation gleich zu Beginn erhalten, indem der Image-Film des Nationalparkes die Gäste mit auf eine Reise durch diesen genommen hat. „Ist er nicht schön - unser Nationalpark Jasmund“ waren die ersten Worte des Geschäftsführers des Nationalpark-Zentrum, Ulf Steiner. Und er erntete dafür kräftigen Beifall von den Gästen. Kerstin Kassner, stellvertretende Landrätin, überbrachte die Grüße von Landrat Ralf Drescher und stellte heraus: „Diese kleine Briefmarke kann viel bewirken, trägt sie doch die richtige Botschaft, die von der Insel ausgeht, ins Land - das Besondere unserer Kreideküste und des Nationalparks mit dem Weltnaturerbe des ’Alten Buchenwaldes’.“ Der Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz: „Wenn eine solche Briefmarke von der Nation herausgebracht wird, so steckt ganz sicher auch der Stolz der Nation auf unseren Nationalpark dahinter.“ Gernot Haffner, Dezernent im Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft, sieht die Sonderbriefmarke, die Jasmunds Kreideküste zeigt, als Aushängeschild für den Nationalpark, den Landkreis Vorpommern-Rügen und für Deutschland insgesamt.

Die faszinierende Kreideküste habe nichts an Reizen verloren und Natur Natur sein lassen sei eine wichtige Botschaft, die auch von der Sonderbriefmarke ausgehen wird. „Lassen Sie uns in diesem Sinne dem Schutzgedanken folgen“, so Haffner.

Erstes Seeheilbad auf der Insel?

Gemeinde Sellin strebt diesen Titel auf Empfehlung des Bäderverbandes an

Von Steffi Besch

Ostseebad Sellin. Die Gemeinde backt schon lange keine kleinen Brötchen mehr: In den vergangenen 20Jahren entwickelte sich das zweitgrößte Ostseebad der Insel zu einem beliebten Urlaubsziel. Neue Pensionen, liebevoll restaurierte Villen, Gastronomie, Kurpark, Spielplätze und Veranstaltungen locken jährlich rund 160.000 Gäste nach Sellin. Doch jetzt strebt die Gemeinde den Titel des Seeheilbades an. „Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern hat uns kürzlich besucht. Nachdem Kurdirektoren, Vertreterinnen des Wirtschafts- und Sozialministerium des Landes und der Geschäftsstelle des Verbandes ihren Rundgang abgeschlossen hatten, waren sie von der Entwicklung begeistert und empfohlen uns, höher zu greifen und dem Status des Seeheilbades den Weg zu ebnen“, sagte Bürgermeister Reinhard Liedtke und informierte die Gemeindevertreter über diese Möglichkeit für Sellin auf der Sitzung in der vergangenen Woche und war sich sicher:

„Wir müssen lediglich unser Ostseewasser als Heilmittel einsetzen.“ Die Delegation des Verbandes bescheinigte dem Ort, so Liedtke weiter, dass Sellin den Status eines Seebades sogar verdiene. In einem entsprechenden Schreiben der Geschäftsführerin des Verbandes heißt es: „Da die Gemeinde Sellin die besten Voraussetzungen zur Höherprädikatisierung bietet, empfiehlt die Arbeitsgruppe einstimmig, den Status eines Seeheilbades anzustreben.“ Damit wäre Sellin in der Kette der Kurorte Rügens, neben dem Ostseebad Göhren als Kneipp-Kurort und dem Ostseebad Baabe als Favoriten für den Titel „Heilklimatischer Kurort“, dass einzige Seeheilbad auf der Insel.

Sellin habe sich zudem nach Auffassung aller Teilnehmer der Arbeitsgruppe zu einem absoluten Vorzeigeseebad auf der Insel Rügen entwickelt, heißt es in einem Schreiben des Bäderverbandes. Im Projekt des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern zum „Konkreten Anpassungsbedarf der Kur- und Erholungsorte an den demographischen Wandel unter Berücksichtigung von ganzjährigen Mehrgenerationsangeboten“ zeige sich deutlich, dass die Kur- und Erholungsorte ihre Alleinstellungsmerkmale ausbauen sollten, um sich von anderen zu unterscheiden. Im Gegensatz zu einem Ostseebad muss ein Seeheilbad laut dem Kurortgesetz zusätzliche Bedingungen erfüllen. So ist die Lage an der Küste u. a. genauso Voraussetzung wie eine überwachte Luftqualität, Einrichtungen zur Abgabe und Anwendung der Kurmittel, einwandfreie Badewasserqualität, Strandpromenaden, Parkanlagen sowie Strand- oder Landschaftswege ebenso wie ausreichend Möglichkeiten für Spiel und Sport.

Auch Kommunikations- und Informationseinrichtungen müssen laut Kriterienkatalog verfügbar sein. Zusätzlich ist mindestens eine Praxis eines Badearztes vorgeschrieben. Diesen Punkt erfüllt Sellin mit der Praxis von Dr. Stefan Pottgießer schon heute. Das Ostseebad wird die Empfehlung des Verbandes zu nutzen wissen.

Richtfest am Medieninformationszentrum Bergen

Einweihung zum Start ins Jubeljahr 2013 - 400 Jahre Stadtrecht Bergen geplant

Bergen auf Rügen (apf). Am Freitag vergangener Woche konnte ein weiterer Abschnitt im bau des für die Stadt Bergen auf Rügen und die gesamte Insel bedeutsamen Medieninformationszentrums feierlich begangen werden: Richtfest.

„Entgegen dem Trend in Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat Bergen auf Rügen künftig ein Haus, in dem alle Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene und Senioren gleichsam Bildung über die Schule hinaus erfahren können“, so die Bergener Bürgermeisterin Andrea Köster. „Der Schritt der Stadtvertretung, diesen Weg zu gehen, war der richtige Schritt.“ Insgesamt 2,5 Millionen Euro, davon über eine Millionen Euro als Eigenmittel, werden bis zur Fertigstellung investiert. Köster warnt: „Das Land spart sich kaputt. So will das Finanzministerium weitere 100 Millionen Euro sparen. Ich denke nicht, dass das der richtige Weg ist. Auch die Theater im neuen Landkreis brauchen Unterstützung.“ Und Köster dankte allen, die bisher am guten Gelingen des in die Zukunft weisenden Medieninformationszentrums Anteil hatten.

Burkhardt Eriksson vom gleichnamigen Stralsunder Architekturbüro, welches für den Entwurf und auch die Bauleitung verantwortlich zeichnet stellte dieses Bauwerk „als Beispiel dafür, wie im Großkreis weiter in Bildung investiert wird“ heraus. Er hob hervor, dass man derzeit im Terminplan liege und so frist- und kostengerecht gearbeitet wurde. Bisher stehen für 1,3 Millionen Euro Leistungen unter Vertrag. Ebenso hob er die Innovationen hervor, die im neuen Medieninformationszentrum zum Einsatz kommen: Modernes Design, innovative Technik, zukunftweisendes Energiekonzept. Das Dach als Energiespender entsteht durch Kapillarglas für blendfreies Licht und transparente Wärmedämmung. Die Eigenstromversorgung erfolgt durch eine 52 m² große Fotovoltaikanlage. Eine moderne intelligente Beleuchtungssteuerung und die Wärmerückgewinnung durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe stehen als Beispiele dafür. Im Erdgeschoss befinden sich nach Fertigstellung die Anmeldung und die Kinderbibliothek, im 1. Obergeschoss die Bibliothek für Sachbücher und Belletristik. Das 2. Obergeschoss beherbergt neben Sachbüchern auchNon-Book Medien zur Ausleihe. Auf dieser Etage gibt es auch öffentliche Computerarbeitsplätze. Im Dachgeschoss schließlich gibt es Möglichkeiten zum Treff und für internationaler Begegnungen.

Ende nächsten Jahres sei mit der Fertigstellung zu rechnen, so die Bürgermeisterin. Denkbar wäre eine offizielle Eröffnung des Medieninformationszentrums im Zusammenhang mit dem Neujahrsempfang im Jahre 2013 - dem Jahr des 400. Jubiläums der Verleihung des Stadtrechtes.

6. Wohltätigkeitsball der Insel Rügen

Am 3. März 2012, wird im Kurhaus Binz wieder für den guten Zweck gefeiert

Ostseebad Binz (gü). Das halbe Dutzend für den guten Zweck wird voll gemacht! Die Serviceclubs der Insel Rügen laden am Sonnabend, 3. März 2012, zum sechsten Wohltätigkeitsball, dem Benefizball der Insel Rügen, sehr herzlich ein. Darüber informiert Elke Hähle vom Organisationskomitee gegenüber unserer Zeitung.

Der sechste Wohltätigkeitsball wird im Saal des Travel-Charme Kurhaus Binz statt. Als Schirmherrin ist die Bundestagsabgeordnete Dr. Angela Merkel (CDU) angefragt. Entertainer und Sänger Wolfgang „Lippi“ Lippert wird den Abend moderieren und die George-Jackson-Showband wird für den passenden musikalischen Rahmen sorgen. Auch im Jahr 2012 sollen der Verkauf von Losen einer hochwertigen Tombola und Cocktails an der Bar der Deutschen Barkeeperunion, Sektion M-V, helfen, den Erlös für soziale Projekte zu erwirtschaften. Natürlich freuen sich die Veranstalter in diesem Zusammenhang auch über individuelle Spenden der Gäste für einen guten Zweck. Während der fünf vergangenen Bälle konnten insgesamt 45 000 Euro für zehn Vereine auf der Insel Rügen in diesen Jahren erlöst werden. Im letzten Jahr war die Veranstaltung erstmalig ausgebucht, betont Elke Hähle. Das Organisationsteam hat erneut einige Anträge von Vereinen mit verschiedenen Projekten entgegen genommen und geprüft. Diese werden sich am Abend des sechsten Wohltätigkeitsballs aktiv präsentieren.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, können an diesem Abend dabei sein und gutes tun! Reservieren Sie sich Ihre Karten, der Vorverkauf hat begonnen. Im Kartenpreis von 95 Euro pro Person (im Saal) bzw. von 85 Euro (im ersten Rang des Saales) sind ein Welcome-Drink, das große Gala-Buffet, die kulturelle Umrahmung und ein Tombolalos im Wert von zehn Euro enthalten. Weitere Programmpunkte werden im Laufe der ersten Wochen des neuen Jahres durch das Organisationsteam bekannt gegeben. Sie können auch bei Interesse die Tombola mit der Spende eines Sachpreises aktiv unterstützen, wie es in diesem Zusammenhang heißt.

Also, nicht mehr lange warten, die Karten bestellen und einen Tisch für sich und Freunde reserviert. Weitere Informationen zum Ball und Kartenreservierungen entweder telefonisch unter der Telefonnummer (038393) 134880 bzw. per E-Mail unter elke@profile-pragentur.de.

Die Organisatoren freuen sich auf regen Zuspruch und viele Interessenten, die für einen guten Zweck eine lange Partynacht in Kauf nehmen . .

Vier Ausschüsse haben ihre Vorsitzenden gewählt

Konstituierungen des Bildungs,- Umwelt,- Sozial- und Finanzausschusses des Kreistages

Grimmen/Rügen (gü). Vier weitere der sechs Fachausschüsse des neuen Kreistages Vorpommern-Rügen haben sich konstituiert und damit ihre Arbeit aufgenommen. Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft haben den Bürgermeister von Ribnitz-Damgarten, Jürgen Borbe (CDU), zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter stehen ihm Kreistagsmitglied Uwe Tiemann (SPD) und Dr. Holger Brandt (sachkundiger Einwohner) zur Seite.

Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Gesundheit haben auf ihrer ersten Sitzung das Stralsunder Kreistagsmitglied Dr. Ronald Zabel (CDU) zu ihrem Vorsitzenden erkoren. Ihm zur Seite stehen Kreistagsmitglied Susann Wippermann (SPD) und Heiner Staudermeyer (sachkundiger Einwohner) als seine beiden Stellvertreter.

Die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses haben den aus Altenpleen stammenden Kreistagsabgeordneten Thomas Würdisch (SPD) zum Vorsitzenden gewählt. Er hat mit Gabriele Dörner (sachkundige Einwohnerin) auf Vorschlag der CDU sowie dem Kreistagsmitglied Hans-Joachim Uhn (Fraktion Bündnis für Vorpommern-Rügen) seine beiden Stellvertreter zur Seite bekommen. Der Ausschuss für Bildung und Kultur ist fest in Rügener Händen! Dessen Mitglieder haben den Sassnitzer Norbert Benedict (SPD) zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Mit den beiden Kreistagsmitgliedern Norbert Thomas und Axel Thiede (beide CDU) kommen auch die Stellvertreter von der Insel Rügen. Benedict und Thiede sind aktiv als Lehrer tätig. Thomas leitete viele Jahre das Ostsee-Gymnasium in Sassnitz.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses treffen sich am morgigen Donnerstag, 1. Dezember, zu ihrer ersten öffentlichen Sitzung. Diese beginnt um 16 Uhr im Kreistagssaal der Kreisverwaltung Grimmen (Bahnhofstraße 12/13). Auf der Tagesordnung stehen die Wahlen zum Vorsitzenden und seiner Stellvertreter sowie die neue Jugendamtssatzung und Geschäftsordnung des Jugendhilfeausschusses. Beigeordneter ernannt

Nachdem der Kreistag am 7. November das Kreistagsmitglied Manfred Gerth (SPD) gewählt hatte, wurde dieser am 25. November von Landrat Ralf Drescher (CDU) für sieben Jahre als Beigeordneter des Landrates in das Beamtenverhältnis auf Zeit ernannt. Darüber informiert das Pressebüro des Landrates. Zuvor musste der Innenminister des Landes die Wahl für rechtmäßig erklären. Dies geschah am 24. November. Der Beigeordnete Manfred Gerth hat seine Arbeit in der Kreisverwaltung in Grimmen aufgenommen.

Die nächste und letzte Sitzung des Kreistages Vorpommern-Rügen in diesem Jahr wird am Montag, 19. Dezember, im IFA Ferienpark im Ostseebad Binz stattfinden. Auf der Sitzung werden dann bereits einige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Abfallwirtschaft des neuen Kreises sowie der Übertragung von Schulträgerschaften an Stralsund gefällt werden.

Rügener Spitzenliberaler schmeißt hin!

Matthias Ewert tritt nach Landesparteitag aus der FDP aus

Rostock/Rügen (gü). Knüppelharte Tage für die Rügener FDP! Kreisvorstandsmitglied und Vorsitzender des Ortsverbandes Bergen, Matthias Ewert schmeißt hin! Der Unternehmer ist nach dem Landesparteitag seiner Partei am letzten Sonnabend in Rostock aus- und von seinen Ämtern innerhalb der Partei auf Rügen zurückgetreten. Als Grund nennt Ewert in einem der Redaktion vorliegenden Schreiben innerparteiliche Kämpfe und eine „derzeitige Entwicklung in der FDP, die für mich keine andere Option zulässt, so dass ich meine aktive Mitgliedschaft mit diesem Schreiben beende“.

Die Landes-FDP hat am letzten Sonnabend nach einer heftigen Debatte den Bundestagsabgeordneten Christian Ahrendt zum Vorsitzenden gewählt. Ahrend war nach der Niederlage der FDP bei den Landtagswahlen am 4. September zurückgetreten. Er hatte allerdings zeitig einen Rücktritt vom Rücktritt angekündigt, was bei den Liberalen für Verwunderung sorgte. Der stellvertretende Landesvorsitzende, der Rügener FDP-Chef Gino Leonhard, galt als möglicher Kandidat für eine Nachfolge. Er verzichtete allerdings am letzten Sonnabend auf eine Kandidatur gegen Ahrendt. Somit wurde dieser mit 63 Prozent gewählt und die Landes-FDP befindet sich im freien Fall und wirkt zerrissen.

Kreisvorsitzender Leonhard, der aktuell aus beruflichen Gründen im Ausland weilt, bedauert in einer ersten Reaktion gegenüber dieser Zeitung den Schritt von Ewert, der immerhin eines der bekanntesten und beliebtesten FDP- Gesichter auf Rügen war. Ewert in seinem Schreiben an Ahrendt weiter: „Heute muss ich für mich leider feststellen, dass es auf Grund der teilweise miserablen Parteiarbeit, insbesondere auf Bundes- und Landesebene nur noch wenige Gemeinsamkeiten gibt. Das Verhalten mancher FDP-Mitglieder, besonders in den Bundes- und Landesvorständen, befremden mich heute doch sehr. Liberale Inhalte und auch Grundwerte, wie Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit treten in den Hintergrund, persönliche Interessen und Postengerangel haben Vorrang.“ Ewert wird seine parlamentarische Arbeit in der Stadtvertretung Bergen auf Rügen fortsetzen, wie er gegenüber unserer Zeitung ankündigt. „Diese Mitarbeit ist mir wichtig, im Sinne der Stadt werde ich mich weiter einbringen.“

Vermieter fordern: Kurkartenfälscher anzeigen!

Emotionsgeladene Debatte: Kurverwaltung sieht keine Handhabe gegen bekannte Vermieter

Von Robby Günther

Ostseebad Binz. Die Vermieter und Hoteliers des Ortes sind wütend! Wütend auf Kurdirektor Horst Graf! Im Focus der Kritik an seiner Arbeit stehen Vorwürfe, dass namentlich bekannte Vermieter nicht angezeigt werden, die in der jüngeren Vergangenheit Kurkarten gefälscht haben sollen. Es ist durch Äußerungen des Kurdirektors der Eindruck eines Generalverdachts gegen die Vermieter entstanden.

Rund 50 Hoteliers und Vermieter sowie auch Einwohner fanden sich am letzten Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung des Betriebsausschusses Kurverwaltung ein. Nach einigen formalen Auseinandersetzungen kamen die Ausschussmitglieder zu dem Schluss, dass die Sitzung so nicht weiter geführt werden kann, da man aufgrund der Vorschriften in der Kommunalverfassung nicht mit den anwesenden Gästen zum Thema ins Gespräch kommen kann.

In der zwischenzeitlich aufgeheizten Stimmung wurde die Sitzung alsbald beendet und als öffentliche Informationsveranstaltung weiter geführt. Während der ersten Minuten wurde mehr als einmal die Forderung laut, die Betreffenden anzuzeigen. Dem widersetzt sich allerdings der Kurdirektor. Seinen Worten zu Folge sei den vor gut anderthalb Jahren angezeigten Vermietern nichts nachzuweisen gewesen. Aus diesem Grund hatte die Kurverwaltung keine Handhabe, so seine Erklärung. Das genügte vielen Vermietern nicht. Die Angriffe auf Horst Graf häuften sich an diesem Abend.

In den zurückliegenden Wochen kochte das Thema auf den Binzer Straßen und an diversen Stammtischen über. So auch am letzten Mittwoch, trotz des Appells von Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos), die Diskussionen sachlich zu führen. Die Mehrheit der Anwesenden an diesem Abend verlangte aber vom Kurdirektor, dass er die beiden bekannten Vermieter anzeigt. Denn eine Kurkarte hat die Form einer Urkunde. Das Fälschen ist kein Bonbonklau! Bei einer Kurkarte handelt es sich um eine Urkunde im Sinne des Strafgesetzbuches. Rechtlich gesehen, wird Urkunde wie folgt definiert: Eine Urkunde ist eine verkörperte menschliche Gedankenerklärung, die geeignet und bestimmt ist, im Rechtsverkehr Beweis für eine außerhalb der Erklärung liegende Tatsache zu erbringen, und ihren Aussteller erkennen lässt. Um die Urkundeneigenschaft zu ermitteln, muss die Kurkarte der Aussteller (z. B. Kurverwaltung Ostseebad Binz) erkennbar sein. Außerdem muss sie Beweiszwecken nach außen dienen, also hier dem Nachweis von der Bezahlung der Kurabgabe.

Das Strafgesetzbuch sieht für das Verändern und Fälschen von Urkunden eine Vielzahl von Straftatbeständen vor. In Betracht kommt bei Kurkarten insbesondere die Urkundenfälschung. Aber auch der Straftatbestand des Betruges kann erfüllt sein, da der Besitz einer Kurkarte oftmals zu vergünstigten Eintritten berechtigt. „Der entstandene Imageschaden ist enorm“, so Moritz Lau-Engehausen, Vorsitzender des Wirtschafts- und Kulturvereins Binz, in seinen Ausführungen. Er fragte im Laufe des Abends mehrmals, wie die entstandene Situation geheilt werden könne?

Die Kurkarte gilt in Binz als Heiligtum – aus diesem Grund ist ein professioneller Umgang mit Vorgängen rund um die Kurkarte immer eine sensible Angelegenheit. Bürgermeister Schneider kündigte eine Aufarbeitung des Vorgangs an, ebenso wie dienstrechtliche Schritte, die in diesem Zusammenhang in der Gemeindevertretung abzustimmen seien. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Gemeindevertretung haben sich am Montagabend während ihrer Sitzung mit dem Thema beschäftigt Horst Graf unterstrich mehrmals während der Sitzung, dass „nichts unter den Teppich gekehrt worden ist“.

Rügener Stollen sind spitze

Diesjährige Stollenprüfung mit überdurchschnittlichen Bewertungen

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Prüfungskommission: Hatte alle Hände voll zu tun - fand aber nicht viele Fehler. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Am Dienstag vergangener Woche fand im bergener Park-Hotel die diesjährige freiwillige Stollenprüfung der Rügener Bäcker- und Konditoreninnung statt. Diese hat seit weit mehr als 10 Jahren eine starke Tradition, wenn es darum geht, den Kunden der heimischen Bäckereien und Konditoreien eine durch Selbstkontrolle vorzügliche Qualität zu liefern. Wie in den Jahren vorher hatten Rudolf Klunker von der DLG als Chef der Prüfungskommission sowie die Bäcker- und Konditormeister Fritz Barthel, Hans-Joachim Schwartz und Lothar Koepke nicht nur sensible Geschmacksnerven bei der Prüfung unter beweis zu stellen, sondern auch ein waches Auge. Denn insgesamt sieben Kriterien galt es bei der Stollenprüfung zu bewerten, die Punkte für die Auszeichnung mit Gold, Silber, Bronze oder ohne Bewertung ergaben.

Dass die Stollenprüfung ein wichtiges Mittel ist, das Backwerk kontinuierlich zu verbessern, zeigt die Tatsache, dass kaum Mängel zu erkennen waren. Von 25 vorgestellten Stollen erhielten 14 die Auszeichnung mit dem Prädikat „Gold“ und 11 mit dem Prädikat „Silber“. das sind im einzelnen:

  • Bäckerei & Konditorei Arndt - Glowe, Cranberrystollen Silber, Mohnstollen Silber, Marzipanstollen Silber

  • Bäckerei-Konditorei Lothar Koepke - Garz, Marzipanstollen Silber, Mohnstollen Gold, Butterstollen Silber

  • Konditorei Bäckerei Peters GmbH - Sassnitz/Mukran, Cranberrystollen Gold, Traditionsstollen Silber

  • Bäckerei & Konditorei Christian Schmidt - Göhren, Nußstollen Gold, Mohnstollen Gold, Butterstollen Silber

  • Bäckerei und Cafehaus Schwartz OHG - Binz, Marzipan-Rosinen-Stollen Gold, Butter-Rosinen-Stollen Gold, Butter-Marzipan-Stollen Gold

  • Bäckerei & Konditorei Michael Mudrick - Baabe, Butterstollen Silber, Cranberrystollen Silber, Mohnstollen Gold, Nußstollen Gold

  • Bäckerei und Konditorei Andreas Horn - Binz, Mandelstollen Gold, Butterstollen Gold, Mohnstollen Gold, Diabetikerstollen Silber

  • Bäckerei und Konditorei Roland Maltzahn - Wiek, Mohnstollen Silber, Quarkstollen Gold, Rosinenstollen Gold.

Aufbewahrungsfrist für DDR-Lohnunterlagen läuft 2011 aus:

Kontenklärung schnell beantragen!

Bergen auf Rügen (DR). Wer in der ehemaligen DDR gelebt und gearbeitet hat, sollte jetzt seinen Versicherungsverlauf bei der gesetzlichen Rentenversicherung noch einmal gründlich prüfen. Sind alle Zeiten lückenlos enthalten? Stimmen die Entgelte? Vor allem, wenn Lücken für eine Beschäftigung in der DDR bestehen, sollten Sie sich mit der sogenannten Kontenklärung beeilen.

Hintergrund ist die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Lohnunterlagen aus der DDR. Diese läuft Ende 2011 ab. Nur bis zu diesem Zeitpunkt sind Betriebe, Nachfolgefirmen oder Archive verpflichtet, die Unterlagen aufzuheben.

Wichtig sind die Lohnunterlagen aus der DDR insbesondere dann, wenn das SV-Buch beispielsweise unvollständige Zeiträume oder fehlende Entgelte aufweist oder wenn Einkünfte über der damals in der DDR geltenden Beitragsbemessungsgrenze erzielt wurden – diese könnten als „zusätzliche Arbeitsverdienste“ berücksichtigungsfähig sein. Immer dann wird eine Entgeltbescheinigung benötigt, die aber nur noch bis zum Ende dieses Jahres von den entsprechenden Stellen ausgestellt werden kann, beziehungsweise aufbewahrt werden muss.

Soweit Fragen zu diesem Thema bestehen, beraten die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung gern in den Auskunfts- und Beratungsstellen und am kostenlosen Servicetelefon unter 0800 1000 48022.

Die Deutsche Rentenversicherung Nord mit Sitz in Lübeck betreut rund 1,9 Millionen Versicherte und zahlt über eine Million Renten. Mit ihrem Netz an Beratungsstellen ist sie in allen Fragen der Rente, Altersvorsorge und Rehabilitation der regionale Ansprechpartner in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Engagierte Frauen verkaufen Rügener Bügelbäume für guten Zweck

Inner Wheel Club Rügen lädt am 2. Adventswochenende zum Weihnachtsmarkt nach Bergen ein.

Von Holger Vonberg

Bergen auf Rügen. Wenn es am zweiten Adventswochenende in Hermerschmidts Hotel „Kaufmannshof“ nach Punsch und Stollen duftet und Kerzen die Gasträume in warmes Licht tauchen, dann sind die Insulaner und ihre Gäste recht herzlich zum traditionellen Weihnachtsmarkt des IWC Rügen eingeladen. Im Mittelpunkt dürfte dann neben kunsthandwerklichen Geschenken der Rügener Bügelbaum stehen. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr erfolgreich diesen Baum verkauft, dessen Tradition vor zwei Jahren von Gisa Reimann zu neuem Leben erweckt wurde“, sagt Barbara Lüth. Seit Juni ist sie Präsidentin des Inner Wheel Clubs Rügen.

Inner Wheel ist eine weltweite Frauenorganisation, deren Mitglieder weibliche Angehörige von Rotariern oder Inner Wheelerinnen sind. Diese Service-Organisation ist in 103 Ländern vertreten und zählt etwa 100 000 Mitglieder, auf Rügen sind 18 Freundinnen im IWC. Sie haben sich der Freundschaft untereinander verpflichtet, dem sozialen Engagement und der internationalen Verständigung.

Einem sozialen Zweck dient auch der Weihnachtsmarkt, denn der komplette Erlös soll dem Schwimmlager in Thiessow zugute kommen. Im vergangenen Jahr wurde für die DRK-Förderschule Patzig gespendet. Ursprünglich ist das Aufstellen eines Bügelbaumes im 19. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts als Weihnachtsbaum auf der Insel Hiddensee bekannt. Anstelle eines geschmückten Tannenbaumes wurden eiserne Fassreifen oder Weidenruten ineinander gesteckt, zwei größere unten, zwei kleinere oben. Sie wurden an einer Stange befestigt, die auf einen Fuß gestellt wurde. Dann umwickelte man alles mit Buchsbaum, Wacholder oder Seidenpapier. An die Außenrundungen der Bügel wurden Kerzen gesteckt. Dazwischen zog man Schnüre an denen vergoldete Nüsse, Backpflaumen, Zuckerwerk, Plätzchen, Äpfel und Lebkuchen nach Herzenslust ihren Platz fanden. Warum gerade auf Hiddensee dieser Brauch verbreitet war, wird oftmals mit dem Mangel an Nadelbäumen auf der Insel erklärt.

Der neu entwickelte Bügelbaum ist 75 Zentimeter hoch. Der Holzständer steht in einem stabilen Holzfuß. Die handgeschmiedeten Reifen, an denen vier Kerzenhalter befestigt sind, haben einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Das Schöne daran: Der Bügelbaum kann platzsparend zerlegt werden. Der Preis für den nicht dekorierten Rohling beträgt 50 Euro. „Das scheint auf den ersten Blick viel Geld zu sein. Aber es dient dem guten Zweck. Und man hat ein Leben lang Freude daran, denn der Bügelbaum kann nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern auch zu Ostern, Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten individuell geschmückt werden“, sagt Sonja Neuber, eine Wahlrüganerin, die den Bügelbaum schon jetzt ins Herz geschlossen hat. Holger Vonberg

Info

Der Weihnachtsmarkt im Bergener „Kaufmannshof“ findet am 3. Dezember von 11 bis 20 Uhr und am 4. Dezember von 11 bis 18 Uhr statt.

Per Mausklick durch die Stadt Sassnitz

www.sassnitz digital.de zeigt Geschichten und Geschichte auf

Sassnitz (apf). Verschiedene Sassnitzer Vereine haben sich vorgenommen, Sassnitz zu digitalisieren und als besuchbare Stadt ins Internet zu stellen. Das Besondere dabei ist, dass die Häuser und Einrichtungen sowie die Plätze und Aussichten mit Informationen hinterlegt werden können. Das können Veranstaltungen, Termine, persönliche Geschichten oder auch historische Daten Fakten sein. Dieses Projekt wird derzeit gefördert durch den Lokalen Aktionsplan der Stadt Sassnitz. Die Trägerschaft hat das Kreisdiakonische Werk Stralsund und die Umsetzung sowie technische Betreuung liegt bei der SEKTOR7 Mediaagentur.

Projektleiter Martin Feilke präsentierte am vergangenen Mittwoch den etwa 40 im Grundtvighaus anwesenden interessierten Sassnitzern den Stand des Projektes und stieß auf offene Ohren. Denn so eine Chance der Transparenz und Offenheit sollte sich die Stadt nicht entgehen lassen. „Wichtig ist, dass die Sache vollkommen freiwillig ist. Wer mit seinem Eigentum nicht beim virtuellen Stadtrundgang erscheinen will, der muss das auch nicht“, so Feilke. In diesem falle kann die Datenlöschung beantragt werden, die dann auch realisiert wird.

Das „Skelett“ des Rundganges, der in Form von Panoramabildern realisiert wird, steht. Auf der Internetseite www.sassnitz-digital.de können nun geschichtsinteressierte, wissende und informierende Sassnitzer zu den einzelnen Objekten ihre ergänzenden Informationen einstellen, die dann von der Redaktion bearbeitet und dem Objekt zugeschrieben werden. So kann eine wertvolle und informative Darstellung des Werdens der Stadt und des Lebens in Sassnitz entstehen, die auch touristische Auswirkungen haben kann.

Viele ehrenamtliche Helfer beteiligen sich an diesem Projekt. Sie sammeln Informationen, fotografieren die Stadt und nehmen persönliche Geschichten der Einwohner auf. Denn viele von Ihnen haben etwas über Sassnitz zu berichten. Helfen auch Sie, die „Geschichte hinter dem Haus“ zu veröffentlichen, oder historische Fakten zu erfassen. Denn was passiert mit Geschichte, die nie jemand aufgeschrieben hat? Das Projekt setzt auf Teilhabe und wird derzeit unterstützt von 10 ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern. Diese sind als Foto- oder Rechercheteams unterwegs und nehmen auch Geschichten von älteren Leuten auf. Doch Sie können dies alles selbst auf dem Portal www.sassnitz-digital.de einstellen - die Navigation hierzu ist einfach und wenn Sie Fragen haben, dann können Sie sich an die SEKTOR7 Mediaagentur, Seestraße 3 in Sassnitz auch telefonisch unter der (038392) 593085 wenden, und es wird Ihnen geholfen. Und so eben können Sie mithelfen, Geschichte wach zu halten - so, wie sie wirklich war.

Erfolgreicher Rügen Produkte Verein e.V.

Vereinsball Anfang November war Zeit zum Resümieren und Feiern

Rügen (apf). 15 Jahre erfolgreiche Arbeit des Rügen Produkte Verein e.V. waren der Anlass des diesjährigen Vereinsballes am 4. November in der Alten Pommernkate in Rambin. Viele Mitglieder des Vereins und auch der Zertifizierungskommission waren der Einladung gefolgt. Auch Landrat Ralf Drescher ließ es sich nicht nehmen, seinen Besuch abzustatten, denn er steht dem Verein und seinem Anliegen äußerst offen gegenüber und auch der Tatsache, dass im kommenden Jahr die traditionelle Regionalprodukte-Messe über die Inselgrenze hinaus geht. Denn diese wird, auch mit Beteiligung von Produzenten auf dem Festland, am 28. März 2012 in der Alten Brauerei in Stralsund stattfinden und letztlich für den gesamten Kreis Vorpommern-Rügen offen sein, so Frank Soßnowski, Vorsitzender des Rügen Produkte Verein e.V..

Neben einem exklusiven Buffet, welches aus original Rügen-Produkten zusammengestellt wurde, Musik und Tanz mit DJ Oscar gab es natürlich viele Gespräche über Vergangenheit und Zukunft der Vereinsarbeit. Dabei sei an die Gründungsmitglieder des Vereines erinnert, die am 28. Juni 1996 in Zirkow zur Gründungsversammlung zusammen kamen. Das waren die Agrargenossenschaft Zirkow, Inselfleisch GmbH Gademow, Landwirtschaftsbetrieb GmbH Lauterbach & Co KG, GbR Mutterkuhhaltung Lauterbach, Örtli Haug und Winter GbR sowie die Kap Arkona Agrar GmbH Schwarbe. Heute gehören dem Verein weit über 30 Mitglieder an, die sich dafür engagieren, dass Rügen bei Einheimischen und Gästen auf ehrliche Art erlebbar und auch schmeckbar wird. Denn wo Rügen drauf steht, da sollte auch Rügen drin sein.

So gibt es beispielsweise die Gütesiegel „Original Rügen Produkt“ und „Rügen Produkt“ - wo Sie diesen begegnen, erwartet Sie etwas Besonderes. Produkte und Erzeugnisse, die „Rügen Produkt “ tragen, sind nach strengen Kriterien von einer unabhängigen Kommission geprüft und garantieren hohe Qualität und regionale Herkunft. Das Logo „Regionale Eßkultur“, welches an Gastronomiebetriebe verliehen wird, zeichnet diese dadurch aus, dass sie vorwiegend (soweit möglich) Produkte verwenden, die aus der Produktion auf der Insel Rügen stammen.

Übrigens: Der Verein bereitet sich derzeit darauf vor, vom 20. bis 29. Januar 2012 Rügen auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin zu vertreten.

Ungereimtheiten mit Kurtaxe in Binz?

Politik und Wirtschaft fordern Aufklärung: Außerordentliche Sitzung anberaumt

Von Robby Günther

Ostseebad Binz. Was passiert mit Kurkarten und Kurtaxe im größten Rügener Seebad? Einem Bericht der Ostsee Zeitung zu Folge verliert das Prestige-Bad jährlich nach Aussagen von Kurdirektor Horst Graf rund 100.000 Euro an Einnahmen! Desweiteren sind nach seinen Ausführungen in der letzten öffentlichen Sitzung des Betriebsausschusses Kurverwaltung Vermieter bekannt, die Kurkarten gefälscht haben sollen.

Für Moritz Lau-Engehausen, Vorsitzender des Wirtschafts- und Kulturvereins Binz e.V., ein Vorgang, der „sorgfältiger Aufklärung bedarf“. Auch die Rolle von Kurdirektor Horst Graf muss in diesem Zusammenhang hinterfragt werden, da er sich nach eigenen Aussagen im Ausschuss mit zwei bekannten Betrügern „geeinigt haben will“, so das Zitat im bekannten OZ-Artikel. Mittlerweile liegen drei Anträge bei Harald Schewe (CDU), Vorsitzender des Betriebsausschusses Kurverwaltung, vor, die nach Aufklärung und möglichen Konsequenzen verlangen. So haben sich die CDU und die FDP des Ortes an ihn gewandt. Auch ein Antrag des Wirtschafts- und Kulturvereins liegt vor. Harald Schewe hat gehandelt und so wird am heutigen Mittwoch eine außerordentliche öffentliche Sitzung des Ausschusses im „Haus des Gastes“ stattfinden.

Hier soll ab 18 Uhr geklärt werden, wie die Einzelheiten dieses brisanten Vorgangs aussehen. „Die Vermieter und Hoteliers werden mit diesen Aussagen seitens des Kurdirektors unter Generalverdacht gestellt“, so CDU-Chef Ulf Dohrmann. Der Ruf nach Konsequenzen wird laut in diesem Zusammenhang.

Immerhin ist das Unterschlagen von Kurtaxeinnahmen kein Kavaliersdelikt! Nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) Mecklenburg-Vorpommern steht auf die Abgabenhinterziehung eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe! Hierzu ist im Paragraf 16 des KAG M-V Absatz 1 deutlich geregelt: Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer 1. der Körperschaft, der die Abgabe zusteht, oder einer anderen Behörde über abgabenrechtlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder 2. die Körperschaft, der die Abgabe zusteht, pflichtwidrig über abgabenrechtlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt und dadurch Abgaben verkürzt oder nicht gerechtfertigte Abgabenvorteile für sich oder einen anderen erlangt. Auch der Versuch ist strafbar, wird im Absatz 2 geregelt.

Wenn Horst Graf also die Betrüger kennt, muss er die Namen nennen, oder zweitens . . .

Rügen - Neue Freunde gesucht

Kreis Lobez (PL) sucht Kontakte nach Rügen

Rügen (apf). Heute sind erneut 16 Vertreter aus der Verwaltung und Wirtschaft des Kreises Lobez aus der polnischen Wojewodschaft Westpommern auf der Insel Rügen zu Gast, um mit dem Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen und Bürgermeistern der Insel ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es, eine beim ersten Besuch auf Rügen am 14. Oktober gegebene Absichtserklärung zu untermnauern, dass beide Regionen künftig enger zusammenarbeiten.

„Im Namen des Kreisrates in Lobez, des Kreisvorstands sowie in eigenem Namen, möchten wir unser Interesse an einer Zusammenarbeit mit den deutschen Teritorialselbstverwaltungen und mit ihren lokalen Gmeindeeinheiten äußern. Wir möchten, dass die Zusammenarbeit auf guten und freundschaftlichen Beziehungen aufgebaut wird und dass sie zu Verbindungen und zur Vertiefung der Kontakte unter unseren Gesellschaften führt. In der Zeit der neuen EU werden neue Partnerschaften angestrebt, da diese eine wichtige Rolle in der Entwicklung der modernen Staaten spielen. Wir möchten einen Austausch der Erfahrungen unter den Ratsmitgliedern, den Führungskräften und den Kreisbeamten zu Berufsthemen sowie auch über Handlungen, die für die Kreisarbeit spezifisch sind führen. Wir könnten auch den Schüleraustausch unter den Schulen initiieren und unterstützen sowie auch unter Gemeindeorganisationen, Gesellschaften, Firmen und Wirtschaftsorganisationen fördern, vor allem in den Bereichen Kulturaustausch, Zusammenarbeit und Jugendaustausch (Kultur und Arbeitspraktikum), Naturschutz, Kleinproduktion und Touristik und Sport.“ heißt es in der Erklärung.

Beigeordnete Kerstin Kassner wird die Gäste auf dem Mönchgut begrüßen. In den von 10 bis 16 Uhr geplanten Gesprächen wird eine konkretisierung der Zusammenarbeit erwartet.

Optionskommune Vorpommern-Rügen?

Kommunales Jobcenter auf der Agenda des Kreistages am 19. Dezember

Grimmen/Rügen (gü/DR). Die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses des Kreistages werden sich am heutigen 23. November zu ihrer konstituierenden Sitzung treffen. Diese beginnt um 16 Uhr im Kreistagssaal (Kreisverwaltung Grimmen, Bahnhofstraße 12/13). Nach den Wahlen zum Vorsitzenden und seinen Stellvertretern haben sich die Mitglieder u.a. über das Thema Optionskommune zu verständigen.

So soll die weitere Betreuung der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Bürger und ihrer Familien in den Händen der Kreisverwaltung liegen.

Der ehemalige Landkreis Nordvorpommern hatte mit Zweidrittelmehrheit auf einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, die Betreuung der langzeitarbeitslosen Einwohner in einem Kommunalen Jobcenter in Eigenregie zu übernehmen. Bislang geschieht dies noch in gemeinsamen Einrichtungen von Landkreis und der Bundesagentur für Arbeit, in der ARGE. „Wir wollen das Beste für unsere hilfebedürftigen Bürger und ihre Familien vor Ort erreichen“, betont Landrat Ralf Drescher (CDU) in diesem Zusammenhang und setzt auf Eigenverantwortung.

„Nordvorpommern hat mit seinem Konzept Landes- und Bundesregierung überzeugt und so die Zulassung erhalten, ab Januar 2012 ein Jobcenter in Eigenregie zu führen“, untermauert Drescher. „Die Vorbereitungen für das Kommunale Jobcenter im Gebiet des ehemaligen Landkreises Nordvorpommern sind auf einem sehr guten Stand und mit der Bundesagentur für Arbeit haben wir dabei bislang sehr kooperativ zusammengearbeitet“, betont der Landrat.

„Die effektivste Gestaltung einer ganzheitlichen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik unter Einbeziehung aller Kompetenzen des Landkreises ist die kurz formulierte Zielstellung dieses kommunalen Jobcenters. Dahinter verbirgt sich, dass bei der Betreuung alle Bereiche wie Jugend, Schulen, Soziales, Gesundheit oder auch Wirtschaftsförderung eng zusammenarbeiten und vor allem auch der Landkreis mit seinem Kreistag, den Gremien und der Verwaltung eigene Prioritäten bei Arbeitsvermittlung, Qualifizierung und ganzheitliche Betreuung der Familien setzen können. Die Gegebenheiten vor Ort können besser berücksichtigt werden“, so seine Einschätzung. Entscheiden wird der Kreistag am 19. Dezember.

CDU-Kreistagsfraktion für Optionskommune

raktionsvorstand komplettiert / Langzeitarbeitslose sollen selbst betreut werden

Stralsund/Rügen (DR). Auf der letzten Sitzung der CDU-Fraktion sind wichtige Personalentscheidungen getroffen worden. So wurde der Vorstand der Fraktion komplettiert. Wie der Vorsitzende der CDU-Fraktion Andreas Kuhn jetzt informiert, wählten die Mitglieder den Stralsunder Dr. Ronald Zabel zu seinem ersten Stellvertreter. Mit dem Landtagsabgeordneten Burkhard Lenz wurde ein Rüganer zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Mit Kathrin Meyer wurde eine den Nordvorpommern bekannte Kommunalpolitikerin seine dritte Stellvertreterin im Vorstand der CDU-Fraktion. Mit Zustimmung der Fraktion wurde der Stralsunder André Meißner zum Geschäftsführer der Fraktion berufen. Meißner war bislang auch ehrenamtlicher Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Kreistag Rügen.

„Damit sind wir personell schlagkräftig aufgestellt und vereinen alle Regionen des Landkreises Vorpommern-Rügen. Gut geordnet und in den Ausschüssen des Kreistages hervorragend vernetzt können wir uns den anstehenden Aufgaben stellen.“

Als eine der ersten wichtigen Aufgaben wird sich die Fraktion der Organisationsstruktur der Optionskommune widmen. „Nach bestehendem Beschluss des Alt-Landkreises Nordvorpommern werden wir die Betreuung der Langzeitarbeitslosen (SGB II Leistungsempfänger) ab 2012 in die Hände des Landkreises nehmen. Wissenschaftliche Evaluation haben Vorteile der Option der Landkreise belegt. So sind die Kontakte zu den ortsansässigen Firmen gut und die Verwaltungskosten niedriger als in vergleichbaren ARGEn“, so Fraktionsführer Kuhn.

„Wir wollen allen ein Angebot in der Heimatregion unterbreiten können und sie nicht als Nummer einer Statistik nach Hamburg, Berlin oder München verfrachten. Im Landkreis Vorpommern-Rügen kann es nur eine Betreuungsform geben und daher werden wir eine Arbeitsgruppe zur Information und Diskussion mit dem Ziel der Entscheidungsfindung zur Organisationsstruktur der Optionskommune bilden. Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze in der Region zu sichern und individuelle bzw. familienfreundliche Angebote zu machen.“ so Andreas Kuhn.

Hitzige Debatte um Nothafen Darßer Ort

Große Koalition im Landtag spricht sich für Bau eines Etappenhafens aus

Von Robby Günther

Schwerin/Zingst. Die hitzigen Debatten um die Unterhaltung des Nothafens Darßer Ort gehen weiter! Die Große Koalition aus SPD und CDU hatte das Thema während der Landtagssitzung am zurückliegenden Mittwoch wieder auf die Tagesordnung gebracht. Mit einem eigenen Antrag, der den Bau eines Etappenhafens auf dem Fischland-Darß-Zingst fordert. In dem Antrag heißt es dazu: Der Landtag hält den Bau eines Etappenhafens auf dem Fischland-Darß-Zingst für erforderlich. Die Landesregierung wird aufgefordert, bis zur Errichtung eines neuen Hafens mit Nothafenfunktion mit notwendigen Unterhaltungsbaggerarbeiten in der Fahrrinne die Benutzung des Hafens am Darßer Ort als Nothafen für die Stationierung des Seenotkreuzers sicherzustellen.

Die Benutzung des derzeitigen Nothafens wird nur im Rahmen der Verordnung über die Festsetzung des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft vom 12. September 1990 gewährleistet. Mit dem Neubau eines Etappenhafens wird der Rückbau des Nothafens einhergehen. Soweit der Antrag, der mit Mehrheit angenommen wurde. Dagegen sind Naturschutzverbände und auch die neue Fraktion des Bündnis90/Die Grünen im Landtag. Speziell wird die Ausbaggerung der Fahrrinne im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft seitens der Gegner scharf kritisiert.

Uta Maria Kuder (CDU), Justizministerin des Landes, erklärte in der Debatte, dass es bei der Unterhaltung des Nothafens um die Hilfe und Rettung für in Not geratene Segler gehe. Auch für maritime Notsituationen ist der Hafen als Stützpunkt für schnelle Hilfe unerlässlich. Im Nothafen ist ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS stationiert, der von dort schnell zu Unglücksstellen vorstoßen kann.

Der Rügener Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz (CDU) hat den Beschluss des Landtages zum Etappenhafen auf Fischland-Darß-Zingst begrüßt und gegen Kritik der Naturschutzverbände verteidigt. „Hier geht es nicht um Wortbruch, sondern um Menschenleben“, entgegnete Burkhard Lenz der Kritik der Naturschutzorganisation BUND. „Der Landtag hat mit dem Beschluss des Antrages der Koalition ganz klar unterstrichen, dass die Stationierung des Seenotkreuzers im Nothafen Darßer Ort keine Dauerlösung ist. Allerdings muss dieser Hafen bis zur Inbetriebnahme einer Alternative offen gehalten werden“, so Lenz weiter. Bereits in der letzten Legislaturperiode hatte sich der gelernte Kapitän für Darßer-Ort ausgesprochen.

In Zusammenhang mit der Offenhaltung des Nothafens Darßer Ort sprach sich der Abgeordnete auch dafür aus, das Baggergut außerhalb der Schutzgebiete zu verklappen. Sollte weiter eine Verklappung von Baggergut innerhalb der FFH- und Nationalparkgebiete angestrebt werden, sei zunächst eine Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Wenn weiter innerhalb der Schutzgebiete verklappt werden sollte, muss nächstes Jahr wieder eine Baggerung stattfinden, um die Fahrrinne offen zu halten, mahnt der umweltpolitische Sprecher seiner Fraktion. Denn es wurde erst im Jahr 2010 das letzte Mal gebaggert. Da die einst eingerichteten Schutzmaßnahmen gegen die Versandung im Laufe der Zeit entfernt wurden (Strömungsspundwand und Sandfallen) macht es sich nun notwendig, in kürzeren Abständen die Fahrrinne auszubaggern.

„Vor Ort gibt es das Bekenntnis zum Bau eines neuen Hafens in Zingst. Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird diesen Neubau nachhaltig unterstützen“, so der Landtagsabgeordnete weiter. Die Perspektive scheint also klar: Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Hafens muss der bestehende Nothafen jedoch offen gehalten werden, um einerseits den Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Standort zu nutzen, andererseits um in Not geratenen Seglern einen Anlaufpunkt zu geben. Der geplante Hafen in Zingst wird dann die Lücke zwischen Warnemünde und dem nächsten östlichen Rettungshafen Barhöft endgültig schließen, sind sich die Koalitionäre einig. Der Bau des neuen Hafens in der Gemeinde Zingst wird zudem Thema einer Informationsveranstaltung sein, die am kommenden Donnerstag, 24. November, ab 19.30 Uhr im Zingster Kurhaus stattfindet. Der Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz fordert in diesem Zusammenhang einen wirtschaftlich funktionierenden Hafen, der sich nach Fertigstellung aus eigener Kraft trägt.

Erster Ausschuss des Kreistages konstituier

Wotan Drescher (CDU) führt den Wirtschafts- und Tourismusausschuss

Grimmen/Rügen (gü). Kreistagsmitglied Wotan Drescher (CDU) ist neuer Vorsitzender des Kreisentwicklungs,- Wirtschafts- und Tourismusausschusses des Kreistages Vorpommern-Rügen. Dessen Mitglieder trafen sich am Montag dieser Woche zu ihrer konstituierenden Sitzung. Mit der Sitzung hat der erste Fachausschuss seine inhaltliche Arbeit aufgenommen. Drescher ist Bauingenieur und stammt aus der Gemeinde Süderholz.

Zum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden wurde anschließend der SPD-Kreistagsabgeordnete Ulrich Frohriep gewählt. Über den zweiten Stellvertreter können sich die die Rüganer freuen. Mit dem FDP-Abgeordneten Reinhard Liedtke ist ein gestandener Kommunalpolitiker und Bürgermeister der Insel in diese Funktion gewählt worden.

Die insgesamt 15 Mitglieder des Ausschusses hatten sich am Montag gleich mit einigen Top-Themen des neuen Kreises zu befassen. So wurde der Zusammenführung der Eigenbetriebe „Abfallwirtschaft für Rügen (AfR)“ und „Zentrum für Abfallwirtschaft Nordvorpommern“ grünes Licht gegeben. Die entsprechende Beschlussvorlage wurde für den Kreistag freigegeben. Auch die neue Betriebssatzung für den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises Vorpommern-Rügen bekam grünes Licht.

Nicht durchgewunken und wieder zurückgestellt wurde eine Beschlussvorlage im Zusammenhang mit der geplanten Betrauung der ÖPNV-Verkehre der Hansestadt Stralsund durch den neuen Landkreis. Hier sahen die Ausschussmitglieder weiteren Informationsbedarf, der in den kommenden Wochen und Monaten durch die Vertreter der Verwaltung in neuen Beschlussvorlagen aufbereitet werden soll. Zudem sprach sich der Ausschuss für die Wahrnehmung des Kreises als so genannte Optionskommune aus.

Gute Schule -Freie Schule Glowe

„Tag der offenen Tür“ mit Einblicken in erfolgreiches Wirken

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Die Band (noch) ohne Namen der Freien Schule Glowe bestand den ersten Auftritt mit viel Applaus. Foto: Pfaffe

Glowe (apf). Gut besucht war der „Tag der offenen Tür“ am Samstag an der Freien Schule Glowe - und von den Lehrern und Schülern gut vorbereitet. Thomas Jäcker vom Trägerverein RÜGENER SCHUL(T)RÄUME e.V. und dem Träger der Kita, dem RÜGENER KINDER(T)RÄUME e.V. kann stolz auf seine Schützlinge sein, die allen Gästen einen tiefen Einblick in das Lernen und Leben hier boten. „Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist der Jenaplan mit seinen Säulen Arbeit, Gespräch, Spiel und Feier. letztere bietet jeden Freitag den Kindern die Möglichkeit, das zu beweisen, was sie in der Woche gelernt haben, und das motiviert“, so Jäcker.

Die 64 Kinder in der Schule lernen in altersgemischten Stammgruppen. „Wir bevorzugen soziale und kommunikative Methoden des Lernens, wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit und fächerübergreifende Projektarbeit. Hier lernen die Kinder mit Lust, verstehen dieses Lernen gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern als Lebensaufgabe und bleiben neugierig“, so Jäcker. Rund 30 Kinder besuchen zudem die Kita und den Hort.

Besonders aufgeregt waren an diesem Tag auch Johanna (Sängerin), Richard (Sänger), Hans-Wilhelm und Paule (Gitarre), Anton (Bass), Christoph (Technik/Bass) und Chef Henry am Schlagzeug. Denn die Band (noch) ohne Namen hatte da ihren ersten öffentlichen Auftritt und sie bedankt sich damit bei CIS Kargo aus Mukran, welche die Instrumente für die Schülerband gesponsert hat. Und dass sich dies gelohnt hat, konnten die Gäste dann auch erleben. „Weiter so“, war die einhellige Meinung und man darf gespannt sein, was aus den musizierenden Schülern noch so werden mag. Wer am Samstag keine Zeit hatte, sich von den Vorzügen der Freien Schule Glowe zu überzeugen, der kann das nach Terminvereinbarung gerne nachholen. Noch stehen für das laufende Schuljahr freie Kapazitäten zur Verfügung und auch im nächsten Jahr wird eine 1. Klasse eingeschult.

Infos über die Website unter www.freie-schule-glowe.de.

10. Pokalwettkampf an der Berufsschule Rügen

Aus dem Pokal der Landrätin wird Rügen-Pokal der Gastronomie

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Alle Teilnehmer am Wettbewerb haben gewonnen - wichtige Erfahrungen für das künftige Berufsleben. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Am vergangenen Samstag ähnelte das Atrium der Beruflichen Schule Rügen, die in diesen Tagen das 10. Jubiläum der Inbetriebnahme feiern konnte, eher einem Ballsaal, als einer Bildungseinrichtung. Grund dafür war der 10. Pokalwettkampf um den Pokal der Landrätin des Landkreises Rügen, welcher im September in den Großkreis Vorpommern-Rügen aufgegangen ist. „Deshalb wird es den Pokal der Landrätin nicht mehr geben“, so die Beigeordnete Kerstin Kassner (DIE LINKE). „Aber“ - fügte sie hinzu - „die bisher 10-jährige Tradition, besonders begabten Auszubildenden im Bereich Köche und Service eine besondere Chance zur Weiterentwicklung zu bieten, wird weiter leben, als ’Rügen-Pokal der Gastronomie’.“ Auch Landrat Ralf Drescher finde diese Wettbewerbspraxis gut und will diese unterstützen. Auch in Barth und Ribnitz gibt es ähnliche Wettbewerbe und man müsse sehen, ob man diese miteinander verbinden kann.

Und in Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtig, dass die Ausbildungsbetriebe gemeinsam mit ihren Auszubildenden die Chancen nutzen, die solche Wettbewerbe, die durchaus auch als Prüfungsvorbereitungen angesehen werden können, zu nutzen, um sich selbst den benötigten Nachwuchs auszubilden. „Für den Wettbewerb spielen die unzähligen Sponsoren eine wichtige Rolle, die heute eingeladen sind und bei denen ich mich im Namen auch des Köchevereins der Insel Rügen, der vor nunmehr 10 Jahren diesen Wettkampf ins Leben gerufen hat, herzlich bedanken möchte“, so Kerstin Kassner.

Nach der Eröffnung wurde an den 10 durch die teilnehmenden Hotel- und Restaurantfachleute - als einem Bewertungskriterium - festlich gestalteten Tafeln ein 4-Gänge-Menü serviert, welches sich sehen und schmecken lassen konnte. Alles stand an diesem Abend unter der strengen Kontrolle der Juroren - ob in der Küche oder im Festsaal.

Aus geräuchertem Heilbutt, Stremellachs und Garnelen mussten die Köche eine Vorspeise zaubern, der eine Suppe aus schwarzen und roten Linsen mit Schweinebauch folgte. Für das Hauptgericht standen Enten und Schweinefilet zur Verfügung und aus Limetten, Magerquark und Johannisbeerpüree war das Dessert herzustellen.

Bevor die Hotel- und Restaurantfachleute und Köche des 2. und 3. Lehrjahres in der Praxis tätig werden durften, galt es jeweils auch einen Theorietest zu absolvieren, der in die Bewertungen mit einging. Die Juroren hatten es auch in diesem Jahr nicht einfach. Holger Mootz, Initiator des Culinary Team Rügen und 1. Sprecher der Jugendwarte im Landesverband Nord im Verband der Köche Deutschlands e.V. konnte vor der Siegerehrung resümieren: „Das Niveau war wirklich gut. Ich habe das im Landesverband selten so erlebt. Wir haben zwar nur noch wenige auszubildende Köche, die beim Wettbewerb mitmachen, aber diese sind dafür wirklich gut.“

Andreas Michel, Vorsitzender des Rügener Köchevereines und „Vater“ des Pokalwettkampfes hatte auch bei diesem Wettbewerb die Regie gut in der Hand - und erneut einen besonderen Höhepunkt organisiert. Während die Juroren rechneten konnten sich die Gäste des Abends an den Darbietungen von Schülern der Musikschule Rügen erfreuen. So wird das Atrium eben auch zum Konzertsaal. Rundum eine gelungene Sache war das - und dafür gehört an dieser Stelle dem Lehrerteam und den Schülern sowie dem technischen Personal der Schule und den Juroren ein großer Dank, die zur Sicherstellung dieses Wettbewerbes ihre Freizeit beisteuerten.

Platzierungen Köche

Platz 1: Camillo Schröder - Hotel Wreecher Hof

Platz 2: Andreas Mohr - Seebrücke Sellin

Platz 3: Patrick Ziem - Hotel Wreecher Hof

Plätze 4: Robby Waldmeyer - Travel Charme Kurhaus Binz, Jennifer Lindenau - Störtebeker Sporthotel Samtens, Sebastian Oldermann - Ostseeklinik Königshörn, Phillip Grabow - Seebrücke Sellin, Dominik Heine - IFA Rügen Hotel & Ferienpark, Cindy Hansekowski - Ostseeklinik Königshörn, Christoph Staats - Hotel Xenia Sellin

Die Juroren Köche

Paul Papke - Cullinary Team Rügen, Andreas Hartwig - Hotel Baedhaus Goor, Fred Beck - Travel Charme Kurhaus Sellin, Reinhold Berger - IFA Rügen Hotel & Ferienpark, Mathias Heyder - Travel Charme Kurhaus Binz, Harald Golinsky - Ostseeklinik Königshörn, Karl Haag - ehemals Grohne Schule, Holger Mootz - Wreecher Hof

Platzierungen Service

Platz 1: Raphael Reichardt - Travel Charme Kurhaus Binz

Platz 2: Rene Krauß - Cliff Hotel Rügen Sellin

Platz 3: Adrian Imm - Radisson Blu Resort Rügen

Plätze 4: Marcus Beetz - Travel Charme Nordperd Göhren, Franziska Beermann - Travel Charme Kurhaus Sellin, Carolin Ert - IFA Rügen Hotel & Ferienpark Binz, Stefanie Kersten - Seehotel Binz Therme, Nicole Polzin - Travel Charme Kurhaus Sellin, Sebastian Hannemann - Seehotel Binz Therme, Johannes Denkevitz - IFA Rügen Hotel & Ferienpark

Die Juroren Service

Sylvie Erdmann und Edeltraud Haase - Berufliche Schule, Seniorin Anne Rothkirch, Christine Knebel - Gastmahl des Meeres Sassnitz, Uta Bünting - IFA Rügen Hotel & Ferienpark, Kerstin Scholz - Strandhotel Sassnitz.

Tourismustag: Kooperationsbereitschaft der Anbieter eingefordert

Prof. Dr. Eisenstein mahnt: „Alle müssen zusammenarbeiten, um Marke Rügen zu stärken“ / Katalog 2012 vorgestellt

Juliusruh (gü). Es geht nur gemeinsam! Das ist die einfache – und doch nicht einfach umzusetzende - Erkenntnis des diesjährigen Tourismustages. Der Vorstand des Tourismusverbandes Rügen konnte am letzten Freitag rund 120 Rügener Vertreter aus Tourismus und Dienstleistung in der Aquamaris Strandresidenz begrüßen. Es sollte an diesem Nachmittag um das Thema „Stärken und Potenziale der Urlaubsregion Rügen“ gehen. Anhand einer repräsentativen Befragung unter 3.000 Teilnehmern sollte den Akteuren auf Rügen vor Augen geführt werden, wie die Markt gemeinsam gestärkt und am hart umkämpften Tourismusmarkt platziert werden kann.

Mit Prof. Dr. Bernd Eisenstein war ein Referent verpflichtet, der den Rüganer bestens vertraut ist. Und er schrieb ihnen abschließend ins Stammbuch: „Zur Umsetzung einer erfolgreichen Marke bedarf es des Kooperationswillen aller Beteiligten - ohne Eitelkeiten. Das ist der entscheidende Faktor im Wettbewerb.“ Eisenstein unterstellte den Anwesenden und Betroffenen: „Da können Sie noch eine Menge machen!“

Die von ihm vorgestellte Studie beleuchtet 134 Feriendestinationen in Deutschland. Anhand der empirischen Daten müssen sich die Rügener Anbieter folgendes fragen: „Wir wen wollen wir was anbieten und wo wohnen die?“, formulierte des der Referent. Seit 2009 sind diese Daten gesammelt worden und werden nun Handlungsgrundlage für den entsprechenden Markenauftritt sein. Rügen steht als Ferienziel Nummer sieben laut der Befragung deutschlandweit unter den TOP 10 da. Übrigens, der direkte Mitbewerber Usedom liegt nach Informationen dieser Zeitung deutlich hinter Rügen.

Soweit, so gut. Die Bettenauslastung ist nach Eisensteins Worten „ok, man klage auf einem hohen Niveau“. Die ist aber kein Grund, sich auszuruhen, wie er betonte. Die Insel Rügen kann in Sachen Bade- und Natururlaub sowie Wellness am meisten bei den Befragten punkten. Der Weiterempfehlungswert ist hoch, Rügen liegt bei der Frage nach einer Kurzreise auf Platz sieben unter den ersten zehn.

Eisenstein stellte fest, dass kaum einzelne Orte von den Befragten genannt wurden, sondern hauptsächlich die Marke Rügen. Immerhin 82 Prozent der Befragten kennen Rügen, 62 haben Sympathie bei der Befragung für die Destination erkennen lassen.Immerhin 35 Prozent sind zu einer Kurzreise bereit, bei den Langreisen sind es noch 23 Prozent.

Mit den Erkenntnissen, dass Bade- und Natururlaub an erster Stelle stehen, muss künftig eine Zielgruppenansprache gestaltet werden, lautet das Fazit in diesem Zusammenhang. Immerhin sind demnach die so genannten Best Ager, junge Leute und Familien die Hauptzielgruppen für Rügener Vermieter, wie der Referent herausarbeitete. Doch durch die Vielfalt auf dem Markt ist die Bindung nicht mehr so groß – man muss Gäste langfristig binden. Und dabei kam noch eine Überraschung heraus: Die Quellmärkte der Zukunft sind Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland für Rügen.

Die Bedingungen sind auf Rügen gut, auch künftig im nationalen und internationalen Wettbewerb mit breiter Brust aufzuwarten. Somit wollen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management und Tourismus der FH Westküste aus Heide der Tourismusverband und auch die Tourismuszentrale Rügen künftig Markenbausteine schaffen, um die Ansprache an neue und bisherige Gäste zu verbessern. Aus diesem Grund müssen alle Anbieter und Leistungsträger der Branche sich unter der Marke Rügen versammeln und ihre Potenziale einbringen. Dies bestätigte übrigens auch Josef Schirgi, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis aus Österreich. Er legte anschließend nahe, wie eine erfolgreiche Umsetzung einer Marke in der Praxis aussehen kann.

Referent Eisenstein legte während seiner Ausführungen aber auch den Finger in die Wunde. Es gibt „Baustellen“ auf Rügen, die er als „Schwächen“ bezeichnete. Diese waren während der Befragung deutlich hervorgetreten. Kritisiert wurden von den Befragten das Preis/Leistungs-Verhältnis in der Gastronomie, Angebote beim ÖPNV, mangelnde Beschilderung und auch der Verkehr auf Rügens Straßen. Weiterhin fehlende Schlechtwetterangebote und die Freundlichkeit der Mitarbeiter. Gerade der letzte Punkte veranlasste Eisenstein, den anwesenden Vertretern des Rügener Tourismus ins Gewissen zu reden. „Die Bevölkerung muss den Tourismus wollen. Wenn sich dieses Verhältnis ins Negative umkehrt, wird es für den Standort schwierig“, appellierte er an die Anwesenden, jeden Tag den eigenen Mitarbeitern ein Vorbild zu sein im Umgang mit Gästen.

Die oben erwähnten Markenbausteine sollen in 2012 in die Tat umgesetzt werden. Mit den gewonnenen Daten, die übrigens im Internet auf der Seite des Tourismusverbandes hinterlegt sind, sollen die genauen Ansprachen an die gefundenen Zielgruppen erfolgen.

Während des Tourismustages wurde auch der neue Gastgeberkatalog 2012 vorgestellt. Er ist immer noch das Marketinginstrument neben der ruegen.de, wie es in diesem Zusammenhang hieß. Die knapp 200 Seiten umfassende, von der Tourismuszentrale Rügen herausgegebene Broschüre stimmt den Leser mit einer Reise durch die Urlaubswelten der Insel Rügen ein, gibt im umfassenden Service-Teil einen Überblick über Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote und präsentiert Rügens sonstige touristische Angebote. Im Gastgeberverzeichnis sind wie jedes Jahr Unterkünfte aller Preis- und Ausstattungskategorien – sortiert nach Regionen – aufgelistet.

 „Trotz der Konkurrenz aus dem Internet ist und bleibt der  Rügenkatalog eines der wichtigsten Werbemittel und Imageträger für die Urlaubsinsel Rügen“, unterstreicht Constance Patrunky, Sprecherin der TZR, gegenüber dieser Zeitung. „Fast 800 Inserenten konnten wir in diesem Jahr gewinnen. Für dieses Vertrauen möchten wir uns bei allen Förderern und Partnern sowie all jenen bedanken, die eine Anzeige in Rügens größtem Gastgeberverzeichnis geschaltet haben“.  Der Rügenkatalog 2012 erscheint in einer Auflage von 100.000 Stück – aufgrund wiederholter Gästeanfragen wird ein Teil dieser Auflage in diesem Jahr erstmals auch als digitale Variante auf CD-Rom erscheinen. Sie enthält neben allen Informationen, Texten und Bildern der Printversion auch die Möglichkeit der digitalen Verbindung zu den Kundenplakaten und zur Online-Buchung auf der Internetseite www.ruegen.de.

 Mehrere zehntausend Exemplare des Rügenkatalogs werden jährlich von der TZR per Post verschickt. Sie werden sowohl bei Tourismusmessen, so genannten Roadshows und Promotionaktionen als auch durch den Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern vertrieben. Weitere Infos unter: www.ruegen.de

Kreistag besetzt seine Ausschüsse

Konstituierende Sitzungen am 21., 22. und 23. November sowie 1. Dezember

Grimmen/Rügen (gü). Nun kann die politisch-inhaltliche Arbeit des neuen Kreistages Vorpommern-Rügen beginnen! Während ihrer zweiten Sitzung haben die Mitglieder des Kreistages die personellen Weichen für die Besetzung der sechs Fachausschüsse gestellt. Jugendhilfe- sowie Rechnungsprüfungsausschuss wurden bereits während der Konstituierung des Kreistages besetzt. In allen nunmehr beschlossenen Ausschüssen arbeiten 15 Mitglieder mit. Im Haushalts- und Finanzausschuss werden von Rügen die Kreistagsmitglieder Kristine Kasten (SPD) und Frank Kracht (LINKE) vertreten sein. Als sachkundiger Bürger kommt Norbert Manfraß hinzu.

Eine stärkere Rügener Kompetenz ist im Kreisentwicklungs-, Wirtschafts- und Tourismusausschuss zu verzeichnen. Hier stellen die Rüganer mit Ingulf Donig (SPD), Marken Houben, Gisela Lemke (beide CDU), Torsten Jelinski (B90/Die Grünen) und Reinhard Liedtke (FDP) gleich fünf Kreistagsmitglieder. Mit Uwe Dalski und Gerd Klötzer kommen noch zwei sachkundige Einwohner hinzu.

Im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Fischerei- und Forstwirtschaft sind mit Holger Nebel, Kathrin Stein und Ulf Steiner ausschließlich sachkundige Bürger von Rügen vertreten. Im Ausschuss für Soziales und Gesundheit sind die Kreistagsmitglieder Norbert Thomas (CDU) und Andrea Zachow (LINKE) vertreten. Hinzu kommen die sachkundigen Einwohner Wolfgang Kannengießer, Christian Kunschke und Anja Ratzke. Im Bildungs- und Kulturausschuss sind die Kreistagsmitglieder Norbert Benedict (SPD), Andrea Kähler (LINKE) sowie Axel Thiede und Norbert Thomas (beide CDU) zu finden.Hier gibt es keinen sachkundigen Einwohner von Rügen.

Im Ausschuss für Prävention, Brand- und Katastrophenschutz sind keine Rügener Kreistagsmitglieder vertreten. Hier arbeiten künftig die sachkundigen Bürger Christopher Fetting, Gustav Lüth und Matthias Schmeißer mit.

Die Mitglieder der Fachausschüsse des Kreistages treffen sich in der kommenden Woche zu ihren konstituierenden Sitzungen. Den Anfang macht der Kreisentwicklungsausschuss am Montag, 21. November, um 16 Uhr. Es folgen am Dienstag, 22. November, Sozial- und Umweltausschuss (um 16 bzw. 17 Uhr). Am kommenden Mittwoch, 23. November, treffen sich dann Finanz- und Bildungsausschuss (um 16 bzw. 17 Uhr) zu ihren jeweiligen Sitzungen. Der Jugendhilfeausschuss wird sich am Donnerstag, 1. Dezember, um 17 Uhr treffen. Seine Sitzung findet, wie die Sitzungen des Sozial- und des Bildungsausschuss, im Gymnasium Grimmen (Anemonenweg 2) statt. Alle anderen öffentlichen Sitzungen der o.g. Ausschüsse finden im Kreistagssaal in Grimmen (Bahnhofstraße 12/13) statt.Info: www.lk-nvp.de

Für Lehrer, Schüler und Eltern

SPD-Kreistagsfraktion bildet Arbeitskreis Schule

Bergen auf Rügen (DR). Auf ihrer letzten Fraktionssitzung fasste die Kreistagsfraktion der SPD den Beschluss, einen Arbeitskreis Schule zu bilden. Darüber informiert Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Kerth in einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung.

Begründet wird dieser Schritt damit, dass es notwendig sei, direkt an den Schulen mit Lehrern, Schülern und Elternvertretern ins Gespräch zu kommen, so Kerth. Als Kreistagsmitglieder arbeiten in dem Arbeitskreis von Beginn an Norbert Benedict aus Sassnitz, Dr. Heike Carstensen aus Stralsund sowie Ulrich Frohriep aus Süderholz mit. So werde sichergestellt, dass die unmittelbaren Auswirkungen und die Akzeptanz aktueller Themen wie Inklusion, Individualisierung von Fördermaßnahmen und längeres gemeinsames Lernen in die Kreistagsarbeit einfließen können.

Der Arbeitskreis sieht sich als Kontaktstelle und wird in den Schulen und Einrichtungen vor Ort ein offenes Ohr für praktische Fragen haben. Die gewonnenen Eindrücke sollen direkt in die Kreistagsarbeit einfließen.

Stefan Kerth merkt dazu weiter an: „Unser Denken endet aber nicht auf der Kreistagsebene. Über die Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen und den Landtagsabgeordneten Ingulf Donig haben wir auch einen direkten Draht in die Parlamente. Was wir hier vor Ort nicht beeinflussen können, findet den Weg in die landes- oder bundespolitische Ebene.“ Interessierte wenden sich bitte an die Regionalgeschäftsstelle der SPD in Greifswald unter (03834) 2500.

IHK sucht den „TOP Ausbildungsbetrieb“

Rügener und Stralsunder Unternehmen in die IHK-Vollversammlung berufen

Rostock/Rügen (gü). Bereits zum fünften Mal schreibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock den Titel „TOP Ausbildungsbetrieb“ aus. Darüber informiert ein Sprecher der IHK gegenüber unserer Zeitung.

Ausbildungsbetriebe der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, die mindestens seit fünf Jahren erfolgreich ausbilden, können ihre Bewerbungsunterlagen noch bis zum Mittwoch,  30. November, einreichen, wie es in diesem Zusammenhang heißt. Ausführliche Informationen zu den Ausschreibungskriterien sowie den Bewerbungsbogen erhalten Sie unter www.top-ausbildungsbetrieb.de. Unterdessen hat die IHK ihre Wahl zur Vollversammlung abgeschlossen. In der neuen Vollversammlung finden sich auch einige Rügener und Stralsunder Unternehmen, die die Interessen der IHK-Mitglieder vertreten werden:

Gewählt sind in der Gruppe Industrie Hans Lange (Planen Lange) aus Poseritz und Jürgen Nordmann (Stralsunder Brauerei) aus Stralsund. Im Bereich Groß- und Einzelhandel sind Manfred Eggert (Auto Eggert GmbH) aus Bergen auf Rügen, Florian Fritsch (Drogerie Fritsch) aus Sassnitz und Mathias Rohloff (Rohloff Moden Binz) aus Bergen auf Rügen gewählt. In der Gruppe Verkehr und Nachrichtenübermittlung wurde Jörg Lettau (Weiße Flotte Stralsund) aus Altenkirchen durch die Vertreter gewählt. In der Gruppe Gastgewerbe wurden Matthias Ogilvie (Panorama Hotel) aus Lohme und Ralf Schlüter (Strandhotel Baabe) aus Baabe gewählt. In der Gruppe sonstige Dienstleistungen konnte sich zudem Thomas Küster (Garten- und Landschaftsbau) aus Bergen auf Rügen empfehlen. Die neue Vollversammlung wird im März 2012 das erste Mal zusammentreten.

Rügener Unternehmen bei Offshore-Messe

Fährhafen Sassnitz präsentiert sich auf der EWEA Offshore 2011 in Amsterdam

Mit einer Ausstellungsfläche von rund 8.000 Quadratmetern, über 460 angemeldeten Ausstellern und geschätzten 7.500 Teilnehmern ist die European Offshore Wind das größte Offshore-Windenergie-Event weltweit. Der europäische Windenergieverband (EWEA) organisiert die Konferenz und Messe alle zwei Jahre. Sie bringt führende Unternehmen aus der Branche aus Europa, Nordamerika und Asien zusammen – darunter Hersteller, Entwickler, Energieversorger, Häfen, Logistikdienstleister sowie Zulieferer.

„Europa baut seine zentrale Rolle als Global Player im Bereich der Offshore-Windenergie immer stärker aus“, erläutert Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH. „In der Nordsee sind bereits vier Windparks in Betrieb genommen worden und rund 23 sollen noch folgen. Doch auch für die Ostsee sind die Perspektiven sehr gut – im Mai ging EnBW Baltic 1 ans Netz, drei weitere Windparks befinden sich derzeit in Planung und neun durchlaufen das Genehmigungsverfahren. Mit der Erweiterung des Fährhafens Sassnitz zum Basishafen für Offshore-Projekte möchten wir der Offshore-Industrie als starker Partner für die Umsetzung zukünftiger Windenergie-Projekte zur Verfügung stehen.“

Kooperationen wie mit dem „Windenergy Network Rostock“ unterstützen diese Zielsetzungen. So wird auf der EWEA Offshore, in Ergänzung zu dem gemeinsamen Auftritt mit der Buss Ports, der Fährhafen im Rahmen einer Logopartnerschaft auch am Stand des Netzwerkes vertreten sein, um dort Gespräche mit regionalen Offshore-Unternehmen zu führen.

Zusammen mit Buss Ports lädt der Fährhafen Sassnitz am 30. November um 15 Uhr zudem zu einem Standempfang ein. Kunden, Unternehmen aus der Branche, Fachverbände sowie Vertreter aus der Landespolitik können sich in diesem Rahmen über die Entwicklung der Offshore-Industrie und die Potentiale in der Ostseeregion austauschen.

Über den Fährhafen Sassnitz-Mukran

Als Tiefwasserhafen im Nordosten Deutschlands gelegen, bietet der Fährhafen Sassnitz nautisch und seegeographisch ideale Bedingungen, um als Basishafen für die Offshore-Windindustrie zu dienen. Im Umkreis von max. 30 Seemeilen befinden sich 10 Offshore-Windparks, die genehmigt sind oder gegenwärtig das Genehmigungsverfahren durchlaufen. Die Lage an der offenen See erlaubt eine einfache Hafenansteuerung ohne Revierfahrten und Lotsenpflicht. Vor Ort stehen ca. 60 Hektar für die Produktion von Anlagenkomponenten, die Montage und Verschiffung von Offshore-Windenergieanlagen sowie Service- und Wartungsarbeiten zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein weiterer bedarfsgerechter Ausbau der Infrastruktur, zum Beispiel von Schwerlastplattformen und Lagerflächen, in der Umsetzung bzw. anvisiert.

Block IV ist verkauft

Letzter Abschnitt im „Koloss von Rügen“ veräußert

Prora (gü). Der letzte Block mit der Nummer IV im „Koloss von Rügen“ ist verkauft! Ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) mit Sitz in Rostock bestätigte in der letzten Woche, dass der Block an einen privaten deutschen Investor veräußert worden ist. Der Kaufpreis soll demnach deutlich über den geforderten 500.000 Euro liegen, wie es in diesem Zusammenhang weiter heißt.

Die BIMA hatte demnach den Block IV im vergangenen Jahr zur Ausschreibung gebracht und nach Investoren gesucht. Im Laufe der Zeit hatten sich einige Interessenten auf die Ausschreibung gemeldet, so der Sprecher weiter. Allerdings wurden mit dem jetzigen Eigentümer die Verhandlungen aufgenommen, die in einen Kaufvertrag mündeten. Damit sind alle „verwertbaren“ Teile der als KdF-Bad zu NS-Zeiten geplanten und rund 4,5 Kilometer langen Immobilie an private Eigentümer verkauft. Lediglich Block V wurde an den ehemaligen Landkreis Rügen gegeben, der für das Deutsche Jugendherbergswerk eine Jugendherberge dort errichtet hat.

Dies ist aus heutiger Sicht auch die einzige Investition, die als abgeschlossen gilt. Block I gehört einem österreichischen Investor. Seine Ziele sind der Bau von Ferien- und Eigentumswohnungen. Im Block II will der in Binz bekannte Unternehmer Ulrich Busch eine touristische Nutzung mit Hotel und Wohnungen etablieren. Der Inselbogen GmbH gehört Block III. Hier sollte bereits seit einigen Jahren eine Sport- und Jugendakademie umgesetzt sein. Die Gemeinde Binz besteht darauf, dass im Block IV eine „gesunde Mischnutzung“ umgesetzt wird, wie Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos) auf Nachfrage dieser Zeitung unterstreicht. Eine weitere Schaffung von Betten-Kapazitäten lehnt die Gemeinde ab, wie der Bürgermeister bestätigt. Gleichzeitig bedauert der Gemeindechef, dass seitens der BIMA nicht mit der Gemeindeverwaltung im Zuge des Verkaufs gesprochen worden ist. Er äußert die Hoffnung, dass man mit dem neuen Eigentümer gemeinsam an eine Entwicklung von Block IV gehen möchte. Die Gemeinde kann sich Investitionen in den Bereichen Bildung, Sport, Gesundheit und Kultur vorstellen, die in Block IV eine neue Heimstatt finden könnten. „Eine Universität wäre toll“, setzt Schneider auf Bildung und Jugend.

Insgesamt bezeichnet er die aktuellen Sachstände in den Blöcken als „unbefriedigend“.

Tourismustag 2011 am Freitag

Tourismusverband lädt in die Aquamaris Strandresidenz ein

Juliusruh (fm). Stärken und Potenziale der Urlaubsregion Rügen lotet beim diesjährigen Tourismustag des Tourismusverbandes Rügen (TVR) der Referent Prof. Dr. Bernd Eisenstein vom Institut für Management und Tourismus der FH Westküste Heide aus. Am Beispiel Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol erläutert Josef Schirgi, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis, anschließend, wie man sein Wissen um Stärken und Potenziale in der Praxis umsetzen kann.

Die Veranstaltung beginnt am kommenden Freitag, 11. November, um 14 Uhr in der Aquamaris Strandresidenz. Zu Gast wird auch Sylvia Bretschneider (SPD), Präsidentin des Landtages, sein. Nach den Vorträgen ist eine Diskussion geplant und anschließend besteht bei einem kleinen Imbiss die Möglichkeit, mit den Referenten und den anderen Teilnehmern des Tourismustages ins Gespräch zu kommen.

Bereits vor zwei Jahren hatte Eisenstein beim damaligen Tourismustag die Studie „Destination Brand“ vorgestellt, in der die Stärke der Marke Rügen untersucht worden war. Der Experte war damals zu dem Schluss gekommen, dass Rügen eine „super starke Marke“ sei, die sich gut entwickelt habe. Zugleich hatte er aber auch angemahnt, die Zielgruppenstrategie zu überdenken, da die Zielgruppen noch zu vielfältig und unkonkret seien. Bei einer Strategietagung der TZR im April hatte Eisenstein das Thema noch einmal aufgegriffen und deutlich gemacht, dass sich die Urlaubsregion Rügen im internationaler werdenden Wettbewerb der Destinationen nur unter einem übergeordneten, gemeinsamen Dachmarketing zukünftig werde behaupten können. Beim Tourismustag soll erörtert werden, wie man das Wissen um die Stärke der Marke Rügen gewinnbringend für die Region einsetzen kann und wie jeder einzelne in eine übergeordnete Strategie eingebunden werden und von ihr profitieren kann. Die theoretischen Grundlagen wird Eisenstein schaffen.

Kreistag wählt dritten Beigeordneten

Abgeordnete besetzen alle Fachausschüsse / Hartes Ringen um Hauptsatzung

Von Robby Günther

Grimmen/Rügen. Die Verwaltungsspitze des neuen Landkreises vervollständigt sich! Mit Manfred Gerth (SPD) ist am Montag dieser Woche ein dritter Beigeordneter für Landrat Ralf Drescher (CDU) vom Kreistag gewählt worden. Dessen 69 Mitglieder trafen sich zu ihrer zweiten Sitzung nach der Konstituierung am 10. Oktober.

Der Sozialdemokrat Gerth bekam 41 Stimmen, 20 Abgeordnete verweigerten ihm ihre Stimme und vier enthielten sich. Komplett ist die Verwaltungsspitze mit dieser Wahl allerdings immer noch nicht. Wie der Kreistag nach intensiver und harter Debatte in seiner Hauptsatzung beschlossen hat, soll im nächsten Jahr ein vierter Beigeordneter gewählt werden. Nach Informationen dieser Zeitung will die CDU einen Vorschlag unterbreiten. Demnach ist eine Mitarbeiterin aus der Verwaltung des ehemaligen Landkreises Nordvorpommern im Gespräch. Bereits bei der Konstituierung des Kreistages Vorpommern-Rügen am 10. Oktober wurden die ersten beiden Beigeordneten Lothar Großklaus (CDU, ehemals Landkreis Nordvorpommern) und Rügens ehemalige Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) berufen. Die Amtszeit von Großklaus, der erster Stellvertreter für Ralf Drescher ist, endet regulär im Jahr 2014. Kassners Amtszeit endet im Jahr 2016. Sie wurde während der Oktobersitzung zur zweiten Stellvertreterin gewählt.

Rund zwei Stunden debattierten die Kreistagsmitglieder am Montagabend ihre neue Hauptsatzung. Ein wahrer Marathon an Änderungsvorschlägen musste durch das Präsidium moderiert werden, ehe es zur eigentlichen Abstimmung kam. Besonders umstritten waren seitens der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis90/Die Grünen die geplanten vier Beigeordneten-Posten, die die Große Koalition im Kreistag aus CDU und SPD vereinbart hatten.

Die am Montagabend beschlossene Hauptsatzung soll „Richtlinie des Handelns“ des neuen Kreistages sein, wie es während der Debatte seitens des CDU-Fraktionschefs Andreas Kuhn hieß. Um auf die kleineren Fraktionen zuzugehen, haben sich CDU und SPD im Vorfeld der Sitzung darauf verständigt, dass die Anzahl der Mitglieder der sechs Fachausschüsse von 13 auf 15 im Vorschlag erhöht wurde. Weitere Ausschüsse, wie beispielsweise ein Ausschuss, der sich um die wirtschaftlichen Betätigungen des Landkreises kümmert, fanden keine parlamentarische Mehrheit. Im Laufe der Sitzung wurden die Ausschüsse mit den Vorschlägen der einzelnen Fraktionen besetzt. Über die einzelnen Besetzungen und in welchem Ausschuss Rügener Kreistagsmitglieder und sachkundige Einwohner vertreten sind, berichten wir in der kommenden Ausgabe Ihres OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer.

In der zweistündigen Debatte um die Hauptsatzung kritisierten LINKE und Bündnis90/Die Grünen die Schaffung der Stellen von zwei weiteren Beigeordneten. Dieter Holtz (LINKE) erinnerte daran, dass einst der Kreistag Rügen seine Beigeordnetenstellen gestrichen hatte, um „oben zu sparen“. Jürgen Suhr (B90/Grüne) kritisierte scharf, dass „dieses Personalpaket Bestandteil der Koalition“ von CDU und SPD im neuen Kreistag ist. „Ich bedauere dies sehr“, so der Grünen-Politiker, der sich zuvor für die personelle Aufstockung der Ausschüsse in Richtung Kreistags-Koalition bedankt hatte. Ein weiterer Streitpunkt in diesem Zusammenhang ist der Plan, dass die künftigen Vorsitzenden der Fachausschüsse durch CDU und SPD als stärkste Fraktionen besetzt werden sollen. Die Koalition demonstrierte eindrucksvoll ihre Mehrheiten im Kreistag und lehnte entsprechende Änderungsanträge zu diesen Themen ab.

Landrat Drescher gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass „in der Zeit des Übergans Kompetenz in der Verwaltungsspitze benötigt wird, um die Verwaltung so aufzubauen, dass eine ordentliche Organisation der immerhin rund 1.100 Mitarbeiter gewährleistet ist“. Drescher weiter: „Die Beigeordneten sind keine Kostenfaktoren!“ Mit dem gewählten Sozialdemokraten Gerth ist ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann gewählt worden. Der 57-Jährige hat diesbezüglich umfangreiche Erfahrungen aus Tätigkeiten in verschiedenen Verwaltungen, wie es bei der Vorstellung hieß.

Streitthema Nummer zwei hieß an diesem Abend auch die Bestellung der Gleichstellungsbeauftragten. Drescher schlug dem Kreistag Katrin Köppen vor. Karsten Neumann (LINKE) wollte die Bestellung in den Dezember verschieben, da seine Fraktion der Ansicht sei, dass „nicht genügend Zeit gewesen sei, um sich mit personellen Alternativen zu beschäftigen“. Der Streit um die Bestellung eskalierte sogar soweit, dass die öffentliche Sitzung unterbrochen und nicht öffentlich fortgesetzt wurde, um zwischen Kreistag und Landrat zu klären, welche Vorbehalte beispielsweise gegenüber anderen möglichen Kandidatinnen bestehen. Köppen wurde nach interner Debatte bestellt.

Die Saison 2012 kann kommen: Neuer Rügenkatalog erschienen

Neben rund 800 Inserenten bietet das Gastgeberverzeichnis umfassende Informationen und Adressen

Bergen auf Rügen (DR). Zur Urlaubsplanung gehört für die meisten Urlauber mehr als nur die Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Schließlich möchten sie auch wissen, was sie in den Ferien unternehmen können oder welche Sehenswürdigkeiten es zu entdecken gibt. Im jährlich neu aufgelegten Rügenkatalog finden Interessierte seit über 20 Jahren neben Unterkünften aller Art auch Informationen zu Freizeitangeboten, Urlaubsthemen und Ausflugzielen auf Deutschlands größter Insel.

Die knapp 200 Seiten umfassende, von der Tourismuszentrale Rügen (TZR) herausgegebene Broschüre stimmt den Leser mit einer Reise durch die Urlaubswelten der Insel Rügen ein, gibt im umfassenden Service-Teil einen Überblick über Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote und präsentiert Rügens sonstige touristische Angebote. Im Gastgeberverzeichnis sind wie jedes Jahr Unterkünfte aller Preis- und Ausstattungskategorien – sortiert nach Regionen – aufgelistet.

„Trotz der Konkurrenz aus dem Internet ist und bleibt der Rügenkatalog eines der wichtigsten Werbemittel und Imageträger für die Urlaubsinsel Rügen“, meint Constance Patrunky, Sprecherin der TZR. „Fast 800 Inserenten konnten wir in diesem Jahr gewinnen. Für dieses Vertrauen möchten wir uns bei allen Förderern und Partner sowie all jenen bedanken, die eine Anzeige in Rügens größtem Gastgeberverzeichnis geschaltet haben“.

Der Rügenkatalog 2012 erscheint in einer Auflage von 100.000 Stück – aufgrund wiederholter Gästeanfragen wird ein Teil dieser Auflage in diesem Jahr erstmals auch als digitale Variante auf CD-Rom erscheinen. Sie enthält neben allen Informationen, Texten und Bildern der Printversion auch die Möglichkeit der digitalen Verbindung zu den Kundenplakaten und zur Online-Buchung auf der Internetseite www.ruegen.de.

Mehrere Zehntausend Exemplare des Rügenkatalogs werden jährlich von der TZR per Post verschickt. Sie werden sowohl bei Tourismusmessen, Roadshows und Promotionaktionen als auch durch den Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern vertrieben. Weitere zahlreiche Abnehmer findet er im Rügen-Travel-Store in der Hamburger Karstadt-Filiale in der Mönckebergstraße sowie bei mehreren weiteren Vertriebspunkten und –partnern.

Wie jedes Jahr wird er auf dem Tourismustag des Tourismusverbandes Rügen, der in diesem Jahr am 11. November in der Aquamaris Strandresidenz in Juliusruh stattfindet, vorgestellt.

Den Katalog können Urlauber und Interessierte kostenlos bei der Tourismuszentrale Rügen per Telefon: 03838 807780, E-Mail: info@ruegen.de oder über die Internetseite www.ruegen.de bestellen.

„Nationalpark Jasmund“ zieht in die Welt

Offizielles Sonderpostwertzeichen wirbt künftig für Nationalpark Jasmund

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Das Motiv der künftigen Briefmarke „Nationalpark Jasmund“ in der vergrößerten Ansicht. Repro: DR

Sassnitz (apf). Der „Nationalpark Jasmund“ zieht in die Welt. Keine Angst, er bleibt uns Rüganern und unseren Gästen schon erhalten. Aber die einzigartige Landschaft des Nationalparks Jasmund wird künftig eine neue Briefmarke zieren - die dann auch in alle Welt verschickt werden kann. Zu diesem Anlass findet im Hause des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL eine feierliche Präsentation des neuen Sonderpostwertzeichens statt. Und dazu sind Sie herzlich einladen.

Die Präsentation des Sonderpostwertzeichens „Nationalpark Jasmund“ wird am Mittwoch, 7. Dezember, von 11.30 bis 13.00 Uhr im Nationalpark-Zentrum im Beisein von Hartmut Koschyk, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Finanzen, erfolgen. Er wird das neue Sonderpostwertzeichen allen Gästen vorstellen. Desweiteren werden Alben mit Erstdrucken an ausgewählte Personen übergeben. Die Veranstaltung wird sowohl musikalisch als auch kulinarisch umrahmt sein. Die Marke selbst wird erst ab dem 2. Januar 2012 erhältlich sein. Zu diesem Datum ist die Post mit einem Sonderpostamt im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL vor Ort vertreten, wo dann sowohl die Marke als auch der Ersttagsstempel ausgegeben werden.

Mit etwa 300.000 Gästen im Jahr zählt das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL zu den am besten besuchten Naturschutzzentren Europas. Das ganze Jahr hindurch kommen Gäste, um den Nationalpark zu bestaunen. In den Schulferien besuchen monatlich bis zu 60.000 Menschen das Zentrum. Der Tagesrekord liegt bei 3.700 Gästen. Mit den aktuellen Besucherzahlen 2011 liegt das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl erneut auf Rekordniveau. In diesem Jahr wurden bis 7. November 292.630 Besucher im Nationalpark-Zentrum begrüßt. Seit der Eröffnung im März 2004 waren das insgesamt 2.245.138 Besucher.

Übrigens: Seit dem 1. November hat das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL die Winteröffnungszeiten. Auch die Busse des RPNV fahren jetzt nach Winterfahrplan. Die Linie 20 fährt Sie im Stundentakt umweltfreundlich, bequem und in Verbindung mit dem KönigsstuhlTicket auch noch preisgünstig direkt bis zum Eingang des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL. Täglich von 10 bis 17 Uhr können sich Besucher im Multivisionskino und der Erlebnisausstellung über die Natur des Nationalparks Jasmund informieren. Die kürzeren Öffnungszeiten gelten bis Ostern 2012. Der letzte Einlass in das Multivisionskino ist um 16.40 Uhr.

60 Jahre in der Gewerkschaft organisiert

Der Sassnitzer Joachim Wöllner wurde vom BDZ für konsequentes Engagement geehrt

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Elke und Joachim Wöllner (li.) und Axel Böhning bei der Auszeichnung in den Räumen des Museums. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Anders als sonst begann die letzte Vorstandssitzung des Fördervereines Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e.V. mit einer kleinen Feierstunde. Grund dafür war der Besuch von Axel Böhning, Vorsitzender des Vorstand des Ortsvereines Stralsund im BDZ - Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft. Und dieser hatte eine Überraschung für Joachim Wöllner, Pressesprecher des Fördervereines, im Gepäck: Die Ehrung für 60 Jahre aktiven Engagementes in der Gewerkschaft - vom FDGB über die Gewerkschaft der Zöllner bis zur Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft. „Es ist gewiss nicht alltäglich, eine Ehrung für langjährige Gewerkschaftsmitgliedschaft in den Räumen eines Museums vorzunehmen, umso weniger, wenn es sich bei dem Museum um ein Hafenmuseum und bei dem zu Ehrenden um einen Zöllner handelt, denn bekanntlich ist des Seemanns größter Feind neben dem blanken Hans der Mann oder die Frau vom Zoll“, so Axel Böhning - und weiter:

„Doch hier verhält es sich anders: dass wir heute hier zu Gast sein dürfen ist Ausdruck der überaus guten Zusammenarbeit zwischen dem Fischerei- und Hafenmuseum und dem Museumsverein auf der einen sowie dem BDZ – Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft auf der anderen Seite. Da ist zum Einen die kleine aber überaus feine Zollabteilung des Museums zu nennen. Sie zeigt eindrucksvoll die Geschichte der Sassnitzer Zollämter und das Zusammenwirken zwischen maritimer Wirtschaft und Zollverwaltung über die verschiedenen Epochen hinweg. Das eigentliche Sassnitzer Zollamt, ehemals hier im Stadthafen, zuletzt in der Trelleborg Straße ansässig, hat das Schicksal vieler Zolldienststellen ereilt und ist nun schon seit über 15 Jahren selbst Geschichte - aber wie kaum ein anderes Zollamt ist seine Geschichte über die 99 Jahre seines Bestehens erforscht und bewahrt. Dies ist zweifelsohne Ihr Verdienst, lieber Joachim Wöllner.

Ein unvergesslich Höhepunkt des Zusammenwirkens zwischen dem Fischerei- und Hafenmuseum und dem BDZ - wie auch der Dienststelle des Hauptzollamts Stralsund - war zweifelsohne vor nun auch schon viereinhalb Jahren die Veranstaltung anlässlich des Jubiläums „110 Jahre Zollamt Sassnitz“. Es war der Kollege Joachim Wöllner, der dieses - neudeutsch - Event initiiert und ganz wesentlich betrieben und gestaltet hat. Er ist es natürlich auch, der die Zollabteilung des Museums betreut und verschiedene Schriften zur Geschichte der Sassnitzer Zollämter herausgegeben hat. Es ist es aber auch, zu dem wir immer gerne kommen können, wenn wir z. B. einmal wieder eine Besuchergruppe zu betreuen haben und noch ein Highlight für das Rahmenprogramm suchen. Seine sehr individuellen Führungen und Schilderungen aus eigenem Erleben haben bislang bei allen unseren Besuchern, mit denen wir hier im Hafenmuseum zu Gast sein durften, bleibende Eindrücke und vor allem gute Erinnerungen hinterlassen.

Und wenn wir einmal wieder einen Beitrag für eine unserer Veröffentlichungen benötigen, dann ist Joachim Wöllner ganz selbstverständlich immer zur Stelle und binnen weniger Tage kommt eine E-Mail mit meist mehrseitigen interessanten und fundierten Darstellungen.“

Und Axel Böhning ging auf unzählige Details ein, die den Gewerkschafter Achim Wöllner noch heute charakterisieren. Er vergaß aber auch nicht, seiner Frau Dank zu sagen, die Ihren Mann immer unterstützt hat und weiter unterstützen wird. Ohne diesen Rückhalt ist ehrenamtliches Engagement eben nicht zu bewerkstelligen. Achim Wöllner war schon etwas gerührt, als er die Auszeichnung entgegen nehmen konnte, denn dies dürfte nicht die Regel sein. Und auch dass dies im Museum geschah, ist ihm eine besondere Würdigung - schließlich hat er wie auch viele andere hier viel Herzblut vergossen.

Tourismustag 2011: „Stärken und Potenziale der Urlaubsregion Rügen“

Tourismusverband lädt in die Aquamaris Strandresidenz in Juliusruh ein

Juliusruh (DR). Stärken und Potenziale der Urlaubsregion Rügen lotet beim diesjährigen Tourismustag des Tourismusverbandes Rügen (TVR) der Referent Prof. Dr. Bernd Eisenstein vom Institut für Management und Tourismus der FH Westküste in Heide aus. Am Beispiel Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol erläutert Josef Schirgi, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Serfaus-Fiss-Ladis, anschließend, wie man sein Wissen um Stärken und Potenziale in der Praxis umsetzen kann.

Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 11. November, um 14 Uhr in der Aquamaris Strandresidenz in Juliusruh mit einer Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden des TVR Thomas Wuitschik. Nach den Vorträgen ist eine kurze Diskussion geplant und anschließend besteht bei einem kleinen Imbiss die Möglichkeit, mit den Referenten und den anderen Teilnehmern des Tourismustages ins Gespräch zu kommen.

Bereits vor zwei Jahren hatte Eisenstein beim damaligen Tourismustag des TVR die Studie „Destination Brand” vorgestellt, in der die Stärke der Marke Rügen untersucht worden war. Der Experte war damals zu dem Schluss gekommen, dass Rügen eine „super starke Marke“ sei, die sich gut entwickelt habe. Zugleich hatte er aber auch angemahnt, die Zielgruppenstrategie zu überdenken, da die Zielgruppen noch zu vielfältig und unkonkret seien. Bei einer Strategietagung der TZR im April dieses Jahres hatte Eisenstein das Thema noch einmal aufgegriffen und deutlich gemacht, dass sich die Urlaubsregion Rügen im internationaler werdenden Wettbewerb der Destinationen nur unter einem übergeordneten, gemeinsamen Dachmarketing zukünftig werde behaupten können. Es sei zu allererst die Marke Rügen, um die es gehe, dann um einzelne Orte.

Beim diesjährigen Tourismustag soll nun erörtert werden, wie man das Wissen um die Stärke der Marke Rügen gewinnbringend für die Region einsetzen kann und wie jeder einzelne in eine übergeordnete Strategie eingebunden werden und von ihr profitieren kann. Die theoretischen Grundlagen wird Eisenstein schaffen. Wie das in der Praxis aussehen kann und was die drei Orte Serfaus, Fiss und Ladis zu einer starken Marke macht, erläutert im Anschluss Josef Schirgi. Aus eigener Erfahrung berichtet er auch, wie die Nebensaison in Serfaus-Fiss-Ladis durch Wanderangebote spürbar belebt werden konnte.

Politisches Wollen nach Mindestlohn praktisch realisieren

Bergens Stadtvertretervorsteher fordert jetzt zum Handeln auf

Bergen auf Rügen (DR). Bergens Stadtvertretervorsteher Eike Bunge greift das in den letzten Tagen politisch diskutierte Thema des Mindestlohn auf - und stellt seine Forderungen an die Wirtschaft auf:

„Es ist gut und richtig, dass im Schweriner Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU festgelegt wurde, dass öffentliche Aufträge nur an Firmen und Unternehmen vergeben werden, die einen gesetzlichen Mindestlohn zahlen.

Ebenfalls begrüße ich, dass in der Kooperationsvereinbarung im Landkreis Vorpommern-Rügen zwischen beiden großen Volksparteien ähnliches vereinbart wurde. Nun gilt es aber, diese Vereinbarungen in die Praxis umzusetzen.

Darum fordere ich hiermit alle Unternehmer im Landkreis Vorpommern-Rügen auf, die im Besitz eines Parteibuches einer demokratischen Partei sind, an ihre Arbeitnehmer einen Mindestlohn zu zahlen. Es wäre gut, wenn diese Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen würden, da sonst die Glaubwürdigkeit der Politik und Wirtschaft in Frage gestellt werden würde. Ein Arbeitnehmer, der 40 Stunden die Woche in einem Job unterwegs ist, muss doch am Ende des Monats so ein Einkommen beziehen, dass er davon leben kann und nicht auf weitere staatliche Hilfen angewiesen ist.

Deutschland ist in Sachen Mindestlohn schon heute ein europäischer Außenseiter. Denn in 20 von 27 EU-Ländern existiert bereits ein branchenübergreifender, universeller Mindestlohn, der per Gesetz verankert wurde.

Wenn wir die Konjunktur in Vorpommern-Rügen antreiben wollen, müssen die Menschen, die hier leben, auch entsprechende Einkommen beziehen, das sehe ich auch im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel.“

Neue Ausstellung eröffnet

„galerie auf zeit“ im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl

Sassnitz (DR). Mit Beginn der Wintersaison am gestrigen Mittwoch, 2. November, eröffnet die “galerie auf zeit“ im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL eine Ausstellung mit Leinwandarbeiten der Berliner Künstlerin Lara Brekenfeld. Zwei Themen stehen dabei im Mittelpunkt: Landschaften und Kinder. Durch große, fein abgestufte Farbflächen erschließt sie die Tiefe der Küstenlandschaften. Mit lebendiger Freude erobern darin Kinder Strand und Wasser.

Man spürt förmlich die Meeresluft, erlebt den Wind, hört das Wasser und spürt den Sand. Ruhe und Bewegung treffen zusammen, die Elemente werden lebendig. In Kleidung, Gegenständen und Gesichtern kehren die Farben von Sand, Nebel und Meer als Zitate wieder. Der Blick folgt den Bewegungen und geht in den bisweilen horizontlosen Himmel. In ihren Kinderportraits zeigt Brekenfeld ihren Respekt vor den jungen Persönlichkeiten. Die Kinder sind im Spiel, in der Bewegung mit großem Einfühlungsvermögen dargestellt. Sie werden ernst genommen, die Künstlerin hat Respekt vor ihren Persönlichkeiten. Sie empfindet Verständnis und Nähe und bleibt dabei doch auf Distanz, um nicht zu stören. Dazu begibt sie sich auf gleiche Augenhöhe mit den Portraitierten und nimmt die Herausforderung des Blickes an. Das Kind will es selbst sein, kein Abbild einer lieb gewordenen Vorstellung. Das Thema der Künstlerin ist der Mensch in einer ausgeprägten Lebenssituation. In ihren Werkzyklen nimmt sie das Thema in verschiedenen Variationen auf, ohne sich dabei zu wiederholen oder in Stereotype zu verfallen. Ihre Bilder sind realistisch und auf das Wesentliche konzentriert.

Lara Brekenfeld stammt aus Hamburg. Sie hat an der Universität Lüneburg und an der Humboldt Universität in Berlin studiert. Ihren Abschluss als Master of Arts in Public Art and Design machte sie am Chelsea College in London. Sie lebt und arbeitet als freie Künstlerin in Berlin. Ihre Arbeiten wurden bisher in verschiedenen Ausstellungen in Norddeutschland gezeigt. Die „galerie auf zeit“ stellt unter ihrem Leitmotto: „Kunst soll stören“ in jährlichem Rhythmus in verschiedenen Städten aktuelle Künstler vor. Sie möchte damit den unmittelbaren, sinnlichen Zugang zu heutiger und moderner Kunst erleichtern.

In diesem Jahr stellt sie erstmalig auf Rügen aus. Das Konzept für die Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse www.koenigsstuhl.com.

Prävention spart Zeit und Geld

Rügener Präventionsrat hofft auf Fortführung der bewährten Praxis

Rügen (apf). Auf seiner letzten Sitzung hat der Präventionsrat des einstigen Landkreises Rügen am 24.10. ein überaus positives Resümee seiner 17-jährigen Tätigkeit ziehen können. Zahlreiche Mitglieder haben ihre Statements vor laufender Kamera gegeben. Nun entsteht eine DVD, welche einen Rückblick auf die gemeinsame Arbeit geben soll. Die Mitglieder des Präventionsrates sind von der Hoffnung getragen, dass die erfolgreiche Arbeit auch weiterhin dazu beitragen kann, Kriminalität und Gewalt in all ihren Erscheinungsformen einzudämmen und damit das Leben sicherer zu machen. Präventionsarbeit darf hier nicht als Beiprodukt angesehen werden, sondern stellt eine existentielle Herausforderung auch und besonders an die Politik dar.

Und: Präventiv tätig zu sein erfordert auch Führung der ehrenamtlich wirkenden Akteure, ihnen hilfreich unter die Arme zu greifen, wenn es darum geht, Projekte zu entwickeln und Projektanträge zu stellen und auch, Präventionsaktivitäten zu vernetzen. Die Kenntnis der regionalen Besonderheiten und Zusammenhänge spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Auf der letzten Sitzung hat der Rügener Präventionsrat die in diesem Jahr eingereichten Anträge für Projekte zur Kriminalitätsvorbeugung2012 votiert und folgende Reihenfolge festgelegt:

  1. Kinder- und Jugendverein Rügen „Die Nordlichter e. V. Projekt: „Kids/Konfliktlotsen in der Schule“

  2. CJD Garz, Gesundheitssportverein e. V. Projekt: „Ernst-Moritz-Arndt-Lauf 2012“

  3. Conduit e.V. MISS.Beratungsstelle Projekt „Total vernetzt und alles klar!?“

  4. Kultur und Bildung Blueboat e.V. Projekt „Jugendbegegnung im Rahmen des 11. Jugendjazzfestival Blueboat“

  5. Conduit e.V. MISS.Beratungsstelle Projekt „Nimm die Hand da weg!“

  6. Conduit e.V. MISS.Beratungsstelle Projekt „Fake oder War doch nur Spaß!?“

Ohne Voting wurde der Antrag des Seniorenbeirates des ehemaligen Landkreises Rügen ebenfalls befürwortet, aber wie in den vergangenen Jahren nicht in die Prioritätenliste aufgenommen. Auch der Antrag des Förderverein Dokumentationszentrum Prora e.V. mit dem Titel „Präventiv gegen Rechts“ wurde an das Land mit der Bitte um Förderung weiter geleitet.

Klimaschutzquiz brachte Gewinner Glück

Verlängertes Wochenende mit erdgasbetriebenem VW Touran

Von Susanne Buchholz

Bergen auf Rügen. Am vergangenen Freitag wurde die Sagarderin Dana Wendel für ihre guten Kenntnisse in Sachen Klimaschutz und Erneuerbare Energien belohnt und löste ihren Gewinn, ein Wochenende mit einem erdgasbetriebenen VW Touran, ein. Die beiden Veranstalter des Klimaschutzquiz, die Bioenergieregion Rügen und das Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Rügen am Standort Bergen freuten sich, zusammen mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) Birkenfeld und der EWE AG den 2. Preis überreichen zu können. Insgesamt 73 Besucher der RÜGANA 2011 nahmen an dem Gewinnspiel teil.

Für Dana Wendel ist es das erste Mal, dass sie ein Erdgasfahrzeug fährt. Umso aufmerksamer folgte sie den Erläuterungen Lothar Plewigs von der EWE zu den Besonderheiten eines solchen Fahrzeugs. Dazu gehörte z.B. das Tanken an einer Erdgastankstelle.

Insgesamt zwei solcher Tankstellen findet man auf der Insel Rügen, in Bergen und Sassnitz. „Rund 350 Kilometer weit kommt man mit einer Tankfüllung (21 Kilo Erdgas)“, versicherte Lothar Plewig. Und falls es doch mal knapp werden sollte, befindet sich im Fahrzeug zusätzlich ein Nottank mit 15 Liter Benzin.

Auf die Frage, was Dana Wendel mit dem 110 PS starken VW Touran vor hat, antwortete sie: „Vielleicht einen Ausflug nach Stralsund“. Egal wohin die Fahrt letztlich ging, im Vergleich zu Diesel- oder Benzinfahrzeugen hat Dana Wendel mit dem erdgasbetriebenen VW deutlich weniger Schadstoffe ausgestoßen und somit auch Umwelt und Klima geschont. Letztgenanntes ist auch Ziel des kommunalen Klimaschutzkonzepts für die Insel Rügen, welches vom Umweltamt, dem IfaS, der Firma UmweltPlan aus Stralsund und mit der Unterstützung der Bioenergieregion Rügen erarbeitet wird. Dazu finden derzeit Workshops in den verschiedenen Kommunen der Insel statt. Ziel ist es, vorhandene Potenziale in Sachen Energieeffizienz und Erneuerbarer Energien in den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzepts aufzunehmen.

Weitere Infos auf der Homepage der Bioenergieregion Rügen unter www.ruegen-voller-energie.de.

An die Gewinner des Klimaschutzquiz: Im Bergener Umweltamt warten noch einige Preise auf ihre Abholung - Telefon (03838) 813296.

Teilen tut gut! - für die Rügener Tafel

Spendenaktion der Neuapostolischen Kirche zum Erntedanktag

Bergen auf Rügen (apf). Anlässlich des Erntedankfestes am 2. Oktober hat die Neuapostolische Kirche in Binz mit einer großen Aktion Lebensmittelspenden gesammelt und an die Rügener Tafel weitergeben. Damit hat sie die Aktion der Neuapostolischen Kirche in Norddeutschland in ihren knapp 270 Gemeinden mit rund 42.000 Mitgliedern unterstützt.

„Wir wollen mit der diesjährigen Erntedank-Aktion unter dem Motto ‚Teilen tut gut!' etwas spürbar Gutes tun und denen helfen, die sonst vielen bedürftigen Menschen und Familien helfen. Das ist der Ursprung der Idee und deshalb möchten wir die in Vereinen organisierten ‚Tafeln' in Norddeutschland mit Lebensmittelspenden unterstützen. Dieser Gedanke wurde von dem Bundesverband der Tafeln mit großer Zustimmung aufgenommen und uns freut es, auf diese Weise ganz praktisch mithelfen und Not lindern zu können“, so Bezirksapostel Rüdiger Krause, Präsident der NAK in Norddeutschland. Ilona Michael arbeitet seit zweieinhalb Jahren ehrenamtlich bei der Rügener Tafel und seit Juli diesen Jahres als Stellvertreterin von Petra Matz, welche die Rügener Tafel leitet. „Eine solche Aktion habe ich noch nicht erlebt. Das waren alles Sachen, die extra für die Tafel gekauft wurden. Konserven, Kaffee, Kuchen, Obst und vieles mehr. In Kaufhallen hatte die Kirchgemeinde selbst gebastelte Kartons mit der Bitte aufgestellt, mit gekauften Produkten die Rügener Tafel zu unterstützen. das war ein ganzer Kleintransporter voll, als wir die Sachen abholen konnten“, so Ilona Michael.

Rosemarie Heyn vom dfb als derzeitiger Träger der Rügener Tafel, dankt der Neuapostolischen Kirche für das menschliche Engagement. Denn trotz des Überflusses in unserer Gesellschaft gibt es viele Familien, allein Lebende und ältere Menschen, die auf Unterstützung für den täglichen Bedarf angewiesen sind. Und die Zahl derer, die Hilfe benötigen, wird nicht geringer, wissen die Mitarbeiter der Tafel aus praktischem Erleben. In diesem Zusammenhang verweist Rosemarie Heyn auch darauf, dass fast alle Rügener Kirchen aus Anlass des Erntedankfestes die Gaben an die Rügener Tafel gespendet haben. Und erst kürzlich hatte Pastor Kiefert von der evangelischen Kirche St. Marien in Bergen einen Geldbetrag für die Tafel gespendet, der dafür Verwendung findet, um die Betriebskosten des Kühlfahrzeuges zu decken.

Danke allen, die immer wieder dafür Sorge tragen, dass die Rügener Tafel den Hilfebedürftigen weiter helfen kann - so die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Die Insel Rügen im nationalen Focus

Unter dem Titel „Eine Insel, viele Welten“ aktuell im Blätterwald zu lesen

Von Robby Günther

Bergen auf Rügen. Auf Rügen herrscht Stille ohne Stillstand! Unter diesem Motto präsentiert aktuell die HÖRZU in ihrer Sonderausgabe Heimat - Land und Leute - das größte deutsche Eiland in einem mehrseitigen Beitrag und beleuchtet die unterschiedlichen Facetten der Insel im Herbst. Autorin Mirja Rumpf und Fotograf Georg Tedeschi gehen auf die Pirsch und entdecken bekannte und unbekanntere Eckchen der Insel für Leserinnen und Leser.

Sie zeichnen ein Bild der Insel Rügen in diesen herbstlichen Tagen und machen Appetit auf einen Besuch oder Kurztrip. Sie stellen dabei die einsameren Ostseestrände, die Bäderarchitektur und natürlich Menschen vor, die hier auf Rügen leben und arbeiten. Begleitet werden Seeleute, die ehrenamtlich für die DGzRS arbeiten und bei Einsätzen ihr Leben riskieren. Inselunternehmern und Künstlern, die auf Rügen tätig sind, wird bei ihrer Arbeit über die Schultern geblickt. Immer wieder zeichnen die Autorin und der Fotograf ein Bild von einer Insel, die wie ein kleines Paradies in der Ostsee liegt und auf einen Besuch wartet. Immerhin rund 1,5 Millionen Menschen kommen jährlich nach Rügen, um hier zu entspannen und auch immer wieder etwas zu Neues zu entdecken. Bei diesen Entdeckungen darf natürlich die kleine Nachbarinsel Hiddensee in der Betrachtung der norddeutschen Region nicht fehlen.

Mirja Rumpf und Georg Tedeschi haben eine unterhaltsame und kurzweilige Geschichte inszeniert, die als Lesestoff für Rügenkenner wie auch Nicht-Rügenkenner empfehlenswert ist. Die aktuelle Ausgabe ist für das vierte Quartal gültig, sprich bis Ende Dezember und ist im gut sortierten Zeitungshandel erhältlich.

FDP-Kritik an Landesregierung

Leonhard: „Neuer Landesregierung fehlt Impulsgeber“

Bergen auf Rügen/Schwerin (DR). Gino Leonhard, amtierender Landesvorsitzender der FDP Mecklenburg-Vorpommern, erklärt zur Ministerriege und den Plänen der künftigen SPD-CDU-Regierung: „Neue Impulse sind von dieser Landesregierung nicht zu erwarten. Der alte und neue Ministerpräsident Erwin Sellering signalisiert mit seinen altbekannten Ministern ein >Weiter so<“. In der letzten Woche Dienstag wählte der Landtag MP Sellering, der anschließend seine Minister ernannte (siehe dazu auch letzte Ausgabe).

Der Jüngste der Landesregierung, Bildungsminister Matthias Brodkorb, wird dank seiner Praxisferne sicher alles andere als ein Impulsgeber sein, zumal er sich als Blockierer seines Vorgängers Henry Tesch einen Namen gemacht hat, ohne eigene tragfähige Konzepte parat zu haben.

Ob die CDU mit Harry Glawe einen würdigen Nachfolger für Jürgen Seidel gefunden hat, wird sich zeigen. Die CDU wird es schwer haben, sich in dem Kabinett als eigenständiger Partner zu profilieren. Das erste Kuckucks-Ei hat die SPD der CDU bereits mit dem abgerungenen festgeschriebenen staatlichen Mindestlohn ins Nest gelegt. Die Kommunen, die kaum noch über ihren Schuldenberg schauen können, bekommen vom Land Millionen-Hilfen, dürfen aber keine Aufträge mehr ohne staatlich verordneten Mindestlohn vergeben. Das ist ein unredliches Geschäft zulasten dritter, denn die Landesregierung verhindert damit bewusst den fairen Wettbewerb mit der Privatwirtschaft.“

Leonhard amtiert nach dem Rücktritt des Landesvorsitzenden Ahrendt nach der missglückten Landtagswahl für die FPD als amtierender Landeschef der Liberalen. Er will während des Parteitages Ende November als Landesvorsitzender kandidieren, wie er gegenüber dieser Zeitung nochmals unterstrich.

Tag der offenen Tür in den Verwaltungen

Gemeinde- und Kurverwaltung öffnen am 6. November besonders für Bürger

Ostseebad Binz (gü). Was Sie schon immer über die Gemeinde- oder Kurverwaltung wissen wollten – am kommenden Sonntag können Sie es erfahren! Am 6. November öffnen Gemeinde- und Kurverwaltung in der Zeit von 10 bis 12 Uhr bzw. von 10 bis 16 Uhr ihre Pforten zu einem Tag der offenen Tür. Besonders Bürger sind an diesem Tag willkommen, um einmal hinter die Kulissen der Einrichtungen zu schauen.

Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos) hatte während seines Amtsantritts diesen Tag der offenen Tür angekündigt. Er will gemeinsam mit seinen Amtsleitern und Mitarbeitern in beiden Häusern mehr Transparenz für die Bürger von Binz und Prora erzeugen. Es handelt sich dabei auch um eine zentrale Wahlkampfaussage des neuen Gemeindechefs. Nun soll diese eingelöst werden. Die Büros in der Gemeindeverwaltung (Jasmunder Straße 11) sind an diesem Sonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Bürgermeister sowie seine Mitarbeiter der Ämter für Zentrale Dienste und Soziales, Ordnung, Baufragen und Kämmerei stehen in dieser Zeit für Fragen der Bürger gern zur Verfügung.

In der zweiten Etage des Hauses sind zudem Informationen zur Arbeit des Binzer Präventionsrates und der Schulsozialarbeiterin aufgebaut, an denen sich Interessenten informieren können. Mit von der Partie an diesem Tag der offenen Tür sind übrigens auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Sie präsentieren in ihrem Gerätehaus (Margaretenstraße 2) ihre Technik und geben Auskünfte über die Arbeit und Aufgaben der FFw.

Weiterhin sind Aktionen für Kinder durch das Amt für Verkehrsangelegenheiten vorbereitet. Mitarbeiter der Meldestelle und des Gewerbeamtes stellen ihr Aufgabenspektrum vor. Wer von den Bürgern einmal einen Blick in den Haushalt werfen möchte, kann dies ebenfalls vornehmen. Die Ortschronik liegt aus und kann eingesehen werden.

Im „Haus des Gastes“ (Heine-Straße 7), Sitz der Kurverwaltung dauert der Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr. Hier sind alle Büros von den Mitarbeitern von Kurdirektor Horst Graf besetzt, die neugierigen Bürgern Aussagen zu ihren Arbeitsschwerpunkten darlegen. Übrigens, das „Haus des Gastes“ präsentiert sich mit einer eigenen Ausstellung zum Zehnjährigen quasi selbst. Während des Tages können alle Besucher an einer Befragung teilnehmen. Wer möchte, kann sich einen Fragebogen schnappen und wird nach seiner Meinung zum „Haus des Gastes“ befragt. Unter allen Teilnehmern werden zwei Freikarten für das Neujahrskonzert am 1. Januar 2012 verlost.

Während des Tages können sich alle Bürger über die Strukturen und Aufgabenbereiche der Kurverwaltung umfassend informieren. Während Hausführungen lernen sie die einzelnen Bereiche des Hauses kennen und sehen, wo die Mitarbeiter ihre „touristische und verwaltungstechnische Arbeit“ für das größte Rügener Seebad verrichten. Das Team der Kurverwaltung zeigt zudem im großen Saal im ersten Obergeschoss, welche Möglichkeiten für Seminare und Tagungen in diesem Bereich möglich sind. Der Buch-Basar in der Bibliothek wird an diesem Tag in einer erweiterten Form angeboten.

Bürgermeister Karsten Schneider und alle Mitarbeiter der Gemeinde- und Kurverwaltung freuen sich auf einen interessanten Tag mit den Einwohnern von Binz und Prora. Nutzen Sie dieses Angebot, um herauszufinden, was Sie schon immer wissen wollten . . .

Neue Verwaltungsstrukturen beschlossen

Fachdienstleiter für Kreisverwaltung durch Kreisausschuss festgelegt

Grimmen/Rügen (gü/DR). Der Kreisausschuss des Kreistages Vorpommern-Rügen hat auf seiner ersten Sitzung am 24. Oktober die neuen Fachdienstleiter für das Landratsamt Vorpommern-Rügen benannt und beschlossen. Dies geschah im Einvernehmen mit Landrat Ralf Drescher (CDU), wie einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung zu entnehmen ist.

Demnach haben es neun ehemalige Amtsleiter des alten Landkreises Rügen auf einen Posten als Fachdienstleiter geschafft. So wird sich Gisela Oberland um den Fachdienst (FD) Personal/Organisation/IT kümmern. Kay-Uwe Hermes betreut den FD Gebäudemanagement/sonstige Dienste. Mit Felicitas von Mutius steht ein Rüganer dem FD Recht vor. Undina Seeck leitet den FD Jugend, Gerlind Ockert den FD Schulverwaltung und Kristina Winter den FD Soziales. Günter Schält ist für den FD Allgemeine Ordnungsaufgaben zuständig. Jörg Heusler kümmert sich um den FD Gesundheit und Jan Trenkmann um den FD Wasserwirtschaft/Umwelt/Natur.

In der Mitteilung des Landrates heißt es in diesem Zusammenhang weiter: Im Vorfeld dieser Sitzung wurden Gespräche mit allen beim heutigen Landkreis beschäftigten Amtsleitern, Abteilungsleitern, Fachgebietsleitern und teilweise auch mit Sachgebietsleitern geführt.

Ziel der Gespräche war es, die Anforderungen an eine Fdl-Stelle zu erörtern und die künftigen persönlichen Einsatz- und Zielvorstellungen zu erfahren. Unter Berücksichtigung der persönlichen und fachlichen Eignung fand federführend durch den Landrat ein internes Auswahlverfahren statt. Insbesondere wurde dabei Wert auf Führungserfahrung, fachliche Berufserfahrung und persönliche Eignung (z. B. die Einstellung zum neuen Landkreis, Vorstellungen zur künftigen Arbeitsweise, Qualifikationsbereitschaft) gelegt. Landrat Drescher verweist auf die besondere Schwierigkeit dieses Auswahlverfahrens. „Denn alle anhand der Auswahlkriterien infrage kommenden Führungskräfte hatten in Nordvorpommern, auf Rügen und in der Hansestadt Stralsund über viele Jahre hinweg sehr gute Leistungen erbracht.“

Er hofft darauf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Auswahlverfahren nicht berücksichtigt wurden, ihre Bereitschaft erklären, verantwortungsvolle Aufgaben in den einzelnen Fachdiensten zu übernehmen, die in Fachgebiete untergliedert werden können. Vorberaten hat der Kreisausschuss an diesem Abend ebenfalls die neue Hauptsatzung des Landkreises Vorpommern-Rügen. Diese wurde zur Beschlussfassung in den Kreistag 7. November, verwiesen.

Rügener Adventskalender 2011 ist da!

Vorverkauf gestartet / Soroptimisten der Insel sammeln wieder für guten Zweck

Bergen auf Rügen (gü). Los gehts - Vorfreude ist die schönste Freude! Der Adventskalender des Fördervereins Soroptimist Insel Rügen e.V. für 2011 ist auf dem Markt. Der Vorverkauf ist gestartet und dauert bis 28. November an. Dann können ab 1. Dezember wieder 24 Türchen geöffnet werden. Hinter jedem Türchen verstecken sich tolle Preise – gesponsert von Unternehmen der Insel für einen guten Zweck. Mit dem Verkauf des Kalenders und den daraus resultierenden Erlösen sollen in diesem Jahr Projekte des Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Rügen e.V., des Lebenshilfe Rügen e.V. sowie des Weißen Ring e.V. unterstützt werden, wie Präsidentin Susanne Kühn und Past-Präsidentin Christina Wuitschik gegenüber dieser Zeitung betonen.

Also, helfen auch Sie mit, dass möglichst viele der 3.000 Kalender verkauft werden! Ein Kalender kostet fünf Euro. 15.000 Euro sind möglich! Entweder gönnen Sie sich selbst einen oder aber verschenken den Adventskalender an einen lieben Menschen.

An folgenden Verkaufsstellen erhalten Sie den Adventskalender: Bergen auf Rügen: OZ Service Center, Rugard Apotheke, Billroth Apotheke, Cafeteria im SANA, Inselbuchhandlung sowie face & eye wear, Sassnitz: Störtebeker Apotheke, Baabe: Blumenladen Mayblume, Göhren: Friseursalon HAARschneider, Rambin: Alte Pommernkate, Gingst: Buchladen, Thiessow: Kurverwaltung, Binz: Ohrenladen und WaschBar, Altenkirchen: Zahnarztpraxis Dr. Köhler und Atelier Blaues Haus.

Gustower Dorfteich renaturiert

Erste Ökokonto-Maßnahme auf Rügen steht vor der Fertigstellung

Von Robby Günther

Gustow. Die erste Ökokonto-Maßnahme auf Rügen steht vor der Fertigstellung! Der Landschaftspflegeverband Rügen e.V. (LPV) und die Gemeinde Gustow haben seit August den Dorfteich der Gemeinde renaturiert. Der ehemalige Feuerlöschteich war in den zurückliegenden Jahren stark verschlammt. Die Maßnahme ist eine Investition als Ausgleich für ein künftiges oder aktuelles Bauvorhaben auf Rügen, wie Sabine Bath, Geschäftsführerin des LPV, erläutert.

Nach der Fertigstellung der Maßnahme bis Ende November soll das Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Rügen den Teich und das umliegende Areal bewerten. Das betreffende Gelände in der Kommune ist durch die Renaturierung erheblich aufgewertet worden. So sind nach der Entschlammung des Teiches quasi neue Uferbereiche modelliert worden. Zudem sind die beauftragten Firmen aktuell dabei, angrenzend an den Teich eine Streuobstwiese anzulegen.

Die gesamte Maßnahme kostet rund 60.000 Euro plus die nötigen Planungskosten. Die aus Naturschutzsicht erfolgte Aufwertung kann somit an einen Investor verkauft werden. Die Gelder sind vorerst vom LPV in Vorleistung für das Ökokonto erbracht worden. „Es handelt sich bei der Maßnahme um einen ersten Versuch unsererseits als Landschaftspflegeverband Rügen, ein entsprechendes Ökokonto zu eröffnen, um dann darin enthaltene Maßnahmen interessierten Investoren anzubieten“, betont Sabine Bath in diesem Zusammenhang gegenüber unserer Zeitung. Wenn der LPV mit der Maßnahme gute Erfahrungen macht, sollen weitere Projekte folgen. Das Geld, das mit dem Verkauf der Ökopunkte eingenommen wird, soll nach Möglichkeit auch wieder auf der Insel Rügen für Maßnahmen ausgegeben werden, unterstreicht die Geschäftsführerin. In dieser Woche werden die Erd- und Pflanzarbeiten abgeschlossen. Die Abnahme des Projektes durch das Umweltamt erfolgt im kommenden Frühjahr, wenn zu sehen ist, ob alles angewachsen ist. Die verantwortliche Firma wird in diesem Zusammenhang noch eine so genannte Entwicklungspflege vornehmen. „Wenn das Umweltamt grünes Licht für die Abnahme gibt, dann kann mit dem Verkauf der Ökopunkte begonnen werden“, so Bath.

Hintergrund Ökokonto: Wer in Natur und Landschaft eingreift, ist gesetzlich verpflichtet, dabei entstehende Beeinträchtigungen von Naturhaushalt und Landschaftsbild zu vermeiden. Nicht vermeidbare erhebliche Beeinträchtigungen müssen durch geeignete Maßnahmen kompensiert werden (Eingriffsregelung). In der praktischen Umsetzung dieser Regelung hat sich gezeigt, dass es schwieriger wird, zeitnah geeignete Flächen und Maßnahmen zu finden. Durch die Ökokontierung soll diesem Problem begegnet werden. Bei Eingriffen kann somit vom Ökokonto abgerufen werden.

Die neue Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern

Erwin Sellering (SPD) zum Ministerpräsidenten gewählt / Koalition aus SPD und CDU

Von Robby Günther

Schwerin. Die neue Landesregierung steht! Die Fraktionen von SPD und CDU haben sich auf eine Fortsetzung der Großen Koalition im Landtag geeinigt. Landesparteitage am letzten Sonnabend von SPD und CDU haben den ausgehandelten Koalitionsvertrag mehrheitlich abgesegnet. Während bei der SPD lediglich eine Gegenstimme zu verzeichnen war, ging es bei der CDU kritischer zu. Immerhin acht Delegierte verweigerten dem von Landeschef Lorenz Caffier ausgehandelten Papier ihre Stimme. Dennoch: Die Fortsetzung der Großen Koalition ist mit der Wahl des Ministerpräsidenten am gestrigen Dienstag erfolgt. Erwin Sellering von der SPD konnte mit den Stimmen von SPD und CDU siegessicher sein. Immerhin verfügen die beiden Fraktionen über 45 von 71 Landtagssitzen neben DIE LINKE (15), Bündnis 90/Die Grünen (sechs) und NPD (fünf).

Nach der Wahl von Sellering wurden die Minister für das fünfte Kabinett einer Landesregierung seit dem Jahr 1990 ernannt. Nach dem Wahlergebnis vom 4. September hat sich allerdings am Kabinettstisch das Kräfteverhältnis etwas geändert. Die CDU musste wegen ihrer deutlichen Unterlegenheit ein Ministerium abgeben. Mathias Brodkorb (SPD) ist neuer Kultusminister. Er folgt dem bisherigen Amtsinhaber Henry Tesch von der CDU nach.

Ebenfalls neu im Ministeramt ist Harry Glawe, der als Fraktionsführer der CDU bis dato in den zurückliegenden Wochen maßgeblich den neuen Koalitionsvertrag ausgehandelt hatte. Er folgt Amtsinhaber Jürgen Seidel nach, der nicht mehr als Minister zur Verfügung stand. Der als Wirtschaftsminister hoch gehandelte Dr. Stefan Rudolph bleibt Staatssekretär im Wirtschaftsministerium unter Glawe. Vincent Kokert wurde am Montag dieser Woche zum neuen Fraktionsführer der CDU gewählt. Bei der SPD führt Dr. Norbert Nieszery die Fraktion der SPD. Bei den übrigen Mitgliedern der Landesregierung bleibt personell alles wie gehabt. Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) bekommt in ihrem Resort noch den Bereich Arbeit hinzu, der bisher im Wirtschaftsministerium angesiedelt war. Dr. Till Backhaus (SPD) bleibt Umwelt- und Agrarminister. Er ist seit 1998 im Ministeramt und damit der dienstälteste Minister in der Runde.

Heike Polzin (SPD) wird sich weiterhin um die Landeskasse kümmern. Volker Schlotmann (SPD) leitet das Verkehrsministerium weiter. Er bekommt den Bereich Erneuerbare Energien zugeschlagen. Der ehemalige Spitzenkandidat der CDU, Lorenz Caffier, bleibt Innenminister des Landes. Er ist auch stellvertretender Ministerpräsident. Damit steht nach rund sieben Wochen die neue Landesregierung. Bei der Wahl zum neuen Landtag flog die FDP aus dem Parlament. Bündnis90/Die Grünen gelang es erstmals seit 1990, in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einzuziehen.

Neue Verwaltungsstrukturen

Fachdienstleiter durch Kreisausschuss festgelegt

Grimmen/Rügen (gü/DR). Der Kreisausschuss des Kreistages Vorpommern-Rügen hat auf seiner ersten Sitzung am 24. Oktober die neuen Fachdienstleiter für das Landratsamt Vorpommern-Rügen benannt und beschlossen. Dies geschah im Einvernehmen mit Landrat Ralf Drescher (CDU), wie einer der Redaktion vorliegenden Mitteilung zu entnehmen ist. Demnach haben es neun ehemalige Amtsleiter des alten Landkreises Rügen auf einen Posten als Fachdienstleiter geschafft. So wird sich Gisela Oberland um den Fachdienst (FD) Personal/Organisation/IT kümmern. Kay-Uwe Hermes betreut den FD Gebäudemanagement/sonstige Dienste. Mit Felicitas von Mutius steht ein Rüganer dem FD Recht vor.

Undina Seeck leitet den FD Jugend, Gerlind Ockert den FD Schulverwaltung und Kristina Winter den FD Soziales. Günter Schält ist für den FD Allgemeine Ordnungsaufgaben zuständig. Jörg Heusler kümmert sich um den FD Gesundheit und Jan Trenkmann um den FD Wasserwirtschaft/Umwelt/Natur.

In der Mitteilung des Landrates heißt es in diesem Zusammenhang weiter: Im Vorfeld dieser Sitzung wurden Gespräche mit allen beim heutigen Landkreis beschäftigten Amtsleitern, Abteilungsleitern, Fachgebietsleitern und teilweise auch mit Sachgebietsleitern geführt.

Ziel der Gespräche war es, die Anforderungen an eine Fdl-Stelle zu erörtern und die künftigen persönlichen Einsatz- und Zielvorstellungen zu erfahren. Unter Berücksichtigung der persönlichen und fachlichen Eignung fand federführend durch den Landrat ein internes Auswahlverfahren statt. Insbesondere wurde dabei Wert auf Führungserfahrung, fachliche Berufserfahrung und persönliche Eignung (z. B. die Einstellung zum neuen Landkreis, Vorstellungen zur künftigen Arbeitsweise, Qualifikationsbereitschaft) gelegt. Landrat Drescher verweist auf die besondere Schwierigkeit dieses Auswahlverfahrens. „Denn alle anhand der Auswahlkriterien infrage kommenden Führungskräfte hatten in Nordvorpommern, auf Rügen und in der Hansestadt Stralsund über viele Jahre hinweg sehr gute Leistungen erbracht.“

Er hofft darauf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in diesem Auswahlverfahren nicht berücksichtigt wurden, ihre Bereitschaft erklären, verantwortungsvolle Aufgaben in den einzelnen Fachdiensten zu übernehmen, die in Fachgebiete untergliedert werden können.

Vorberaten hat der Kreisausschuss an diesem Abend ebenfalls die neue Hauptsatzung des Landkreises Vorpommern-Rügen. Diese wurde zur Beschlussfassung in den Kreistag am Montag, 7. November, verwiesen. Dort sollen auch die Mitglieder der Fachausschüsse durch den Kreistag gewählt werden. Die Sitzung des Kreistages beginnt um 17 Uhr im „Haus der Kulturen“ in Grimmen.

Rügen erRADeln im goldenen Herbst

Aktion des NABU und der AOK läuft noch bis 31. November / Tolle Preise

Insel Rügen (DR). Der NABU und die AOK laden zum RADwandern und gewinnen ein. Grün, rot, gelb schimmern die Blätter und scheinen im Glanz der Sonne, die sich dieser Tage wieder im herbstlichen Oktober zeigen. Es ist nicht zu kalt und nicht zu warm und die Insel Rügen präsentiert sich in den herrlichsten Farben. Es regt zum Verweilen, Erkunden und RADfahren an. Wer bis Ende November die Insel mit dem Rad erkundet, kann viele tolle Sachen für das Frühjahr erhalten (1x Segeltour für 4 Personen um die Insel Vilm, 4x Schlemmerschecks, 1x Wochenendaufenthalt in einem Hotel oder Pension).

Dafür liegen im Bio- und Regionalladen Esskultur in Bergen aber auch direkt bei den Veranstaltern und den teilnehmenden Unternehmen Teilnehmerkarten aus. Ziel ist es, mindestens sechs der dort angegebenen Adressen zu erradeln und diese durch Abstempeln zu belegen. Dann einfach einschicken, abwarten und gewinnen. Sie lernen die ganze Schönheit Rügens mit dem Blick auf Bodden, weite Flächen, rastende Kraniche und bunte Landschaften kennen, dabei stärken Sie Ihr Immunsystem und trainieren die Muskeln und den Kreislauf.

Sie genießen die Insel und NABU sowie AOK verlosen die Preise. Die Empfehlung: Bis zum 31. November Losradeln, Abstempeln und Einschicken.

Stadt Bergen auf Rügen macht Senioren stark

Bergener Seniorenbeirat wurde auf der Sitzung der Stadtvertretung gegründet

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Der Bergener Seniorenbeirat, hier mit Stadtvertretervorsteher Eike Bunge, Bürgermeisterin Andrea Köster und weiteren Stadtvertretern nach der Wahl. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Auf der Sitzung der Stadtvertretung Bergen am vergangenen Mittwoch wurden nach einstimmigem Beschluss der Satzung über die Bildung eines Seniorenbeirates der Stadt Bergen auf Rügen ebenso einstimmig der erste Seniorenbeirat der Stadt gewählt.

„Was lange währt wird gut“, so Sandra Köster, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Bildung und Gleichstellung der Stadt. Paragraph 1 der Satzung benennt den Zweck der Gründung des Seniorenbeirates: In der Stadt Bergen auf Rügen wird zur Wahrnehmung der besonderen Belange der Seniorinnen und Senioren ein Seniorenbeirat gebildet. Der Seniorenbeirat ist parteipolitisch und konfessionell neutral und unabhängig. Seniorinnen und Senioren im Sinne dieser Satzung sind alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bergen auf Rügen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in der Regel nicht mehr hauptberuflich tätig sind.

Zu den Aufgaben des Beirates zählen u.a. die Förderung der Anliegen der Seniorinnen und Senioren und Wahrung deren Belange gegenüber der Stadt und die Durchführung regelmäßiger Bürgersprechstunden. Stadtvertreter Fritz Barthel, selbst Vorsitzender des Rügener Seniorenbeirates: „Nach Binz, Sassnitz und Putbus hat nun auch Bergen einen Seniorenbeirat. Das ist deshalb eine gute Sache, weil sich damit die Senioren noch besser in das gesellschaftliche Geschehen einbringen können.“ Daran lassen die gewählten Mitglieder des Seniorenbeirates keine Zweifel. Gewählt wurden Rainer Eggers, Werner Kühnlenz, Ursula Niejahr, Dr. Hartwin Schukowski, Hannelore Thiede, Ulrich Weisner und Helga Zwanzig.

Die öffentliche konstituierenden Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Bergen auf Rügen findet am kommenden Freitag, 21. Oktober, um 13 Uhr im Sitzungsraum des Rathauses statt.

Rund 2.800 Läufer und Walker am Start

Vierter Rügenbrückenlauf ist das sportliche Highlight im Herbst

Stralsund/Altefähr (gü). Was für ein Anblick! Rund 2.800 Kinder, Frauen und Männer starteten am letzten Sonnabend beim vierten Rügenbrückenlauf. In den Kategorien Marathon, Halbmarathon sowie sieben und 13 Kilometer-Lauf gingen sie an den Start und liefen um die besten Plätze. Die Veranstaltung des Kreises Vorpommern-Rügen wurde traditionell von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) unterstützt. DAK-Chef Olaf Reiher gegenüber unserer Zeitung: „Ein tolles sportliches Event, das sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut. Wir freuen uns, dass so viele Menschen daran teilnehmen und einfach ihren Spaß haben.“

Ein imposanter Anblick bot sich den Autofahrern, die während der Läufe über die Rügenbrücke mussten und die Freizeitsportler auf der dritten Spur hautnah bei ihren Wettkämpfen mitverfolgen konnten. Diesen wiederum bot sich der bereits begehrte Ausblick von der Rügenbrücke in Richtung Stralsund und Rügen, den man sonst so nicht genießen kann. Das Betreten der Brücke ist für Fußgänger untersagt.

Beim 4. Rügenbrückenmarathon mit Rügenbrückenlauf und DAK Walking Day (so der offizielle Name der Veranstaltung - Anm. d. Red.) wurden traditionell wieder der „Beste Rüganer“ und die „Beste Rüganerin“ in den einzelnen Disziplinen geehrt. Das waren folgende Athleten, wie Carina Schmidt vom Landkreis und Mitglied im Organisationsteam gegenüber dieser Zeitung ausführt:

Thomas Schölzke vom bekannten Laufteam Rügen war mit 02:59:34 h bester Rüganer beim Marathon. Ronald Krause vom TSV Binz (01:28:58 h) und Jana Bahlo vom Laufteam Rügen (01:43:33 h) waren die besten Rüganer beim Halbmarathon. René Uhlig (00:49:58 h) und Anja Rohkohl (00:58:26 h), beide vom Laufteam Rügen, waren die besten Rüganer beim 13 km-Lauf. Peter Heydemann (00:25:22 h) und Heike Nehmer (00:32:33 h) konnten die besten Rüganer-Zeiten beim sieben km-Lauf für sich verbuchen.

Perfektes Herbstwochenende in Binz

Präsentation des neuen Gastgeberkatalogs, Pferderennen und Sonne satt lockten tausende Besucher

Ostseebad Binz (sb). Im größten Seebad der Insel ist ja eigentlich immer etwas los. Doch am vergangenen Wochenende sah der Strand an der Seebrücke so viele Menschen, wie sonst nur in der Hochsaison. Angelockt wurden diese aber nicht nur von blauem Himmel und Sonnenschein, sondern vor allem vom Binzer Herbstfest.

Zunächst staunten die über 5.000 Besucher am Strand nicht schlecht, als plötzlich vier Taucher aus den Fluten der Ostsee stiegen. Einer von ihnen war Holger Szymanski, Geschäftsführer des Fremdenverkehrsvereins Binz. In einer wasserdichten Tasche brachte er den druckfrischen Gastgeberkatalog des Ostseebades an Land und übergab diesen traditionell als erstes Kurdirektor Horst Graf. Dann verteilten Bürgermeister Karsten Schneider und Mitarbeiter der Kurverwaltung die ersten 500 Exemplare von der Bühne am Strand aus an die Gäste. Die rissen sich förmlich um den geheimen Star des Herbstfestes.

Die ersten Reisen führen diesen Katalog, der in einer Auflage von 35.000 Stück bei Rügen Druck in Putbus entstand und von der Bergener Firma Ars Publica Marketing gestaltet wurde, auf die Touristik-Messen nach Erfurt und Leipzig. Neben dem Imageteil finden sich über 300 Anzeigen im neuen Gastgeberverzeichnis, die für einen Urlaub in Binz bundesweit werben sollen. Dafür wurde ausschließlich Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet. Neu ist ein Pixel-Code für Smartphones, der auf der Veranstaltungsseite eingefügt ist.

Hier können sich potenzielle Gäste einen kurzen Imagefilm über das Seebad ansehen und sich so von der Attraktivität des Urlaubsortes überzeugen. Doch nicht nur der neue Katalog begeisterte die Besucher des Herbstfestes. Vor allem die 30 Pferde und ihre Reiter, die sich zum traditionellen Pferderennen über eine Strecke von 1.600 Metern meldeten, zogen die Aufmerksamkeit der Strandläufer auf sich. In sechs Klassen starteten diese: Shetlandponys, Traber, Haflinger und auch drei Vollblüter galoppierten am Strand entlang, dass der Boden unter den Füßen der Zuschauer bebte. Diese hielten auch noch aus, als die Sonne an Kraft verlor. Am Sonntagabend zeigte sich die Kurverwaltung mehr als zufrieden mit diesem Herbstwochenende in

Kunst für die Promenade

Norbert Diener stiftete zum Abschied Bronzeskulpturen

Ostseebad Binz (sb). „Mir geht es sehr, sehr gut. Ich habe Urlaub und im Urlaub ist immer alles schön“, mit diesen Worten begann Norbert Diener seine Rede an der Pergola neben dem Kurplatz mit einem Glas Sekt in der Hand. Damit meinte er seine Zufriedenheit im Vorruhestand.

Am 1. Juni ging der Mitarbeiter und frühere stellvertretende Kurdirektor nach 20 Jahren in der Kurverwaltung in die Altersteilzeit. Bei seiner offiziellen Verabschiedung bat er Freunde und Kollegen um Spendengelder, mit denen etwas Schönes für Binz geschaffen werden könnte. Insgesamt kamen 1.415 Euro mit Hilfe der Spender zusammen und Norbert Diener musste nicht lange überlegen, wie diese am besten eingesetzt werden. Als Freund der Kunst am Schmachter See mit jährlich wechselnden Objekten aus dem Atelier Gerz im Westerwald, erwarb er zum kleinen Preis von Patrick Gerz die dreiteilige Bronzeskulptur mit dem Titel „Kleine Musizierende“ von Helmut Bourger. Die Sockel aus türkischem Basalt spendete Dieners Arbeitgeber, die Kurverwaltung Binz.

Kurdirektor Horst Graf hob die Initiative seines ehemaligen Stellvertreters hervor und wünschte regte an dieser Stelle zur Nachahmung an, damit weitere Kunst die neue Promenade verziere. Auch Bürgermeister Karsten Schneider bedankte sich für die gestiftete Skulptur und wünschte Norbert Diener einen „gesunden Unruhestand“. Das wünschen wir ihm auch! Über die Erlebnisse des Norbert Diener in 20 Jahren Kurverwaltung Ostseebad Binz berichten wir in der kommenden Ausgabe. Wir haben mit ihm ausführlich über diese Zeit gesprochen. Seien Sie gespannt!

Stadt Bergen auf Rügen macht Senioren stark

Bergener Seniorenbeirat wurde auf der Sitzung der Stadtvertretung gegründet

Bergen auf Rügen (apf). Auf der Sitzung der Stadtvertretung Bergen am vergangenen Mittwoch wurden nach einstimmigem Beschluss der Satzung über die Bildung eines Seniorenbeirates der Stadt Bergen auf Rügen ebenso einstimmig der erste Seniorenbeirat der Stadt gewählt.

„Was lange währt wird gut“, so Sandra Köster, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Bildung und Gleichstellung der Stadt. Paragraph 1 der Satzung benennt den Zweck der Gründung des Seniorenbeirates: In der Stadt Bergen auf Rügen wird zur Wahrnehmung der besonderen Belange der Seniorinnen und Senioren ein Seniorenbeirat gebildet. Der Seniorenbeirat ist parteipolitisch und konfessionell neutral und unabhängig. Seniorinnen und Senioren im Sinne dieser Satzung sind alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bergen auf Rügen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in der Regel nicht mehr hauptberuflich tätig sind.

Zu den Aufgaben des Beirates zählen u.a. die Förderung der Anliegen der Seniorinnen und Senioren und Wahrung deren Belange gegenüber der Stadt und die Durchführung regelmäßiger Bürgersprechstunden. Stadtvertreter Fritz Barthel, selbst Vorsitzender des Rügener Seniorenbeirates: „Nach Binz, Sassnitz und Putbus hat nun auch Bergen einen Seniorenbeirat. Das ist deshalb eine gute Sache, weil sich damit die Senioren noch besser in das gesellschaftliche Geschehen einbringen können.“

Daran lassen die gewählten Mitglieder des Seniorenbeirates keine Zweifel. Gewählt wurden Rainer Eggers, Werner Kühnlenz, Ursula Niejahr, Dr. Hartwin Schukowski, Hannelore Thiede, Ulrich Weisner und Helga Zwanzig. Die öffentliche konstituierenden Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Bergen auf Rügen findet am kommenden Freitag, 21. Oktober, um 13 Uhr im Sitzungsraum des Rathauses statt.

Internationale Zusammenarbeit

Terminal im Kreisverwaltungsgebäude für Interessenten installiert

Bergen auf Rügen (cs). Die schwedische Region Südostskåne, die polnische Stadt Swinoujscie sowie die Inseln Rügen und Bornholm liegen im Herzen der südlichen Ostsee, gemeinsam bilden sie die „Vier Ecken der Südlichen Ostsee“. Nicht nur touristische Höhepunkte der Gegenwart verbinden die vier Regionen miteinander, sondern auch ein Millionen Jahre zurückreichendes geschichtliches Erbe. Die Erforschung der Bodendenkmale der Insel Rügen hat intensive Beziehungen mit den Nachbarn offen gelegt. Durch eiszeitliches Geschiebe gelangten Steine von einer in die andere Ecke, durch Wechsel der Besatzer können heute Baudenkmäler besichtigt werden, die errichtet wurden durch Bauleute der Nachbarn.

Mit der neu gestalteten Web-Seite www.historical-guide.eu will der Landkreis Vorpommern-Rügen anregen, der „Spur der Steine“ zu folgen, die oftmals mit der Eiszeit ihren Weg hierher fanden und in ihrer kultischen und politischen Bedeutung Auskunft über die gemeinsam erlebte Geschichte geben.

Seit kurzem haben Interessenten die Möglichkeit, dies im Kreisverwaltungsgebäude Bergen-Rotensee zu tun. An einem neu installierten Terminal im Eingangsbereich erfahren sie Wissenswertes über die Bau- und Bodendenkmale der „Vier Ecken“ – Region, der Rügen seit Mitte der 1990er-Jahre angehört. Deutschlands größte Insel kann auf eine beeindruckende Vielfalt verweisen und ist deshalb mit den meisten Denkmalen in der Präsentation vertreten. Gezeigt werden beispielsweise ausgewählte Bodendenkmale und historische Kulturstätten, 3-D-Präsentationen und ein Imagefilm als Einladung zu einem Urlaub in der „Vier Ecken“ – Region.

Weitere Seiten, auf die am Infopunkt zugegriffen werden kann, sind die der Kreisverwaltung, des Inseltourismus und des „Vier Ecken“ - Segelführers. Eingeweiht wurde der aus dem europäischen Interreg IVa – Programm finanzierte Terminal von der Beigeordneten im Landkreis Vorpommern-Rügen, Kerstin Kassner (DIE LINKE), und Andrè Huysmann vom IT-College Putbus. Das Inselunternehmen war für die technische Umsetzung des Projekts verantwortlich und wird auch künftig den Landkreis begleiten. Inhaltliche Unterstützung gab es unter anderem von Dr. Fred Ruchhöft vom ehemaligen Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Universität Greifswald. Für Kerstin Kassner ist die jetzt fertig gestellte Präsentation ein weiterer Meilenstein beim Ausbau der internationalen Arbeit. „Die Projekte im kulturellen Bereich, im Tourismus, in der Jugendarbeit und nun ganz speziell bei den Bau- und Bodendenkmalen, führen die Menschen zusammen. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und Vorhaben gefördert. Das wirkt sich positiv auf Entwicklung der ‚Vier Ecken’ – Ostseeregion aus.“

Das Ende des Denkmalprojekts bedeutet nicht das Ende der internationalen Zusammenarbeit. Die „Vier Ecken“ planen, mit Beginn der neuen EU-Förderperiode neue gemeinsame Vorhaben zu beantragen und zu realisieren. Und schon heute steht fest, dass Rügen im nächsten Jahr Gastgeber für das internationale Jugendparlament ist, in dem rund 80 junge Leute aus allen „Vier Ecken“ mitwirken.********

Sechste Fraktion im neuen Kreistag

Bündnis für Vorpommern-Rügen

Stralsund (gü). Hans-Joachim Uhn aus Bad Sülze ist Vorsitzender der Fraktion Bündnis Vorpommern-Rügen, die sich aus den Abgeordneten des Bündnis für Rügen sowie dem Bauernverband & Ländlicher Raum im neuen Kreistag gebildet hat. Die vier Abgeordneten haben sich erst kurz vor der konstituierenden Sitzung des neuen Kreistages Vorpommern-Rügen am 10. Oktober auf die Bildung einer Fraktion verständigt, so dass sie bei unserer Berichterstattung über die im Kreistag vertretenen Fraktionen in der Ausgabe vom 6. Oktober nicht berücksichtigt werden konnten. Der Fraktion gehören von Rügen mit Karin Giesel aus Bergen auf Rügen und Karin Wodrich aus Samtens zwei erfahrene Kommunalpolitikerinnen an. Die Nieparser Bürgermeisterin Bärbel Schilling ist die vierte Abgeordnete der sechsten Fraktion im Kreistag Vorpommern-Rügen.

Kreistagsgremien

Kreisausschuss und Verbandsversammlungen

Stralsund/Rügen (gü). Immerhin drei Rügener Kreistagsmitglieder haben es in den Kreisausschuss des Kreistages Vorpommern-Rügen geschafft. Während ihrer konstituierenden Sitzung am 10. Oktober wurden Kreistagspräsidentin Andrea Köster (CDU), erste stellvertretende Kreistagspräsidentin Kristine Kasten (SPD) und Kreistagsmitglied Frank Kracht (Die Linke) in den Kreisausschuss gewählt. Die beiden Kreistagsmitglieder Gisela Lemke (CDU) und Ingulf Donig (SPD) sind als Stellvertreter bestätigt.

Kreistagsmitglied Axel Thiede (CDU) ist Mitglied im Jugendhilfeausschuss des neuen Kreistages. Als sachkundiger Einwohner wurde der Putbusser Stadtvertreter Gerhard Reese (SPD) gewählt. Die Kreistagsmitglieder Andrea Köster und Burkhard Lenz (beide CDU) werden den neuen Kreis in der Mitgliederversammlung des Landkreistages M-V vertreten. Als Stellvertreter wurden Norbert Thomas (CDU) und Kristine Kasten (SPD) bestätigt.

Mit vier Vertretern ist Rügen auch in der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern über den Kreistag gut vertreten. Ihm gehören die Kreistagsmitglieder Mark Houben (CDU), Reinhard Liedtke (FDP/BfS), Torsten Jelinski (B90/Die Grünen) sowie Ingulf Donig (SPD) an. Als Vertreter wurden Uwe Ahlers (FDP/BfS), Norbert Benedikt (SPD), Frank Kracht (Die Linke) und Burkhard Lenz (CDU) vom Kreistag Vorpommern-Rügen bestätigt.

Tag der Allee am 20. Oktober auf Rügen

Buntes und vielfältiges Programm für die ganze Familie zu erleben

Trent (fm). Das wird ein Tag für die Alleen! Das Festkomitee 700 Jahre Trent, der Tourismusverein Westrügen e.V. und der BUND Mecklenburg-Vorpommern laden recht herzlich zum Tag der Allee am morgigen Donnerstag, 20. Oktober, ein. Darüber informiert Katharina Brückmann, Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND, gegenüber dieser Zeitung.

Um 14 Uhr werden drei Kastanien in Lücken einer Kastanienallee in Trent gepflanzt, die aus den Baum-Spenden von Rüganern und Rügen-Urlaubern bezahlt werden. Die Kinder der Kindertagesstätte „Seepferdchen“ aus Trent übernehmen die Patenschaft über diese Allee. Der Treffpunkt ist die Kastanienallee an der Kirche. Um 15 Uhr lädt F. Lassen in den Gutspark Granskevitz ein. Hier werden von ihr und Katharina Brückmann bei einem gemütlichen Beisammensein die Details des wohl ältesten Ginkgobaum Rügens vorgestellt.

Von 16. bis 18 Uhr laden die Organisatoren zu einem Vortrag über die Geschichte der Alleen in Mecklenburg-Vorpommern in das Gutshaus Granskevitz ein. Anschließend wird der Film „Baumnarren“ gezeigt.

„Jeder ist eingeladen! Wir freuen uns auch auf Ihren Besuch. Rügen ist durch besonders schöne alte Alleen geprägt. Deshalb wollen wir gerade hier in Trent diesen Tag gemeinsam mit einem besonderen Programm würdigen“, so Katharina Brückmann abschließend. Also, wenn Sie für den morgigen Tag nochKurzweil suchen, sind Sie in Trent genau richtig!

Das Finanzamt zieht um

Neue Steuernummern für Rüganer / Erreichbarkeit

Stralsund/Rügen (gü). Die steuerpflichtigen Rüganer erhalten zum 1. November eine neue Steuernummer! Diese Änderung tritt mit der endgültigen Zusammenlegung der bisherigen Standorte des Finanzamtes Stralsund in Kraft. Darüber informiert Vorsteher Dirk Knäbe gegenüber dieser Zeitung.

Demnach werden alle Steuerfälle mit der FA-Nummer 4083 maschinell auf eine Steuernummer mit der FA-Nummer 4082 umgestellt. Die betroffenen Rüganer werden in den kommenden Tagen diesbezüglich auch Post vom Finanzamt bekommen. Dort können Sie die bisherige und neue Steuernummer, die Bankverbindung des Finanzamtes sowie die Steuerarten entnehmen. In der 44. Kalenderwoche beginnen die Vorbereitungen für den Umzug der einzelnen Abteilungen. So werden die Mitarbeiter in der Bewertungsstelle sowie in der Grunderwerbstelle in der 45. Kalenderwoche als erste von Rügen nach Stralsund umziehen. Der neue Sitz des Finanzamtes Stralsund befindet sich in der Straße „Zur Schwedenschanze 1“ in 18435 Stralsund. Es handelt sich hierbei um das Gebäude der Rentenversicherung Bund.

Die bisherigen Standorte Wasserstraße 15d in Bergen auf Rügen sowie Lindenstraße 136 in Stralsund werden aufgegeben. In der Wasserstraße 15d verbleibt nach Abschluss des Umzuges eine so genannte Zentrale Informations- und Annahmestelle (ZIA) für die Rügener Steuerpflichtigen, wie es in diesem Zusammenhang heißt. Dirk Knäbe rechnet mit einem kompletten Umzug aller Abteilungen bis zum 16. Dezember. In dieser Zeit kann es passieren, dass einzelne Sachgebiete nicht direkt erreichbar sind. „Aber, das Finanzamt als solches ist telefonisch im Rahmen der Arbeits- und Öffnungszeiten für den Bürger erreichbar, so dass sein Anliegen entgegen genommen und weiter geleitet werden kann“, unterstreicht der Vorsteher des Finanzamtes.

Am Montag, 14. November, bleibt das Finanzamt für den öffentlichen Verkehr komplett geschlossen. Dieser Tag muss für die Installation von Technik genutzt werden. Ab 15. November ist das Finanzamt Stralsund dann unter der neuen Adresse zu erreichen. Die bisherigen Poststellen bleiben allerdings erhalten. Mehr zu Einzelheiten des Umzugs unter: www.finanzamt-stralsund.de.

Kreiselternrat Vorpommern-Rügen konstituiert

Sellinerin Andrea Kähler ist Vorsitzende des neuen Kreiselternrates

Stralsund/Rügen (DR). Am Dienstag der letzten Woche fanden sich erstmalig seit der Kreisgebietsreform die Elternvertreter aller Schulen des Landkreises Vorpommern-Rügen im Stralsunder Hansa-Gymnasium ein, um sich als Kreiselternrat Vorpommern-Rügen zu konstituieren.

Unter Leitung des Beigeordneten Klaus Großlaus, der nicht nur vor 20 Jahren den Landeselternrat in M-V eingeführt hatte, sondern seitdem auch Elternvertreter in Stralsund war, wurde zum ersten Mal auch der Vorstand des Kreiselternrates (KER) Vorpommern-Rügen gewählt. Der einstimmig gewählte neunköpfige Vorstand des Kreises setzt sich wie folgt zusammen:

Die Vorsitzende ist Andrea Kähler von Rügen, die dort bereits KER-Vorsitzende war. Die beiden Stellvertreter aus Stralsund und Nordvorpommern sind Steffen Meyer-Bothling und Anette Fitsch. Die weiteren sechs Mitglieder heißen Maik Ferch, Angela Münster, Christoph Ollick, Steffi Steinort,Martina Meister und Elke Jährling.  Auch die Delegierung  von mindestens 12 Elternvertretern in den Landeselternrat war ein Thema, da dieser im November ebenfalls Neuwahlen durchführen wird.

Neben vielen Fragen aus der Elternschaft kristallisierte sich als Hauptfrage heraus, wie in einem Landkreis mit 91 Schulen eine sinnvolle ehrenamtliche Elternarbeit im Sinne der Eltern, Schüler, Schulen und Gesetze möglich sein soll, zumal kein finanzieller Ausgleich vorgesehen sei. Die neue Vorsitzende führte dazu aus, dass „seit langem vom Landeselternrat M-V gegenüber den zuständigen Stellen im Bildungsministerium u.a. ein finanzieller Ausgleich auch auf Kreisebene für die dortigen immensen Aufgaben gefordert werde, ohne handfeste Resonanz jedoch.“

Kreistag Vorpommern-Rügen konstituiert

Andrea Köster ist Kreistagspräsidentin / Landrat Ralf Drescher ernannt

Von Robby Günther

Stralsund. Eine neue politische Ära ist angebrochen! Die 69 Mitglieder des neuen Kreistages Vorpommern-Rügen trafen sich vollzählig (!) am Montag dieser Woche zu ihrer konstituierenden Sitzung. Mit dieser ersten Sitzung nahmen die gewählten Abgeordneten im neuen Landkreis ihre politische Arbeit auf. Alterspräsident Dr. Hubert Kaufhold (CDU) eröffnete die Sitzung, an der rund 70 interessierte Einwohner teilnahmen. Darunter auch eine Schulklasse, die sich während der Sitzung gelebte Kommunalpolitik ansehen wollte.

Als erste Entscheidung des neuen Kreistages stand die Wahl zum Kreistagspräsidenten oder zur Kreistagspräsidentin auf der Tagesordnung. CDU-Fraktionsführer Andreas Kuhn schlug Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster vor. Die NPD schickte Dirk Arendt ins Rennen.

Rügen gut im neuen Kreistags-Präsidium vertreten

Die CDU-Abgeordnete konnte den Wahlgang gegen den NPD-Kandidaten klar für sich entscheiden. Allerdings: Von 69 abgegebenen Stimmen waren zehn ungültig! Köster konnte 56 Stimmen für sich gewinnen, Arendt erhielt drei Stimmen. Die Bürgermeisterin dankte nach der Wahl für das Vertrauen der Abgeordneten und versprach eine „faire und konstruktive Kreistagspräsidentin“ zu sein. Alterspräsident Kaufhold verpflichtete Köster in ihrem neuen ehrenamtlichen Amt. Anschließend wurden die Kreistagsmitglieder durch sie verpflichtet.

Bevor es mit den personellen Entscheidungen weiter ging, einigten sich die Fraktionen darauf, die Wahl zur Besetzung der Fachausschüsse in die nächste Sitzung zu verschieben. CDU und SPD haben sich in ihrer Kooperationsvereinbarung darauf verständigt, die Ausschüsse auf 15 Mitglieder zu erhöhen. Dem folgten die Abgeordneten mehrheitlich.

Zur Wahl des ersten stellvertretenden Kreistagspräsidenten kamen drei Vorschläge aus den Reihen des Kreistages: SPD-Fraktionsführer Dr. Stefan Kerth schlug die Rüganerin Kristine Kasten vor. Christiane Latendorf von der Fraktion DIE LINKE schlug Dr. Wolfgang Weiß aus Süderholz für ihre Partei vor. Die NPD schickte Karsten Münchow aus Stralsund ins Rennen. Die Abstimmung konnte Kristine Kasten mit 41 Stimmen für sich entscheiden. Dr. Wolfgang Weiß kam auf 23 Stimmen, Karsten Münchow auf drei Stimmen. Zwei der abgegebenen Stimmen waren ungültig. Latendorf hatte aufgrund des prozentualen Wahlergebnisses von LINKE und SPD vom 4. September zwar für ihren Kandidaten als ersten Stellvertreter geworben, klappte aber nicht.

Der Wahlgang zum zweiten Stellvertreter der Kreistagspräsidentin versprach hingegen keine Überraschungen. Dr. Wolfgang Weiß startete nochmals, dieses Mal gegen Dirk Arendt von der NDP. Er konnte 60 Stimmen auf sich vereinen, Arendt kam wiederum auf die drei Stimmen seiner Zählgemeinschaft der NPD. Immerhin fünf Stimmen waren bei diesem Wahlgang ungültig.

Für das weitere Präsidium waren drei Beisitzer vorgesehen. Die Fraktion FDP/BfS schickte Gerd Scharmberg aus Born, die Fraktion Bündnis90/Die Grünen Torsten Jelinski aus Thiessow sowie die Fraktion Bündnis Vorpommern-Rügen Karin Giesel aus Bergen auf Rügen ins Rennen. Auch die NPD versuchte sich noch einmal – dieses Mal mit einer Frau aus ihren Reihen: Fanny Arendt aus Stralsund. Und es gab die erste Überraschung! Die NPD-Kandidatin konnte vier Stimmen auf sich vereinen. Ein Abgeordneter aus den Reihen der anderen Fraktionen hatte für die NPD-Kandidatin gestimmt! Karin Giesel gelang mit 50 Stimmen das beste Ergebnis der Beisitzer, gefolgt von Torsten Jelinski mit 49 Stimmen. Gerd Scharmberg kam auf 42 Stimmen, drei Wahlzettel waren ungültig. Die drei Beisitzer komplettieren damit das Präsidium.

Nach den Wahlgängen erfolgte die Ernennung von Ralf Drescher (CDU) zum Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen. Die bis dato Beauftragte Carmen Schröter nahm diesen formellen Akt vor und wünschte dem neuen Landrat viel Erfolg bei der vor ihm liegenden Arbeit. Drescher versprach nach seiner Ernennung, dass er „ein enger Ansprechpartner für den Kreistag sein will“. Seinen Worten zufolge soll es im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen „keine Verlierer geben. Alle sind wichtig in diesem Prozess der Gestaltung. Veränderungen müssen Verbesserungen für die Bürger im neuen Landkreis mit sich bringen“, so sein Anspruch an seine eigene Arbeit, die nun beginnt, wie er es nannte.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Stellvertreter des Landrates durch den Kreistag bestimmt. Dafür standen die beiden Beigeordneten Lothar Großklaus und Kerstin Kassner zur Wahl. Großklaus wurde mehrheitlich zum ersten Stellvertreter gewählt, Kassner mehrheitlich zur zweiten Stellvertreterin. Nach Informationen dieser Zeitung sollen zwei weitere Beigeordnete für die Verwaltungsspitze in einer späteren Sitzung gewählt werden. Wer welche Fachbereiche künftig zu betreuen hat, wurde während der Sitzung noch nicht deutlich. Der Kreistag stimmte der Struktur der Verwaltung des Landkreises zu. Hier wird es fünf Fachbereiche geben, in denen rund 800 Mitarbeiter arbeiten werden. Das kommunale Jobcenter nimmt seine Arbeit ab 1. Januar 2012 auf.

Interkulturelle Wochen auf Rügen

Familienausflug nach Afrika brachte Kontinente näher

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Angekommen in Afrika mit „Graskammer-Air“ waren am Freitag über 20 Rüganer, die dann auch ein Feuerwerk afrikanischer Leidenschaft erleben durften. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Es war ein interessanter Abend am vergangenen Freitag, als die Gäste der Veranstaltung „Familienausflug nach Afrika - Eine Reise für die ganze Familie - Rüganer mit afrikanischen Wurzeln stellen ihre Heimat vor“ mit „Graskammer-Air“ vom Bergener Vereinshaus nach Afrika abhoben, um dort Togo, Benin, Namibia und Kenia zu besuchen. Dort gelandet, gab es erst einmal einen fruchtigen Ingwer-Cocktail, feurig scharf und dennoch angenehm schmeckend und sehr erfrischend. Dann wurde das dem Anlass entsprechende Ambiente bestaunt, welches echt den Anschein erweckte, in fremden Landen zu sein - aber nicht als Fremde, sondern als Freunde. Denn ohne viel Umschweife kamen die über 20 Teilnehmer der Reise mit den Hauptpersonen des Abends sehr schnell ins Gespräch: Abdou Ramanou aus Togo mit Frau Moussa Adam Foussena aus Benin und den auf Rügen geborenen Zwillingen Chawal und Chaban, Hilde Olivier aus Namibia und Massai Charles Lentukunye aus Kenia.

Sie alle stellten an einer großen Afrikakarte ihre Heimatländer vor und erzählten davon, was sie bewogen hat, von dort weg zu gehen, um anderswo ein neues Leben zu beginnen. So Moussa zum Beispiel, die erzählte, dass Togo auf der einen Seite ein reiches Land sei, auf der anderen Seite aber auch große Armut herrsche, weil es noch sehr viel Korruption gäbe, so dass besonders junge Menschen ihre Heimat verlassen, um besser leben zu können. Dannach wurden in Tänzen die Kulturen Afrikas vorgestellt und jeder „Neurüganer“ mit afrikanischen Wurzeln hatte für die Gäste Lieblingsspeisen der Heimat gekocht, die dann durch alle probiert werden konnten.

Viele Gespräche und Plaudereien trugen dazu bei, sich gegenseitig ein Stück mehr kennen zu lernen und zu verstehen - und genau dies ist ja auch das Anliegen der „Interkulturellen Wochen“ auf Rügen, wie Steffen Wallis als Leiter des Jugendmigrationsdienstes Bergen/Stralsund des Kreisverbandes Rügen der AWO erklärte.

„Zusammenhalten - Zukunft gewinnen!“, so lautet das Motto der diesjährigen Wochen der ausländischen Mitbürger in Deutschland. Das Netzwerk für Interkulturelle Zusammenarbeit Rügen nimmt diese im sechsten Jahr in Folge zum Anlass, interkulturelle Themen aufzugreifen und den Bürgern Rügens auf verschiedenen Veranstaltungen nahe zu bringen.

Auch wenn das Erleben von fremden Kulturen auf Rügen im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eher gering ist, so sind doch oft Hemmschwellen im Umgang mit Menschen anderer Kulturen vorhanden. Und: Nur wenn man miteinander ins Gespräch kommt, können diese tatsächlich auf beiden Seiten abgebaut werden ...