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Grundsatzbeschluss zum Parkhaus

Eine knappe Parlamentsmehrheit für Investitionen am Nordhan

Ostseebad Göhren (gü). Das bei Anliegern und Einwohnern umstrittene Vorhaben, südlich der Hövtstraße eine einreihige Bebauung zuzulassen, geht in eine neue Runde! Rund 50 Bürger fanden sich am Montagabend bei der Gemeindevertretung ein, um den politischen Willen ihrer Volksvertreter zu diesem Thema genau zu verfolgen. Bürgermeisterin Carola Koos (CDU) informierte allerdings zu Beginn der Sitzung, dass auf Wunsch des Eigentümers die beiden relevanten Tagesordnungspunkte in diesem Zusammenhang nicht verhandelt werden sollen, da es noch Änderungen im abzustimmenden Vorentwurf geben wird.

Dafür konnten sich die anwesenden Einwohner beim Thema Grundsatzbeschluss zum Bau eines Parkhauses und eines Schrägaufzuges am Nordhang mit dem Thema Demokratieverständnis insgesamt befassen. Auch dieses Vorhaben stieß bei den meisten Gästen des Abends auf Ablehnung und Widerstand. Die Gemeinde hatte sich im Zuge eines B-Plan-Verfahrens an dieser Stelle schon vor geraumer Zeit dafür ausgesprochen, ein Parkhaus zu errichten, bzw. errichten zu lassen. Insgesamt 50 Stellplätze sollen in dem Parkhaus entstehen, das auch den Hang mit seiner baulichen Präsenz stützen soll, wie es im Laufe der Debatte hieß.

Über den Grundsatzbeschluss zum Bau eines Parkhauses kamen die Gemeindevertreter natürlich auch auf das Thema Verkehr zu sprechen. Gemeindevertreter Markus Pigard (CDU): „Göhren hat das schlechteste Parkplatz-Angebot auf Rügen“, monierte der als Unternehmer tätige Abgeordnete. Auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins kritisierte er, dass wohl rund „30 Prozent der hiesigen Vermieter nicht ausreichend Parkplätze für ihre Gäste vorhalten“. Er sieht dieses Problem zumindest teilweise mit dem Parkhaus gelöst.

Die Fraktion Bündnis für Rügen kritisierte hingegen komplett den angedachten Neubau des Parkhauses: „Wir bekommen nicht einen Parkplatz mehr hinzu“, so Dietmar Lindner. Seine Kritik richtete sich auch gegen das finanzielle Engagement des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung bei dieser Investition: „Wenn wir uns ansehen, was der Neubau und der Betrieb des Parkhauses aus dem Haushalt der Kurverwaltung macht, verlieren wir auf Jahre die Investitionsfähigkeit der Kurverwaltung für andere Vorhaben“, so sein Fazit.

Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass der Neubau für Parkhaus und Schrägaufzug rund 4,8 Millionen Euro kosten sollen. In den von ihm vorgetragenen Berechnungen der Kurverwaltung sind allerdings Verluste beim Betrieb zwischen 360.000 bis 520.000 Euro zu Ungunsten des kommunalen Eigenbetriebes prognostiziert. In diesem Zusammenhang wird auch über die Erhöhung der Parkgebühren in jenem Bereich des Ortes nach Eröffnung des Parkhauses nachgedacht.

Gemeindevertreter Herbert Dobelstein (CDU) verwies die Kritiker des Vorhabens darauf, dass die für Göhren erarbeiteten Verkehrskonzepte „alle nutzlos sind, wenn an den Ortseingängen keine Parkplätze entstehen“. Zudem mahnte er an, dass die Gemeinde den politischen Mut finden müsse, um auch eine Verkehrsberuhigung im Bereich der Post- und Hauptstraße durchzusetzen. Die Befürchtungen, dass mit dem Neubau des Parkhauses an dieser exponierten Stelle Begehrlichkeiten von Dritten und privaten Investoren geweckt werden könnten, erteilte Bürgermeisterin Koos eine Absage. „Das B-Plan-Verfahren ist für die Gemeinde erstellt und abgeschlossen worden. Klagen Dritter sind in diesem Zusammenhang nicht möglich“, unterstrich sie deutlich. Nach einer putzmunteren Diskussion der elf anwesenden politischen Verantwortungsträgern mit gelegentlichem Beifall der anwesenden Gäste erfolgte die Abstimmung zum Grundsatzbeschluss: Mit sechs zu fünf Stimmen fiel dieser recht knapp aus, ist damit aber beschlossen. Für die Errichtung des Parkhauses hat die CDU-Fraktion gestimmt, außer Fraktionsmitglied Gerhard Schälke. Zudem war die Fraktion des Bündnis für Rügen dagegen und auch Dr. Marcus Groner konnte sich mit dem Neubau eines Parkhauses nicht anfreunden.

Nunmehr können Bürgermeisterin und der Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Jörn Fenske, in Schweriner Ministerien auf Fördermittel-Fang für das Vorhaben gehen. Der Grundsatzbeschluss erlaubt ein Weiterarbeiten am Parkhaus, das übrigens während eines Architektenwettbewerbs bereits optisch auf dem Papier seine Umsetzung gefunden hat. Interessierte Einwohner sind angehalten, sich im Bauamt darüber zu informieren, so Koos. Robby Günther

Attraktive Liegenschaft kommt unter den Hammer

Neubau mit vier Wohnungen in Hagen (Gemeinde Lohme) wird versteigert

Berlin/Lohme (gü/DR). Ein attraktives Angebot unterbreitet die Brecht Immobilien (Auktionen) GmbH während ihrer nächsten Auktion! Diese findet am Sonntag, 12. September, ab 12 Uhr im Berliner Europacenter (Tauentzienstraße 9) statt. Hier wird unter der Nummer 13 ein Angebot in Hagen (Gemeinde Lohme) auf Rügen aufgerufen. Es handelt sich dabei um einen Neubau mit vier Wohnungen. Das Mindestgebot liegt bei 275.000 Euro, wie ein Sprecher des Auktionshauses mitteilt.

Das betreffende Objekt wurde im Jahr 1999 erbaut. Es handelt sich um ein zweigeschossiges unterkellertes Wohnhaus mit vier Wohnungen, die als Ferienwohnungen genutzt werden. Alle Wohnungen erstrecken sich über zwei Ebenen. Alle Wohnungen sind mit einem Balkon versehen. Bis auf eine Wohnung sind die anderen komplett eingerichtet und werden so auch versteigert. Das Objekt kann nach Erwerb sofort übernommen werden, wie es in diesem Zusammenhang weiter heißt. Auf dem rund 11.830 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich zudem ein Nebengebäude, ein Grillplatz sowie Stellplätzen für Pkw. Wie das Auktionshaus weiterhin mitteilt, eignet sich das Areal mit dem großen Grundstück u.a. auch dafür, hier Reittourismus zu etablieren.

Hintergrund: Eine Auktion (auch Versteigerung oder Lizitation) ist eine besondere Form der Preisermittlung. Dabei werden von potenziellen Käufern und/oder Verkäufern Gebote abgegeben. Der Auktionsmechanismus bestimmt, welche der abgegebenen Gebote den „Zuschlag“ erhalten, und definiert die Zahlungsströme zwischen den beteiligten Parteien.

Hintergrund dieser Preisfindung sind Informationsasymmetrien im Markt. Ein Anbieter kennt häufig nicht die Zahlungsbereitschaft seiner Kunden. Setzt er einen zu hohen Preis fest, so kann er seine Ware nicht verkaufen. Setzt er seinen Preis zu niedrig fest, so schöpft er nicht den möglichen Umsatz aus. Die Bieter hingegen kennen ihre jeweilige Zahlungsbereitschaft. In dieser Situation bietet die Auktion dem Anbieter einen flexiblen Preisfindungsmechanismus, der im Idealfall zum Verkauf zum aktuellen Marktpreis führt und die Zahlungsbereitschaft der Kunden optimal ausschöpft. Bei Auktionen von Immobilien sind meistens zwei Bieter zu unterscheiden: Saalbieter werden die Bieter genannt, die persönlich an einer Auktion teilnehmen. Viele Auktionshäuser, vor allem in der Kunst und Immobilienbranche, bieten dem Kaufinteressenten die Möglichkeit, die Auktion (oder den für ihn relevanten Teil davon) am Telefon mitzuverfolgen und telefonisch mitzubieten. Dies ist vor allem für Bieter interessant, die sonst weit anreisen müssten.

Ergänzend kann noch erwähnt werden, dass es auch möglich ist, ein bestimmtes Höchst-Gebot für eine Immobilie schriftlich vor der Auktion einzureichen. Dieses wird dann, sollte es höher als das Mindestgebot liegen, als aktuelles Mindestgebot während der begonnenen Auktion für die anwesenden Saalbieter aufgerufen.

Im Zeichen der Bäderarchitektur

Themenschwerpunkt im Monat September

Ostseebad Binz (DR). Sie ist Aushängeschild und Synonym für das Ostseebad Binz geworden – die Bäderarchitektur. In keinem anderen Ort an der Ostseeküste finden sich so viele imposante Beispiele dieses verspielten Architekturstils, der mediterranes Flair mit nordischer Klarheit verbindet.Im Ortskern und entlang der 3,2 Kilometer langen Strandpromenade reihen sich die eindrucksvollen Gebäude mit ihren weißen Holzbalkonen und fein geschnitzten Veranden aneinander und schaffen ein einzigartiges Flair.

Im September, dem „Monat der Bäderarchitektur“, zeigt die Kurverwaltung Ostseebad Binz in einer Fotoausstellung im „Haus des Gastes“ interessante Ortsansichten, die teilweise den Zustand der Bäderstil-Villen vor und nach der Rekonstruktion dokumentieren. Eine gute Gelegenheit, um sich die Originalgebäude anzuschauen, bieten die Ortsführungen jeden Mittwoch um 10 Uhr. Hier wandeln die Gäste im historischen Binzer Ortskern auf den Spuren der Bäderarchitektur. Wissenswertes zur Geschichte der Bäderarchitektur in Binz vermitteln desweiteren die Vorträge von Otto Sieblist im „Haus des Gastes“ am 7., 21. und 28. September zum Weg des Ostseebades Binz „Vom Hünengrab zur Bäderarchitektur“.

Außerdem spricht Dr. Peter Franke am 14. September „Zur wechselvollen Geschichte der Klünderschen Häuser in Binz“. Wilhelm Klünder baute 1880 das erste Hotel am Binzer Strand und ist damit Schlüsselfigur für die Entwicklung des Seebades. Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro mit Kurkarte und fünf Euro ohne Kurkarte. Info & Kartenvorverkauf: Kurverwaltung Ostseebad Binz (Heinrich-Heine-Straße 7), Telefon (038393) 148148

Das 4. Duckstein-Festival beginnt am 7. September

Rotblonder Charme in der Hauptstraße und an der Promenade bis zum 12. September erleben

Ostseebad Binz (fm). Die Sonneninsel Rügen verwandelt sich anlässlich des Duckstein-Festivals zum 4. Mal schon in einen stimmungsvollen Ort mit hochklassiger Live-Musik und einem bunten Kulturprogramm, frei nach dem Festival-Motto „Kunst, Kultur & Kulinarisches“.

Bereits zum Festivalauftakt am Dienstag, 7. September, präsentieren „8 to the Bar“ mit handgemachter Musik eine gekonnte Mischung aus Swing, Blues, Boogie-Woogie und allem, was die drei Musiker lieben – eben Musik mit Leidenschaft.Leidenschaftlich geht es auch in den folgenden Tagen weiter:  z.B. mit Künstlern wie Terri Green, die u.a. bereits mit Udo Lindenberg zusammenarbeitete, oder Farhad Heet & Martin Röttger, die mit intensiven, warmen Klängen, Gitarre und Cajon eine gedankliche Reise an den Strand von Malibu antreten. Am Mittwochabend feuert Big Daddy Wilson & Band mit echt amerikanischem Blues und Soul ein musikalisches Feuerwerk ab und stimmt die Besucher so auf weitere Tage niveauvoller Unterhaltung ein. 

Auf dem Theaterplatz wird es nicht nur mit Extra Art einzigartig, wenn Bernd Schwarte und Fabian Flender lustige Clownerie, Akrobatik und verblüffende Zauberei der Extra-Klasse präsentieren oder es mit Senmaru und seiner japanisch-traditionellen Jonglage richtig international wird. International bleibt es auf dem Theaterplatz mit Javi Javichys Zirkuskunst aus Spanien und der atemberaubenden Luftakrobatik des deutsch-spanischen Duo Supanova.

Bekannt wurde das Festival neben dem bei Anwohnern und Touristen gleichermaßen beliebten, abwechslungsreichen Programm auch durch sein vielfältiges gastronomisches sowie künstlerisches Angebot. Verschiedene Stände mit Bildender Kunst und hochwertigen Accessoires bereichern auch in diesem Jahr die Atmosphäre des Festivals. Angebote von Weinlokalen, Restaurants und Hotels sorgen für die passende kulinarische Unterstützung und für das leibliche Wohl der Festival-Besucher. Internationale Spezialitäten aus dem Elsass, aus Italien, Österreich, Tapas aus Spanien, aber auch maritime Spezialitäten von der Insel stellen die Vielfalt des gastronomischen Angebots dar. Neu dabei ist in diesem Mathieu Raoul mit seinen kleinen französischen Leckereien wie Crêpes, Galettes und Merguez.

Der Eintritt ist frei. Veranstaltungszeiten sind dienstags bis donnerstags und sonntags, jeweils von 12 bis 22 Uhr sowie freitags und sonnabends Fr/Sa von 12 bis 23 Uhr. Achten Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf die aktuelle Beilage in der heutigen Ausgabe Ihrer Wochenzeitung. Dort finden Sie alle Termine des Duckstein-Festivals, das vom 7. bis 12. September stattfindet. Viele kulturelle Highlights erwarten Sie.

Gute-Laune-Zentrum: Restaurant „Zum Störti“

Erfolgreicher Theaterabend ist auch ein Labsal für Magen und Geist

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Torsten Schmiedl (re.), hier mit einem Teil des „Störti“-Teams, freut sich auf Ihren Besuch. Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Seit 1997 steht Torsten Schmiedl auf der Kommandobrücke bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek - wann immer es um das Beste für Magen und Geist geht. Anfangs bewirtschaftete er mit seinem Team die Naturbühne, 1999 kam das Restaurant „Zum Störti“ hinzu, welches nach einem Brand zur Saison 2007 neu erbaut und wieder eröffnet wurde. 140 Plätze im Restaurant auf zwei Ebenen und 200 im Biergarten bieten täglich ab 11 Uhr Platz, das Beste aus Küche und Keller zu genießen. Regionale Speisen aus vorwiegend einheimischen Produkten brachten dem „Störti“ 2009 die Auszeichnung mit dem Logo „Regionale Eßkultur“ als Wegweiser für regionaltypische Küche ein. Saisonal bestimmt genießen Sie hier auch Rügener Wild, leckere Kohlspezialitäten und Fisch von heimischen Fischern. Auch Störtebekers Leckereien, wie der Störtebeker-Grillteller, werden Sie überzeugen. Mit etwas Glück treffen Sie hier auch auf einen der Schauspieler des diesjährigen Stückes „Der Fluch der Mauren“, denn im „Störti“ nehmen diese ihre Mahlzeiten ein.

Auch nachdem der letzte Vorhang auf der Naturbühne „gefallen“ ist, freut sich das Team des „Störti“ auf Ihren Besuch. Ideal geeignet ist das Restaurant auch für Betriebs- und Familienfeiern und auch das Catering für Ihre Party zu Hause ist kein Problem.

In der Saison haben die 16 Mitarbeiter stets alle Hände voll zu tun und auf der Naturbühne kommen noch einmal 40 freundliche Schüler und Studenten hinzu, die dafür sorgen, dass niemand dürsten oder hungern muss. An unzähligen Ständen wird all das angeboten, was den Aufenthalt hier noch angenehmer macht. Allein 10 Kilometer Brezeln aneinandergereiht, eine Strecke von Ralswiek bis Sassnitz, werden in einer Saison verspeist. Hinzu kommen Bratwürste, Fischspezialitäten, Steaks und Süßes und natürlich auch frisch gezapftes Bier. Wenn Sie mehr zum Restaurant „Zum Störti“ erfahren wollen, dann geht das auf www.gasthaus-zum-stoerti.de oder telefonisch unter (03838) 311018.

2. Ralswieker Biergarten Open Air mit Hans die Geige & Hurensöhne

Zum 2. Ralswieker Biergarten Open Air lädt das Restaurant „Zum Störti“ am Samstag, 2. Oktober, ab 18 Uhr (Beginn 20 Uhr) in den Biergarten ein. Im vergangenen Oktober gab es hier die Premiere „Hans die Geige“ auf Akustik-Tour mit der ACOUSTIC STINGS CONNECTION. Das war ein grandioser Erfolg zur Freude der Gäste. Grund genug für eine Fortsetzung - und dies mit der Veröffentlichung eines reinen Akustik-Albums. Gemeinsam mit BuzzDee Baur und Udo Krause bringt Hans ausgewählte eigene, aber auch andere und Songs zu Gehör. Mit von der Partie sind auch „Hurensöhne“, die wohl angesagteste Ost-Rock Tribute Band, mit ihrer „Eisbären-Tour“. Songs wie der „Albatros“, „Am Fenster“, „Schwanenkönig“, „ Als ich fortging,“ „Der blaue Planet“ gehören genauso ins Programm wie „Bis ans Ende der Welt“, „Die Eisbären“ oder „Das Buch“. Wenn Sie jetzt schnell sind, dann können Sie sich unter (03838) 311018 noch Karten für das zum Kult avancierende Highlight sichern.

Jetzt anmelden zur Kinderkochschule

Am 6. November laden Küchenchef Marko Beyer, Restaurantleiter Björn Kittelmann und Chef Torsten Schmiedl zur nunmehr 3. Kinderkochschule in das Restaurant „Zum Störti“ ein. 15 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren erfahren hier mehr zur Lebensmittelkunde und kochen dann gemeinsam ein Menü für ihre Eltern, die am Abend eingeladen sind, die leckeren Kreationen ihrer Sprösslinge zu genießen. Anmeldungen ab sofort unter Telefon (03838) 311018 oder im „Störti“.

Integrative Grundschule startete auf Rügen

493 ABC-Schützen starteten in ein neues Schulzeitalter auf der Insel

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Insgesamt 69 ABC-Schützen wurden an der Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz bei einer festlichen Veranstaltung eingeschult. Damit ist diese Schule die größte Grundschule auf der Insel. Foto: Pfaffe

Rügen/Sassnitz (apf). Wie an der Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz war der vergangene Samstag in weiteren 13 Grundschulen der Insel und an den Freien Schulen in Dreschvitz und Glowe ein besonderer Tag. Nicht nur, weil allerorts Schulanfang gefeiert wurde, bei dem für 493 ABC-Schützen, 53 mehr als noch im Vorjahr, ein neuer und spannender Lebensabschnitt begann. Vielmehr startet mit diesem Schuljahr auch ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Schule auf Rügen und Hiddensee. Denn am Montag begann mit dem Schulbeginn auch die Integrative Grundschule auf Rügen zu leben - ein Modellversuch für das Land, bei dem alle Erstklässler wohnortnah, ohne lange Fahrzeiten und beginnend mit der ersten Klasse die Grundschule besuchen. Die bislang vorherrschende Praxis, mit der Einschulung die Schüler in „Normale“ und „Besondere“, die in Förderklassen die schulische Laufbahn beginnen, einzuteilen, gehört der Vergangenheit an. Ein mutiger Schritt, den die Insel Rügen hier gegangen ist, und ein Schritt gegen das Ausgrenzen Einzelner.

Auch ein wichtiger Schritt, welcher der Gesellschaft in vielerlei Hinsicht gut tun kann. Jedes Kind muss seine Chance erhalten und den Umgang mit den „Anderen“ muss man lernen, um gemeinsam Schule und Zukunft zu gestalten. Denn: Unsere Gesellschaft braucht jeden Einzelnen. Niemand darf zurück gelassen werden und Jeder zählt.

Während der Einschulungsfeier in der Sassnitzer Sporthalle Dwasieden wurden den ABC-Schützen von Else Lüdke (DIE LINKE) als Vertreterin ihrer Kreistagsfraktion symbolisch die Basecups aus der DEKRA Aktion „Sicherheit braucht Köpfchen“ übergeben. Diese roten Schumi-Kappen sollten alle Grundschüler auf dem Schulweg tragen, um von Kraftfahrern besser gesehen zu werden. Kinder nehmen ihre Umwelt anders wahr als Erwachsene. Sie lassen sich ablenken, handeln spontan und unvermittelt. Hinzu kommt, dass sie, im Vergleich zu Erwachsenen, ein um 30 Prozent eingeschränktes Blickfeld haben. „Gerade zu Beginn des neuen Schuljahres gilt daher für alle im Straßenverkehr erhöhte Vorsicht. Besonders nach den langen Sommerferien kommt es vor, dass Kinder plötzlich - ohne einen Blick nach rechts und links - loslaufen, wenn auf der anderen Straßenseite der Schulfreund winkt“, appelliert Schulleiterin Bärbel Frisch an alle Kraftfahrer. Hauptgründe für solch eher unkontrollierte Aktionen sind die noch nicht vollständig ausgeprägte Motorik bei Kindern und die fehlende Erfahrung im Straßenverkehr. Besonders das Orten von Geräuschen und abruptes Abstoppen fällt den Kleinen schwer. Hinzu kommt, dass Kinder durch ihre Körpergröße die Straße schlecht überblicken können und parkende Autos ihnen die Sicht versperren. „Das Überqueren der Straße ist eine der größten Gefahrenquellen auf dem Weg zur Schule. Oft werden heranfahrende Fahrzeuge übersehen oder ihre Geschwindigkeit falsch eingeschätzt“, weiß Dr. Manfred Preetz, DEKRA Niederlassungsleiter Stralsund. „Bei den 6 bis 13-Jährigen ist die Unfallrate, die sich auf dem Schulweg ereignet, besonders hoch. Es ist enorm wichtig, dass Eltern das Erlernen von richtigem Verhalten im Verkehr bestmöglich fördern, indem sie ihre Kinder frühzeitig auf die Gefahren auf dem Schulweg hinweisen.“

Mit der Kampagne „Sicherheit braucht Köpfchen" unterstützt DEKRA die Eltern bei der Vorbereitung ihrer Schützlinge auf den Straßenverkehr. Dazu verteilt die DEKRA Niederlassung Stralsund zum Schulbeginn insgesamt 1.600 auffallend rote Kinderkappen mit einem reflektierenden Streifen an die Erstklässler in der Region. Die Mützen ermöglichen, dass die Kinder im Straßenverkehr besser gesehen werden.

Vernunft-Hochzeit von Thesenvitz und Bergen

Gebietsänderungsvertrag zum Vorteil beider Gemeinden unterzeichnet

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Bürgermeisterin Andrea Köster für Bergen auf Rügen und Bürgermeister Burkhard Bartel für Thesenvitz besiegeln den Vertrag zur Eingemeindung zum 1. Januar 2011. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Die Bürgermeisterin der Stadt Bergen auf Rügen, Andrea Köster, hat mit ihrem Amtskollegen Burkhard Bartel aus Thesenvitz und den jeweils 1. Stellvertretern des Bürgermeisters, Astrid Schlegel für Bergen und Bernd Metzner für Thesenvitz am letzten Donnerstag den Vertrag zur Eingemeindung der Gemeinde Thesenvitz in die Stadt Bergen besiegelt. Nun bleibt es im Ermessen des Amtsausschusses und des Kreistages, diesem Vertrag, der einer Vernunft-Ehe gleich kommt, zuzustimmen. „Die Gemeinde weist schon jetzt (394 Einwohner - Anm. d. Red), da sie auf Grund geringer Einnahmen über keinen freien Finanzspielraum verfügt, keine ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit auf. Spätestens nach 2012 wird sich dieser Zustand dramatisch verschärfen. Sie kann dann finanzielle Forderungen nur noch teilweise erfüllen“, heißt es in der Begründung auf Thesenvitzer Seite, und auch: „Derzeitig besteht noch die Möglichkeit, aus eigenem Bestreben heraus, der drohenden Leistungsunfähigkeit und ihren genannten Folgen durch freiwillige Fusionen zu begegnen.“ Einstimmig hatten die Vertretungen beider Orte diesem Ansinnen zugestimmt, schließlich sei dies eine Entscheidung für die Zukunft, welche beiden Gemeinden und deren Einwohnern zu Gute kommt, so Bürgermeister Bartel, der sich nach seinen Worten nicht von den Geschehnissen der Zeit treiben lässt, sondern dieser immer einen Schritt voraus sein will - weil muss, um der Einwohner Wohl wegen. Vertraglich ist alles bestens geregelt, sind sich die Partner einig, und auch darüber, dass Bergen als Mittelzentrum gestärkt und Thesenvitz ebenso stärker wird, da es nun ab 1. Januar 2011 zur Stadt Bergen auf Rügen zählt. So findet eine schwere aber dennoch gute Entscheidung sein richtiges Ende.

Faszination Geschichte: Der heilige Antonius

Spezialeffekte im zweiten Teil der Vorstellung überraschen das Publikum

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Beeindruckend: Auf der Suche nach dem Schatz der Templer kommen Klaus Störtebeker und seine Leute ein Stück weiter, als der Heilige Antonius aufersteht. Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Es ist beeindruckend, wie alljährlich neue Spezialeffekte für pure Überraschung und lauthalses Staunen bei den Vorstellungen der Störtebeker Festspiele in Ralswiek sorgen. Das ist schon gehobene Klasse, welche das Team des Theaters am Großen Jasmunder Bodden seinen Gästen bietet. Im diesjährigen Stück Störtebekers Gold „Der Fluch des Mauren“ ist der Moment am Ende der Geschichte, als sich der Heilige Antonius in übermenschlicher Größe aus dem Sand der Naturbühne gen Himmel erhebt, ein Erlebnis, welches den Zuschauer ganz sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. In der Hand hält der Heilige Antonius ein Buch, aus welchem die Piraten um Klaus Störtebeker einen weiteren Hinweis auf den Schatz der Templer finden, den sie im kommenden Jahr in Schottland suchen werden. Viele Zuschauer fragen sich, wer eigentlich der Heilige Antonius ist, der ihnen auf der Bühne in Ralswiek erscheint?

Auf denSeiten von www.heiligerantonius.org oder auch www.wikipedia.org kann man Antworten finden. Demnach ist der Heilige Antonius der bekannteste und beliebteste Heilige der Welt. Millionen von Pilgern und Gläubigen aus der ganzen Welt besuchen jedes Jahr seine Basilika in Padua. Dem Heiligen Antonius werden verschiedene Symbole zugeordnet, die seine Persönlichkeit, Gaben und Qualitäten zum Ausdruck bringen. So zum Beispiel die Lilie als Zeichen der Reinheit und der Transparenz des Lebens; das Jesus-Kind als Zeichen der zärtlichen und aufmerksamen Liebe; das Buch als Zeichen des Wort Gottes. Weitere Symbole sind die Kutte, die Flamme (Heiligenschein), das Herz und das Brot. Das verbreitetste Bild des Antonius stellt ihn als religiösen Jüngling dar, der das Jesus-Kind auf dem Arm trägt und eine Lilie in der Hand hält.

Antonius von Padua entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie und wurde am 15. August 1195 als Fernando Martim de Bulhões e Taveira Azevedo in Lissabon geboren. Sein Namenspatron ist der spätantike Wüstenvater „Antonius der Große“. Mit 16 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. 1220 trat er in den Franziskanerorden über und ging als Missionar nach Marokko. Wegen einer Krankheit musste er Marokko wieder verlassen. Durch einen Sturm auf seiner Rückreise gelangte er nach Sizilien, lebte dann dort einige Zeit als Einsiedler bei Assisi, wo er auch 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. Hier traf er seinen Glaubensbruder Franz von Assisi. Er starb am 13. Juni 1231 bei Padua.

Lassen Sie sich das Schauspiel nicht entgehen und gönnen Sie sich das Erlebnis des diesjährigen Stückes der Störtebeker Festspiele in Ralswiek. Sie werden es nicht bereuen und haben ab heute noch genau 15 Tage Zeit, allabendlich, außer am Sonntag, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu erleben und einen Abend, der seinesgleichen sucht!

Rote Kappen für mehr Sicherheit auf Rügens Straßen

„Sicherheit mit Köpfchen“ - DEKRA Verkehrssicherheitsaktion für Schulanfänger

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Wie Virgenia und Alesja (v.l.n.r.) werden sich über 500 Schulanfänger auf der Insel ab Montag auf den Weg zur Schule begeben. Gut sichtbar, mit roten Kappen. Foto: Pfaffe

Rügen (apf). Seit Jahren sorgt DEKRA mit roten Baseball-Caps für mehr Sichtbarkeit und damit mehr Sicherheit von Schulanfängern. Werden die Kleinen doch mit den Kappen dank der auffälligen Farbe und eines rundum reflektierenden Leuchtstreifens von den übrigen Verkehrsteilnehmern deutlich besser wahrgenommen. DEKRA setzt mit dieser Aktion konsequent eine weitere Initiative für mehr Sicherheit im Alltag um. Auch auf Rügen ist das so und in bewährter Zusammenarbeit mit dem ACE Kreis Rügen/Stralsund und der Unternehmensgruppe Eggert. „Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer“, so Dr. manfred Preetz, Niederlassungsleiter der DEKRA Stralsund. „Sie haben keine Erfahrungen im Verkehrsalltag, ihr Reaktionsvermögen ist noch lange nicht so ausgeprägt wie das unsere, sie sind ängstlicher und unsicherer und begeben sich mit dem Schulanfang auf einen neuen Lebensabschnitt.“

Hier setzt die DEKRA Aktion an und will mit dem sichtbaren Zeichen für Sicherheit zum einen das Bewusstsein der Kleinsten für das Verkehrsgeschehen schärfen und zum anderen bei den übrigen Verkehrsteilnehmern für mehr Aufmerksamkeit sorgen. „Wer gesehen werden will, muss auffallen“, sagt Manfred Eggert und meint damit, dass auch für die Kraftfahrer die roten Mützen, 520 Stück für Rügen in diesem jahr, ein Zeichen für mehr Achtsamkeit setzen. Polizeidirektor Gustav Lüth fügt dem hinzu, dass alle Grundschüler die Kappen, die sie zur Einschulung erhalten haben, tragen sollten, um auf der sicheren Seite zu sein. Doch er bemerkt auch, dass die Kappen-Aktion schon eine Menge bewirkt hat, denn im vergangenen Schuljahr waren nur zwei Schulwegunfälle auf der Insel zu verzeichnen. Und der Regionalbeauftragte des ACE für die Neuen Bundesländer, Frank Fleischhauer, kann feststellen, dass das gesamte Bundesland M-V mittlerweile zu den vorbildlichsten Ländern bezüglich der Schulwegsicherheit zählt.

Er appelliert auch an die Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw zur Schule bringen, diese immer auf der Seite der Schule aussteigen zu lassen, weil dann keine Straße überquert werden muss. Und: Ganz besonders zum Schulbeginn werde die Polizei auf der Insel im Bereich von Schulen und Kindereinrichtungen präsent und aktiv sein. Dass viele Verkehrsrisiken für die Kleinsten vermeidbar sind, zeigt nicht zuletzt die Begleitbroschüre zur Aktion. Hier finden Eltern hilfreiche Tipps, wie der geeignete Schulweg geplant und später geübt werden kann. Denn nicht immer ist der kürzeste Weg der beste und sicherste. Frühzeitig solle der Weg zur Schule gerade für die Erstklässler fest gelegt und geübt werden. Ein Umweg könne unter Umständen etliche Gefahrenquellen ausschließen.

„Planen Sie genug Zeit für den Schulweg ein“, heißt es in der Broschüre. Besonders gefährdet sind Kinder in der Dunkelheit, weil sie schlicht übersehen werden. „Sicherheit mit Köpfchen“ ist ein Beitrag der DEKRA zur Europäischen Charta für Verkehrssicherheit. Neben der Insel Rügen profitieren auch in Stralsund und Greifswald in diesem Jahr insgesamt 1.600 Schulanfänger davon. Wie Manfred Pretz informierte, soll diese Aktion im kommenden Jahr auf das gesamte Bundesland ausgeweiter werden, so dass dann bundesweit die reflektierenden „Schumi-Mützen“ den Kraftfahrern signalisieren: Achtung, es war Schulanfang!“

Quo vadis, Kurplatz?

Knappe Entscheidung zur Ausschreibung für Bewirtschaftung im Fachausschuss

Von Robby Günther

Ostseebad Göhren. Wird der Kurplatz zum Ballermann? Gemeindevertreter Markus Pigard (CDU) hat schwere Bedenken zur am Montagabend beschlossenen Ausschreibung für die Bewirtschaftung des denkmalgeschützten Ensembles am Nordstrand. Die Mitglieder des Finanz- und Tourismusausschusses haben sich während ihrer jüngsten Sitzung zu Beginn dieser Woche mehrheitlich für eine Ausschreibung verständigt. Allerdings: Gleich fünf Ausschussmitglieder haben sich der Stimme enthalten!

Gemeindevertreter und Ausschussvorsitzender Hans-Harald Ott (SPD) zeigte sich im Laufe der entfachten Debatte um die Zukunft des Kurplatzes erstaunt. „Wir haben während unserer letzten Sitzung im Juni drei mögliche Varianten einer Bewirtschaftung vorgestellt bekommen. Eine Mehrheit des Ausschusses war dafür, die Bewirtschaftung jetzt erst einmal für zwei Jahre begrenzt auszuschreiben“, erinnerte er seine Ausschussmitglieder an die geführte Diskussion.

Knackpunkt der aktuellen Kritik sind einige Details der Ausschreibung. „Hier ist die Rede von mobilem Verkauf“, mahnte Pigard und riet seinen Kollegen vom Beschluss ab. „Mit dem Beschluss beamen wir uns zehn Jahre zurück, was Niveau und Qualität bei der Versorgung von Veranstaltungen angeht, so seine Meinung. Dies wollte Hans-Harald Ott nicht unwidersprochen stehen lassen. „Wenn uns die vorgelegten Bewerbungen nicht zusagen, können wir die Ausschreibung immer noch als erfolglos beenden“, blickte er in die Zeit der Auftragsvergabe.

Nach dem jetzigen Beschluss ist Jörn Fenske, Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Kurverwaltung, beauftragt, die Ausschreibung zu veröffentlichen. Abgabe für potenzielle Interessenten ist der September. Allerdings sollten diese bei ihrem Konzept auf niveauvolle Angebote achten, denn: „Bierwagen sind nicht unser Ziel“, so Ausschussvorsitzender Ott. Die Entscheidung über einen neuen Betreiber ist für den Dezember vorgesehen. Der neue Betreiber soll die Gelegenheit erhalten, jeweils vom 1. Mai bis 31. Oktober die Versorgung bei ausgesuchten Veranstaltungen zu übernehmen. Auch über Art und Anzahl der Höhepunkte wurde am Montagabend heftig gestritten. Bärbel Powilleit (BfR) mahnte, dass es sich auch um einen Kurpark handelt, den Gäste an dieser Stelle des Ostseebades vorfinden. „Hier hat Ruhe die Vorfahrt“, betonte sie. Immerhin sind in den letzten Jahren fast 30 größere Veranstaltungen auf dem Kurplatz pro Saison veranstaltet worden. „Zu viel und zu laut“ befand der Ausschuss während seiner Juni-Sitzung. Aus diesem Grund regte der zuständige Fachausschuss auch eine umfassende Befragung der Gäste an, was sie an diesem Ort erwarten . . .

CDU Mönchgut-Granitz diskutiert

Versammlung des Regionalverbandes mit vielen Themen

Middelhagen (DR). Die Mitglieder des CDU-Regionalverbandes Mönchgut-Granitz trafen sich dieser Tage zu ihrer Sitzung. Neben den Mitgliedern konnte als Gast auch der Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz begrüßt werden.

Im ersten Tagesordnungspunkt legte Lenz durch Zahlen untersetzt seine Haltung zum Gesetz über die Kreisgebietsreform dar. Die negative demografische Entwicklung und die immer schlechter werdende Finanzausstattung des Landes verlangen seiner Ansicht nach ein schnelles Handeln. Die Diskussion dazu zeigte deutlich, dass die Basis das Gesetz immer noch ablehnt und seine Wirksamkeit bezweifelt. Es wurde darauf verwiesen, dass die Finanzprobleme des Kreises in erster Linie an der Übertragung gesetzlicher Aufgaben im Sozialbereich ohne ausreichende Mittelzuweisung liegen. Der bessere Weg, um die Abwanderung junger Leute zu stoppen, wäre die Stärkung der Wirtschaft. Die von vielen Menschen propagierte Bewahrung der Natur für Kinder und Kindeskinder scheint allein nicht zu reichen, diese am Weglaufen zu hindern. Undankbar stimmen sie mit den Füßen ab, wo es sich gut leben lässt.

Das Thema der zukünftigen Gemeindestrukturen soll auf der nächsten Beratung noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt werden. Es wurde angeregt, den erfolgreichen, ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Süderholz und jetzigen Landrat Nordvorpommerns, Ralf Drescher (CDU), dazu einzuladen.

Der Regionalverband verabschiedete einen Appell an die CDU-Landtagsfraktion, sich mit der Unterstützung aller Fraktionen für eine Änderung der Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu einem besonderen Regime für die handwerkliche, passive Küstenfischerei in Europa einzusetzen. Es gibt dazu die Zustimmung der griechischen Kommissarin und Mehrheiten sowohl in der Kommission als auch im Europäischen Parlament. Trotzdem hat die BRD sich gegen die Einführung ausgesprochen. Für die handwerkliche, passive Küstenfischerei in M-V fordert der Regionalverband die Entlassung der Fischer aus der Quotierung, die Aufhebung des Quotenhandels, eine regionale Entscheidungshoheit für die Bewirtschaftung der Fischbestände und eine Verringerung des bürokratischen Aufwandes. Der Landtagsabgeordnete Lenz hat den Appell bereits nach Schwerin weitergeleitet.

Neue Broschüre erschienen

„Sozialer Wegweiser“ für den Landkreis Rügen

Bergen auf Rügen (cs). Der Landkreis Rügen hat gemeinsam mit dem Novoprint Verlag Fellbach einen neuen „Sozialen Wegweiser“ erarbeitet. Die Broschüre enthält viele Informationen aus den Bereichen Soziales, Familie, Jugend und Gesundheit. Das reicht von der Hilfe zum Lebensunterhalt und der Grundsicherung im Alter über die Beratung zu Unterhaltsangelegenheiten und die Kindertagesstättenförderung bis hin zum Kinder- und Jugendärztlichen Dienst und zu Hilfen für psychisch Kranke und seelisch Behinderte.

Wer wissen möchte, wo welche Aufgaben erfüllt werden und welche Ansprechpartner es dafür im Landkreis gibt, der wird im neuen Sozialen Wegweiser fündig. Die Broschüre zeigt auf, wo man Rat und Hilfe bei verschiedenen Problemen erhält und welche Angebote es gibt, um bestimmte Lebenssituationen zu meistern. Viele Partner des Landkreises haben mit Anzeigen dafür gesorgt, dass der Soziale Wegweiser erscheinen konnte und haben so zugleich den Informationswert erhöht.

Der Soziale Wegweiser ist in den Verwaltungsgebäuden des Landkreises in Bergen (Billrothstraße 5, Störtebeker Straße 30 und Gartenstraße 1) sowie in den Verwaltungen der Ämter und amtsfreien Städte und Gemeinden kostenlos erhältlich. Für alle Partner, die Anzeigen geschaltet haben, liegen Exemplare in der Poststelle des Landkreises zur Abholung bereit.

Kulturpreis der Insel Rügen: Erfolg im Shanty-Chor Sassnitz

Peter Maslonka aus Binz: Wie ich Mitglied wurde und wie auch Sie zum Sassnitzer Ensemble kommen können

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Schmuck vor der Kruzenstern. Alle Neuen sind dabei. 7. von rechts ist der Autor des Artikels, Peter Maslonka. Foto: privat

Sassnitz. Von Natur bin ich ein fröhlicher Mann lache und singe gerne in geselliger Runde. Eines Tages las ich im OSTSEE ANZEIGER, dass Mitglieder für den Shanty-Chor Sassnitz gesucht werden. Mutig folgte ich dem Aufruf und erschien zur nächsten Chorprobe in Sassnitz. Weitere drei „Neue“ waren ebenfalls dort. Gemeinsam wurde nun der Stimmbereich festgelegt und regelmäßig geprobt. Bei den Proben, die unsere Swetlana durchführte, merkten alle „Neuen“, dass richtiges Singen mit dem Chor wunderbar klingt. Achim Kühn und Edgar Nitschke, unsere Organisatoren, nahmen uns unter ihre Fittiche, übergaben uns Noten und Texte und kleideten jeden individuell ein. Nun lernten wir jedes Chormitglied einzeln kennen und wendeten das vertraute „Du“ an. Also kurios ist es schon mit den Namen: Wir haben zwei Peter, zwei Achim und zweimal den Familiennamen Wendt.

Seit Februar sind die „Neuen“ nun Mitglied und wirken bei jedem öffentlichen Auftritt mit. Jeder Auftritt ist etwas Besonderes, alle sind mit Engagement und Begeisterung dabei. Von den „alten Hasen“, mit denen wir alle ein kameradschaftliches Verhältnis haben, gibt es so manchen nützlichen Tipp und auf jede Frage eine Antwort. Natürlich sind auch die Partnerinnen und Ehefrauen in diese Gemeinschaft integriert . Ob es ein Chortreffen in Bremen, eine Schiffstaufe in Stralsund, die Begrüßung eines Kreuzfahrtschiffes in Mukran oder ein Hafenfest in Barth ist - unsere besseren Hälften sind dabei und unterstützen uns mit ihrer Anwesenheit und ihrem Verständnis. Wenn wir dann alle abends mit den Mitgliedern und Partner der anderen Chöre beim Abendbrot und einem Gläschen zusammen kommen, so war das wieder ein gelungener Tag. Besonders stimmungsvoll war ein Auftritt in Lohme. Die Sonne ging unter und ein bezaubernder Abendhimmel sorgte mit seinem Lichterspiel für eine besondere Atmosphäre. Dazu sangen wir das Abendlied „Leise kommt die Nacht“. Alle waren begeistert und die Zugaben wollten kein Ende nehmen. Mit jedem Auftritt wird man sicherer auf der Bühne und gerade weil es selbst Spaß macht und wir anderen eine Freude bereiten, lernt man die Texte fast automatisch.

Die Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Insel Rügen sowie der Besuch der Hanse-Sail in Rostock waren Höhepunkte und sind für den Shantychor eine große Ehre. Aber auch Jubiläen der einzelnen Chormitglieder werden beachtet und entsprechend mit einem kleinen Auftritt gewürdigt .

Ohne eine richtige Beschallung jedoch ist das Publikum schwer oder gar nicht erreichbar und so sorgt Jürgen Schrader vor jedem Auftritt mit einem Sound-Check für den guten Ton. Bei keinem Auftritt kommt der Humor zu kurz, denn Peter Mahlstedt (genannt Peter I.) sorgt als Moderator für das nötige Seemannsgarn.

Jetzt bleibt nur zu wünschen, dass viele junge Leute und Junggebliebene, die Interesse an maritimen Liedern und Shantys haben, den Weg zu uns finden, um andere Menschen zu erfreuen. Übrigens werden auch Damen und Herren gesucht, die Akkordeon oder ein anderes Instrument spielen. Ein Sprichwort lautet ja: „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, ... ! Ansprechpartner beim Shanty-Chor Sassnitz sind Hans-Joachim Kühn, Seestraße 23 in Sassnitz, Telefon (0398392) 33213 und Edgar Nitschke, Dorfstrasse 97 in Breege, Telefon (038391) 12371.

Neue CD „Für einen Augenblick“ ist erschienen

Marcus Skrzepski überzeugt mit hoher musikalischer Meisterschaft und Feingefühl

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Rügen (apf). Sie ist endlich da! Die brandneue CD 2010 „Für einen Augenblick“ mit zehn Songs aus eigener Feder und mit eigenen Kompositionen. Nach fast zehnjähriger Tonträger-Abstinenz hat der Sassnitzer Sänger, DJ und Moderator Marcus Skrzepski am 11. Juli diesen Jahres auf der MS „Nordwind“ der Reederei Lojewski das neueste Produkt als Ergebnis seiner bisherigen Karriere als Musiker erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mit überwältigenden Reaktionen des Publikums, denn „Für einen Augenblick“ ist keine Musik-CD unter vielen, sondern, im Schallplatten-Design produziert, etwas Besonderes für die schönen Stunden des Lebens.

Seit November vergangenen Jahres hat Marcus Skrzepski an der CD intensiv gearbeitet, Texte geschrieben, Musik komponiert und die CD im eigenen Tonstudio eingespielt. Was entstanden ist, kann sich durchaus in der Reihe der Großen des Musikbussines sehen lassen.

Die amüsanten, tiefsinnigen und berührenden Texte zeigen auch autobiografische Züge. Marcus haucht seinen Liedern förmlich Leben ein, wenn er sich seine Botschaften von der Seele singt. Sie erleben Marcus Skrzepski mit seiner neuen Scheibe „Für einen Augenblick“ von einer ganz neuen Seite - und werden seine handgemachte Musik noch mehr schätzen und lieben lernen. Seit 1998 ist Marcus live als Solist oder DJ unterwegs. Mit seinem Repertoire von Westernhagen, Chris Rea, Billy Idol bis C.C.R. und eigenen Songs bringt er seinen persönlichen Geschmack von Rock und Pop zum Ausdruck. Mit Gitarre, Mundharmonika und Mikro setzt er durch lockeres Entertainment eine gute Verbindung zum Publikum in Szene. Seit 2001 ist Marcus mit seinem Kollegen Ron Beitz als „Die Willenlosen“ - das Partyduo unterwegs.

Als DJ war Marcus sieben Jahre lang auf dem Clubschiff „AIDA“ im DJ Team auf fast allen Weltmeeren unterwegs und hat auf den Poolparties und in den Club´s die Schiffsplanken zum Beben gebracht. Bei zahlreichen Beachparties, Hafenfesten und anderen Events war er als Anheizer mit Stars wie Mickie Krause, Fancy, Cora, Right Said Fred, Loona, Marquess, City oder Keimzeit on stage. Nun können Sie Marcus mit „Für einen Augenblick“ auch mit nach Hause nehmen und sich wann immer Sie das wollen, mit seinen Liedern entspannen und freuen. Erhältlich ist die CD auf der MS „Nordwind“ sowie über die Website des Musikers www.ruegen-musik.de und auch telefonisch bei Marcus Skrzepski selbst unter der (0151) 23031676.

Mit Glück gewinnen

Wenn Sie eine von fünf CDs „Für einen Augenblick“ gewinnen wollen, dann sollten Sie uns bis zum 31. August Ihren eigenen Textvorschlag für ein neues Lied einsenden. Mit etwas Glück setzt sich Marcus dann für seine neue CD, die bereits in Arbeit ist, mit Ihnen in Verbindung. Aus allen Einsendungen werden fünf Gewinner ermittelt, die mit der Post eine CD zugeschickt bekommen. Schreiben Sie an: OSTSEE ANZEIGER, Kennwort: Marcus, Markt 25, 18528 Bergen auf Rügen.

Meilenstein auf dem langem Weg zur neuen Straße

Planfeststellungsbeschluss für die B 96n wird ab 23. August ausgelegt

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Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) und Angelika Peters (SPD/MdL) moderieren die Veranstaltung. Foto: Pfaffe

Rügen (apf). „Der Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Bundesstraße 96n auf Rügen ist nun fertig. Wenn alles gut geht, kommen Urlauber und Einwohner bald sehr viel schneller auf der Insel voran“, war die wohl wichtigste Aussage des Verkehrsministers Volker Schlotmann (SPD) am vergangenen Donnerstag im Bergener Ratskeller. Dorthin hatte die Rügener SPD und Landtagsfraktion eingeladen, nachdem Anfang Mai Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bei einem Gespräch im Park-Hotel Bergen Antworten zur B96n schuldig geblieben war aber versprach, diese durch kompetente Gesprächspartner nachzuholen.

So waren zur Infoveranstaltung am vergangenen Donnerstag auch Vertreter der DEGES und des Straßenbauamtes Stralsund zugegen, die gemeinsam mit dem Verkehrsminister auf die Fragen und Anregungen der Befürworter und Gegner der B96n eingingen.

Wegen Änderungen beim europäischen Naturschutzrecht hatte sich das Planfeststellungsverfahren über viele Jahre hingezogen. „Jetzt sind wir einen großen Schritt weiter. Der Bau B 96n ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Land. Die zahlreichen Staus auf Rügen in den vergangenen Wochen haben wieder gezeigt, wie dringend wir die neue Straße brauchen. Wenn nicht gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt wird, könnten die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen“, so Minister Schlotmann. Der Planfeststellungsbeschluss wird ab dem 23. August für zwei Wochen in den Amtsverwaltungen Bergen auf Rügen und Westrügen sowie in der Gemeinde Binz ausgelegt. Er wird rechtskräftig, wenn innerhalb der anschließenden zweiwöchigen Frist keine Klagen eingereicht werden, so der Minister.

Die geplante B 96n wird rund 20 Kilometer lang sein und von Altefähr über Samtens nach Bergen führen. Auf drei Fahrspuren, je eine Fahrbahn pro Richtung und eine Überholspur wechselseitig für beide Richtungen, kann der Verkehr dann schneller von der neuen Rügenbrücke auf die Insel und wieder Richtung Festland fließen. Insgesamt 17 Brücken sollen gebaut werden, unter anderem eine Talbrücke über den Sehrowbach und eine Unterführung der Bahngleise bei Scharpitz, die eine ganz besondere Herausforderung auf Grund ihrer baulichen Einmaligkeit darstellt.

Die Bauzeit der rund 80 Millionen teuren Straße, die vom Bund im Rahmen des Verkehrswegeplanes Deutsche Einheit finanziert wird, könnte in Abhängigkeit von den jeweils verfügbaren finanziellen Mitteln rund drei Jahre betragen, so dass im günstigsten Falle davon auszugehen sei, dass die neue B96n im Frühjahr 2013 zur Einweihung kommen könnte. Könnte, denn noch ist offen, ob es gegen den Planfeststellungsbeschluss Klagen geben wird, da es neben der Mehrzahl der Rüganer als Befürworter des Projektes auch Gegner der Infrastrukturmaßnahme gibt. Beispielsweise hatte Marlies Preller für den NABU Rügen erklärt, dass die Mobilität auf Rügen zwar optimiert werden müsse, „doch dafür gibt es andere Wege.“ Auch warnte sie erneut davor, dass der Bau der B96n zerstörerische Wirkungen auf die Rügener Natur haben werde und stellte die Frage an die etwa 50 anwesenden Gäste: „Das wollen Sie?“ Und sie monierte, dass ihr noch kein Managementplan zur Vogelrast vorliege und noch andere Unterlagen zum Projekt dem NABU fehlen würden. Es klang schon so ein wenig wie „Krieg“ und deshalb schien die Frage von Volker Boche vom Wirtschaftsrat der CDU zwangsläufig zu sein: „Frau Preller, heißt das, dass Sie klagen werden?“ Doch diese Frage blieb unbeantwortet.

Eigentlich gibt es keinen Grund, gegen das Projekt zu klagen, sind sich diejenigen Rüganer einig, die sich mit dem Werdegang des Projektes intensiv beschäftigt haben. Es gibt keine vernünftige Alternative zu dieser Variante des Projektes.

Die Notwendigkeit und das öffentliche Interesse zur Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur stehen außer Frage. Alle naturschutzrechtlichen Belange haben nach langer gemeinsamer Arbeit Berücksichtigung gefunden.

Wo also liegt die Nadel im Heuhaufen versteckt?

„Sofortige Vollziehung“ möglich

Klar ist, dass, zum Glück, die naturschutzrelevanten Sachverhalte bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung eine gewichtige Rolle spielen müssen. Doch klar sollte auch sein, dass dies nur funktioniert, wenn die Bereitschaft zur Einigung auf beiden Seiten dominiert. Klar sollte auch sein, dass die Gesetze der Gesellschaft und ebenso der wirtschaftlichen Entwicklung Berücksichtigung finden müssen. Denn Naturschutz ohne die Gesellschaft würde letztlich keinen Sinn machen.

Marlies Preller hat während der Veranstaltung deutlich gemacht, dass Joachim Rascher, DEGES Projektleiter der B96n, „Umweltbelange mittlerweile genau so gut bewerten kann wie ich selbst“. Ein Kompliment, welches Diplomingenieur Joachim Rascher letztlich die intensive Beschäftigung mit dem Thema eingebracht hat. Und ein Kompliment, welches eigentlich auch Vertrauen hervorrufen sollte. Auch Verkehrsminister Schlotmann appellierte an Befürworter und Gegner der B96n: „Hier steht sich Schwarz und Weiß gegenüber, das Leben spielt sich aber immer dazwischen ab.“ Wenn der Planfeststellungsbeschluss zur B96n Rechtskraft erhält, dann könnten die bereits vorbereiteten Ausschreibungen sofort starten und das Los 1 eventuell noch in diesem Jahr vergeben werden, so dass der Baustart erfolgen könnte. Gibt es Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, würde der Baubeginn möglicherweise um ein weiteres Jahr verzögert werden.

Wie jedoch aus Insiderkreisen zu vernehmen war könnte nach Abschluss der zweiwöchigen Auslegungsfrist des Planfeststellungsbeschlusses durch die Anordnung der „Sofortigen Vollziehung“ mit politischem Willen unbenommen möglicher Klagen der Baustart zur B96n noch in diesem Jahr erfolgen.

„Es wird kein weißer Ritter kommen!“

Claudia Gaebel lebt ihre Rolle als Maria an Störtebekers Seite allabendlich aus

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Claudia Gaebel spielt als „Maria“ an der Seite von Sascha Gluth (Klaus Störtebeker) großes Theater. Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Selten war ich von einem Menschen so beeindruckt, wie von der jungen Schauspielerin, die in der Rolle der Maria bei den Störtebeker Festspielen 2010 an der Seite von Klaus Störtebeker steht. Die Rede ist von Claudia Gaebel (27), die im März diesen Jahres ihr Schauspielstudium an der Universität Mozarteum in Salzburg beendet hatte und nun auf der Insel Rügen ihre bisher größte Herausforderung gefunden hat.

Aufgewachsen in Königstein/Sachsen hatte sie schon immer eine gute Beziehung zur Insel Rügen. Schließlich besuchte sie beinahe jährlich im Sommer Oma und Opa oder Tante und Onkel in Sagard. „Mit 15 habe ich erstmals die Störtebeker Festspiele erlebt. Norbert Braun, damals in der Rolle des Helden, war für mich ein echtes Highlight. Überhaupt - dieses Freilichttheater hat mich so fasziniert und meinen Wunsch bestärkt, den ich schon von Kind an hatte, dass ich einmal Schauspielerin sein möchte“, erinnert sie sich noch heute. Nachdem sie ein Jahr auf Rügen gelebt und im Sassnitzer Ostsee-Gymnasium gelernt hatte, zog sie mit ihrer Mutter nach Hamburg. Nach dem Abitur begann sie, ihren Traum zu verwirklichen. Über Castingagenturen gelang es ihr, erste Rollen als Kleindarstellerin zu besetzen. Von 2003 bis 2005 erhielt sie eine Schauspielerausbildung an der Schule für Schauspiel in Hamburg. Doch sie wollte mehr. So hat sie sich an der Universität Mozarteum um ein Studium beworben und studierte schließlich die nächsten vier Jahre in Salzburg. Dafür hat Claudia Gaebel dann auch ihren festen Ausbildungsplatz in einer Werbeagentur aufgegeben.

Schon während des Studiums hat sie viele praktische Erfahrungen auf der Bühne des Salzburger Landestheaters, zum Beispiel als Trollprinzessin in „Peer Gynt“ und auch vor den Kameras (zum Beispiel ZDF „Das Duo“, ARD „St. Angela“, Kino „Paulas Geheimnis“) sammeln können.

„Vor der Kamera muss man immer sehr präzise sein“, stellt sie einen wesentlichen Unterschied heraus. „Beim Theater ist alles etwas freier, da hat man die Möglichkeit, die Rolle gestischer zu gestalten. Denn in den Proben entwickelt man Bilder, erfährt mehr über die Rolle und bereitet sich auf die Premiere vor. Erst nach der Premiere beginnt man, sich in der Rolle mit der Figur zu profilieren.“ Und weil ihr das auf der Störtebeker Bühne über alle Maßen gelingt, hat ihr das längst den Rang des Publikumslieblings als „Maria“, die ihren Klaus Störtebeker (Sascha Gluth) förmlich anbetet, eingebracht! Claudia Gaebel spielt nicht, sondern lebt ihre Rolle, die ihr auf den Leib geschrieben scheint. Sie verleiht Maria, die mit ihrem Großvater Yussuf (Manfred Reddemann) vor über 600 Jahren in Granada lebt, förmlich neues Leben. Und sie scheint allabendlich auf der Naturbühne das zu spüren, was Maria tatsächlich bewegt haben könnte.

Ein Fluch laste auf ihr, sagt der Großvater, und sie, noch ein ganzes Stück weit naiv, glaubt daran. Wenn sie jeden Tag am heiligen Brunnen zum Heiligen Antonius betet, dann werde eines Tages ein „Weißer Ritter“ kommen und sie von ihrem Fluch befreien. Es kommt aber kein „Weißer Ritter“, sondern der sich als Kaufmann tarnende Klaus Störtebeker, in den sich Maria unsterblich verliebt. Sie beginnt nachzudenken, rebelliert und nutzt ihren eigenen Kopf, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie will keinen „Weißen Ritter“, sondern ihren Kaufmann haben. „Es ist seltsam“, schmunzelt Claudia Gaebel. „Im letzten Jahr an der Schauspielschule sagte mein Dozent in einem anderen Zusammenhang zu mir, dass kein ’Weißer Ritter’ auf dem Pferd kommen werde. Und nun spiele ich hier in Ralswiek diese Rolle.“

„Die Rolle hat durchaus mit mir selbst etwas zu tun. Trotz der Schicksalschläge glaubt Maria an das Gute und hat als Leitmotiv Hoffnung und Liebe und auch die Lösung des Widerspruchs zwischen Kopf und Herz“, sagt die Schauspielerin, die das Zeug dazu hat, eine ganz große Künstlerin zu werden. Ein Glück und eine Bereicherung für das Ensemble der Störtebeker Festspiele, dass man Claudia Gaebel gewinnen konnte.

Und ich bin mir ganz sicher, dass dieses Engagement erst der Anfang einer großen Karriere der freundlichen, liebevollen und kreativen Schauspielerin ist, die mir im Gespräch echt das Gefühl vermittelte, sie schon ewig lange zu kennen ...

Schwimmende Zeitzeugen

Modell Kutter „Rügen“ als Geschenk für Hafenmuseum

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Der 88-jährige Hans Rettkowski aus Oldenburg übergab Peter Poppitz offiziell im Hafenmuseum das Modell des ehemaligen Sassnitzer Fischkutters „Rügen“. Foto: Wöllner

Sassnitz (DR). Für den Verein Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum wurde der 21. Juli 2010 zu einem bedeutsamen Tag. Der 88-jährige Hans Rettkowski aus Oldenburg war angereist, um dem Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum ein Modell des ehemaligen Sassnitzer Fischkutters „Rügen“, Eigner Arno Lohse, und weitere persönliche Erinnerungsstücke aus seiner Dienstzeit als Leutnant zur See als Schenkung zu übergeben.

Hans Rettkowski war bis 1945 Gruppenführer von acht Fischkuttern, die als Minensucher in der 14. Sicherungsflottille eingesetzt waren. Zu dieser Einheit gehörte auch der Fischkutter „Rügen“, Heimathafen Sassnitz, Eigner Arno Lohse aus Sassnitz. Der Kutter, Baujahr 1935, fungierte als Vorpostensicherungsboot ab 1940 zur Räumung der Schifffahrtswege von Magnetminen in den küstennahen Gewässern. Die an Bord fahrenden Eigner der Kutter waren jeweils Kommandanten des Schiffes mit dem Dienstgrad Bootsmann (Feldwebel), so auch Arno Lohse. Hans Rettkowski erhielt Weihnachten 1944 von einem Besatzungsmitglied das Modell des Kutters „Rügen“ als Geschenk, welches dieser an Bord gebastelt hatte. Die acht Kutter waren als Gruppe von Januar bis April 1945 in der Danziger Bucht an der Evakuierung von Verwundeten und Flüchtlingen beteiligt.

Die Gruppe lief im April auch den Hafen Sassnitz an. Die Stadt machte nach dem Bombenangriff vom 6. März 1945 auf die Besatzung, die Verwundeten und Flüchtlinge einen derart tristen Eindruck, dass die meisten sich auf den Schiffen weiter nach Westen absetzten.

Das tat auch Arno Lohse. Er nahm seine Familie an Bord und fuhr mit der Gruppe nach Cuxhafen. Dort blieb er mit seiner Familie. Bis etwa 1980 ging er dort mit seinem Kutter dem Fischfang nach. Die Recherche von Mitgliedern des Sassnitzer Museumsvereins in den Kirchenbüchern der Sassnitzer Gemeinde St. Johanni ergab, dass Arno Lohse in Sassnitz getraut wurde. Im Ergebnis der Übergabe der Schenkung an das Hafenmuseum stellte Hans Rettkowski den Antrag um Aufnahme als Mitglied in den Verein Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum. Das Modell des Fischkutters „Rügen“ und weitere Erinnerungsstücke von Hans Rettkowski werden ab sofort im Hafenmuseum ausgestellt und bereichern so die umfangreiche Ausstellung zur Fischereigeschichte, die Entwicklung der Stadt Sassnitz und deren beider Häfen.

Und wenn Sie Lust und Laune haben, dann können Sie beim Besuch des Fischerei- und Hafenmuseums im Sassnitzer Stadthafen einen „Originalen“ Kutter aus der legendären Serie für das Fischkombinat Sassnitz besichtigen und sich vom Leben und Arbeiten an Bord ein Bild machen.

Übrigens: Wie sich Partnerschaft zwischen Vereinen in der Stadt Sassnitz positiv auswirkt, davon kündet die „Überführung“ des Kutters „Rügen“ von Oldenburg in Oldenburg, dem Heimatort des Schenkers. Gerd Slowy, Vorsitzender des Gartenbahnvereines „Rügen-Skane e.V.“, unterhält seit vielen Jahren gute und helfende Beziehungen zum Fischerei- und Hafenmuseum. Und dies nicht nur mit der alljährlichen Gartenbahnausstellung in der Weihnachtszeit. Er war es auch, der seine „Beziehungen“ hat spielen lassen, um den Kutter „Rügen“ von Oldenburg ein Stück näher nach Rügen zu bringen. Denn Vorstandsmitglied Peter Poppitz, der kürzlich in Lüneburg zu tun hatte, konnte in der dortigen Polizeidirektion das Modell des Kutters in Empfang nehmen, um es schließlich nach Sassnitz mitzunehmen. Vorangegangen war auf Vermittlung von Slowy die Abholung des Kutters während einer Überführungsfahrt eines Dienstfahrzeuges von Oldenburg nach Lüneburg. So funktioniert unkomplizierte Hilfe, die viel bewirken kann.

Erfolgreiche Halbzeit bei Störtebeker Festspielen

Noch bis 4. September erleben Sie Störtebekers Gold „Der Fluch der Mauren“

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Klaus Störtebeker kommt mit allen Situationen seines Lebens zurecht - er trotzt den Gefahren seines gefährlichen Weges ...

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... auf der Suche nach dem Templerschatz und trinkt genüsslich „Tee“ in fremden Landen. Fotos: (apf)

Ralswiek (apf). Es passt einfach alles in diesem Jahr - ein Team wie ein Herz und eine Seele, eine spannende und zugleich herzergreifende Geschichte, Schauspieler, die durch Höchstleistungen brillieren, ein Sommer, wie man ihn nicht besser erleben könnte und deshalb zufriedene Zuschauer. Das sind die Störtebeker Festspiele 2010.

In der vergangenen Woche, am 28. Juli, wurde die „Halbzeit“ des überaus erfolgreichen zweiten Teils der Trilogie Störtebekers Gold mit dem Titel „Der Fluch der Mauren“ begangen. Alles deutet auf eine Saison hin, die besser kaum sein könnte. Ob neuer Besucherrekord oder nicht ist dabei zweitrangig, denn längst geht es den Machern der Festspiele um Intendant Peter Hick nicht mehr darum, Rekorde zu brechen, sondern das hohe und anspruchsvolle Niveau des Open-Air-Theaters alljährlich erneut unter Beweis zu stellen. Und dass dies auch im Jahr 2010 gelingt, davon können Sie sich noch bis zum 4. September allabendlich um 20 Uhr (außer am Sonntag) selbst überzeugen.

Als am 3. Juli 1993 die Naturbühne Ralswiek am Großen Jasmunder Bodden wieder in Betrieb genommen wurde, war es alles Andere als eine „sichere Sache“. Doch mittlerweile haben sich die Störtebeker Festspiele zu einer Institution entwickelt, die der Insel Rügen Wirtschaftskraft und weltweites Ansehen verschafft.

Neben dem Primäreffekt der Schaffung neuer Arbeitsplätze, entstand für die gesamte Insel Rügen ein erheblicher Sekundäreffekt - die nur wegen der Festspiele auf die Insel kommenden Besucher. „Diese Besucherzahl ist inzwischen auf den heutigen Stand von dauerhaft weit über 300.000 angewachsen. Rund 75 Prozent unseres Publikums kommt wegen der Festspiele auf die Insel. Dies ergibt bei einer durchschnittlichen Verweildauer von rund 4,7 Tagen und einer Geldausgabe von durchschnittlich 109 Euro pro Tag somit ein Finanzvolumen von über 100 Millionen Euro, das durch die Festspiele pro Saison auf die Insel gezogen wird“, resümiert Intendant Peter Hick.

Kein Wunder, dass ihn die Leser der SUPERillu im Monat Juli für den sechsten SUPERillu-Einheitspreis nominiert haben. Diesen Leser-Preis können Menschen oder Institutionen erhalten, die sich um den wirtschaftlichen Aufbau in den neuen Bundesländern verdient gemacht, Firmen aufgebaut, sichere Arbeitsplätze geschaffen haben. Aber auch Menschen oder Institutionen, die besonders dazu beigetragen haben, die in Jahrzehnten der deutschen Teilung gewachsene „Mauer in den Köpfen“ abzubauen, das Zusammenwachsen und gegenseitige Verstehen von Ost und West zu fördern.

Herzlichen Glückwunsch

dafür an Intendant Peter Hick, den Vater der Störtebeker Festspiele, und sein engagiertes und motiviertes Team, welches es in hervorragender Weise versteht, für die Insel Rügen zu werben - mit zufriedenen Gästen. Denn zufriedene Gäste kommen immer wieder ...

Gesetz zur Kreisstrukturreform

Info der Landräte von NVP und RÜG und des OB Stralsund

Bergen auf Rügen (DR). Der Beschluss zur Kreisstrukturreform veranlasste Rügens Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE), Nordvorpommerns Landrat Ralf Drescher und Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow (beide CDU), trotz unterschiedlicher Sichtweisen zur Reform (der Landkreis Rügen wird dagegen klagen) die gemeinsame Vorbereitung in Angriff zu nehmen. Aufgrund dessen fand am 20. Juli ein Treffen der Landräte und des Oberbürgermeisters statt. Hierbei wurden Verhaltensregeln diskutiert, sowie die Bildung von gemeinsamen Arbeitsgruppen der drei Verwaltungen zur Vorbereitung von Entscheidungen festgelegt. Dies ist einer gemeinsamen Pressemitteilung zu entnehmen.

Bis Mitte September werden die paritätisch besetzten Arbeitsgruppen Recht, Organisation/Personal, Finanzen/Doppik, Liegenschaften und Informationstechnik ihre Arbeit aufgenommen haben, heißt es dort weiter. Das Gesetz schreibt vor, in den einzelnen Vertretungen jeweils einen zeitweiligen Ausschuss zur Vorbereitung auf die neue Struktur zu bilden, wobei dies in Nordvorpommern schon geschehen ist. Ebenfalls wurde besprochen, den Kreistagen und der Bürgerschaft vorzuschlagen, ein gemeinsames beratendes Gremium aller drei Gebietskörperschaften zu gründen, das aus den Kreistagspräsidenten und dem Bürgerschaftspräsidenten sowie jeweils fünf weiteren Vertretern besteht, wie es abschließend heißt.

Nationalparktag auf Hiddensee

Fest für Einheimische und Besucher

Hiddensee (DR). Am Sonnabend, dem 31. Juli, wird der 20. Jahrestag des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft auf Hiddensee mit einem besonderen Nationalparktag begangen. Die Veranstaltung am Nationalparkhaus in Vitte beginnt um 13 Uhr mit einem Auftritt der Junior-Ranger „Hiddenseer Hechte“ sowie Eröffnungs- und Grußworten. Vielfältige Angebote lassen den Tag zu einem Fest für die ganze Familie werden. So wird unter Anleitung des Bildhauers Jo Harbort mit Naturmaterialien künstlerisch gestaltet, gibt Hans-Werner Harmann Anleitung zum Ausführen von Seemannsknoten und informiert Fanny Mundt über Kreuzottern auf der Insel. Weitere Programmpunkte sind Insekten- und Pflanzenkunde mit der Biologischen Station Hiddensee, Infos vom Kreisjagdverband über Tiere der Heimat, ein Fahrradparcours unter Obhut der Polizei, Malen und Basteln mit den Junior-Rangern, Mitarbeitern aus dem Nationalparkamt und von der Inselinformation.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Vitte bringen sich mit Heißem vom Grill und Kühlem vom Fass ein. Kaffee, Kuchen, musikalische Unterhaltung – auch Verpflegung und Kultur sind gesichert. Um 14 Uhr bietet das Kreisdiakonische Werk Kinderanimationen, um 15 Uhr tritt Karl Huck mit seinem Puppentheater auf. Gespielt wird das Stück „Hase und Igel“. Was die Sanddornhexe in ihrer Hexenküche entstehen lassen hat, ist den ganzen Tag über zu erwerben. Um 16 Uhr bringt Silke Stephan ein Programm für Kinder, nicht nur rund um den Sanddorn. Gegen 18 Uhr beginnt die LIVE-Band „Southbound“ mit abwechslungsreichen Darbietungen. Schon jetzt sind an vielen Stellen auf der Insel Quiz-Fragebögen erhältlich. Verbunden mit einem Streifzug über die Insel lassen sich die Fragen beantworten. Wer seinen Fragebogen vor Beginn der Veranstaltung im Nationalparkhaus mit den richtigen Lösungen abgegeben hat, kann ab 17 Uhr gespannt sein. Dann erfolgen die Auswertung und die Verlosung interessanter Preise. Einheimische und Gäste sind zum Nationalparktag herzlich eingeladen.

Kultur der Spitzenklasse am Kap Arkona

Rockkonzerte, Blues und ab dem 30. Juli „Der alte Mann und das Meer“

Von Wolfgang Urban

Putgarten. Zahlreiche Erlebnisangebote mit kulturellen Höhepunkten in kurzer Folge prägen gegenwärtig das Kap Arkona und den Rügenhof Arkona in Putgarten. Erneut war in der vergangenen Woche ein großartiges Rockkonzert gleich in der Nähe des slawischen Burgwalls zu erleben. Dieses Mal begeisterte RENFT das Publikum. Am Sonntag ging es dann abends auf dem Rügenhof heiß her. Die CRAZY HAMBONES sorgten mit Blues der Spitzenklasse für einen Abend der Lebensfreude und erhielten nicht nur viel Beifall. Viele ließen sich auch dazu animieren, auf dem Kopfsteinpflaster des Rügenhofes in ausgelassener Weise zu tanzen.

Morgen, also am 29. Juli kann man das Tanzen beim Erlebnisabend rund um das Störtebekerbier von 18 bis 22 Uhr fortsetzen. Dann ist wieder die für ihre stimmungsvolle Tanzmusik bekannte Gruppe INFLAGRANTI auf dem Rügenhof. Am Freitag (30. Juli) folgt um 20.30 Uhr auf der Freilichtbühne an den Leuchttürmen die Premiere von „Der alte Mann und das Meer“. Es handelt sich um die Bühnenfassung der Novelle, für die Ernest Hemingway den Nobelpreis erhielt. Horst Janson wird die Hauptrolle spielen. Neben ihm ist unter anderem die Sängerin Marie-Luise Gunst als Barfrau Martine und Erzählerin zu erleben. Nach der Premiere folgen bis zum 3. August und vom 6. bis 10. August täglich ab 20.30 Uhr weitere Aufführungen und dazwischen ist am 4. August KUBANISCHE NACHT am Kap. Die Besucher können vor und nach den Vorstellungen in der Kultur-Lounge bei kubanischer Live-Musik Fisch und frische Cocktails genießen. Kartenvorbestellung beim Förderverein Kap Arkona e.V. unter der Nummer (038391) 434660

Abbruch an den Kreidefelsen

Neue Abrutschungen befürchtet

Insel Rügen (DR). Am gestrigen frühen Abend gegen 18.25 Uhr brach ein Teil der Kreidefelsen an der Steilküste der Wissower Klinken ab. Eine Touristin vernahm das Abbrechen des Küstenteils und das Herunterrollen des Gerölls. Zuvor hatte sie Spaziergänger in diese Richtung gehen sehen und war sich nicht sicher ob diese verschüttet wurden. Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THW, der Wasserschutzpolizei und der Schutzpolizei waren im Einsatz um die Unglücksstelle zu finden. Zwischenzeitlich sind Spaziergänger über den Abbruch gegangen und hatten Schuhabdruckspuren hinterlassen. Deswegen nahmen die Einsatzkräfte anfangs fälschlicherweise an, es wäre ein älterer Abbruch.

Ein eingesetzter Hubschrauber konnte die Stelle eindeutig identifizieren. Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW begannen mit Grabungen. Mit dem Hubschrauber wurden zwei Hundeführerinnen der Rettungshundestaffel aus Greifswald eingeflogen. Die Hunde zeigte nicht das Vorhandensein vom Menschen unter dem Abbruch an. Die am Unglücksort befindliche Einsatzleitung beendete um 22.16 Uhr aufgrund drohender weiterer Abbrüche die Bergungsarbeiten. Damit bleibt weiterhin unklar ob sich unter dem Abbruch Verschüttete befinden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, um 04.00 Uhr, gingen keine Vermisstenmeldungen bei der Polizei ein. Über weitere Maßnahmen entscheidet die Einsatzleitung am Mittwoch.

Neue Tourismuskonzeption M-V

Minister Seidel: Urlaubsmarke stärken – Gäste werben

Schwerin/Rügen (gü/DR). Nachdem zahlreiche Vertreter des hiesigen Tourismus, der Politik und auch der Wirtschaft dieser Tage über die Tourismusförderabgabe gesprochen haben (siehe letzte Ausgabe), sind auch auf Landesebene Bestrebungen im Gange, den Haupterwerbszweig im Land zukunftsfähig zu machen. So stellte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) eine neue Tourismuskonzeption für das Land vor:

Die Weiterentwicklung der touristischen Marke Mecklenburg-Vorpommern ist Kern der neuen Tourismuskonzeption des Landes, lautet seine Botschaft. „Wir wollen nachhaltiges Wachstum, systematische Qualitätsverbesserung und mit gezielter Werbung neue Gäste gewinnen“, sagt der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel. „Diese Position zu halten und weiter auszubauen ist das Ziel“, unterstreicht Seidel. „Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist eine der Erfolgsgeschichten, die es seit 1989 gegeben hat.“ Der Tourismus gehört nach seinen Aussagen zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbranchen des Landes. Ein Bruttoumsatz von rund 5,1 Milliarden Euro und ein Beschäftigungsäquivalent von 173.000 Personen unterstreichen die hohe Bedeutung des Tourismus. Jedes dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis in M-V hängt direkt und indirekt vom Tourismus ab. Aufgabe der neuen Konzeption war es, den erreichten Stand zu evaluieren, gesetzte Ziele und Leitlinien zu überprüfen und neue Aufgaben für die weitere touristische Entwicklung des Landes zu identifizieren. Sie versteht sich als Grundgerüst für alle Akteure des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, so der Minister weiter.

Insgesamt elf Leitlinien fassen gleich zu Beginn wichtige Ergebnisse und Aufgaben zusammen:

  1. Markenarchitektur für den Tourismus aufbauen
  2. Touristische Vermarktung auf den Inlandsmarkt und ausgewählte Erfolg versprechende Auslandsmärkte ausrichten
  3. Marktpotenziale über Kernthemen und -zielgruppen erschließen
  4. Bewusstsein der Bedeutung des Tourismus als zentralen Wirtschaftszweig stärken
  5. Wettbewerbsvorteil Qualitätstourismus stärker nutzen und ausbauen
  6. Qualitative Entwicklung vor quantitativer Entwicklung
  7. Nachhaltige Tourismusentwicklung für Mecklenburg-Vorpommern
  8. Fachkräfte- und Nachwuchsmangel vorbeugen und bewältigen
  9. Zukunft des Tourismus durch schrittweise Anpassung an den Klimawandel sichern
  10. Tourismusentwicklung stärker mit ganzheitlicher regionaler Entwicklung verzahnen
  11. Integrierte Tourismuspolitik und -förderung stärken

Seidel kündigte zur weiteren Profilierung des M-V-Tourismus im Wettbewerb eine Kampagne zur Neukundengewinnung vor allem in Süddeutschland und der Schweiz an. „Die Herausforderungen im Arbeitsmarkt und bei der demografischen Entwicklung erfordern zudem erhebliche Anstrengungen“, so Seidel. „Die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften ist für die Tourismusbranche von zentraler Bedeutung.“ Die Beherbergungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern liegen derzeit bei rund 176.000 angebotenen Betten, darunter rund 66.000 in gewerblich genutzten Ferienwohnungen.

Das Land hat im Jahr 2009 mit 28,4 Millionen Übernachtungen seine touristische Rekordmarke gesetzt und damit zum dritten Mal nacheinander das beste Ergebnis seit 1991 erreicht. „Für das laufende und die kommenden Jahre geht es um Konsolidierung“, so Minister Seidel abschließend zur Präsentation der Konzeption.

Sicher und spektakulär!

Stunt-Team sorgt allabendlich für nervenkitzelnde Action

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Stunt Coordinator Ronnie Paul (kleines Bild) und Gabor Duck (3.v.l.) leiten das Stunt-Team mit Balazs Kiss, Laszlo Roman, Akos Lenkei, Ferenc Berenz und Zoltan Danko. Foto: (apf)

Ralswiek (apf). Schon seit Jahren arbeitet Ronnie Paul bei den Störtebeker Festspielen mit den ungarischen Stuntmen um Gabor Duck zusammen. Der Zufall wollte es dieses Frühjahr, dass sich diese ganze Truppe zu Dreharbeiten in Schottland wieder traf. Eine große amerikanische Kinofilmproduktion um Römer und Kelten brachte sie zusammen. Kämpfe, Gefechte und Wagenüberschläge mussten dargestellt werden. Im September kommt nun „THE EAGLE OF THE NINTH“ in die Kinos. Schon öfter hat Ronnie Paul für VW Werbespots gedreht. Diesmal rief man ihn nach China zu einer Golf GTI Präsentation für die Presse und für Vorstände aus der ganzen Welt. „Die Kosten spielten keine Rolle, alles vom Feinsten“ meinte er. Ronnie Paul ist in seinem Leben viel herumgekommen. Er ist ein langer Wegbegleiter und Freund. Bei der Störtebeker-Produktion hat er Ideen und übernimmt als Stunt Coordinator viel Verantwortung. Wenn Ronnie Paul nach den Proben nicht mehr in Ralswiek ist, dann übernimmt Gabor Duck das Team der Action-Darsteller. Er und Ronnie kennen sich durch die gemeinsame Arbeit seit 16 Jahren und sind ein eingespieltes Team, das alljährlich gemeinsam mit den Stuntmen zur Überraschung der Zuschauer immer wieder neue Action in das Spiel bringt. „Immer aber nach dem Motto: Sicher und spektakulär“, sagt Gabor Duck, denn die Sicherheit steht auf der Naturbühne an oberster Stelle.

„Trotzdem ist bei unserer Arbeit immer ein Risiko dabei, aber Kaskadeure sind nicht so gut, weil sie mutig sind, sondern weil wir sie gut vorbereitet haben“, so Duck. „Im Kopf muss immer klar sein, was passiert und dann kannst du auf den Punkt genau Höchstleistung bringen, ohne dich zu verletzen.“ Stellen Sie sich den freien Fall aus 20 Metern Höhe vor. Wenn dieser nicht Schritt für Schritt immer wieder geübt würde, wäre das Risiko unkalkulierbar. Und auch bei Kampfszenen, die echt aussehen müssen aber eben immer nur angedeutet sein dürfen, muss der kühle Kopf und Überlegung richtig mitspielen.

„Klar ist Angst immer mit dabei, denn wer keine Angst hat, der hat keine Konzentration“, antwortet Gabor Duck auf meine Frage. Als Kind wollte er eigentlich Weltmeister im modernen Fünfkampf werden, war siebenfacher ungarischer Meister im Team. Als Erwachsener hat er dann mit dem Fünfkampf aufgehört. Just in dieser Zeit wurden für Filmarbeiten Anfang der 80er Jahre Reiter gesucht. „Da habe ich mich beworben und bin angenommen worden. Und so begann mein Leben als Stuntmen“, erinnert er sich an den Anfang seines „neuen Lebens“. Das Stunt-Team ist eine eingeschworene Gemeinschaft, denn ohne dies würde die gemeinsame Arbeit nicht funktionieren. Auch in der Freizeit wird viel gemeinsam unternommen. „Oft sind wir auch im Restaurant ’Puszta’ in Sagard, weil wir uns da wie zu hause fühlen“, sagt Zoltan Danko, der seit 2004 zum Team gehört. „Und Rügen ist wie unsere zweite Heimat geworden, in der wir viele Freunde haben.“

Ferenc Berenz stieß 2001 zum Team. Der K1-Kickboxer weiß ebenso wie seine Kollegen, dass körperliche Fittness und ein hohes sportliches Leistungsvermögen wichtige Voraussetzungen sind, um als Stuntmen so erfolgreich arbeiten zu können. Und wie erfolgreich das Team ist, das können Sie auf der Naturbühne Ralswiek allabendlich (außer am Sonntag) selbst erleben ...

2. Nachtrag zum Kreishaushalt verabschiedet

Insel-Parlament einigt sich auf Positionen / Spar-Vorgaben nicht erfüllt

Bergen auf Rügen (gü/DR). „Sehr geehrte Kreistagsmitglieder, Ihnen ist bekannt, dass wir bis zum 30. September 2010 ein neues Haushaltssicherungskonzept im Land vorlegen müssen! Hier ist nachzuweisen, durch welche Maßnahmen in welchem Zeitraum wir einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt erreichen. Dazu benötige ich Ihre Unterstützung“, forderte Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) während der letzten Sitzung des Kreistages am zurückliegenden Donnerstag von den politischen Verantwortungsträgern.

Der Kreistag hatte sich wiederum mit den Beschlüssen zum 2. Nachtrag des Haushalts 2010 zu beschäftigen. Dies war nötig geworden, da die Landrätin Widerspruch gegen eine Reihe von Beschlüssen eingelegt hatte – darunter auch der kostenlose Schülerverkehr (der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer berichtete).

Nach einer kurzen Debatte wurde gegen die Stimmen der CDU wurden so die Tagesordnungspunkte Förderung des Projektes „Aufklärung der Allgemeinbevölkerung und Betreuung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken“ sowie der Antrag zur Finanzierung einer Assistenz für das bestehende LEADER-Regionalmanagement zur Umsetzung des gemeinsamen Wegekonzeptes beschlossen. Beim Abschluss der Vereinbarung mit dem RPNV zur Durchführung der Schülerbeförderung votierten 17 Abgeordnete dafür, acht stimmten dagegen und sechs enthielten sich der Stimme. Da sich der Kreistag gegen eine Erhöhung der Kreisumlage ausgesprochen hat, wird der 2. Nachtrag nunmehr mit einem Defizit von 2,2 Millionen Euro seine Reise zum Innenminister antreten. Ob dieser dem Papier seine Zustimmung gibt ist offen. Denn der Minister hatte bereits mehrfach finanzielle Einsparungen bei den Rüganern gefordert, die in Verwaltung und Kreistag sitzen.

Genau darauf setzt jetzt die Landrätin mit Blick auf die Zeit nach der parlamentarischen Sommerpause: „Die Erarbeitung dieses Haushaltssicherungskonzepts fällt uns sehr schwer, da wir seit Jahren unseren Haushalt konsolidieren. In der letzten Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses hatten wir den Mitgliedern ein erstes Diskussionspapier mit übergeben, in dem unsere Vorschläge aufgelistet sind. Wir waren gemeinsam so verblieben, dass diese Vorschläge in den Fraktionen diskutiert und eventuell bestätigt werden und die Fraktionen weitere Vorschläge unterbreiten. Da ich davon ausgehe, dass Sie in den Fraktionen darüber gesprochen haben, möchte ich die Fraktionsvorsitzenden und die Finanzexperten der Fraktion gern zu einer Gesprächsrunde am 16. Juli einladen“, machte die Verwaltungschefin eine Offerte an die Kreistagsmitglieder, gemeinsam nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen. Aber nicht nur zusätzliche Einsparungen sind demnach im Haushalt bei den Aufgaben des Kreises auszuloten. Auch die rund 330.000 Euro, die mit der ersten Vorgabe des Innenministers nicht eingespart werden konnten, sind zu finden und zu besprechen. Immerhin hatte Lorenz Caffier (CDU) zu Beginn des Jahres gefordert, dass der Kreis rund 1,5 Millionen Euro weniger ausgibt, seinen Fehlbedarf senkt.

Doch nun sind am kommenden Freitag politische Positionen von allen Fraktionen gefordert! Danach würde die Verwaltung unter Kämmerin Roswitha Juhnke einen Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes (Hasiko) erarbeiten und diesen in die Fachausschüsse geben. Denn nach der Sommerpause müssen die politischen Verantwortungsträger auch an einen Haushalt 2011 denken, der aufzustellen ist.

Auch wenn dies vermutlich der letzte Haushalt des Kreises Rügen sein wird . . .

Kämpfende Frauen kommen beim Publikum an

Martina Guse brilliert als Piratin „Schwarze Krake“

Von Andreas Pfaffe

Sie ist eine sympathische Frau und eine hervorragende Schauspielerin. Die Rede ist von Schauspielerin Martina Guse (48), die im diesjährigen Stück Störtebekers Gold „Der Fluch des Mauren“ nach zweijähriger Pause wieder auf der Naturbühne in Ralswiek zu erleben ist. Bereits 2004 begeisterte sie als „Sophia von Pommern-Wolgast“ und 2008 als „Königin Margarete von Dänemark“ das Publikum auf der wohl schönsten Naturbühne Europas in Ralswiek. „Ein Glück, dass wir Martina Guse für unser Theater gewinnen konnten“, so der Regisseur Holger Mahlich. „Denn sie ist eine ganz große Schauspielerin, welche die Rolle der ’Schwarzen Krake’ mit der ihr eigenen Stärke und einer überzeugenden schauspielerischen Leistung zum Leben erweckt.“

„Schon vor zwei Jahren hatte Regisseur Holger Mahlich die Idee im Kopf, erneut eine Rolle für mich zu schreiben“, erinnert sich Martina Guse. Nachdem das Buch für das diesjährige Stück geschrieben war stand für alle Beteiligten fest: die „Schwarze Krake“ soll Martina spielen. Als dann im Januar Intendant Peter Hick bei Martina Guse in Baden-Baden anrief, um sie für das diesjährige Stück zu gewinnen, war es für sie keine Frage: „Gerne habe ich zugesagt, denn das Open-Air-Theater auf der Naturbühne Ralswiek mit über 8.000 Zuschauern stellt jeden Abend eine neue Herausforderung dar. Hier ist es anders als beispielsweise im Forum-Theater Stuttgart mit gerade einmal 140 Plätzen – da kann man dem Zuschauer förmlich in die Augen schauen und so setzt dieses Theater besonders Ansprüche an die kleinen und feinen Dinge. Wenn man dann hier in Ralswiek auf der Bühne steht und im Kopf hat, auch die hinteren Reihen zu erreichen, dann spielt und denkt man auch so groß.“ „Die Rolle eines weiblichen Piraten hatte ich mir schon 2004 gewünscht“, gesteht sie. „Denn warum können Mädels nicht auch Pirat gewesen sein?“ So steigt sie in die Rolle des „Schwarzen Kraken“ ein und lebt diese mit Überzeugung, Charme und Witz auf der Bühne aus. . „Dass ich so eine ’Rosen-Rolle’ auf der Piratenbühne bekomme, ist einmalig schön“, sagt sie und blickt auch auf das Liebesgeplänkel von Goedeke Michels (Dietmar Lahaine). Der würde alles geben, um ihr Herz zu gewinnen und „Schwarze Krake“ greift sogleich kräftig zu und nimmt ihm das Wertvollste - sein Schiff. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich im kommenden Jahr, wenn Störtebekers Gold „Der Schatz der Templer“ in Schottland spielt, neben der Liebesgeschichte um Störtebeker und Maria eine zweite ... Das Publikum würde es, so wie in diesem Jahr begonnen, ganz sicher danken.

Martina Guse, die in Osterburg in der Altmark geborene Schauspielerin, lebt heute mit ihren Kindern Benno (22), der auf Sylt arbeitet und Marlen (17), die im August im Jasmar Resort Rügen in Neddesitz ein Praktikum absolvieren wird, in Baden-Baden als freischaffender Schauspielerin. Nach dem Schauspielstudium in Leipzig folgte ein 15-jähriges Engagement in Rostock. Als dies 1998 zu Ende ging, hatte sich Martina Guse schon einmal für die Störtebeker Festspiele beworben. Erst 2004 wurde ihr Wunsch Wirklichkeit, als sie im Stück „Im Zeichen des Kreuzes“ die Rolle der Sophie von Pommern-Wolgast spielte - eine starke adelige Dame, die hoch zu Ross ihre Untertanen befehligte. Seit ihrem letzten Engagement bei den Störtebeker Festspielen 2008 hatte sie gut zu tun und es waren erfolgreiche Jahre. Ob am Forum Theater Stuttgart, als Sprecherin beim Rundfunk oder als Synchronstimme bei Film und Fernsehen, so als Sprecherin für den deutsch- französischen Fernsehsender „arte“. Der MDR produzierte mit ihr gerade eine sechsteilige Comedy-Serie mit dem Titel „Auch das noch,“ in der auch Sascha Gluth mitspielt. „Ich habe noch nie so lange vor einer Kamera gestanden. Das übt einen Schauspieler sehr und verbannt das Lampenfieber“ gesteht sie. Sechs mal 25 Minuten Spaß wird das für Sie ab Herbst bedeuten. Vorerst haben Sie das Glück, Martina Guse in Ralswiek zu erleben.

Kreisgebietsreform beschlossen

Landtag stimmt für sechs Kreise und zwei kreisfreie Städte

Schwerin/Rügen (gü). Politische Spannung bis zum Schluss! Der Landtag hat am Mittwoch letzter Woche die Kreisgebietsreform nach fast achtstündiger Debatte beschlossen. Mit 40 Stimmen aus den Reihen der Großen Koalition (SPD und CDU) ist dem Gesetzeswerk die nötige Mehrheit verschafft worden. Die oppositionellen Parteien FDP, LINKE und NPD votierten mit 28 Stimmen dagegen. Die fünf Rügener Landtagsabgeordneten waren bei der Abstimmung gespalten: Burkhard Lenz (CDU) und Angelika Peters (SPD) sprachen sich für die Reform aus. Gino Leonhard (FDP) und Dr. Marianne Linke (DIE LINKE) waren dagegen. Polit-Dino Udo Timm (CDU) nahm gar nicht erst an der Abstimmung teil! Mit einer persönlichen Erklärung „erklärte“ er sich. Trotzdem er auf seiner Homepage vor der Abstimmung zum Ausdruck brachte, dass er mit Nein – also gegen die Reform – stimme wolle.

Nunmehr ist der 4. September 2011 als Wahltag für den neuen Landtag und die neuen Kreistage festgezurrt. Bis dahin erwarten Beobachter allerdings ein letztes juristisches Aufbäumen der Reformgegner vor dem Landesverfassungsgericht. Zu diesen wird vermutlich auch Rügen gehören.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) begrüßt die Zustimmung des Landtages zum bislang größten Reformvorhaben der Koalitionsregierung als verantwortlicher Minister: „Ich bin froh und erleichtert, dass der Landtag den Gesetzentwürfen zur Kreisgebietsreform und zur Funktionalreform zugestimmt hat. Damit hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern bewiesen, dass unser Land reformfähig ist“, so Innenminister Lorenz Caffier unmittelbar nach der Abstimmung.

„Es hat sich gezeigt, dass man mit guten Argumenten und viel persönlichem Engagement erfolgreich Überzeugungsarbeit leisten kann. Wenn wir unser Land voranbringen wollen, müssen wir jetzt die Auseinandersetzungen um die Kreissitze hinter uns lassen und uns gemeinsam an die Umsetzung der Reformen machen“, betont Caffier und abschließend: „Ich erwarte jetzt von den zukünftigen Kreisstädten, einen fairen Umgang und insbesondere die Berücksichtigung der Verwaltungsstandorte in den Städten, die ab 2011 nicht mehr Kreisstadt sein werden“. Dazu zählt auch die bisherige Rügener Kreisstadt Bergen auf Rügen.

Auf dem Mecklenburg-Vorpommern-Tag am 14. und 15. August in Schwerin werden alle heutigen Landkreise vertreten sein. Rügen präsentiert sich gemeinsam mit Stralsund und Nordvorpommern als Tourismusregion, betonte Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) während der Sitzung des Kreistags am letzten Donnerstag. Ein guter Grund, sich bereits gemeinsam als Kreis mit seinen einzelnen regionalen Stärken im Land zu präsentieren?!

Die Tourismusinsel wird unter dem Motto „Grün und entspannt“ die Urlaubspotenziale für Aktivurlaub in der Natur aufzeigen. Auf den Außenflächen gibt es gemeinsame Aktivitäten mit Stralsund und Nordvorpommern, so die Landrätin weiter. Der Präsentation kann Landtagsabgeordneter Burkhard Lenz viel abgewinnen: „Rügen ist als Insel weit über die Landesgrenzen bei Gästen und Urlaubern bekannt und beliebt, nicht unbedingt als Landkreis. Vergleichbar mit der Insel Sylt, die im Landkreis Nordfriesland liegt.“

Historie zur Gebietsreform 1998: SPD und PDS als Regierungsparteien besprechen eine Reform der öffentlichen Verwaltung Januar 2003: Das rot-rote Kabinett unter Harald Ringstorff (SPD) beschließt Eckpunkte zur Reform mit vier Landkreisen Dezember 2003: Die rot-rote Landesregierung einigt sich auf fünf Kreise im Zuge der Reformen August 2004: Das Kabinett beschließt das Organisationsgesetz als Grundlage der Reform November 2004: Das Kabinett billigt den Gesetzentwurf vom damaligen Innenminister Gottfried Timm (SPD) April 2006: Der Landtag verabschiedet die Reform Juli 2007: Das Landesverfassungsgericht erklärt die Reform für nichtig Das Ganze noch mal . . .

Auf dem besseren Weg ins Leben

Fachoberschüler Ernährung/Hauswirtschaft erhielten Zeugnisse und neue Chancen

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Die erfolgreichen Fachoberschüler mit ihrem Schulleiter und der Klassenlehrerin nach der Zeugnisübergabe. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Geschafft. Das Lernen hat sich gelohnt - zumindest für 15 Teilnehmer der einjährigen Fachoberschule Ernährung/Hauswirtschaft an der Beruflichen Schule des Landkreises Rügen. Vier der insgesamt 19 Teilnehmer haben den Abschluss nicht geschafft. „Es wird niemandem etwas geschenkt“, sagt Klassenlehrerin Gundula Donatus, die mit den diesjährigen Absolventen ihren letzten Kurs beendet, um in den verdienten Ruhestand zu treten. Schulleiter Roland Müller, der bei fast allen Prüfungen selbst dabei war, fügt dem hinzu: „Die vier Teilnehmer sind an Mathe gescheitert. Ursachen dafür gibt es verschiedene. Einerseits ist es fehlendes Grundlagenwissen und andererseits der Umstand, dass man erst zu spät fleißig war, um Wissenslücken abzubauen.“ Schriftliche Prüfungen waren in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch zu bestehen und in mindestens einem Fach wurde eine mündliche Prüfung in Philosophie, Chemie, Biologie, BWL, Sozialkunde oder Lebensmitteltechnologie abverlangt.

Am besten hat Maik Lohrenz mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,4 abgeschnitten. Glückwunsch dazu und auch, dass er sich wie seine 14 Mitstreiter neue Möglichkeiten für seine berufliche Zukunft eröffnet. Denn mit diesem Abschluss in der Tasche können sich die Absolventen an einer Fachhochschule für ein Studium in allen möglichen Richtungen bewerben. Roland Müller und Gundula Donatus wünschten dabei aus Anlass der feierlichen Zeugnisübergabe viel Kraft und auch Erfolg. Und sie gaben einen Rat mit auf den Weg: Von Anfang an mehr tun als das Notwendige und nicht erst dann, wenn es schon zu spät ist.

Übrigens: Die nächste einjährige Fachoberschule Ernährung Hauswirtschaft an der Beruflichen Schule Rügen startet em 30. August. Interessenten dafür können telefonisch unter (038392) 6480 weitere Infos zur Bewerbung erhalten. Voraussetzung ist, dass der Bewerber eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen guten Realschulabschluss hat. Ebenso startet mit dem neuen Schuljahr die dreijährige Berufsfachschule Ernährung/Hauswirtschaft. Dafür ist die Berufliche Schule Rügen zuständig für den Schuleinzugsbereich Vorpommern/Rügen.) Voraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Am morgigen Donnerstag, 8. Juli, findet übrigens in der Beruflichen Schule in Sassnitz hierzu um 15 Uhr eine Informationsveranstaltung statt, zu der Interessenten und deren Eltern herzlich eingeladen sind.

Seniorenarbeit über die Ostsee gestartet

Sassnitzer Seniorenbeirat und PRO Västre Jäb planen eine feste Kooperation

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Die Vorsitzenden Inger Nilsson (Mitte re.) und Eugen Kozik (Mitte li.) mit ihren Seniorenbeiräten. Foto: Pfaffe

Sassnitz/Trelleborg (apf). Dass sich Senioren und Seniorinnen überaus aktiv in die Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens einbringen, zeigt sich ein weiteres Mal in Sassnitz. Der dortige Seniorenbeirat hatte am 20. Juni eine von Frau Inger Nilsson geleitete Delegation der Schwedischen Reichsorganisation PRO Västre Jäb der Senioren aus Trelleborg zu Gast. Als Dolmetscher arbeitete Herr Friedrich „Fritz“ Hirsch, der seit vielen Jahren in Schweden zu Hause ist. Nach der Begrüßung der Gäste im Fährhafen Sassnitz und der Besichtigung der Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der Königslinie im „Glasbahnhof“ des Sassnitzer Stadthafens wurde gemeinsam im „Gastmahl des Meeres“ zu Mittag gespeist. Dort wurden die Gäste auch vom Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz begrüßt.

Nach dem Mittagessen traf man sich im Saal des Molenfußgebäudes zu einer überaus interessanten Diskussionsrunde. Peter Klemm, Rügener Vertreter im Seniorenbeirat des Landes Mecklenburg-Vorpommern, stellte dabei heraus, dass „heute möglicherweise eine neue Ära der Zusammenarbeit der Senioren dies- und jenseits der Ostsee beginnt, wobei die Initiative zu diesem ersten Gespräch von den Gästen aus Schweden aus ging.“ Denn Ziel dieses Arbeitsbesuches war der Erfahrungsaustausch von Seniorenbeiräten in Deutschland und Schweden und mögliche Anknüpfungspunkte zum gemeinsamen Agieren. Zu Beginn der Diskussionsrunde stellte Siegfried Auras vom Pflegedienst Undine die Arbeit eines Pflegedienstes dar. Sehr interessiert lauschten die Schweden seinen Worten, bevor es unzählige Fragen zum Thema zu beantworten galt.

„Ich habe den Eindruck, dass sich in Deutschland mehr die Angehörigen um die Pflegepersonen kümmern“, stellte Inger Nilsson heraus und macht damit auf eine Herausforderung für die Zukunft aufmerksam. Denn in der Tat wird die Mehrzahl der Pflegepersonen durch Angehörige betreut, wusste Siegfried Auras.

Viele Gemeinsamkeiten, aber auch noch zu bewertende Unterschiede wurden in der Pflegesituation von beiden Seiten herausgearbeitet. Es sollte Aufgabe sein, sich hier weiter zu verständigen. Inger Nilsson stellte dazu fest: „Es ist ganz gleich, welche Partei den politischen Rahmen für die Seniorenarbeit bestimmt - wir selbst müssen uns für die Durchsetzung unserer Interessen stark machen.“ Am Nachmittag nahmen die Senioren am Middsommerfest an der Promenade teil und statteten auch dem Zentrum der Stadt einen Besuch ab. Doch vorher gab es zum Kaffee, der von Familie Lemke und dem „Hotel zum Hafen“ gesponsert wurde auch von der Bäckerei Konditorei Peters gesponserten Kuchen - und eine Einladung nach Trelleborg, wo die Sassnitzer Vertreter des Seniorenbeirates nun am vergangenen Mittwoch, 30. Juni, empfangen wurden, um bei Hering und Kartoffeln, Musik und vielen Gesprächen in der „Alten Mühle“ in Trelleborg das Middsommerfest zu feiern. Klar, dass die Sassnitzer da nicht ohne Geschenke aufkreuzten. So stellte Getränke Becker beispielsweise zehn Schatzkisten mit verschiedenen Störtebeckerbieren zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit mit Trelleborg wird weiter gehen, das ist zementierter Wunsch der Senioren auf beiden Seiten der Ostsee. Und wer sich in das Geschehen einbringen möchte und selbst auch im Seniorenbeirat der Stadt Sassnitz mitmachen möchte, der sollte, unabhängig vom Alter, zu einer der nächsten Veranstaltungen kommen, um dann alles Weitere zu klären.

Störtebekers Gold „Der Fluch des Mauren“

Ein starkes Team der Spielleitung sorgt allabendlich für den perfekten Ablauf

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Die Spielleitung mit Verena Grunwald, Regisseur Holger Mahlich, Sybille Pape und Elisabeth Körömi (v.l.n.r.) gemeinsam mit der elfmonatigen Mischlingshündin „Joy“ am mystischen Brunnen von Granada. „Joy“ bedeutet Freude, sagt Sybille Pape, und Freude ist es für die drei Damen der Spielleitung auch, hier in Ralswiek dabei sein zu können. Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Wenn Regisseur Holger Mahlich zur Premiere ruft, dann treten Sybille Pape, Verena Grünwald und Elisabeth Körömi auf den Plan. Das sympathische Dreierteam ist der „verlängerte Arm“ des Regisseurs - hinter der Bühne und auf dem Leitstand für den Einsatz der Koggen. Alle drei stehen, auch mit der Pyrotechnik, im Kontakt, denn der Spielfluss ist kein Automatismus. „Alles muss punktgenau passen. Zwar wurde in sechs Wochen alles immer wieder geprobt, doch die konkrete Situation an jedem Abend ist eben immer etwas anders“, so Elisabeth Körömi. Sie koordiniert die Schiffsbewegungen vom Leitstand aus. Wenn die Störtebeker Festspiele vorbei sind, kommt sie bis zur nächsten Saison ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Inspizientin, Regieassistentin oder Souffleuse an verschiedenen Theatern wie dem Hans Otto Theater Potsdam oder dem Schlosspark-Theater Berlin nach.

Verena Grünwald ist im Leben außerhalb der Festspiele in ralswiek selbständige Unternehmensberaterin für Projektmanagements in Wien. Doch seit nunmehr zehn Jahren zieht es sie von Mai bis September auf die Insel Rügen. Sie hat sich in die Insel und die Störtebeker Festspiele verliebt und empfindet ihre Zeit hier als Pendant zur Wiener Tätigkeit. „Die Kleindarsteller sind hier sehr selbständig und organisieren viele Bereiche schon selbst“, sagt sie, denn sie müssen während der Proben lernen, auf der Bühne allabendlich „alleine zu laufen“. Wenn das Stück läuft, dann ist es die Aufgabe der Spielleitung hinter der Bühne darauf zu achten, dass die Einsätze passen. Wann muss wer raus auf die Bühne, ist das richtige Kostüm angezogen und die richtigen Requisiten in der Hand ... Verena Grünwald koordiniert die Einsätze von der Genua-Seite aus. „Die Darsteller sehen von hinten ja nicht viel. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie leiten.“ Irgendwie sind die Damen der Spielleitung dabei auch „Verkehrsregler“, die darauf achten, dass sich beim Einsatz auf der Bühne niemand in die Quere kommt. Die Schauspielerin Sibylle Pape gehört schon seit 18 Jahren zum Team der Störtebeker Festspiele und spielt in diesem Jahr die Rollen der „Mutter“ und „Frau Casini“. Doch bei den Störtebeker Festspielen agiert sie nicht nur als Schauspielerin. Seit Jahren schon kümmert sie sich auch um die Spielleitung auf der Hinterbühne, in diesem Jahr auf der Seite von Granada, und organisiert die über 100 Kleindarsteller, die mit viel Freude jedes Jahr wieder dabei sind, und die für das ganze Theaterstück natürlich ganz wichtig sind. Eine nicht immer leichte Aufgabe für alle Beteiligten. Man hofft auf gutes Wetter und nimmt es dann wie es kommt ... Das schweißt zusammen! Aber Sibylle Pape kennt es nicht anders. Ob bei Störtebeker oder anderswo am Theater - es ist alles Teamarbeit, da muss sich jeder auf den Anderen verlassen können. Sie sagt: „Wir üben das schon seit Jahren und ich denke, es gelingt uns auch!“ Dank Sibylle sogar ziemlich gut - so der Intendant. Das Dreierteam ist so in der Tat der „verlängerte Arm“ des Regisseurs und ein Garant dafür, dass allabendlich die Zuschauer des Theaterstückes auf der Naturbühne in Ralswiek ein klasse Erlebnis feiern können.

Am heutigen Mittwoch ist Tag der Wahrheit

Landtag läutet mit Abstimmung zur Kreisgebietsreform neue Ära im Land ein

Schwerin/Rügen (gü). Politischer Zieleinlauf im Schweriner Landtag! Am heutigen Mittwoch kommen die Landtagsabgeordneten zusammen, um in der Zweiten Lesung und Schlussabstimmung den Entwurf eines Gesetzes zur Schaffung zukunftsfähiger Strukturen der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu beschließen. Demnach ist der 4. September 2011 der Tag, an dem nicht nur der neue Landtag gewählt werden soll. An diesem Tag sind auch Kommunalwahlen für die neuen Kreistage vorgesehen. Der heutige Landkreis Rügen wird dann in einem Landkreis mit der bisher kreisfreien Stadt Stralsund und dem Landkreis Nordpommern aufgehen. Verwaltungssitz wird vermutlich Stralsund.

Aus gut informierten Kreisen hat diese Zeitung erfahren, dass der FDP-Landtagsabgeordnete Gino Leonhard während der heutigen Abstimmung einen Antrag einbringen wird, der Bergen als künftigen Verwaltungssitz vorsieht. Ob dieser Antrag Aussicht auf Erfolg hat, wird die Landtagssitzung zeigen. Am morgigen Donnerstag werden die Bürger im Land wissen, in welchen Kreisstrukturen das Land Mecklenburg-Vorpommern für die Zukunft aufgestellt ist. Geplant sind sechs Kreise und zwei kreisfreie Städte (der OA-DR berichtete mehrfach).

Die Reform macht sich aus demografischen und auch finanziellen Gründen notwendig, wie die Große Koalition aus SPD und CDU betont. Gab es im letzten Jahr noch 1,328 Milliarden Euro über das so genannte Finanzausgleichsgesetz (FAG) vom Land für die Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden, gibt es in diesem Jahr noch 1,199 Milliarden Euro. Die Landkreise Mecklenburg-Strelitz, Ostvorpommern und Uecker-Randow beispielsweise gehören mit weniger Zuweisungen zu den Verlierern des neuen FAG. Die Landkreise Rügen und Nordvorpommern gehören zu den Gewinnern, bekommen dieses Jahr mehr Geld. So erhält der Landkreis Rügen 19,624 Millionen Euro aus dem FAG, im letzten Jahr waren es 18,98 Millionen Euro, wie der Kommunalpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Rügener Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz betont.

Auch einzelne Gemeinden auf Rügen profitieren vom neuen FAG. Darunter die Stadt Bergen auf Rügen, die dieses Jahr 5,05 Millionen Euro erhält (2009: 5,04 Millionen Euro). Doch dieser Zufluss von finanziellen Mitteln wird perspektivisch weniger werden. Die kleinteiligen Strukturen in den Verwaltungen, die im Land vorherrschen, sind auf Dauer nicht zu unterhalten, kosten jeden Steuerzahler zu viel Geld.

Aufgrund der Altersstruktur der in den Verwaltungen angestellten Mitarbeiter sieht die Landespolitik jetzt die Möglichkeit, die Verwaltungsstrukturen grundlegend zu verändern. Da zahlreiche Mitarbeiter in den gesetzlichen Ruhestand gehen können, ist jetzt die beste Möglichkeit, das Gesetz zu beschließen, lautet das Fazit der Regierungskoalition nach den zahlreichen Anhörungen, die in den letzten Monaten stattgefunden haben. Dies sehen übrigens auch die Personalräte in den einzelnen Landkreisverwaltungen so, wenn man die Debatten verfolgt, die dort geführt werden. Immerhin sind Personalräte auch dafür von den Mitarbeitern gewählt worden, um gemeinsam mit der Verwaltungsspitze Daseinsfürsorge für jeden einzelnen Mitarbeiter zu betreiben. Noch eines offenbart das neue Gesetz in punkto kleinteiliger Strukturen, die reformiert werden sollen: Immerhin ist im Gesetzentwurf verankert, dass es bis 2012 für Gemeinden unter 500 Einwohnern die berühmte Hochzeitsprämie gibt, wenn sie sich mit anderen kleineren Gemeinden zu größeren Ortschaften zusammenschließen. Dabei stehen also jetzt die Kommunalpolitiker in der Verantwortung . . .

Erste „Rügener Schutzengel“

Mädchen wirken mit Charme für sichere Insel-Straßen

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Die ersten „Schutzengel“ der Insel Rügen haben ihre Ernennungsurkunden erhalten. Foto: Pfaffe

Rügen (apf). Es musste schon etwas Besonderes sein, was am Donnerstag vergangener Woche am Bergener Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium vonstatten gehen sollte. Denn neben dem Leiter der Polizeidirektion Stralsund, Siegfried Bruß, waren auch Nordvorpommerns Landrat Ralf Drescher, Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow und Rügens Landrätin Kerstin Kassner erschienen. Landrätin Kassner hielt auch nicht lange hinter dem Berg: „Nach Nordvorpommern und der Hansestadt Stralsund sind wir der dritte Landkreis in der Region, der sich dem Projekt „Schutzengel“ anschließt. Zwar habe sich der Landkreis schwer damit getan, ganz Rügen in die Aktion einzubinden, welche sich an alle Mädchen im Alter von 16 bis 25 Jahren wendet und das Ziel verfolgt, dass eben diese „Schutzengel“ ihren Einfluss auf Freund oder Freunde geltend machen, dass diese unter anderem nach dem Motto „Dont drink and drive“ handeln. Seit dem 10. März 2008 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Schutzengel. Unter Schirmherrschaft des Landrates von Nordvorpommern erhielten hier junge Mädchen und Frauen den Schutzengelausweis. Und ihre Arbeit hat Erfolg gebracht. Nach einem Jahr Schutzengel in Nordvorpommern war die Anzahl der Verkehrsunfälle mit getöteten und schwerverletzten Jugendlichen und Jungerwachsenen erheblich zurück gegangen. Im Jahr 2009 wurde die Schutzengelaktion auf die Hansestadt Stralsund ausgeweitet. Der Oberbürgermeister und die Bürgerschaft wollten ihre Stadt sicherer machen. Auch hier hat das Projekt positive Wirkung gezeigt. Nun hat die Insel Rügen nachgezogen - zwar nicht die gesamte, aber immerhin die Stadt Sassnitz, die Stadt Putbus und das Amt Westrügen. Für die anderen Ämter steht die Option offen, nachzuziehen. Als erste Rügener Schutzengel wurden nachfolgende Schülerinnen der Klasse 11C am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bergen berufen:

  • Doreen Päplow Bergen

  • Stephanie Tumescheit Putbus

  • Stefanie Möller Bergen

  • Charsta Ahnfeld Binz

  • Julia Gritzan Bergen

  • Anne Burwitz Bergen

  • Fabienne Urmoneit Putbus

  • Jenniffer Knak Bergen

  • Anne-Marie Reich Sehlen

  • Carolin Nitsch Thiessow

  • Evelyn Gesser Wiek

Die ersten 11 „Schutzengel“ erhielten neben ihrer Berufungsurkunde auch eine Schutzengel-Scheckkarte, die diesen unzählige Vorteile als Dank für das Engagement zum Allgemeinwohl bietet. Interessenten lesen dazu auf www.schutzengel-mv.de mehr.

Wie die „Schutzengel“ ins Leben gerufen wurden

Im Norden Dänemarks muss man bis zur nächsten Disko meist weit fahren. Und im Sommer, wenn Schüler und Studenten besonders häufig unterwegs waren, verursachten betrunkene junge Männer dort ungewöhnlich viele, auch schlimme Unfälle. Der Versuch, die Jungs durch Plakate oder Filme zu beeinflussen, funktionierte nur mäßig. Es gab trotzdem zu viele Unfälle. Erst als die Nordjütländer 1996 junge Mädchen darum baten, „Skytengle“ für ihre Freunde zu sein und auf sie aufzupassen, ging die Zahl der Unfälle mit betrunkenen jungen Männern weiter deutlich zurück. Skytengle heißt Schutzengel. Wenn DU oder Sie demnächst Post vom „Schutzengel“ bekommst, dann kannst Du auch dabei sein!

Rügener Gymnasium wächst

Aufstockung und energetische Sanierung eines Gebäudes

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Planer Reyk Höhne erläutert Landrätin Kassner und Vize-Schulleiterin Kasten die energetische Sanierung des Fußbodens, der bisher ohne Dämmung war. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,606 Millionen Euro wird das eingeschossige Unterrichtsgebäude am Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium, auch „Anbau“ genannt, aufgestockt und energetisch saniert. Das Hauptgebäude des heutigen Gymnasium wurde 1913 fertig gestellt. Im Jahre 1930 erfolgte die Erweiterung durch das eingeschossige Gebäude. Nach der Wende wurde ein Klinkerbau und die Sporthalle errichtet.

Nun erfolgt die Aufstockung des eingeschossigen Baues. Es werden insgesamt zehn Unterrichtsräume und ein Lehrervorbereitungsraum geschaffen. Auf jeder Geschossebene wird jeweils für Damen und Herren eine Sanitäranlage errichtet sowie im Erdgeschoss ein Behinderten-WC. Die Aufstockung erfolgt mit Brettstapel (Holzbohlen)- Konstruktion. Das Gebäude wird mit einer hinterlüfteten Ziegelfassade, bestehend aus dem natürlichen Rohstoff Ton, gestaltet und erhält einen barrierefreien Zugang mittels Rampe im Erdgeschoss und einen Aufzug für das Obergeschoss. Nach erfolgter Öffentlicher Ausschreibung in 12 Losen, sind nunmehr die Aufträge für insgesamt 11 Baulose erteilt. Fünf einheimische Firmen, Karl Maack & Söhne aus Altefähr, Wiggers & Päper Bedachungen GmbH aus Trent, Metallbau Krummheuer aus Bergen, RHT Haustechnik GmbH aus Bergen und die EAB GmbH Rügen aus Bergen sind an der Bauausführung beteiligt. Begleitet wird die Baumaßnahme durch das Ingenieur-Büro Höhne aus Bergen, unterstützt durch die Fachplaner für Elektroplanung, Elektro-Ingenieurbüro Popp, ebenfalls aus Bergen sowie für die Technische Gebäudeausrüstung Henrik Engelbrecht aus Stralsund.

Baubeginn war der 1. Juni. Die Firma Maack & Söhne, die den Zuschlag für das Los 1 Abbruch, Wärmeverbundsystem, Putzarbeiten, Erdarbeiten und Außenanlagen erhalten hat, ist derzeit mit den Abbruch- und Erdarbeiten beschäftigt.

Landrätin Kerstin Kassner besuchte die Baustelle, um sich vom Baufortschritt selbst ein Bild zu machen. „Ich bin glücklich darüber, dass wir es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft haben, etwas für unsere Schulen zu tun. Denn schließlich sind die Lehr- und Lernbedingungen ein wichtiges Unterpfand für den Erfolg“, so die Landrätin. Sie stellte aus Anlass des Baustellenbesuches besonders heraus, dass Roswitha Juhnke, Leiterin der Kämmerei des Landkreises, und ihren Mitarbeitern besonderer Dank gebührt, „weil sie immer wieder Möglichkeiten zur Finanzierung akquirieren, die eine zwingende Voraussetzung für die Realisierung von Bauvorhaben sind.“

Notwendig wurde die Erweiterung der Räume des Gymnasium, da zu Beginn des nächsten Schuljahres die noch an der Außenstelle in der Graskammer unterrichteten Klassen auch am Hauptstandort des Gymnasium untergebracht werden, was ein weiteres Plus für das Lernen sein wird, so die stellvertretende Schulleiterin Kristine Kasten. Bei der Analyse der vorhandenen Räume hat sich die Variante der Erweiterung dieses Gebäudes als effektivste Ergeben. Der Fertigstellungstermin ist für den Februar 2011 geplant, so dass das Gebäude danach in Besitz genommen werden kann.

Autor und Regisseur - Holger Mahlich

Ein Mann haucht Störtebeker Leben ein und macht Geschichten lebendig

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Regisseur Holger Mahlich - er erfüllt den legendären Störtebeker und dessen Legenden ebenso mit Leben. Foto: Pfaffe

Seit 2003 gehört er zum Ensemble der Störtebeker Festspiele in Ralswiek: Holger Mahlich. Der studierte Schauspieler, Sprecher für Hörspiele und Synchronisation ist hier der Mann, der Klaus Störtebeker und seinen Geschichten im wahrsten Sinne des Wortes Leben einhaucht. Nicht nur, dass vor seinem geistigen Auge die Geschichten um die Vitalienbrüder (Likedeeler - Gleichteiler) entstehen, die er in Form des Buches zu Papier bringt, sondern auch als Regisseur setzt er seine schier unendliche Kreativität, seine Erfahrung und seine Liebe zu den Festspielen dafür ein, dass alljährlich die Gäste auf der Naturbühne in Ralswiek ein lange nachwirkendes Theater-Erlebnis genießen können.

Obwohl er außerhalb der Spielzeit als freischaffender Schauspieler und Synchronsprecher tätig ist und eben das Drehbuch für das Musical „Revolver im Klavier“ beendet hat, ist er beinahe das ganze Jahr über mit dem Geschehen der Störtebeker Festspiele beschäftigt. So war er im vergangenen Jahr nach Ende der Saison nach Granade gereist, um die Festung Alhambra und die historische Altstadt in Augenschein zu nehmen, da dieser Ort im diesjährigen zweiten Teil der Trilogie Störtebekers Gold eine wesentliche Rolle spielen sollte. „Dort kann man die Spuren des maurischen Granada noch gut erkennen und auch die Geschichte des diesjährigen Stückes, die sich um den Brunnen rankt, ist da entstanden und ich musste ja auch überlegen, was Störtebeker, Goedeke und Thomasius dort suchen sollten. Da bin ich auf den Heiligen Antonius gestoßen“, erzählt er.

Auf die Frage wie Störtebeker, der berühmte Pirat der Ost- und der Nordsee, nun im Mittelmeer kommt, hat der Regisseur sofort eine Antwort parat. „So unwahrscheinlich es auch klingt - es wäre möglich gewesen. Im ausgehenden 14. Jahrhundert gab es einen florierenden Handel zwischen Nordeuropa und den Mittelmeerstaaten. Die Handelsschiffe fuhren küstennah, von London nach Venedig oder zum Beispiel von Genua nach Brügge. Da wir wissen, dass die Vitalienbrüder auf jeden Fall bis Calais vorgedrungen sind, wäre es durchaus denkbar, dass sie den Handelsschiffen folgend, auch in das Mittelmeer segelten. Auf jeden Fall sind sie zwischen 1395 und 1397 weder in der Ost- noch in der Nordsee nachweisbar.“

Für Holger Mahlich ist die historische Vorlage letztlich Grundlage für spannende Geschichten. Er ist auch darauf gestoßen, dass Ende des 14. Jahrhunderts Italien von einer mächtige Bankenkrise betroffen war, so dass dieser Part im diesjährigen Stück, was das Bankhaus in genua betrifft, eher zufällig in das Buch gelangte, dennoch aber treffend in die Zeit passt.

„Die Zuschauer, die schon im letzten Jahr unsere Gäste waren, wissen, dass wir in unserer Trilogie die Störtebeker- mit der Templerlegende verknüpft haben und die Spur des Templerschatzes Störtebeker und seine Freunde nach Granada führt. Das maurische Granada war in der damaligen Zeit ein Hort der Kunst, Kultur und Toleranz der Wissenschaften. Dieses kleine Königreich im Süden der spanischen Halbinsel konnte noch fast 100 Jahre der christlichen Rückeroberung trotzen, ehe Granadas Ende auch das Schicksal des maurischen „al-Andalus“ besiegelte. Wir haben uns diese prekäre, historische Situation zu Nutze gemacht, um Ihnen eine weitere spannende Geschichte von Störtebekers Jagd nach dem Gold der Templer zu erzählen. Sicher hat unsere Geschichte so nicht statt gefunden - sie hat ihren Platz in der Phantasie, dem schönsten Ort für Abenteuer, Intrigen und der Liebe. Viel Vergnügen“, so der Meister der Inszenierung.

Nachdem die diesjährigen Festspiele begonnen haben und die Fernseh- und DVD-Aufnahmen abgeschlossen sind, hat sich Holger Mahlich nun eine kurze Auszeit gegönnt und sich in sein Haus am See am Stadtrand von Hamburg zurück gezogen. Verdient hat er sich das.

In der Zwischenzeit übernehmen die drei Damen der Spielleitung das Zepter des Handelns. Über dieses eingeschworene Trio lesen Sie in der nächsten Woche mehr.

650.000 Euro für den Sport

Sanierung des Hartrasenplatzes am Bergener E-M-A-Stadion

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Innen- und Sportminister Lorenz Caffier übergab Bürgermeisterin Andrea Köster die Förderbescheide. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). Für die Sanierung des Sportplatzes in der Graskammer durch die Errichtung des Fußballtrainingsplatzes mit einer Kunstrasenoberfläche erhielt die Stadt Bergen vom Innenministerium Fördermittel in Höhe von 530.000 Euro. Weitere 160.000 Euro fließen aus Mitteln der Sportstättenförderung in dieses Bauprojekt. Mit rund 240.000 Euro Eigenmittel der Stadt Bergen steht die Finanzierung auf sicheren Beinen. Innen- und Sportminister Lorenz Caffier übergab den entsprechenden Zuwendungsbescheid für das Bauvorhaben persönlich an die Bürgermeisterin der Stadt Bergen, Andrea Köster. „Sport leistet viel mehr, als nur Bewegung und Spiel. Er verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, stärkt die Gemeinschaft und vermittelt grundlegende gesellschaftliche Werte, wie Toleranz, Fair Play und Disziplin. Er ist ein unersetzbarer Teil unseres sozialen und kulturellen Lebens und verdient als solcher, auch in Zeiten allgemeiner Finanznöte, jede mögliche Unterstützung“, so der Innenminister.

Der Hartplatz verfügt derzeit über ein Fußballspielfeld mit einem Tennenbelag. Diese Sportplatzoberfläche besitzt nur einen eingeschränkten Regenwasserablauf und ist daher einen Großteil des Jahres unbespielbar. Zukünftig soll das Spielfeld aus strapazierfähigem Kunstrasen bestehen und damit dem Schul-, Vereins,- und Breitensport ganzjährig optimale Trainingsbedingungen garantieren. „Schon vor drei Jahren kam der VfL zu mir mit der Idee, einen Kunstrasenplatz einzurichten, um die Bedingungen für den Kinder- und Jugendsport aber auch den Schul- und Breitensport zu verbessern“, so Bürgermeisterin Andrea Köster. „Mit unserem Landtagsabgeordneten Udo Timm haben wir dann einen ausgezeichneten Partner gewinnen können, der sich maßgeblich für das Projekt eingesetzt hat.“ Trotz sehr hoher Baukosten für den multifunktionalen Kunstrasensportplatz als Ersatz für den bisherigen Hartplatz, die durch ungünstige Baugrundverhältnisse, erhebliche Erdbaumaßnahmen und Hangsicherung bedingt sind, wurde sich für den Ausbau entschieden, weil der Schulstandort und die vorhandene Infrastruktur dafür sprechen. „Mit der Realisierung des Projektes wird auch die Attraktivität von Bergen für spätere Zeiten gesichert“, so Landtagsabgeordneter Udo Timm.

Innenminister Caffier gab bei der Übergabe des Förderbescheides im Ernst-Moritz-Arndt Stadion noch einen Rat für künftige Förderungen mit: „Wichtig ist, dass sich die regionalen Vertreter künftig entscheiden, wo ihre Schwerpunkte liegen, weil sie sich nicht mehr alles leisten können. Denn ohne Bereitstellung der notwendigen Eigenmittel wird nichts mehr laufen.“ In Bergen habe die Stadtvertretung genau so gehandelt, was letztlich den Erfolg beschert habe.

Kreisgebietsreform: Am 7. 7. wird abgestimmt

Landtag mit wichtigster Entscheidung im Jahr 2010

Bergen auf Rügen (gü). Am 7. Juli geht es politisch um alles! An diesem Tag steht die Abstimmung zur notwendigen, aber regional besonders umstrittenen Kreisgebietsreform auf der Tagesordnung des Landtages. Die Große Koalition aus SPD und CDU unter Leitung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und dem ausführenden Innenminister Lorenz Caffier (CDU) setzt alles auf eine Karte. Immerhin haben die Regierungsparteien eine Mehrheit von 45 Stimmen. Die Oppositionsfraktionen FDP, DIE LINKE und NPD kommen auf 26 Stimmen.

Wie notwendig ist diese Reform der Kreisstrukturen wirklich? Immerhin sinken die Einwohnerzahlen in den bisherigen Landkreisen erheblich. So auch auf Rügen. Knapp 68.000 Einwohner leben in 42 Gemeinden auf der Insel. Davon haben ein gutes Dutzend Gemeinden eine Einwohnerzahl von unter 500 Bürgern. Zu wenig, findet die Landespolitik. Auch der Verwaltungsaufwand für immer weniger werdende Menschen muss neu organisiert werden. Grundlage der seit Jahren dauernden Debatten um die Kreisgebietsreform.

Die Erledigung von Verwaltungsaufgaben in kleinteiligen Strukturen wird immer teurer! So natürlich auch auf Rügen. Das weist der Städte- und Gemeindetag in einer internen Studie nach. So sind hierbei auch die beiden Kreise Rügen und Nordvorpommern verglichen worden: In NVP wird eine Kreisumlage in Höhe von 38,9 Prozent durch die Gemeinden an den Landkreis gezahlt. Belastung für den Bürger über alles gerechnet: 275,79 Euro pro Einwohner und Jahr.

Auf Rügen wird eine Kreisumlage von 40,73 Prozent gezahlt. Eine Belastung von 290,79 Euro pro Einwohner und Jahr. Eine geplante Erhöhung der Kreisumlage wurde auf der letzten Sitzung des Kreistages abgelehnt (der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer berichtete). Die Steigerung hätte 41,9 Prozent und somit eine Belastung von 299 Euro pro Bürger und Jahr mit sich gebracht. Auch bei den Kosten für die so genannte Kernverwaltung schneidet Rügen nach den Zahlen des Städte- und Gemeindetages schlechter ab: Werden in NVP 153,52 Euro pro Einwohner und Jahr für die Verwaltung fällig, bezahlen die Rüganer bereits 188,35 Euro pro Einwohner und Jahr. Hinzu kommen auch noch die so genannten Amtsumlagen, die die Gemeinden der vier Ämter an die Amtsverwaltungen zahlen müssen.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, in politischer Verantwortung für das Land zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, so SPD und CDU. Dies gilt übrigens auch für die Mitarbeiter in den bisherigen Verwaltungen, von denen alle ihren Arbeitsplatz behalten werden. Jedoch muss die Politik jetzt mit den Personalräten diese Strukturen besprechen . . .

Mit Rügen eng verwurzelt

Malerin Gudrun Arnold schenkt Hafenmuseum Gemälde

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Gudrun Arnold übergibt Siegfried Adelsberger das historische Gemälde von 1968/69 fürs Hafenmuseum. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Aus Anlass ihres 70 Geburtstages und als Beleg ihrer festen Verwurzelung mit ihrer neuen Heimat Insel Rügen hat die freischaffende Malerin und Grafikerin Gudrun Arnold kürzlich dem Fischerei- und Hafenmuseum der Stadt Sassnitz eines ihrer Bilder als Geschenk gemacht, welches die historische Situation im einstigen großen Fischereihafen darstellt. Siegfried Adelsberger von der Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft, die mit Geschäftsbesorgungsvertrag das Museum gegenwärtig betreibt, konnte das 75 mal 70 Zentimeter große Ölgemälde in ihrem Atelier in der Uferstraße 7 entgegen nehmen. Es zeigt, in der historischen Situation gemalt, Schiffe des einstigen Fischkombinates Sassnitz im von Eis bedeckten Hafen 1968/69 vor dem Sozialgebäude. „Das Gemälde wird im Museum einen würdigen Platz finden“, so Siegfried Adelsberger, welcher der Künstlerin auch weiter einen guten Blick für das Detail und eine feine Hand beim Malen wünschte. Gudrun Arnold wurde 1940 in Dresden geboren, hat an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden studiert, lebt seit 1965 auf der Insel Rügen und ist seit 1968 hier als freischaffende Malerin und Grafikerin tätig. Ihr erstes Atelier hatte sie im einstigen Fischwerk bezogen, wo ihr ein Raum, dessen Fenster Bullaugen waren, zur Verfügung gestellt wurde. Seit fast 40 Jahren hatte sie in der Altstadt ihr Atelier mit direktem Blick über die Ostsee und die Prorer Wiek. So im einstigen „Strandhotel“, welches 2007 nach Modernisierung und Umbau neu eröffnet wurde. Heute finden sich in den Fluren des Hauses Bilder von Gudrun Arnold, die nicht nur die Gäste der Hafenstadt begeistern.

Thema der Arbeiten von Gudrun Arnold ist immer die Farbe in ihrer außergewöhnlichen Konstellation. Besonders das „Zusammentreffen“ von Wasser, Erde und Himmel in der faszinierenden Rügener Landschaft beeindruckt dabei stets von Neuem.

Im Herbst diesen Jahres können sich alle Kunstfreunde und Liebhaber der Gemälde von Gudrun Arnold besonders freuen. dann wird es eine gemeinsame Aktion der Künstlerin mit dem Fischerei- und Hafenmuseum der Stadt Sassnitz geben, bei der Gemälde von Gudrun Arnold in den Räumen des Museums und zu dessen Nutzen angeboten werden. Doch dazu zu gegebener Zeit mehr.

Konzert in Sagarder „St. Michael“ Kirche

Henriette Grawwert im Duett mit Daniel Pabst

Sagard (apf). Einer guten Tradition folgend wird es auch in diesem Jahr in der Sagarder „St. Michael“ Kirche ein musikalisches Highlight der besonderen Klasse geben. Denn die Sagarderin Henriette Grawwert, heute sehr erfolgreiche Musical-Darstellerin, die derzeit im Udo Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ im Operettenhaus Hamburg zu sehen ist, wo sie im Ensemble und die Rolle der Frau Menzel spielt. Henriette probt derzeit auch für „KARAMBA! - Die 70er-Jahre-Schlager-Revue“, die vom 14. Juli bis 4. September im Schmidts Tivoli in Hamburg zu erleben ist. Trotzdem hat sie sich die Zeit genommen, in Sagard aufzutreten. „Wie jedes Jahr werde ich auch dieses Jahr wieder in der Sagarder Kirche singen. Am 5. Juli um 20 Uhr laden wir, Kantor Frank Thomas und ich, zum Sommerkonzert nach Sagard ein. Wie immer wird das Programm ein bunter Mix aus Liedern verschiedenster Musikrichtungen sein und somit für jeden Besucher etwas Neues und etwas Bekanntes bereithalten.

Dieses Jahr gibt es noch einen besonderen Bonus. Mein Kollege und Freund Daniel Pabst wird als Gast auftreten. Ich freue mich sehr, meinem treuen Publikum so noch einen wirklich tollen Programmpunkt bieten zu können“, so der Musicalstar am Telefon gegenüber OSTSEE ANZEIGER.

Man kann sich also auf einige traumhafte Duette freuen! Dieses Jahr sollte also niemand das Sommerkonzert mit Henriette Grawwert und Daniel Pabst verpassen. „Wir freuen uns beide schon auf Sie“, laden die Künstler ein.

Montag, 5. Juli, 20 Uhr: Sonderkonzert für Sologesang und E-Piano mit Musicalsängerin Henriette Grawwert Sagard/Berlin und Kantor Frank Thomas (Bergen) in der Evangelischen Kirche „St. Michael“ in Sagard, Eintritt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Wirtschaft und Tourismus im Einklang

Jahreshauptversammlung der CKV Business Group AG fand auf Rügen statt

Rügen (apf). Die CKV Business Group AG, die bundesweit führende Vereinigung für den Fachhandel für Kassen-Systemtechnik und Zahlungssysteme mit über 30 Stützpunkten und mehr als 50 Niederlassungen hielt in diesem Jahr ihre Hauptversammlung in Lauterbach und damit erstmals auf der Insel Rügen ab. Drei Tage lang tagten die angereisten Mitglieder der Vereinigung im Hotel „Badehaus Goor“ und berieten neben den Verbandsaufgaben insbesondere die weitere Entwicklung der in der Diskussion befindlichen neuen fiskalischen Anforderungen an Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel und deren technologischer Umsetzung. Dazu waren auch Vertreter namhafter Hersteller und Produzenten angereist, die ihre Lösungsansätze und entsprechende Gerätetechnik vorstellten. Es gehört zur guten Tradition der Vereinigung, den Vertretern der nationalen und internationalen Industrie auf diesem Gebiet ein Podium zu bieten um entsprechende Neuentwicklungen vorzustellen und neue Trends aufzuzeigen. Bekannte Anbieter von Registrierkassen und Kassensystemen wie CASIO, SHARP, VECTRON u. a. treten als Fördermitglieder der Vereinigung auf und unterstützen die logistische Verbandsarbeit. Es reisten in diesem Jahr Mitarbeiter so international agierender Firmen wie UNIWELL, POS-TECH und AURIS an, die ihre Erfahrungen im Europäischen und weltweiten Maßstab in die Tagung einbrachten und ein beachtenswertes Spektrum neuer technologischer Lösungen präsentierten.

Ein Schwerpunkt der Beratungen lag in der Diskussion der aus der Finanzkrise entstehenden angekündigten steuerlichen Veränderungen der Frage nach einer allgemeinen Kassenpflicht für Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel sowie der Erhöhung der Sicherheit im elektronischen Zahlungsverkehr.

Die Firma AFC als elektronischer Finanzdienstleister informierte über die aktuellen Veränderungen im elektronischen Zahlungsverkehr „rund um EC- und Kreditkarten“ in Europa und deren Auswirkungen auf Deutschland. Hierbei ging es auch um die weitere Verbesserung des bundesweiten Service und der Beratungsleistungen durch den Fachhandel. Mit Genugtuung konnte festgestellt werden, dass zwar eine bundesweit flächendeckende Ausdehnung des Verbandes vorhanden, jedoch eine Intensivierung der Strukturen erforderlich ist. Mit der Aufforderung an die Mitglieder der Vereinigung, weitere qualifizierte Fachbetriebe für den Verbund zu werben, wurde die Hauptversammlung nach Bestätigung der Jahresbilanz 2009 und der Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsleitung beendet.

Natürlich verließen die angereisten Mitglieder und Vertreter die Insel Rügen nicht ohne bei den „Störtebeker Festspielen“ zugeschaut, eine Inselrundfahrt mit dem „Rasenden Roland“ gemacht und ein zünftiges Fischessen in der „Alten Bootswerft“ in Gager/Mönchgut genossen zu haben. Nach einer Mondscheinfahrt mit der „Weißen Flotte“ endeten die arbeits- und erlebnisreichen Tage für die Teilnehmer der Veranstaltung. Der Vertreter der CKV auf der Insel Rügen, die Firma Kassen- und Zahlungssysteme Rügen (KzR) GmbH, konnte feststellen, dass die Veranstaltung „rundum“ gelungen war und nahm gern die Versprechung vieler Teilnehmer an, zukünftig auf der Insel Rügen den Urlaub verbringen zu wollen.

Somit zeigte sich einmal mehr, dass die Insel Rügen nicht nur ideale Bedingungen für erfolgreiche Tagungen bietet, sondern mit diesem speziellen Angebot auch beste Werbung für das Eiland bewerkstelligen kann. Denn zufriedene Tagungsgäste werden wieder auf die Insel kommen, und so profitiert Wirtschaft und Tourismus gegenseitig voneinander.

4. Junior-Ranger-Camp findet aktuell statt

Kinder sind im Biosphärenreservat Südost-Rügen unterwegs

Blieschow (sw). Noch bis zum 2. Juli findet das inzwischen 4. Junior-Ranger-Camp im Biosphärenreservat Südost-Rügen statt! Mehr als 50 Junior-Ranger, Schüler der Grundschulen Sellin, Binz, Gager und Putbus sowie der Regionalen Schule aus Göhren werden spannende und erlebnisreiche Tage im Schullandheim Klein Stresow bei Putbus erleben. Das Camp bildet den krönenden Abschluss des diesjährigen Junior-Ranger- Projektes im zu Ende gehenden Schuljahr.

Das bereits im Jahr 2004 ins Leben gerufene Projekt „Junior-Ranger im Biosphärenreservat Südost-Rügen“ stellt einen Arbeitsschwerpunkt des Amtes im Bereich der Umweltbildung dar. Anliegen ist es, den Kindern die heimische Fauna und Flora nahe zu bringen, um das Verhältnis zwischen Mensch und Natur besser verstehen zu können. Daneben werden Kenntnisse zum richtigen Verhalten in der freien Landschaft sowie Fertigkeiten im praktischen Artenschutz vermittelt.

Vieles von dem, was die Kinder im vergangenen Schuljahr gelernt haben, werden sie im Camp unter Beweis stellen müssen. Bei einem vielfältigen Programm, in dem auch Spaß, Sport und Spiel nicht zu kurz kommen werden, erwarten die Kinder erlebnisreiche Tage inmitten der einzigartigen Natur des Biosphärenreservates Südost-Rügens. Nach einer ausgedehnten „Waldrallye“ am Ende des Camps erhalten die Teilnehmer ihre Urkunden und Junior-Ranger-Pässe.

Allen Freunden, Partnern und Sponsoren sei bereits an dieser Stelle für ihre langjährige Unterstützung des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen bei der Organisation und Durchführung des Camps herzlich gedankt, unterstreicht Sabine Schlender, Leiterin des Amtes für das Biosphärenresrevat Südost-Rügen, abschließend.

8. Baaber Gartenfestival lockt in den Kurpark

Vom 25. bis 27. Juni geht es rund um Rosen, Stauden und Gartenkunst

Ostseebad Baabe (gü). „Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun.“ Diesem deutschen Sprichwort wollen die Mitarbeiter der Kurverwaltung vom 25. bis 27. Juni im wahrsten Sinne des Wortes Leben einhauchen! Das Team um Tourismusdirektorin Uta Donner lädt alle interessierten Gäste und Einwohner der Insel zum mittlerweile 8. Gartenfestival in den Kurpark ein. Los geht es am Sonnabend, 26. Juni, um 11 Uhr mit der Eröffnung des Gartenfestivals durch Bürgermeister Dieter Mathis (CDU). Er war seinerzeit auch der Ideengeber für dieses außergewöhnliche Festival im Ostseebad, wie sich Uta Donner erinnert. Bereits ab 10.30 Uhr gibt es eine musikalische Einstimmung auf dem Gelände rund um die Freilichtbühne für die anwesenden Gäste. Insgesamt drei Zugänge zum Areal sind vorbereitet. Gäste können zweimal von der Promenade und einmal von der Strandstraße kommend das Gartenfestival aufsuchen. Der Eintritt ist frei! „Wir haben dieses Jahr darauf geachtet, dass wir mit rund 40 Ausstellern einen Erlebnispark für Gartenfreunde erzeugen“, so Dr. Frank Meierevert, Event-Manager des Ostseebades, gegenüber unserer Zeitung.

Im Mittelpunkt des Gartenfestivals stehen Rosen, Kräuter und Stauden sowie Begleitpflanzen. Hinzu kommen ausgewählte Gartenaccessoires und Dekoration, Gartenkunst und -antiquariat sowie traditionelles Handwerk. Ein Anbieter aus München ist der weitest angereiste Händler unter den 40 Ausstellern. Hinzu kommen Mode und Schmuck, Musik und Kulinarisches. Gäste des Festivals können sich von den vielen tollen Ideen inspirieren lassen für ihren eigenen Garten oder ihr Anwesen, wenn es um hochwertige Pflanzen und optische Lösungen der Gestaltung von Gärten und Grundstücken.

Damit sich die „erwachsenen“ Gartenbesitzer auch in aller Ruhe die Angebote anschauen können, ist an beiden Tagen eine durchgehende Kinderbetreuung gewährleistet. Hier können sich Kinder im Bemalen von Keramik und Holz üben.

Die große Gartenparty findet am Abend des Sonnabend ab 20 Uhr mit der Sabine-Brand-Band aus Berlin sowie der Jörg-Hinz-OPartyshow aus Binz statt. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem zünftigen Frühschoppen. Das ausführliche Programm finden interessierte Leser im Internet unter www.baabe.de. Musikalisch können Sie sich bereits am Freitagabend auf das 8. Gartenfestival einstimmen. Die Baabe Heidesänger gastieren ab 19 Uhr in der Kirche. Die „Pallas Show Band“ spielt ab 20 Uhr auf der Freilichtbühne im Kurpark auf. Also, auf gehts und „viel Garten“ gucken!

Weniger Knete fürs Klima

Geplantes Klimaschutzkonzept fällt wohl kleiner aus

Bergen auf Rügen (gü). Weniger Geld für das geplante Klimaschutzkonzept des Landkreises! Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) informierte die Mitglieder des Kreistages während ihrer letzten Sitzung über eine niedrigere Förderung des Vorhabens. Kassner wörtlich: „Hinsichtlich unseres Kommunalen Klimaschutzkonzeptes hat uns der Projektträger mitgeteilt, dass aufgrund der Kürzung von Haushaltsmitteln für den Bereich Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums in diesem Jahr nur eine 60-prozentige Förderung möglich ist.

Derzeit prüfen wir, welcher Leistungsumfang mit den verbleibenden Mitteln erbracht werden könnte. Wir möchten gern an dem Antrag festhalten und die Auftragssumme entsprechend der Fördermöglichkeit und den vorhandenen Eigenmitteln anpassen.“ Ein Paukenschlag, mit dem sich in der letzten Woche auch die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistages zu befassen hatten. Bisher sind die Verantwortungsträger davon ausgegangen, dass es für das geplante 300.000 Euro teure Konzept eine 80-prozentige Förderung gibt. Die Eigenmittel in Höhe von 60.000 Euro sind bis dato durch die Sparkasse Rügen abgedeckt. Ein entsprechender Beschluss wurde seitens des Kreistages bereits im letzten Jahr gefasst.

Nunmehr wackelt die Finanzierung gewaltig. Bei einer 60-prozentigen Förderung kommen „nur noch“ 90.000 Euro seitens des Bundes für das Konzept in den Topf, der dann mit 150.000 Euro gefüllt wäre. Teurer darf das Konzept nicht werden, da keine weiteren Eigenmittel im Kreishaushalt vorhanden sind, wie Jan Trenkmann, Leiter des Umweltamtes des Kreises, unterstreicht. Mit dem Kommunalen Klimaschutzkonzept wollte der Kreistag Vorreiter in Sachen Klimaschutz im Nordosten des Landes werden. Immerhin 40 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß und 30 Prozent weniger Energieverbrauch in den kommenden zehn Jahren sollten mit den entsprechenden Maßnahmen eingespart werden.

Mit den Informationen seitens der Landrätin während des Kreistages können die Arbeiten auch nach einer Förder-Genehmigung dieses Jahr nicht beginnen. Denn die Mittel sind in 2010 ausgeschöpft, so dass jetzt die Hoffnung auf das Jahr 2011 bleibt.

Das perfekte Dinner

Fünf Rüganer kämpfen um Krone

Insel Rügen (gü). Die ersten fünf Folgen des perfekten Dinner auf Deutschlands größter Insel sind abgedreht! Fünf Damen und Herren haben in der letzten Woche kulinarisch und gastgeberisch ihr Bestes gegeben, um die Krone der VOX-Serie zu gewinnen. Die Ausstrahlung der fünf Folgen ist nach Angaben einer Sender-Sprecherin für den 9. bis 13. August vorgesehen, jeweils ab 19 Uhr auf VOX. Wer war nun dabei? Der auf Rügen wohl bekannteste Teilnehmer ist Thomas Tonndorf, Direktor des Travel Charme Kurhaus Binz. Ebenfalls mit von der Partie ist Perry Rautenberg, Restaurantleiter beim Binzer Meisterkoch Toni Münsterteicher. Mit Thomas Haase hat ein gelernter Schlosser den Kochlöffel geschwungen. Die Runde wurde durch zwei Damen komplettiert: Liza Wittig, Auszubildende in einem Binzer Hotel und Christine Müller, Hotelfachfrau in Elternzeit.

Die Runde hat sich nach Aussagen der Sender-Sprecherin bestens verstanden und die abgedrehten Folgen versprechen leichte und vergnügliche Unterhaltung – für Freunde der VOX-Serie versteht sich. Das Format für Nichtkenner: Jeder Kandidat serviert bei sich zu Hause ein Dreigänge-Menü und die Gäste schauen ihm dabei genau auf die Finger. Ein Sprecher des Senders unterlegt die einzelnen Folgen mit witzigen und pointierten Statements. Beim perfekten Dinner geht es allerdings nicht nur ums Essen. Die vier Mitstreiter bewerten den gesamten Abend des jeweiligen Gastgebers– von der Dekoration bis zur Menüauswahl. Auch den Gastgeber selbst prüfen sie auf Herz und Nieren. Wie viele Punkte ein Gastgeber bekommt, wissen allerdings nur die Zuschauer. Die Kandidaten tappen bis zuletzt im Dunkeln. Erst am Ende der Woche, wenn das fünfte Dinner verspeist ist, erfahren die fünf Hobbyköche, wer von ihnen der Beste war. Dem Sieger winkt ein Preis in Höhe von 1.500 Euro.

Großes Spiel in Binz eröffnet

Roulette, Black Jack und Poker – jeweils dreimal die Woche

Ostseebad Binz (gü). Nun rollt sie, die wohl berühmteste Kugel eines Glücksspiels! Achim Lerm, Standortleiter der Spielbank Binz der Ostsee Spielbanken GmbH und sein Team konnten am letzten Freitag offiziell verkünden, was viele Binzer Verantwortungsträger seit langer Zeit erhofft hatten: Das so genannte große Spiel in Form von Roulette, Black Jack und Poker. Knapp vier Jahre nach der Eröffnung der einzigen Spielbank auf Rügen ist sie dreimal die Woche um diese begehrten Glücksspiele reicher. Möglich gemacht hat es die Novelle des Spielbankengesetzes M-V, die Ende 2009 im Landtag beschlossen worden ist. Der CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz hatte sich seinerzeit für den Standort Binz eingesetzt, damit hier das große Spiel endlich gespielt werden kann. Den Gästen und Einwohnern der Spielbank wird jeden Donnerstag, Freitag und Sonnabend, jeweils von 19 bis 03 Uhr im gehobenen Rahmen in der „Live Game Lounge“ das staatlich konzessionierte, klassische Spiel mit American Roulette, Black Jack und Poker angeboten. Für alle Poker-Freunde wird jeden Donnerstag, Freitag und Sonnabend, jeweils ab 19.15 Uhr ein „Sit & Go Poker“-Turnier veranstaltet.

Sparhammer wird zum Hämmerchen

Haushalts- und Finanzausschuss winkt Nachtragshaushalt mehrheitlich durch

Bergen auf Rügen (gü). Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wird vergeblich auf Vollzug der Einsparungen im Kreishaushalt warten. Bis zum 30. Juni hatte er der Landkreisverwaltung unter Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) aufgetragen, rund 1,5 Millionen Euro des aktuellen Fehlbedarfs im Haushalt 2010 zu senken. „Wir werden dem Innenministerium mitteilen, dass wir den Termin nicht halten können“, so Landrätin Kassner gegenüber unserer Zeitung.

Der Kreistag hatte ihr diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung gemacht, einen Sparhammer am 27. Mai beschlossen (siehe Ausgabe des OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer vom 2. Juni). Dieser Sparhammer wird nun aber augenscheinlich zum Hämmerchen. Denn so einfach, wie sich die Kreistagsmitglieder das Einsparen von Verwaltungs- und Betriebskosten gedacht hatten, um eine Erhöhung der Kreisumlage zu verhindern, ist es scheinbar nicht. Denn solch eine pauschale Entscheidung, so die Begründung der Verwaltungschefin, sei nicht möglich. Kassner zitiert in diesem Zusammenhang das Haushaltsrecht.

Die Landrätin legte zudem promt Widerspruch gegen alle Beschlüsse ein, die während des Kreistages am 27. Mai mit Kosten für den Haushalt verbunden sind. Darunter die politisch geforderte kostenlose Schülerbeförderung, die Genehmigung einer Assistenzstelle in der Verwaltung zur Umsetzung des beschlossenen Wegekonzeptes auf Rügen sowie die Durchführung eines AIDS-Präventionsvorhaben auf der Insel.

In einer dramatischen Sitzung am 9. Juni haben sich die Fraktionsspitzen verständigt, wo nun wirklich und wahrhaft gespart werden könne. „Wir haben diesbezüglich Mittel entdeckt, die wir in die Waagschale werfen können. Über diese Mittel hatte am Montag der Haushalts- und Finanzausschuss des Kreistages zu befinden. Auf der Tagesordnung stand der 2. Nachtrag zum Haushalt, der nach einer aufwändigen Debatte eine Mehrheit fand und entsprechend Beschluss in den nächsten Kreistag verwiesen wurde. Die Mitglieder des Kreistages werden sich am Donnerstag, 8. Juli, zu ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause treffen und darüber zu beraten haben.

Auf keinen Fall soll es eine Erhöhung der Kreisumlage geben, waren sich Fraktionsspitzen und Verwaltung nach dem Treffen am 9. Juni einig. Ob Innenminister Caffier der 2. Nachtrag „politisch zusagt“, wird abzuwarten bleiben. Brisant: Schüler und Eltern gehen am 9. Juli in die Sommerferien und wissen erst dann, wie sie mit dem Schülerverkehr planen können . . .

„Mimi und Krax – Das Abenteuer beginnt“

Deutschlandweit einziges Nationalpark-Theater ab 29. Juni am Königsstuhl

Von Wolfgang Urban

Königsstuhl. Mit dem ersten Nationalpark-Theater in Deutschland erweitert das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL ab dem 29. Juni sein Erlebnis- und Bildungsangebot. Um 10 Uhr soll an diesem Dienstag auf der Freilichtbühne des Zentrums die Erstaufführung von „Mimi und Krax – Das Abenteuer beginnt“ erfolgen. Aber welchen Sinn ergibt es, hier Theater zu spielen? Dazu sagte Ulf Steiner: „Wir haben das Nationalpark-Theater entwickelt, weil sich im darstellenden Spiel sehr wirkungsvoll Wissen und Emotionen vermitteln lassen. Leider viel zu selten findet man die Methode des Theaterspielens jedoch in Informationszentren wieder – vielleicht nur, weil es im letzten Jahrhundert aus der Mode gekommen ist. Wir haben das Theater für uns wiederentdeckt und wollen damit den Dialog mit unseren Gästen intensivieren.“

Gelingen soll dies mit Bühnenspaß, Wissensvermittlung und Anregungen. Dazu erhielten Krax und Mimi weitere Arbeitsaufgaben. Künftig werden der Rabe und die Maus nicht nur in der Erlebnisausstellung Kinder und Erwachsene begleiten, sondern auch auf der Bühne unterhalten. Daniel Pabst und Henriette Grawwert haben die Texte dafür geschrieben und das Theaterstück inszeniert. Die beiden Musicalsänger und Schauspieler fühlten sich durch die Arbeit im Nationalpark-Theater sogar so sehr inspiriert, dass sie ein eigenes Titellied für das Stück „Mimi und Krax...“ geschrieben haben. „Sag Hallo“ ist ihr erster gemeinsamer Song. Theaterstücke haben sie indes schon zuvor gemeinsam geschrieben und auch gespielt.

Allerdings sind sie dieses Mal nicht selbst auf der Bühne aktiv, sondern nur bei der Premiere anwesend. Gespielt werden „Mimi und Krax“ von einer auf der Insel Rügen noch unbekannten Puppenspielerin. „Wir haben mehr als sechs Wochen für das Stück geprobt“, sagt Daniel Papst und freut sich auf die Premiere. Wer nicht dabei sein kann, erfährt in dieser Zeitung mehr über sie und hat dann den ganzen Sommer die Möglichkeit, eine Vorstellung zu besuchen.

Grandiose Premiere der Störtebeker Festspiele 2010

Auf der Suche nach dem verschollenen Schatz der Templer

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Majestätisch erhebt sich die Skulptur aus dem Sand gen Himmel. Störtebeker hat ein neues Rätsel gelöst. Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Am Samstag vergangener Woche erlebten rund 8.000 Gäste auf der Naturbühne Ralswiek am Großen Jasmunder Bodden die Premiere des zweiten Teiles der Trilogie Störtebekers Gold „Der Fluch der Mauren“. Damit sind die Störtebeker Festspiele in ihre 18. Saison gestartet. Die Schönheit der Naturkulisse, das besondere Flair und die Anbindung an das Wasser machen den besonderen Reiz eines Festspielabends aus.

In diesem Jahr entführt Sie die Handlung in das südspanische Granada, wo Störtebeker und seine Kumpane weitere Informationen zum Auffinden des Templerschatzes finden. Auch in einem Bankhaus in Genua spielt die Handlung, die mit unzähligen Spezialeffekten gespickt ist und gesanglich von „Lippi“ in Szene gesetzt wird.

Bisher haben das wohl größte Open-Air Theater in Europa seit 1993 insgesamt 4.865.579 Besucher aus aller Welt besucht. Bis zum Start der diesjährigen Saison waren bereits rund 200.000 Eintrittskarten verkauft. Ein gutes Zeichen für die diesjährige Spielzeit und eine Anerkennung der Leistungen des Störtebeker Teams um Ruth, Peter und Anna-Theresa Hick. Selbst in Brasilien wurden in diesem Jahr unter www.stoertebeker.de Karten für eine Vorstellung online gebucht und auch bezahlt. Es steht wohl außer Zweifel, dass die Störtebeker Festspiele selbst eines der wichtigsten Marketinginstrumente der Insel Rügen geworden sind und für die Wirtschaft unseres Eilandes einen wesentlichen und kräftigenden Faktor darstellen. Denn hier stimmen Versprechen und tatsächliche Leistung - und dies wird alljährlich durch das Publikum mit Beifall und durch Mund-zu-Mund-Propaganda honoriert.

Auch in diesem Jahr dürfen Sie gespannt sein, was Klaus Störtebeker (Sascha Gluth), Goedeke Michels (Dietmar Lahaine) und Thomasius (Robert Glatzeder) auf ihrer abenteuerlichen Reise auf den Spuren des Templerschatzes erleben. Verwegene Kämpfe, Intrigen und Seeschlachten werden Sie in ihren Bann ziehen, aber auch die Liebelei zwischen Störtebeker und Maria (Claudia Gaebel) und das Geplänkel von Goedeke und der Schwarzen Krake (Martina Guse). Doch eines wird Sie ganz besonders begeistern: Das mystische Geschehen am Ende der Handlung, wenn sich ein rund zehn Meter großes Monument aus dem Sand des Marktes von Granada gen Himmel erhebt - und das Feuerwerk am Ende des Stückes, das den Abend gebührend beschließt ...

Selbst wenn Sie den ersten Teil der Trilogie nicht gesehen haben, sollten Sie sich die diesjährige Geschichte nicht entgehen lassen, denn zu Beginn der Handlung werden Sie in das Geschehene durch die Sprecherin eingewiesen.

„... Feuerwehraktion der Demokratie“

Staatssekretär Dr. Kreer auf Rügen / Erlass zur Bejagung von Raubwildarten

Von Wolfgang Urban

Nationalpark Jasmund. In dieser Zeitung war am 12. Mai über die harte Kritik von Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen e.V., an der WMA (Wildmanagementanweisung für die landeseigenen Grundflächen in den Nationalparken von M-V) berichtet worden. Dabei bezeichnete er es als „grob fahrlässig“, dass u.a. die Bejagung von Marderhunden und Füchsen auf diesen Landesflächen unterbleiben sollte. Jetzt hat das Land eingelenkt und in der vergangenen Woche „Maßnahmen zur Prophylaxe und Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen in der Wildpopulation“ erlassen. Eine der Festlegungen lautet: „Zum Schutz vor der Verbreitung von Tierseuchen innerhalb der Raubwildpopulation... wird hiermit angeordnet, mit sofortiger Wirkung bis auf Widerruf in den innerhalb der Nationalparke gelegenen Eigenjagdbezirken des Landes die Raubwildarten Fuchs, Marderhund und Waschbär unter Beachtung des § 22 Abs. 4 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes (Elterntierschutz in der Zeit vom 1. März bis 15. Juni) zu bejagen.“ Mit diesem am 9. Juni erfolgten Erlass hielt Dr. Karl Otto Kreer, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, auf diesem Gebiet sein am Tag zuvor auf Rügen in einer Beratung mit Rügener Jägern und Politikern gegebenes Versprechen des schnellen Handelns ein. Weitere von den Jägern geäußerte Kritikpunkte sollen ebenfalls kurzfristig geklärt werden. Mehr dazu demnächst.

Lediglich bei der von Rügener Jägern auf der Beratung vorgebrachten Kritik an Dr. Michael Weigelt hielt sich der Staatssekretär bedeckt. Das Auftreten Kreers wurde ansonsten von den Jägern als erfreuliche Dialogbereitschaft gewertet. Mit anerkennenden Worten bezeichnete auch der Lohmer Bürgermeister Matthias Ogilvie das Bemühen des Staatssekretärs als „wohlwollende Feuerwehraktion der Demokratie“. Ob weitere „Feuerwehraktionen“ des Staatssekretärs erforderlich sind, hängt sicher davon ab, ob vor Ort eine Atmosphäre des demokratischen Dialogs gepflegt oder unterminiert wird. Letzteres befürchtet Kreisjägermeister Ulrich Mielke solange Dr. Michael Weigelt auf seinem Posten bleibt. Dass sich alles in jüngster Vergangenheit überhaupt so zugespitzt hat und diese „Feuerwehraktion“ des Staatssekretärs notwendig war, lag laut Holger Nebel „leider mit an fehlender Sach- und Fachlichkeit des Jagdwesens im Nationalpark Jasmund seitens der Dezernatsleitung in Person des Herrn Dr. Weigelt“. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes ist indes froh darüber, dass jetzt wenigstens wieder „eine Bejagung der Prädatoren stattfinden kann“, also u.a. eine Bejagung des Marderhundes.

Einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen der „Feuerwehraktion“ hatten die Rügener Landtagsabgeordneten Angelika Peters (SPD) und Udo Timm (CDU), die sich in Schwerin für die erwähnte Beratung auf Rügen einsetzten und auch aktiv an ihr teilnahmen.

Politik und Wirtschaft zur Tourismusabgabe

Konsens lautet: Konzept auf den Tisch und miteinander sprechen

Insel Rügen (gü). „Wir brauchen jetzt etwas auf dem Tisch, das in den Verbänden und Regionen diskutiert werden kann!“ Einhellige Meinung bei vielen Politikern und Vertretern der Wirtschaft in Sachen Tourismusförderabgabe. Diesbezüglich haben wir auf dieser Seite die Stellungnahmen der FDP, der SPD sowie des Bündnis für Rügen und auch des Wirtschaftsrates der CDU für unsere Leserinnen und Leser abgedruckt.

Vom Vorstand des Rügener Tourismusverbandes wird in den kommenden Wochen ein Konzept mit grundlegenden inhaltlichen Dingen erwartet, ist den vorliegenden Meinungsäußerungen zu entnehmen. Dazu zählen beispielsweise auch Vorschläge, wofür die Gelder konkret eingesetzt werden sollen. Außerdem wird auch eine erste Kalkulation erwartet, die Grundlage für regionale Diskussion sein kann. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die nächsten rechtlichen Schritte. „Über eine Steuer brauchen wir nicht reden. Die ist nicht zweckgebunden und kann für alles Mögliche verwendet werden“, so Ronald Rambow, Vorsitzender des mächtigen FVV Binz in Richtung TVR-Vorstand.

Zum letzt genannten Punkt hatte Wuitschik am gestrigen Dienstag ein Gespräch mit hochrangigen Vertretern der IHK Rostock. Gemeinsam mit Vorstandskollege Ernst Heinemann und TZR-Geschäftsführer Ralf Hots-Thomas wurde über die rechtlichen Grundlagen einer Tourismusförderabgabe debattiert, die in den zurückliegenden Wochen als „Bettensteuer“ für emotionale Debatten gesorgt hat. Die Beratungen zwischen TVR-Vorstand und IHK Rostock waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet. Ihre Wochenzeitung wird darüber in der kommenden Ausgabe berichten und alle interessierten Leser, Einwohner und Unternehmer über die nächsten Schritte informieren.

Nachfolgend die Statements und Forderungen:

SPD zur Bettensteuer

„Sachliche Diskussion gefordert“

Der Kreisvorstand der SPD Rügen hat sich anlässlich seiner letzten turnusmäßigen Sitzung mit dem Thema Tourismusförderabgabe (Bettensteuer) befasst. Der SPD Kreisvorstand begrüßt einhellig die vom Tourismusverband angestoßene Initiative, neue Formen der Finanzierung touristischer Aufgaben zu suchen und fordert eine sachliche und fundierte Diskussion zu diesem Thema. Angesichts rückläufiger Fördermittel und der bevorstehenden Kreisgebietsreform hält es auch die SPD Rügen für notwendig, solidarisch finanzierte Modelle zu entwickeln, um die Mittel für die Lösung der inselweit bestehenden Probleme z.B. in den Bereichen Infrastuktur oder Strandreinigung bereitstellen zu können. Der vorliegende Vorschlag des Tourismusverbandes kann dazu ein Weg sein, darf aber nicht allein die Vermieter betreffen und muss vor allem sicherstellen, dass die Einnahmen aus der Abgabe nicht in den Tiefen eines Kreishaushaltes versickern.

FDP-Klausur

Zum Thema Tourismusförderabgabe

Der Kreisvorstand der Rügener Liberalen hat über die geplante Einführung einer „Bettensteuer“ für die Rügener Hoteliers und Vermieter auf seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Dazu erklärt der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Gino Leonhard:

„Der Kreisvorstand hat sich darauf verständigt, zum Ende der touristischen Hauptsaison, am Freitag, 3. September, eine gemeinsame Klausurtagung zwischen Kreisvorstand und Kreistagsfraktion durchzuführen. Unter anderem wird das aktuelle Thema Bettensteuer auf der Tagesordnung stehen. Wir wollen in aller Sachlichkeit diese Frage bewerten. Dazu beabsichtigen wir, Vertreter des Tourismusverbandes und des DeHoGa einzuladen, um alle Positionen zu hören und uns ein klares Bild über die eigentlichen Ziele einer derartigen Abgabe zu verschaffen. Angesichts der zu erwartenden Veränderungen der Kreisstrukturen erscheint es mehr denn je wichtiger zu sein, über neue Finanzierungsmodelle nachzudenken. Allerdings, und das macht die FDP deutlich, nicht im Rahmen, wir es die derzeitige Diskussion offensichtlich zeigt. Jeder, der mittel- oder unmittelbar im Landkreis Rügen vom Tourismus partizipiert, sollte ein ureigenstes Interesse daran haben, dass die infrastrukturelle Entwicklung auf der Insel auch zukünftig gesichert ist.“

Tourismusabgabe

Statement des BÜNDNIS FÜR RÜGEN

Das BÜNDNIS FÜR RÜGEN begrüßt und unterstützt die Initiative des Tourismusverbandes zur Einführung einer personenbezogenen Abgabe, wobei wir aufgrund der bereits deutlich gewordenen Missverständnisse die Bezeichnung „Tourismusabgabe“ für besser geeignet halten. Als Tourismusregion muss Rügen alles daran setzen, konkurrenzfähig zu bleiben. Die Besucher der Insel kommen nicht nur wegen der schönen Hotels und Pensionen. Sie kommen, um die Vielfalt, die Rügen zu bieten hat und mit der zu Recht geworben wird, auch selbst zu erleben. Dazu erwarten sie gepflegte Straßen, Geh- und Radwege, Strände, Grünanlagen und Parkplätze. Sie wollen auch ganz sicher nicht ihren Urlaub im Stau verbringen.

Es spricht für den Tourismusverband, dass er die Probleme Stau, Radwege, Parkplätze usw. erkannt hat und eine nachhaltige Lösung aus der Tourismuswirtschaft selbst heraus entwickeln möchte. Keine blinden Forderungen an eine handlungsunfähige – da geldlose – Politik, keine Sonntagsreden, sondern Eigeninitiative. Diesem Schritt zollt das BÜNDNIS FÜR RÜGEN vollen Respekt! Eine berechtigte Frage kann nun lauten: Warum dann nicht einfach eine Erhöhung der Kurtaxe? Weil die Kurtaxe nur in einigen Orten erhoben wird, Radwege und Nahverkehr auf der ganzen Insel liegen bzw. die Touristen auch auf der ganzen Insel unterwegs sind.

Dies zeigt: Die Idee des Tourismusverbandes Rügen ist wohl überlegt und durchdacht. Es bleibt zu hoffen, dass Kritik und Gegenvorschläge es auch sind.

Wirtschaftsrat der CDU mit PRO

Unternehmer sprechen sich für Tourismusabgabe aus

Die Mitglieder des Wirtschaftsrates der CDU haben sich während ihrer letzten Sitzung für die Einführungen einer Tourismusförderabgabe auf ganz Rügen ausgesprochen. Dies bestätigt Volker Boche, Sektionssprecher des Wirtschaftsrates auf Rügen, gegenüber unserer Zeitung.

TVR-Vorstandschef Thomas Wuitschik informierte die Versammlung über die derzeit heiß diskutierte und überwiegend kritisierte „Bettensteuer“ auf der Insel Rügen. Auch die anwesenden Unternehmer sind sich in der Bewertung einig, dass Gäste die Insel in ihrer Gesamtheit betrachten und wollen diese nach Möglichkeit auch so nutzen. Aus diesem Grund müssen neben dem weiteren Ausbau des Fahrrad- und Reitwegenetzes auf der gesamten Insel sowie deren Werterhaltung preiswerte Vorteile für Gäste geschaffen werden. Dazu könnten mit der Abgabe für die Nutzung des RPNV, von Parklätzen, öffentlichen Toiletten u.v.a.m. finanzielle Voraussetzungen aus eigener Kraft geschaffen werden.

Vergleichbare Modelle werden seit Jahren erfolgreich in Österreich praktiziert und könnten auch auf Rügen individuell umgesetzt werden, so die Mitglieder des Wirtschaftsrates. Bisher wurde entsprechend des aktuellen Beschlusses im Tourismusverband ein Erfahrungsaustausch mit den Kollegen aus Österreich im Rahmen des Tourismustages geführt. Die Mitglieder des Wirtschaftsrates unterstützen die Initiativen des TVR-Vorstandes, im Innenministerium diese Idee mit der Bitte zu prüfen, in wie weit die aktuelle Gesetzeslage gewährleistet, dass die Tourismusabgabe ausschließlich für den Tourismus auf der Insel verwendet werden kann. Dies besonders auch mit Blick auf einen neuen Großkreis. Zudem werden auch die im Kreistag vertretenen Parteien gebeten, Unterstützung bei einer entsprechenden Beschlussvorlage politisch zu diskutieren. Wichtig ist jetzt der Entwurf eines Konzeptes für die Verwendung der Einnahmen und deren Verwaltung als Diskussionsgrundlage. Grundlegende Voraussetzung für die Einführung der Tourismusabgabe ist breiter Konsens in allen relevanten Strukturen.

Wirtschaftsrat der CDU e.V. Sektion Rügen begrüßt den Vorschlag und garantiert seine Unterstützung bei der Durchsetzung unter der Voraussetzung, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen gegeben sind.

„... Feuerwehraktion der Demokratie“

Staatssekretär Dr. Kreer auf Rügen / Erlass zur Bejagung von Raubwildarten

Von Wolfgang Urban

Nationalpark Jasmund. In dieser Zeitung war am 12. Mai über die harte Kritik von Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen e.V., an der WMA (Wildmanagementanweisung für die landeseigenen Grundflächen in den Nationalparken von M-V) berichtet worden. Dabei bezeichnete er es als „grob fahrlässig“, dass u.a. die Bejagung von Marderhunden und Füchsen auf diesen Landesflächen unterbleiben sollte. Jetzt hat das Land eingelenkt und in der vergangenen Woche „Maßnahmen zur Prophylaxe und Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen in der Wildpopulation“ erlassen. Eine der Festlegungen lautet: „Zum Schutz vor der Verbreitung von Tierseuchen innerhalb der Raubwildpopulation... wird hiermit angeordnet, mit sofortiger Wirkung bis auf Widerruf in den innerhalb der Nationalparke gelegenen Eigenjagdbezirken des Landes die Raubwildarten Fuchs, Marderhund und Waschbär unter Beachtung des § 22 Abs. 4 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes (Elterntierschutz in der Zeit vom 1. März bis 15. Juni) zu bejagen.“ Mit diesem am 9. Juni erfolgten Erlass hielt Dr. Karl Otto Kreer, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, auf diesem Gebiet sein am Tag zuvor auf Rügen in einer Beratung mit Rügener Jägern und Politikern gegebenes Versprechen des schnellen Handelns ein. Weitere von den Jägern geäußerte Kritikpunkte sollen ebenfalls kurzfristig geklärt werden. Mehr dazu demnächst.

Lediglich bei der von Rügener Jägern auf der Beratung vorgebrachten Kritik an Dr. Michael Weigelt hielt sich der Staatssekretär bedeckt. Das Auftreten Kreers wurde ansonsten von den Jägern als erfreuliche Dialogbereitschaft gewertet. Mit anerkennenden Worten bezeichnete auch der Lohmer Bürgermeister Matthias Ogilvie das Bemühen des Staatssekretärs als „wohlwollende Feuerwehraktion der Demokratie“. Ob weitere „Feuerwehraktionen“ des Staatssekretärs erforderlich sind, hängt sicher davon ab, ob vor Ort eine Atmosphäre des demokratischen Dialogs gepflegt oder unterminiert wird. Letzteres befürchtet Kreisjägermeister Ulrich Mielke solange Dr. Michael Weigelt auf seinem Posten bleibt. Dass sich alles in jüngster Vergangenheit überhaupt so zugespitzt hat und diese „Feuerwehraktion“ des Staatssekretärs notwendig war, lag laut Holger Nebel „leider mit an fehlender Sach- und Fachlichkeit des Jagdwesens im Nationalpark Jasmund seitens der Dezernatsleitung in Person des Herrn Dr. Weigelt“. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes ist indes froh darüber, dass jetzt wenigstens wieder „eine Bejagung der Prädatoren stattfinden kann“, also u.a. eine Bejagung des Marderhundes.

Einen entscheidenden Anteil am Zustandekommen der „Feuerwehraktion“ hatten die Rügener Landtagsabgeordneten Angelika Peters (SPD) und Udo Timm (CDU), die sich in Schwerin für die erwähnte Beratung auf Rügen einsetzten und auch aktiv an ihr teilnahmen.

Störtebekers Gold „Der Fluch des Mauren“

Eine spannende Geschichte um Verrat, Intrigen und Liebe

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Er wäre nicht Störtebeker, wenn er nicht helfen könnte.

Eine Abordnung Kastiliens, unter der Führung des fanatischen Abtes Ignatius, fordert von Granada, außer den üblichen Tributzahlungen, auch die Reliquie des „Heiligen Antonius“, die im Schrein des gleichnamigen Brunnens ruht. Sollte Granada Tribut und Reliquie nicht in 100 Tagen entrichten, droht Kastilien mit Krieg.

Unglücklicherweise hat aber der jüdische Schatzmeister Granadas, Eli ibn Saul, diese Reliquie heimlich für frühere Tributzahlungen beim Bankhaus „San Giorgio“ in Genua verkauft. Störtebeker, Goedeke und Thomasius erreichen Granada und beginnen mit ihrer Suche nach versteckten Hinweisen auf den verschollenen Schatz der Templer. Von dem Mädchen Maria, auf deren Familie seit Generationen ein Fluch liegt, erfährt Störtebeker, dass der „Heilige Antonius“, den Maria immer wieder anruft, um sie von dem Fluch zu erlösen, der Schutzpatron der verlorenen Schätze ist. Störtebeker glaubt damit, den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Schatzes gefunden zu haben.

Die genuesische Bank „San Giorgio“, das eigentliche Machtzentrum der Stadt, hat zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung geladen. Die „feine Gesellschaft“ soll bei einer Modenschau die Kreationen berühmter Couturiers ersteigern, und der Erlös soll den Armen zu Gute kommen. In die Vorbereitungen platzt Eli ibn Saul, um die Reliquie vom Bankherren Baptista de Rocca zurück zu kaufen. De Rocca behauptet, diese Reliquie nicht mehr zu haben und obwohl Eli ahnt, dass er betrogen wird, bleibt ihm nicht viel mehr als eine leere Drohung auszusprechen. Baptista de Rocca war es, der der kastilischen Krone geraten hat, diese Reliquie zu fordern. Da sie in seinem Besitz ist, liefert er den Kastiliern den ersehnten Kriegsgrund. Er finanziert den Krieg und im Gegenzug verpflichtet sich Kastilien seine gesamte Flotte bei ihm zu versichern. So hofft er sein Bankhaus zum mächtigsten Finanzinstitut Europas zu machen. Der „Schwarze Krake“ - ein berüchtigter Pirat, der im geheimen Auftrag de Roccas Schiffe kapert, um deren Eigner zu Versicherungen bei ihm zu zwingen, verlangt von de Rocca ausstehenden Lohn. Doch der weigert sich zu zahlen und will obendrein seinen anrüchigen Komplizen loswerden. Immerhin gelingt es dem „Schwarzen Kraken“ de Rocca ein Schnippchen zu schlagen. Der düpierte Bankherr muss die teuren Kleider der internationalen „Haute Couture“ selbst bezahlen.

Störtebeker und Maria empfinden mehr als Sympathie füreinander. Dem Geheimnis des Templerschatzes sind Störtebeker und seine Freunde allerdings nicht näher gekommen. Das Eintreffen Guy de Rigaults in Granada, der sich an Störtebekers Fersen geheftet hat, um den Schatz in den Besitz des Hauses Orleans zu bringen, macht die Sache nicht leichter. Eli ibn Sauls erfolglose Reise nach Genua lässt Hassan, den fanatischen Heerführer Granadas, frohlocken. Auch er will den Krieg, so absehbar Granadas Niederlage auch ist. Störtebeker begreift, dass die Reliquie sowohl der Schlüssel für Granadas Überleben als auch für das Auffinden des Templerschatzes ist.

Er bietet Eli ibn Saul an, die Reliquie zu beschaffen, wenn sie ihm im Gegenzug für kurze Zeit überlassen wird. Der Schatzmeister ist zwar skeptisch, aber da er keinen anderen Ausweg sieht, geht er auf den Handel ein.

Störtebeker hat erfahren, dass der Bankherr de Rocca mit dem „Schwarzen Kraken“ schmutzige Geschäfte macht. Er hofft diesen Piraten zu fangen, um den Bankherren erpressen zu können - die Reliquie gegen das Schweigen des „Schwarzen Kraken“. Doch de Rocca wähnt sich sicher. So muss Störtebeker einen anderen Weg wählen.

Am Ende hat er die Reliquie und ganz nebenbei noch die Bank ruiniert. Der Friede ist für Granada zwei weitere Jahre gesichert. Eli ibn Saul steht zu seinem Wort, und so gelingt es Störtebeker mit Hilfe der Reliquie, dem Geheimnis des Templerschatzes noch näher zu kommen.

Er verlässt Granada mit Maria. Sie hat sein Herz gewonnen und durch die Kraft der Liebe wurde sie endlich vom Fluch des Mauren befreit.

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Eine Seeschlacht wird Ihre Aufmerksamkeit auf sich lenken, ebenso wie unzählige Spezialeffekte. Foto (2): Pfaffe

Yellow Submarine taucht bis zum Olymp

Stralsunder/Rügener Tanztheater-Kooperation hat Wettbewerb gewonnen

Rügen/Stralsund (DR). Das mit großen Publikumserfolg aufgeführte Tanztheater „Yellow Submarine“ ist Preisträger des bundesweiten Wettbewerbs Kinder zum Olymp! „Schulen kooperieren mit Kultur“. 22 Schülern des Klassenverbandes der vierten bis sechsten Klasse der Freien Schule Rügen in Dreschvitz hatten mit Choreograph und Tanzpädagoge Stefan Hahn von Performance e.V. die Beatles-Verfilmung „Yellow Submarine“ im letzten Schuljahr tänzerisch umgesetzt. Schweißtreibend war es für die Kinder, aber auch für den Choreographen zeitweise, denn er vermittelte ihnen die Grundbegriffe des zeitgenössischen Tanzes und übte mit ihnen ein einstündiges Tanztheater ein.

Belohnt wurden die 22 Tänzerinnen und Tänzer bei den fünf Aufführungen (eine spontane Zusatzvorstellung wegen großen Andrangs) in der Neuen Bootshalle des Betreibers „im jaich“ in Lauterbach auf der Insel Rügen. Eine Welle der Begeisterung ging durch das Publikum, tosender Applaus. Die Zuschauer hatten erstaunt erleben dürfen, wie diese zehn bis zwölfjährigen Tänzerinnen und Tänzer in wunderbar-phantasievollen, bunten Kostümen das 68er-Lebensgefühl wieder aufleben ließen.

Von 700 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet wählte die Jury 33 Projekte acht verschiedener kultureller Sparten aus. In der Sparte „Tanz, Altersübergreifend“ überzeugte sie die Stralsunder/Rügener Inszenierung „Yellow Submarine“. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert und wird am 27. September im Konzerthaus Berlin den Schülerinnen und Schülern überreicht. Im Rahmen ihrer Bildungsinitiative Kinder zum Olymp rief die Kulturstiftung der Länder wie jedes Jahr bundesweit zu einem Wettbewerb für Schulen auf. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, Kunst und Kultur zu entdecken. In Kooperationsprojekten mit außerschulischen Partnern, kulturellen Einrichtungen oder Künstlern – können Schüler und Lehrer neue Ideen entwickeln und umsetzen.

THW Jugend Bergen auf Rügen ...

... sucht Verstärkung und feiert 15. Geburtstag

Bergen auf Rügen (DR). Die THW (Technische Hilfswerk) Jugendgruppe Bergen auf Rügen bietet Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren die Möglichkeit zu einer abwechslungsreichen und interessanten Freizeitgestaltung. Die THW-Jugend hat sich zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen in spielerischer Form an die Aufgaben und Technik des Technischen Hilfswerkes (THW) heranzuführen. Neben der eigentlichen Jugendausbildung, wie Ausleuchten von Einsatzstellen, Aufbau von Pumpen, Bau einer Seilbahn unternehmen die Jugendlichen Nachtwanderungen, veranstalten Grillabende, Zeltlager und mehr.

Regelmäßig stattfindende Landes- und Bundesjugendlager des THW bieten den Jugendlichen zugleich die Möglichkeit sich auch mit anderen Jugendgruppen zu messen. In diesem Jahr feiert die Jugendgruppe des THW Bergen auf Rügen ihr 15-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet das THW am 3. Juli ein Kinder- und Jugendfest auf dem Marktplatz in Bergen auf Rügen, zu dem alle Rüganer herzlich eingeladen sind. Die genauen Informationen zum bunten Programm mit THW-Riesenrutsche, Kletterwand, Hüpfburg und Kinderanimation gibt es demnächst. Falls Ihr nun neugierig geworden seid, dann schaut einfach am 3. Juli ab 9 Uhr auf dem Bergener Marktplatz vorbei oder besucht die Internetseite des THW: www.ov-bergen-auf-ruegen.thw.de.

ACE stellt Schulweg gutes Zeugnis aus

Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ ist für Sicherheit gerüstet

Sassnitz (apf). Gute Nachrichten aus der Hafenstadt: Schülerinnen und Schüler der Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ sind verkehrssicher unterwegs und nach diesem Befund zeigt sich der „Schulweg-Doktor“ des ACE Auto Club Europa denn auch recht zufrieden. Beim Schulweg-Check des ACE-Kreises Rügen-Stralsund wurden nämlich am vergangenen Donnerstag von 6.30 Uhr bis 7.45 Uhr so gut wie keine verkehrstechnischen Sicherheitsmängel festgestellt. Der ACE-Kreis wertet dies als ein erfreuliches Ergebnis. Man hoffe auf eine Würdigung, wenn der Club im Herbst die bundesweite Bilanz der ACE-Unfallverhütungskampagne offen legt. „Wenn hier bei uns wider Erwarten ein Schulwegunfall passieren sollte, liegt es nach menschlichem Ermessen nicht an den baulichen Gegebenheiten oder an der vorgenommenen verkehrsrechtlichen Beschilderung“, sagte ACE-Kreisvorsitzender Werner Kühnlenz. Er lobte die Schul- und Verkehrsbehörde ausdrücklich für die Ausübung ihrer Verkehrssicherungspflicht. „Sie haben sich gute Noten verdient“. Auch den Eltern gilt sein großer Dank, die gemeinsam mit der Schule und der Stadt Sorge für die Sicherheit auf dem Schulweg trugen und tragen.

Nach Angaben des ACE passieren 50 Prozent aller Schulwegunfälle in einem engen Wohnkreisumfeld von nur 500 Metern. Gemeinsam mit Schulbehörden, Eltern, Polizei und Gemeinden sondiert der ACE deshalb landauf landab Möglichkeiten, wie Schulwege sicherer gestaltet werden können. An Schulwegunfällen am meisten beteiligt sind Fahrräder (45,63 Prozent) und Autos (20,35 Prozent). Es folgen Fußgänger (9,66 Prozent) und motorisierte Zweiräder (9,31 Prozent). Die geringste Beteiligung an Schulwegunfällen verzeichnen Schulbusse (4,36 Prozent).

„Uns war daran gelegen, dass wir mit der Aktion „Schulweg-Doktor“ keine Gegnerschaft provozieren, sondern einen praktischen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten“, betonte ACE-Kreisvorsitzender Kühnlenz. Mit der vom ACE initiierten Aktion konnte die Bedeutung sicherer Schulwege einmal mehr herausgestellt werden. „Wir wollen gerade auch für Schulkinder eine humane Verkehrswelt und streben danach, dass Verkehrsopfer der Vergangenheit angehören. Keiner darf umkommen, alle sollen sicher ankommen“, so Werner Kühnlenz, der auch darauf verweist, dass der „Schulweg-Doktor“ auch an weiteren Schulen des Landkreises Rügen tätig werden wird.

Blaue Flaggen übergeben

Umwelt-Auszeichnungen für sechs Strände auf Rügen

Ostseebad Sellin/Rügen (gü). Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) konnte dieser Tage fünf Blaue Flaggen überreichen. Im Rahmen einer Feierstunde im „Cliff-Hotel Rügen“ konnte die Ministerin die begehrten Umwelt-Auszeichnungen für beste Strände an Vertreter der Ostseebäder Baabe, Binz, Göhren, Sellin und Dranske übergeben. Seit 1987 werden die Blauen Flaggen als internationales Umweltsymbol für die Kriterien Wasserqualität, Umweltkommunikation, Umweltmanagement sowie Strand-Service und Sicherheit an Badestellen und Sportboothäfen in ganz Europa verliehen. Sie gilt jeweils für eine Saison und wird durch die Deutsche Gesellschaft zur Umwelterziehung e.V. vergeben. Schwesig, die als Ministerin für die Überprüfung der Badewasserqualität zuständig ist, würdigte das Engagement der Rügener Orte für die Umwelt. „Die schönen Strände und das Bemühen der Verantwortlichen, alles für den Gesundheits- und Umweltschutz zu tun, hat sich gelohnt. Die Blaue Flagge zeigt, dass dieser Einsatz auch anerkannt wird.“

Bäderverkaufsverordnung

Wirtschaftsministerium legt fristwahrend Rechtsmittel ein

Schwerin (DR). Rechtsmittel gegen das Urteil zur Kippung der Bäderregelung! Mit dem Urteil vom 7. April 2010 hat das Oberverwaltungsgericht Greifwald die Bäderverkaufsverordnung für unwirksam erklärt.

Nach Prüfung der schriftlichen Urteilsgründe hat das Wirtschaftsministerium unter Minister Jürgen Seidel (CDU) nunmehr entschieden, fristwahrend bis zum 11. Juni 2010 Rechtsmittel einzulegen, wie ein Sprecher des Ministeriums in der letzten Woche erklärte. Die Bäderverkaufsverordnung wirkt über den 11. Juni 2010 vorerst noch fort, bis das Urteil des OVG Rechtskraft erlangt hat bzw. bis eine neue Bäderverkaufsverordnung erlassen worden ist.

„Das Wirtschaftsministerium befindet sich gegenwärtig auch mit den Klägern in einem konstruktiven Dialog. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die gemeinsam getragen wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel dazu abschließend.

In diesem Zusammenhang erhielten wir ein Statement von Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs) und Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Pommersche Evangelische Kirche) zur aktuellen Entwicklung beim Thema Bäderverkaufsverordnung: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass sich die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern entschlossen hat, gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald vom 7. April 2010 zum Normenkontrollverfahren gegen die Bäderverkaufsverordnung entsprechende Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht einzulegen. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs und die Pommersche Evangelische Kirche gehen weiterhin davon aus, dass das Wirtschaftsministerium des Landes M-V zeitnah eine neue Bäderverkaufsverordnung erlassen wird, die dem Grundgesetz, der Landesverfassung und dem Ladenöffnungsgesetz entspricht und so Rechtssicherheit für alle Beteiligten schafft. Einer dem Recht entsprechenden Bäderverkaufsverordnung, die den Sonntagseinkauf maßvoll regelt, werden sich die beiden evangelischen Kirchen in M-V auch in Zukunft nicht verschließen.“ Auch Schwester Cornelia Bührle, die Ständige Beauftragte der Erzbischöfe von Berlin und Hamburg, äußert sich zur aktuellen Situation: „Das überrascht mich nicht. Fairerweise war ich vorab informiert worden. Die Beweggründe des Ministers sind politisch nachvollziehbar. Der Minister muss jetzt erst einmal Zeit gewinnen für die Erarbeitung einer neuen Bäderverkaufsverordnung, die sich ja in den Grenzen der Rechtsprechung bewegen muss. In juristischer Hinsicht darf man gespannt sein, wann und wie das Bundesverwaltungsgericht entscheiden wird.“

Blue Wave Festival Rügen 2010

Das Ostseebad Binz auf den Spuren des Mississippi-Blues

Ostseebad Binz (DR). Am 17. Juni fällt der Startschuss für das viertägige Blue Wave Festival auf Rügen im Ostseebad Binz. Der legendäre Mississippi-Blues steht im Mittelpunkt des Festivals. Hootin‘ The Blues, die Gewinner der German Blues und Baltic Blues Challenge, bilden den Auftakt im Restaurant Rasender Roland. Ab dem 18. Juni verwandelt sich der Kurplatz von Binz drei Tage lang in eine Blues-Arena mit internationalen Bluesformationen.

Blues-Größen wie Big Daddy Wilson, Boo Boo Davis Keith Dunn sowie Festivalleiter Michael Maass mit seiner Band, den Crazy Hambones, stehen auf der Bühne. Zum Festivalfinale am 20. Juni im Kurhaus-Saal Binz treten Louisiana Red und eine einmalige Allstar-Band an. Zu den Besonderheiten des Blue Wave Festivals zählt die Straßenparade zwischen Schmachter See und Seebrücke mit der Straßenkapelle Top Dog Brass Band, die Binz einen Nachmittag lang in ein „New Orleans an der Ostsee“ verwandelt. Die Schmachter-See-Promenade ist erstmalig Schauplatz für Blues & BBQ mit Schwertfisch und Sonnenuntergang. Zeitgleich sind auf der Blues-Meile Binz vom Schmachter See über die Hauptstraße bis zur Seebrücke Bluesbands live zu erleben. Zahlreiche Hotel- und Gastronomiebetriebe haben eigene Bluesclubs mit Bandauftritten angekündigt. Darunter die Villa Salve, die den Festival-Charakter mit nächtlichen Musikertreffs unterstreicht.

Das Blue Wave Festival auf Rügen findet vom 17. Juni bis zum 20. Juni in den Ostseebädern Binz und Sellin sowie am Kap Arkona statt. Zudem gibt es im Ostseebad Göhren seit dem 14. Juni im Rahmen des Blue Wave Camp einen fünftägigen Workshop für Musiker, Musikliebhaber und Fans. Infos: www.bluewave.de.

Königlicher Besuch

Norwegisches Kronprinzenpaar auf Rügen

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Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte das Norwegische Kronprinzenpaar die Binzer Seebrücke. Foto: Pfaffe

Rügen (apf). Kronprinz Haakon von Norwegen und Kronprinzessin Mette-Marit waren auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals gemeinsam zu Gast in Deutschland. Die Bundeskanzlerin empfing das Kronprinzenpaar in Stralsund und begleitete es. Zum Besuchsprogramm gehörte eine Besichtigung der Stralsunder Nikolaikirche, Besuch der Binzer Seebrücke und eine Schifffahrt zu Kreidefelsen und Königsstuhl. Überall wurde das Paar durch tausende Zuschauer herzlich in Empfang genommen.

Vorschulgruppe hat es erkannt: „Hauen ist doof!“

Erfolgreiches Projekt der Rügener Kontakt- und Beratungsstelle für Opfer häuslicher Gewalt mit Kita „Löwenzahn“

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Ein freundliches Team: Die Vorschulgruppe der Kita „Löwenzahn“ Gingst mit ihren Erzieherinnen Ela und Karin setzt auf Verständnis füreinander statt Streit. Foto: Pfaffe

„Die Entscheidung, ein Gewaltpräventionsprojekt in der Vorschulgruppe zu gestalten, ging von der Einrichtung aus. Wut, Ärger und Streit gehören zum kindlichen Alltag. Konflikte entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen - Streit um Spielzeug, Wut, weil etwas kaputt ging und anderes mehr“, so Marianne Wallis von der KBST. Und die Leiterin der Beratungsstelle, Petra Jans, fügt dem hinzu: „Konflikte zu lösen setzt voraus, dass die Beteiligten über Kompetenzen verfügen, die es ermöglichen, sich miteinander auseinander zu setzen. Aushalten und Durchstehen eines Streits kann ein Kind nur lernen, wenn ihm positive Möglichkeiten geboten werden. Um einen Konflikt möglichst gewaltfrei zu lösen, braucht ein Kind Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen, Sprachkompetenz und ein bestimmtes Maß an Sozialkompetenzen.“

Also hat man sich zusammen gesetzt und einen Plan gemacht, im Ergebnis dessen alle am Thema Beteiligten einbezogen wurden: Eltern, Kinder und die Erzieherinnen der Kita. Für die Erzieherinnen wurden Seminare durch die KBST veranstaltet, wo es um Themen wie häusliche Gewalt und den Zusammenhang zur Arbeit in der Kita ging und auch darum, wie man entstehende Konflikte frühzeitig erkennen und eindämmen kann. Mit den Eltern wurde das Thema „Umgang mit Wut“ erschlossen. Auch für viele Eltern war es neu, Wut nicht „als böse“ abzutun, sondern zu erfahren, dass Wut ein Grundgefühl des Menschen ist, genauso wie Freude, Angst und Trauer. Kinder müssen schon frühzeitig lernen, mit Wut umzugehen. Dazu brauchen sie konkrete Anleitung durch die Erwachsenen.

Die theoretischen Kenntnisse und Anregungen , die durch Frau Jans und Frau Wallis vermittelt wurden, konnten von den Erzieherinnen Ela Hauschild und Karin Wilde in der Vorschulgruppe gemeinsam mit den Kindern auf spielerische Art umgesetzt werden“, so Maike Müller, Leiterin der Kita. Die Kinder erarbeiteten mit den Erzieherinnen Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung und machten die Erfahrung, dass die Konfliktlösung weiter bringt als einfache Schuldzuweisung. Ein „Brülleimer“ hat die bösen Worte verschluckt, „denn Schimpfwörter brennen wie Feuer im Herz“, sagen die Kinder selbst. Mit Zornsteinen oder Kissen-Boxen lernten sie, ihre Wut abzubauen und beim Bataka-Kampf, wurden aus Kampfhähnen lachende Kinder. Um sich das Thema vom Grunde auf zu erschließen wurde gemalt und gebastelt, gesungen und geredet. Geschichten, wie z.B. „Der Wutwurm“, oder „Die Meckeroma“ sprachen die Kinder besonders an. So wuchs das Selbstwertgefühl eines jeden Vorschülers und auch die gegenseitige Ansprache und Rollenspiele führten dazu, dass böse Worte, Streit oder auch Gewalt mittlerweile so gut wie Fremdwörter in der Gruppe sind.

Eine ganz wichtige Rolle hatdafür auch der Friedensteppich gespielt. Er ist eine Möglichkeit der Konfliktlösung für Kinder. Die Erzieherin übernimmt die vermittelnde Rolle. Der Teppich hat eine Symbolfunktion für die Kinder. Er kann z. B. aus sechs quadratischen Schaumstofffliesen, von denen je zwei dieselbe Farbe haben bestehen. Die beiden streitenden Kinder stehen sich auf dem Friedensteppich gegenüber und werden von der Erzieherin angeregt, über ihren Streit zu reden, ihren Gefühlen nachzuspüren und auch diese zu benennen.

Beide Kinder werden jetzt gefragt, was sie nun tun wollen. Wenn sie zu einer Lösung kommen, gehen sie auf dem Teppich weiter aufeinander zu und fassen sich z. B. an den Händen. Die Kinder werden nicht zur Lösung gedrängt. Können sie sich nicht einigen, treffen sie sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf dem Friedensteppich. Die Leiterin der Kita, Maike Müller, betonte nochmal, dass durch die Anleitung der beiden Mitarbeiterinnen der KBST und die engagierte Arbeit der Erzieherin Ela Hauschild die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung einen enormen Sprung gemacht haben.

Ziel ist es, die Erfahrungen dieses Projektes auch weiterh in die tägliche Arbeit in allen Gruppen einfließen zu lassen.

1. Fachtag für HorterzieherInnen in M-V

Freie Schule Rügen war Gastgeber - Dreschvitzer Erklärung unterzeichnet

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Die „Dreschvitzer Erklärung“ wurde von den Teilnehmern unterzeichnet und geht an den Bildungsminister. Foto: Pfaffe

Rügen (apf). Am vergangenen Samstag waren rund 100 HorterzieherInnen unterschiedlicher Träger aus ganz Mecklenburg-Vorpommern an die Freie Schule Rügen in Dreschvitz gekommen, um beim 1. Fachtag für HorterzieherInnen zu ergründen, was innerhalb Ihrer Hortarbeit gut läuft, was schwierig ist und welche konkreten Tipps für Ihre tägliche Arbeit sich daraus ergeben. Dieser Tag lebte vom intensiven Austausch zwischen den anwesenden HorterzieherInnen, denen es so möglich wurde, einmal mehr über den Tellerrand der eigenen Einrichtung zu blicken und festzustellen, welche Probleme gemeinsam zu bewältigen sind. Denn viel zu häufig wird die Hortarbeit stiefmütterlich behandelt. Dagegen wollte man antreten. „Wir haben uns für den 1. Hortfachtag als Veranstaltungsort die Freie Schule Rügen ausgesucht, weil hier eine Hortarbeit geleistet wird, die für ErzieherInnen anderer Einrichtungen ein hilfreiches Beispiel sein kann“, so das Organisatorentrio. Das bestand aus Ute Bendt, Claudia Erler und Leiv Riegenring. Ute Bendt ist pädagogische Fachberaterin und selbständige Dozentin. Sie war fünf Jahre lang Leiterin einer Reggio-Kindertagesstätte. Claudia Erler ist Kommunikationswissenschaftlerin und arbeitet als Texterin, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und als Dozentin. Leiv Riegenring arbeitet als Hortleiter in der Freien Schule Rügen. Er ist staatlich anerkannter Erzieher mit der Zusatzqualifikation Montessori/Reichen.

Am Anfang der „Zukunftswerkstatt“ stand die Diskussion über die gegenwärtige Situation der Hortarbeit. Dabei wurde im ersten Schritt zusammen getragen, was in der Hortarbeit schwierig ist. Im zweiten Schritt formulieren die TeilnehmerInnen Wünsche und im dritten Teil erarbeiten kleinere Gruppen unter Anleitung in Workshops konkrete Lösungsvorschläge, die dann gemeinsam ausgewertet wurden. Im Ergebnis wurde am Ende der siebenstündigen Veranstaltung die „Dreschvitzer Erklärung“ an das Bildungsministerium verabschiedet, die folgenden Wortlaut hat:

„Wir möchten, dass die Hausaufgaben abgeschafft werden, um dem KiföG entsprechend gute pädagogische Arbeit leisten zu können. Außerdem ist es aus unserer Sicht notwendig, den Personalschlüssel auf 1:15 festzulegen.“

Störtebeker Festspiele 2010 starten kommende Woche

Störtebekers Gold „Der Fluch der Mauren“ hat bereits 190.000 Karten verkauft

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Auch in diesem Jahr verliert Klaus Störtebeker (Sascha Gluth) sein Herz - an Maria (Claudia Gaebel). Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Die diesjährige Saison der Störtebeker Festspiele, dem wohl größte Open-Air Theater in Europa, steht in den Startlöchern. Am Samstag, 19. Juni, wird ab 20 Uhr die Premiere des zweiten Teils der Trilogie Störtebekers Gold, „Der Fluch des Mauren“, sicher für eine voll besetzte Naturbühne am Großen Jasmunder Bodden sorgen. „Vor 18 Jahren feierten wir hier unsere erste Premiere. Mit dem Stück „Wie einer Pirat wird“ kam nach 12 Jahren Dornröschenschlaf nach den Rügenfestspielen 1959 bis 61 und 1980/81 wieder Leben auf die Naturbühne Ralswiek“, blickt Intendant Peter Hick zurück. Seitdem wurde viel gearbeitet und investiert. Jede Spielzeit war und ist eine neue Herausforderung, denn oberste Priorität hat das Ziel, den Zuschauern anspruchsvolles Theater und erstklassige Bedingungen auf hohem Niveau zu bieten. „Unser diesjähriges Stück spielt 1396 in Granada und Genua“, erklärt der Autor der Legenden um Klaus Störtebeker und Regisseur Holger Mahlich.

Störtebeker, der berühmte Pirat der Ost- und der Nordsee, nun im Mittelmeer? „So unwahrscheinlich es auch klingt, es wäre möglich gewesen. Im ausgehenden 14. Jahrhundert gab es einen florierenden Handel zwischen Nordeuropa und den Mittelmeerstaaten. Die Handelsschiffe fuhren küstennah, von London nach Venedig oder zum Beispiel von Genua nach Brügge. Da wir wissen, dass die Vitalienbrüder auf jeden Fall bis Calais vorgedrungen sind, wäre es durchaus denkbar, dass sie den Handelsschiffen folgend, auch in das Mittelmeer segelten. Auf jeden Fall sind sie zwischen 1395 und 1397 weder in der Ost- noch in der Nordsee nachweisbar“, so Holger Mahlich.

Wie immer dem auch sei - die Störtebeker Festspiele 2010 werden Sie in eine ferne Zeit entführen, die in der heutigen durchaus Parallelen findet. Und wie immer wird am Ende der Vorstellung ein megagroßes Höhenfeuerwerk die Zuschauer verabschieden - bis zum nächsten Mal.

OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer wird Sie in den kommenden Wochen weiter zu den Festspielen informieren.

Karten für die Störtebeker Festspiele vom 19. Juni bis 4. September, täglich außer am Sonntag, erhalten Sie unter der Ticket-Hotline (03838) 31100, Fax (03838) 313192, an den Kassen auf dem Festspielgelände oder im Internet unter www.stoertebeker.de.

Rügen: Klagebefugnis beschlossen

Mehrheit des Kreistages weiter gegen Kreisgebietsreform

Bergen auf Rügen (gü). Was nutzt dieser Beschluss? Der Kreistag hat sich während seiner letzten Sitzung mehrheitlich für einen von der Verwaltungsspitze unter Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) eingebrachten Beschluss im Zusammenhang mit der geplanten Kreisgebietsreform ausgesprochen. Hierbei geht es um die Beauftragung eines Fachanwalts mit der Prozessvertretung des Landkreises Rügen vor dem Landesverfassungsgericht M-V gegen die geplante Landkreisneuordnung aufgrund des Kreisstrukturgesetzes und Aufgabenzuordnungsgesetzes. Der Beschlussvorschlag wurde nach Aufruf in der Tagesordnung mit keiner Silbe seitens der politischen Verantwortungsträger diskutiert und augenscheinlich „durchgewunken“. Mit dem Beschluss sind 20.000 Euro Gesamtkosten verbunden, die im Haushalt geordnet werden.

Mit dem Beschluss folgt eine Mehrheit des Kreistages der Auffassung von Landrätin Kassner, nach Beschlussfassung durch den Landtag Klage gegen die neuen Gesetze im Zusammenhang mit der Kreisgebietsreform zu erheben. Kassner will die Eigenständigkeit des Landkreises Rügen erhalten – koste es, was es wolle. Doch hat die Beauftragung überhaupt Aussicht auf Erfolg, statt bis zum Landtagsbeschluss die Sachlage prüfen zu lassen?

In der vergangenen Woche haben die Mitglieder des Finanzausschusses des Landtages dem Kreisstrukturgesetz und dem Aufgabenzuordnungsgesetz zugestimmt. Damit haben die im Land umstrittenen Gesetze eine weitere Hürde auf dem Verfahrensweg genommen. Nunmehr werden sich die Mitglieder des Innenausschusses des Landtages am 17. Juni mit den Gesetzen befassen. Erwartet wird, dass die Gesetze zur zweiten Lesung in den Landtag überwiesen werden. Dort sollen die Gesetze dann vor der Sommerpause beschlossen werden. Die Große Koalition aus SPD und CDU will mit dem Projekt die Weichen stellen für eine Neuordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und millionenschwere Einsparungen erreichen.

Das Gesetz soll 2011 in Kraft Treten, dann stehen nicht nur Landtagswahlen sondern auch Kommunalwahlen an, bei denen die Kreistage der neuen Landkreise gewählt werden sollen.

Aus 8.000 Tonnen Sand gebaut

Störtebekers Seeschlachten in XXL – ab 13. Juni im Jasmar RESORT Rügen

Neddesitz (DR). Am kommenden Sonntag, 13. Juni, kehrt der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker mit seinen Mannen zurück auf die Insel Rügen – allerdings aus Sand gebaut: riesige Seeschlachten, monumentale Piraten-Portraits, wuchtige Kanonen, Schatzkisten und Freibeuter-Abenteuer im XXL-Format. Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern, 3.500 davon überdacht, wird das weltweit größte Indoor-Event des Jahres entstehen. immerhin 55 der weltbesten Sand-Künstler aus China, Russland, Hawaii, Kanada und England treffen sich im Jasmar RESORT RÜGEN, um mehr als 8.000 Tonnen Sand in ein gigantisches Störtebeker-Panorama zu verwandeln: Mit Kettensägen, Skalpellen und feinsten Pinseln rücken sie den Bergen aus extra scharfkörnigem Flusssand zu Leibe, der eigens aus der Maas-Region in Holland nach Rügen verschifft wurde. „Wir schaffen eine Sehenswürdigkeit der Superlative, von der die gesamte Region profitieren wird“, sagt Werner Kutter, Geschäftsführer des Jasmar RESORT Rügen. Allein der Spezialsand und die Herstellung des Skulpturenparks werden über 1,5 Millionen Euro kosten. Die Sandskulpturenausstellung ist vom 13. Juni bis 26. September 2010 zu sehen (kostenpflichtig). Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr.

Endgültige Entscheidung fällt Donnerstag

Einigkeit bei der Wahl des Gemeindewehrführers für Freiwillige Feuerwehr

Ostseebad Binz (chn). Man ist sich wieder einig! Die erste Hürde von der Pflichtfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr ist genommen. Nun wartet man auf das Ja der Gemeindevertretung am morgigen Donnerstag. Aufgrund einer Eilentscheidung des Bürgermeisters Horst Schaumann (parteilos) im August 2009, die damals die Gemeindevertretung bestätigte, wurde die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst. Den abwehrenden Brandschutz und die technische Hilfeleistung für das Ostseebad Binz sicherten damals bis zur Bildung der Pflichtfeuerwehr die benachbarten Feuerwehren.

Einen Monat später hatte die Gemeinde eine Pflichtfeuerwehr, bestehend aus 17 Kameraden. Pünktlich um 19 Uhr des 15. September 2009 hatte Kreiswehrführer Daniel Hartlieb damals die Pflichtfeuerwehr in der Leitstelle des Landkreises einsatzbereit angemeldet. Nach einem dreiviertel Jahr ist man sich nun einig, dass der Weg frei ist, um wieder eine Freiwillige Feuerwehr zu bilden. Am letzten Sonnabend traf man sich zur Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des Gemeindewehrführers und seines Stellvertreters. Sven Schäfer (33) erhielt in geheimer Wahl alle Stimmen und muss nun noch durch die Gemeindevertretung als Wehrführer bestätigt werden. Ihm zur Seite steht Manfred Welk als Stellvertreter.

Weiterhin standen die Wahl des ersten und zweiten Gruppenführers sowie Geräte- und Jugendwartes auf der Tagesordnung. Manfred Welk wird vorerst eine Doppelfunktion übernehmen. Er wird sich um die Jugendfeuerwehr kümmern. Immerhin sind 17 Mädchen und Jungen in der Feuerwehr des Ostseebades Binz organisiert. Als erster Gruppenführer wurde Remo Schediwie und als zweiter Gruppenführer Ronny Netzler durch die Mitglieder der Feuerwehr gewählt. Heiko Schlutt ist neuer Gerätewart. Bürgermeister Horst Schaumann lobte die Zusammenarbeit im vergangenen dreiviertel Jahr: „Ich sehe, dass alle Kameraden ein eingeschworenes Team sind. Die Wahl hat mich überhaupt nicht überrascht. Sven Schäfer hat als Wehrführer der Pflichtfeuerwehr gute Arbeit geleistet und ich bin stolz auf alle Kameraden“, sagte das Gemeindeoberhaupt nach der Wahl. „Ich habe die Hoffnung, dass sich noch mehr Einwohner in der Feuerwehr engagieren, damit wir wieder eine Stützpunktfeuerwehr werden“, unterstrich er weiter.

Hierbei kann ihm Sven Schäfer nur zustimmen: „Wir sind ein junges Team. Derzeit haben wir 17 Aktive und sind eine Feuerwehr mit Grundausstattung. Unser Ziel ist es, die Mitgliederzahl auf mindestens 26 Aktive zu erhöhen, um Stützpunktfeuerwehr zu werden“, sagte er gegenüber dem OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer abschließend.

Alles „Bettensteuer“, oder was?

Tourismusausschuss kritisiert Vorgehensweise des TVR

Ostseebad Binz (gü). „Tourismus ist ein hartes Geschäft! Noch mehr Belastungen gehen nicht!“ Klare Worte am Montagabend bei der Sitzung des Betriebsausschusses der Kurverwaltung. Thema des Abends war die so genannte „Bettensteuer“, die vom Vorstand des Tourismusverbandes (TVR) ins Spiel gebrachte Tourismusförderabgabe (siehe letzte Ausgabe). Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder kritisierte scharf die Pläne des TVR mit Blick auf die angekündigten einseitigen Belastungen bei Hoteliers und Vermietern. Ausschussmitglied und Gemeindevertreter Bernd Richter (WfB): „Der Tourismusverband hat sich hier weit aus dem Fenster gelehnt. Der Grundgedanke ist sicher nicht abwegig, aber hier fehlt ein klares Konzept“, so seine Auffassung, die viele der am Tisch sitzenden Ausschussmitglieder teilten.

Richter unterstrich weiter, dass sich der Ausschuss in den letzten vier, fünf Monaten mit der Änderung der Fremdenverkehrsabgabe beschäftigt habe. „Wenn wir gewusst hätten, was der Vorstand plant, hätten wir gleich von Anfang an anders über eine Änderung der Satzung diskutieren können“, so sein Fazit.

Ausschussvorsitzender Harald Schewe (CDU) brachte den Solidargedanken in die Diskussion ein und betonte, dass es nun an der Zeit sei, dieses Thema nüchtern und sachlich in den vorhandenen Gremien zu besprechen. Dem pflichtete auch Baabes Bürgermeister Dieter Mathis (CDU) bei, der als Gast der Sitzung die Sicht der Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz darstellte. Mathis betonte, dass die Einführung einer Tourismusförderabgabe im Kerngedanken richtig ist, um einen flächendeckenden ÖPNV zu organisieren. Allerdings nicht komplett kostenfrei, sondern bedarfsorientiert kalkuliert für den Gast. „Wenn wir es schaffen, durch attraktive Angebote zwischen 50 und 65 Prozent unserer Gäste zu überzeugen, auf öffentliche Verkehre umzusteigen, dann haben wir etwas gekonnt“, so seine Einschätzung mit Blick auf den steigenden Individualverkehr.

Bernd Richter regte zudem an, dass bei dem jetzt dringend gebotenen Prozess der Beteiligung von Gemeinden, Verbänden und Regionen auch daran zu denken sei, die Mittel einer Tourismusförderabgabe für verkehrliche Knackpunkte einzusetzen. Er nannte dabei das Beispiel Königsstuhl. „Hier zahlt der Gast den Parkplatz, dann die Busfahrt und auch noch Eintritte. Da wird zu oft das Portmonee aufgemacht. Wie wäre es mit einem Kombiticket?“, so seine Frage. Die Debatten werden weiter gehen . . .

Zur Tourismusförderabgabe

Von Karin Breitenfeldt, Fraktionsvize der Linken im Kreistag

Ein wenig mutet es wie die Flucht nach vorn an. Tourismus-Chef Wuitschiks Vorschlag einer „Bettensteuer“ schlägt von der Öffentlichkeit unerwartet in die Hoffnung auf den Gästeansturm ein. Trotz Steuersenkung in der Hotellerie ist die Stimmung in der Tourismusbranche angesichts sinkender Gästezahlen angespannt. Allein dem Winter dafür Schuld anzulasten, greift allerdings zu kurz. Das tunlichst vermiedene Wort Krise bedroht auch das Sommergeschäft. Wer beständig nur auf Kapazitätszuwächse und Billiglöhne setzt, muss sich der Logik zufolge auf Dauer selbst das Wasser abgraben, macht Urlaub zum Sparpotenzial. Aber gerade deshalb ist die nun begonnene Diskussion ein erster Schritt in eine neue Richtung – die Suche nach übergreifenden Lösungen für Probleme, die auch das reichste Ostseebad nicht mehr allein bewältigen kann.

Der Charme liegt allerdings in dem Potenzial an Attraktivitätszuwachs für den Gast – ein die Insel überziehendes Rad- und Wanderwegenetz, gepflegte Strände, kostenfreier öffentlicher Personennahverkehr... Man liegt im Trend mit gesunden und auf die Umwelt bedachten Angeboten, beugt dem (Verkehrs-) Kollaps Rügens vor und zugleich ist dem Gast mit „großer Kohle“die Fahrt mit eigener Karosse keineswegs verwährt. Hinter dem Euro stünde eine konkrete Leistung, was bei dem ungeliebten Wort Steuer allerdings nicht immer nachvollziehbar scheinen will. Aber darum geht es, wie lässt sich ein solches Vorhaben technisch, bürokratisch vollziehen und vor allem demokratisch legitimieren? Ohne Transparenz kein Vertrauen. Erfolg wird nur haben, wer Rügens Entwicklung nicht als reine Angelegenheit der Wirtschaft betrachtet, sondern die Einwohner mit ins Boot holt, egal ob es der kleine Privatvermieter ist oder die Oma die auf günstigere Busfahrkarten hofft.

eine anderer Punkt ist auf die Füße zu stellen: die Suche nach inselweiten Lösungen ist kein Notnagel für den Fall das der Insellandkreis nicht zu halten ist, sondern der Beweis dafür, wie sehr wie dieses Instrument der demokratischen Selbstbestimmung zur Lösung unserer ureigensten Lebensinteressen benötigen.

Neues Layout für Rügen Katalog

Tourismuszentrale Rügen informiert

Bergen auf Rügen (DR). Rügens umfassendstes Werbemedium bekommt ein Facelift: Der Rügenkatalog für 2011 entsteht erstmals mit Hilfe einer elektronischen Datenbank und erhält im Zuge dessen ein zeitgemäßes Layout, das die einzelnen Angebote übersichtlicher und besser vergleichbar machen soll, so die Tourismuszentrale Rügen (TZR). Alle Informationen zu Ausstattung, Lage, Preis und Serviceangeboten präsentieren sich dem Leser künftig auf einen Blick; die Trennung zwischen Bildanzeige und Tabelleneintrag und das damit verbundene Vor- und Zurückblättern entfallen.  Auch den Inserenten verspricht die TZR spürbare Vorteile: So ließen sich aus wenigen Informationen deutlich schneller professionell gestaltete Anzeigen erstellen; das vormals aufwändige Setzen werde deutlich vereinfacht, Korrekturen und Änderungen seien wesentlich schneller umsetzbar. Inserenten des Kataloges 2010 erhalten mit den Auftragsunterlagen bereits ihre in das neue Layout konvertierte Anzeige zur Bestätigung oder Aktualisierung, wie es seitens der TZR heißt. 

Da das Internet bei der Urlaubsplanung zunehmend an Bedeutung gewinnt, wird der Rügenkatalog zusätzlich als Online-Blätterkatalog erscheinen. Katalog-Inserenten erhalten außerdem Sonderkonditionen für verschiedene Dienstleistungen auf der www.ruegen.de. Details sind den Auftragsformularen zu entnehmen, die ab 10. Juni verschickt werden.  Der Rügenkatalog erscheint mittlerweile zum 21. Mal und gehört zusammen mit dem Internet nach wie vor zu den wichtigsten Werbemitteln für Rügens Tourismuswirtschaft. Vertrieben wird er ganzjährig per Postversand, auf Messen, Roadshows und bei Promotionaktionen. Für Fragen steht Klaus Grünewald unter (03838) 807750 zur Verfügung, wie es abschließend dazu heißt.

Die Polizei Stralsund warnt

Krimineller Warenbetrug im Internet

Insel Rügen (DR). Seit Ende Mai 2010 ist im Internet eine Seite unter dem Domainnamen "gold-barren-silber.com und einer Anschrift in einem Dorf auf der Insel Rügen geschaltet. Die kriminellen Betreiber bieten Gold und Silber weit unter dem Marktpreis und nur gegen Vorkasse an. Die Ware wird nicht geliefert. Nach einiger Zeit wird der Name des Shops und das Dessin leicht geändert und erscheint unter derselben IP-Adresse erneut im Netz.

Bisher sind 16 solcher gefakten Seiten festgestellt worden:

a.. www.gold-barren-silber.com b.. www.gold-handel24.com c.. www.gold-versandhandel.com d.. www.gold-haus.com e.. www.gold-kaufen.com f.. www.gold-onlineshop.com g.. www.gold-erwerben.com h.. www.gold-sicher-kaufen.com i.. www.gold-see.com j.. www.gold-zeit.com k.. www.gold-direkt.com l.. www.golddirekthandel.com m.. www.gold-tuerkei.com n.. www.gold-experte.com o.. www.welt-gold.com p.. www.gold-anonym-kaufen.com

Die Web-Seite ist unter einer Anschrift in Russland angemeldet und wird auf den Seychellen gehostet. Jeder potentieller Kunde sollte bereits von sich aus misstrauisch werden, wenn Gold und Silber in der heutigen Zeit weit unter dem Marktpreis angeboten werden.Da der Onlineshop auf Rügen nicht existent ist, ergibt sich keine Zuständigkeit für die hiesige Polizei. Betrugsopfer müssen sich mit ihren Anzeigen an die heimischen Behörden wenden.

Sassnitz: Gymnasien: Projekt „100 Jahre Königslinie“

Die Eisenbahnfährschiffe der Linie Sassnitz-Trelleborg im humanitären Einsatz

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Friederike Remus (li) und Anne-Greeth Knuth (re.) aus der 12. Klasse des E-M-A-Gymnasium mit Hans-Dietmar Hoffmüller bei der Präsentation des Ergebnisses der Projektarbeit im Sassnitzer Glasbahnhof. Foto: Pfaffe

Sassnitz/Trelleborg (apf). Es ist geschafft: Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bergen und aus dem Söderslätts-Gymnasium Trelleborg (Schweden) haben im Umfeld des 100. Jahrestages der Königslinie, der im vergangenen Sommer dies- und jenseits der Ostsee gefeiert wurde, geforscht und einen bisher nur oberflächlich recherchierten Teil dieser Geschichte aufgearbeitet. In einem Projekt im Lokalen Aktionsplan der Stadt Sassnitz, welches im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ finanziert wurde, haben sie sich dem Thema „Die Eisenbahnfährschiffe der Linie Sassnitz-Trelleborg im humanitären Einsatz während der Weltkriege“ gestellt. Während gegenseitiger Besuche in Trelleborg und auf Rügen haben die rund 80 Gymnasiasten nicht nur eine erste tiefgreifende Begegnung zu den Geschehnissen der beiden Weltkriege erfahren, sondern für eine friedliche Zukunft neue Freundschaften über die Ostsee geknüpft.

Am 22. Mai wurde nun im „Glasbahnhof“ im Sassnitzer Stadthafen, in welchem auch weiter die Ausstellung des Vereines „100 Jahre Königslinie e.V.“ zum Jubiläum zu sehen ist, eine Broschüre vorgestellt, die auf 118 Seiten eine Vielzahl von Episoden in Wort und Bild aufgreift, welche die Eisenbahnfährschiffe der Linie Sassnitz-Trelleborg im humanitären Einsatz während der beiden Weltkriege darstellen.

Dabei geht es einerseits um den Kriegsinvalidenaustausch 1915-1918 über die Fährlinie Sassnitz-Trelleborg und andererseits um den deutsch-englischen Kriegsinvaliden- und Gefangenenaustausch 1934- 1944.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das schwedische Kinderhilfsprogramm für Deutschland in den Jahren 1919- 1921.

Hans-Dietmar Hoffmüller, Vorsitzender des Vereines „100 Jahre Königslinie“ e.V. als Projektträger stellte die große Unterstützung des Projektes durch viele Menschen in Deutschland und auch Schweden heraus. „Zum Thema gibt es wohl nichts Vergleichbares, was diesen teil der Geschichte betrifft“, so Hoffmüller, der auch auf die Schwierigkeit bei den Recherchearbeiten aufmerksam machte. Und er blickte in der Partnerschaft voraus: „Nachdem das gemeinsame Projekt abgeschlossen ist, traten die Schweden an uns mit der Frage heran, ob die Zusammenarbeit beider Gymnasien nicht auch weiter bestehen könnte. Wir beabsichtigen nun, mit Beginn des Schuljahres 2010/11 ein neues Projekt zu beginnen“, so Hoffmüller.

Die Broschüre „Die Eisenbahnschiffe der Linie Sassnitz-Trelleborg im humanitären Einsatz während der Weltkriege“ ist für einen Spendenbeitrag in Höhe von 10 Euro beim Verein „100 Jahre Königslinie“ e.V., in der Ausstellung im Sassnitzer Glasbahnhof sowie über die Sassnitzer Rudi Dobbert und Hans-Dietmar Hoffmüller erhältlich.

Bergen auf Rügen: „Netzwerkstelle“ betreibt JOJO

Haus für Jung und Alt für sinvolle Freizeit und Miteinander

Bergen auf Rügen (apf). Nachdem auf der letzten Sitzung der Stadtvertretung am 5. Mai bei drei Enthaltungen der Vertrag und Kostenplan zur Mehrgenerationsbegegnungsstätte in Bergen Süd (JOJO) beschlossen wurde, konnte nun die Vertragsunterzeichnung durch die Partner vollzogen werden.

So trafen sich zu diesem feierlichen Akt am 21. Mai Bürgermeisterin Andrea Köster und die 1. Stadträtin Astrid Schlegel für die Stadt Bergen auf Rügen und Karin Rohde, Vorstandsvorsitzende und Kerstin Ockert, Kassenwart des „Frauen für Frauen Rügen“ e.V. als Rechtsträger der Netzwerkstelle Rügen „Frauen und me(e)hr“.

Die Stadt Bergen auf Rügen beauftragt die Netzwerkstelle, zu der neben dem „Frauen für Frauen Rügen“ e.V. auch der Demokratische Frauenbund, Landesverband M-V e.V zählt, die Mehrgenerationsbegegnungsstätte in Bergen Süd zu betreiben und insbesondere die Aufgaben des Hausmanagements, dabei insbesondere die Verwaltung aller der mit dem Haus im Zusammenhang stehenden Obliegen zu realisieren. Der Vertrag trat am Dienstag dieser Woche, 1. Juni, offiziell in Kraft und ist für fünf Jahre festgesetzt mit der Option, dass er sich um weitere fünf Jahre verlängert, falls vom Kündigungsrecht kein Gebrauch gemacht wird.

„Heute können wir die offizielle Entscheidung zur Betreibung des JOJO besiegeln“, so Bürgermeisterin Andrea Köster, die auch zu verstehen gab, dass es immer ihr Wunsch war, dass die Netzwerkstelle den Zuschlag hierfür bekäme, da sie der richtige Partner ist. Insoweit sei dies eine gute Entscheidung für Bergen Süd und die Stadt. „Ich bin überzeugt, dass sich das JOJO nun weiter gut entwickeln wird“, so Köster, „und für die Netzwerkstelle mit ihren Einrichtung ist so ein neues Domizil gefunden, das unbedenklich ist möglichen Entwicklungen am Bahnhof gegenüber.“ Die „Rügener Tafel“ zieht übrigens auch um. Und zwar aus dem Objekt am Bahnhof in den „Sero-Würfel“ in Rotensee. Dann ist das Objekt am Bahnhof komplett frei gezogen.

Karin Rohde bedankte sich für das Vertrauen und versicherte, dass man im gemeinschaftlichen Miteinander die Zielstellung des umfangreichen Konzeptes erfüllen werde. Derzeit sind noch die Handwerker im Objekt beschäftigt und im Juni werde der Einzug vollzogen. Bereits am 18. Juni soll es einen einweihenden „Brunch“ geben und am 2. Juli ist der erste „Tag der offenen Tür“ geplant. Insgesamt werden der Einrichtung vier Mitarbeiter zur Verfügung stehen, doch das Team der neuen Betreiber setzt auch sehr stark darauf, dass sich die Bewohner von Bergen Süd und Bergen aktiv in das Geschehen einbringen. „Wir werden demnächst eine Umfrage starten um zu erfahren, wass sich die künftigen Nutzer unseres Hauses wünschen, was hier passieren soll“, so Karin Rohde. Der Möglichkeiten gibt es da viele ...

Kleine Kinder singen gerne

FELIX für Kita des KJFH Rügen e.V. „Goedeke Micheel“

Bergen auf Rügen (apf). FELIX ist das Qualitätszeichen des Deutschen Chorverbandes, mit dem Kindertagesstätten ausgezeichnet werden, welche in besonderem Maße die musikalische Entwicklung der Drei- bis Sechsjährigen befördern. Der Schwerpunkt wird dabei auf das kindgerechte Singen gesetzt. Das Singen gilt als die erste und einfachste Form der musikalischen Betätigung. Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde und einem emaillierten Schild für die Hauswand des jeweiligen Kindergartens. Sie wird stets auf drei Jahre vergeben, nachdem ehrenamtliche FELIX-Berater in Besuchen und Beratungsgesprächen die Singe- und musikalischen Aktivitäten sowie das musikpädagogische Konzept der Einrichtung kennen gelernt haben.

Bereits im Jahre 2006 hatte die Kita „Goedeke Micheel“ des Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Rügen e.V. in Bergen diesen FELIX erhalten, weil Kita-Leiterin Marianne Sellenthin mit ihrem Team längst erkannt hatten, welches Potential das tägliche gemeinsame Singen und tanzen für die Entwicklung der Kinder birgt. „Es war keine Frage für uns, dass wir uns um die Verlängerung der Auszeichnung bemühen“, so die Leiterin. Schließlich spielt das Singen auch heute noch eine erste Geige in der Einrichtung, wovon nicht nur der „Piraten-Chor“ kündet.

Am Mittwoch letzter Woche konnte sich Karin Maßera, FELIX-Beauftragte des Chorverbandes M-V selbst ein Bild davon machen. Alle Gruppen, von den Kleinsten bis zum Hort, haben ihr Können in einem Programm unter Beweis gestellt. Das war der Beleg für Karin Maßera, dass die Auszeichnung mit dem FELIX zu Recht um weitere drei Jahre verlängert werden kann. Sie überreichte neben der Urkunde auch einen kleinen Plüsch-FELIX, der durch die Kinder mit kräftigen Jubel in Empfang genommen wurde.

Unter dem Hammer?

Auktion der Norddeutsche Grundstücksauktionen AG

Rostock/Rügen (gü). Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG lädt am Sonntag, 13. Juni, wieder zu einer hochkarätigen Auktion mit 80 Immobilien ein. Darunter befinden sich auch reizvolle Liegenschaften auf der Insel Rügen, wie dem aktuellen Katalog des Versteigerungshauses zu entnehmen ist. So werden die Rügener Immobilien zum Ende der um 11 Uhr beginnenden Auktion zum Aufruf kommen. Die Versteigerung findet im „pentahotel Rostock“ (Schwaansche Straße 6) statt. Eröffnet wird der Auktionsreigen mit zwei Wohnhäusern und Nebengebäude in Altefähr (Ortsteil Jarkvitz). Das Grundstück umfasst eine Größe von rund 4.700 Quadratmetern. Zum Aufruf kommen das Gutshaus mit einer Nutzfläche von 380 Quadratmetern sowie ein Wohnhaus mit drei Wohnungen und einer Nutzfläche von 214 Quadratmetern. Das Startgebot liegt bei 4.500 Euro.

Ebenfalls in Jarkvitz befindlich werden anschließend zwei ehemalige Stallgebäude angeboten. Das erste Grundstück misst rund 1.100 Quadratmeter, die Nutzfläche beträgt 636 Quadratmeter. Das erste Gebot ist mit 2.000 Euro taxiert. Das zweite Grundstück ist rund 2.500 Quadratmeter groß, die Nutzfläche ist mit 510 Quadratmetern angegeben. Das Startgebot hier beläuft sich auf 1.500 Euro. Ein teilweise leer stehendes Doppelhaus in Dranske in attraktiver Lage kommt zum Aufruf. Das Grundstück umfasst eine Größe von rund 1.600 Quadratmetern. Die Wohnfläche ist mit 128 Quadratmetern angegeben, je Wohnhälfte 64 Quadratmeter. Eine Hälfte ist vermietet. Hinzu kommen Pachteinnahmen für eine am Haus befindliche Garage. Das erste Gebot sollte bei 80.000 Euro liegen.

Ein ehemaliges Herrenhaus in der Wittower Gemeinde Altenkirchen (Ortsteil Presenske) wird ebenfalls an diesem Sonntag zum Aufruf kommen. Das Grundstück misst rund 5.000 Quadratmeter. In dem Herrenhaus sind vier Wohnungen untergebracht, davon sind drei Einheiten vermietet. Die Nutzfläche beträgt 289 Quadratmeter. Das Startgebot liegt hier bei 11.000 Euro. Ebenfalls in der Gemeinde Altenkirchen (Ortsteil Mattchow) befindet sich ein Mehrfamilienhaus, das zum Aufruf kommen wird. Das Grundstück hat eine Größe von rund 3.000 Quadratmetern. Auch in diesem Haus sind vier Wohnungen mit einer Gesamtnutzfläche von 337 Quadratmetern vorzufinden. Von den Wohnungen sind zwei vermietet. Das erste Gebot liegt bei 5.500 Euro. In der Gemeinde Zirkow befindet sich das nächste Versteigerungsobjekt. Es handelt sich um ein Einfamilienhaus auf einem rund 1.700 Quadratmeter großen Grundstück. Die Wohnfläche beträgt 180 Quadratmeter. Das Startgebot beläuft sich auf 90.000 Euro.

Ein ehemaliges Technikgebäude in der Gemeinde Sagard kommt als vorletztes Objekt des Nachmittags unter den Hammer. Es handelt sich dabei um ein rund 500 Quadratmeter großes Grundstück mit einem Gebäude, das eine Nutzfläche von 153 Quadratmeter bietet. Das Gebäude wird als Endvermittlungsstelle genutzt und ist an die Telekom vermietet. Das Startgebot beläuft sich hier auf 19.000 Euro.

Ein Reihenhaus in Gustow (Ortsteil Prosnitz) komplettiert die aufgerufenen Immobilien. Das Grundstück ist rund 4.700 Quadratmeter groß, die Nutzfläche beträgt 61 Quadratmeter. Das Stargebot liegt hier bei 42.000 Euro.

Urteil im Seebrücken-Streit am 16. Juni

Verhandlung am Landgericht Stralsund brachte Erstaunliches zu Tage

Stralsund/Ostseebad Sellin (gü). Schach matt oder remis? Die Verhandlung am Landgericht Stralsund zur Einstweiligen Verfügung der Gemeinde gegen die Seebrücke Sellin GmbH in der zurückliegenden Woche ist für eine der beiden Seiten nicht gut ausgegangen. Trotzdem die vorsitzende Richterin für den 16. Juni ein Urteil angekündigt hat, wird wahrscheinlich am kommenden Dienstag während der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung dieses Thema den Abend bestimmen, sind sich Beobachter der Verhandlung sicher. Die ebenfalls bei der Verhandlung anwesenden Gemeindevertreter Martin Liedtke, Andreas Käske (beide SWG) und Hans-Joachim Kreß (FDP) machten nach Aussagen eines Medienvertreters keinen guten Eindruck, nachdem die Richterin den Anwalt der Gemeinde in mehreren Punkten Schach matt setzte.

Die Vertreter der Seebrücke Sellin GmbH zeigen sich optimistisch, dass die Argumente der Gemeinde nicht ziehen und keinen Grund für die fristlos ausgesprochene Kündigung rechtfertigen. Nachdem der Betreiber der Seebrücke ein Hausverbot gegen Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) und Kurdirektorin Brigitte Pisch ausgesprochen hatte, versuchte die Gemeinde mit einer einstweiligen Verfügung ihren mittlerweile im Ort heftig umstrittenen Beschluss zur fristlosen Kündigung über das Gericht umzusetzen. Einstweilige Verfügung bedeutet im Juristendeutsch, dass Gefahr in Verzug besteht. Ein Argument, das Birte Löhr von den Hutter-Hotels aus Binz nicht nachvollziehen kann. „Wir haben eine gültigen Pachtvertrag und wollen die Seebrücke im Sinne des Gastes niveauvoll betreiben. Warum sollen wir uns dann aus dem Staub machen?“, fragt sie sich . . .

Eine Insel, ein Kurbereich, eine Kurkarte!

TVR-Vorstands-Chef Thomas Wuitschik stellte sich dem Wirtstammtisch zur "Bettensteuer"

Bergen auf Rügen (gü). Zahlen alle, zahlen auch die Hoteliers! Trotz heftiger Gegenwehr gegen die vom Tourismusverband Rügen (TVR) geplante Tourismusförderabgabe für Hotels beim DeHoGa-Wirtestammtisch kamen nach dieser Zusammenfassung seitens des TVR-Vorstands Thomas Wuitschik keine Gegenreden mehr auf. Wuitschik stellte sich am Montag dieser Woche einer Anzahl von Hoteliers und Gastronomen, die das Reizthema „Bettensteuer“ geklärt wissen wollten.

Die öffentliche Debatte brach vor gut zehn Tagen auf Rügen aus, als die Pläne des TVR bekannt geworden waren. Mittlerweile gipfelt der Streit sogar in einer Rücktrittsforderung seitens des Fremdenverkehrsvereins Binz gegen Wuitschik, wie die regionale Tageszeitung am Montag dieser Woche berichtete. Der TVR-Vorstandsvorsitzende nutzte während des Wirtestammtischs des Regionalverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Rügen die Gelegenheit, um die Chronologie des Zustandekommens der vom TVR angedachten Tourismusförderabgabe zu erläutern. Wuitschik selbst unterstrich in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Wort „Bettensteuer“ nicht vom TVR ins Spiel gebracht wurde. Soviel Sachlichkeit muss sein.

Die heftigen Diskussionen auf Rügen entbehren nicht einer gewissen Ironie, wenn man sich das Leitbild des TVR anschaut, das im März 2005 von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen wurde. Hier heißt es nämlich unter Tourismus und Verkehr: „Entwicklung von Modellen zur touristischen Finanzierung öffentlicher Verkehrsangebote (Mobilitäts- oder RügenEURO pro Ankunft oder Übernachtung, evtl. im Zusammenhang mit RügenCARD)“.

Die Touristiker dieser Insel haben also im März 2005 selbst beschlossen, dass es mit dem Verkehr so nicht weiter gehen kann und alternative Lösungen her müssen. „Unsere Mitglieder haben uns beauftragt, Modelle zu entwickeln und nach Machbarkeit abzuklopfen“, betonte Wuitschik gegenüber den Anwesenden. Und weiter in der Chronologie: Im November des Jahres 2007 wurde auf dem Tourismustag das Thema „Interkommunale Kooperation - Schlüssel für die Tourismusentwicklung“ debattiert. Damaliger Knackpunkt waren die Finanzen. Bereits hier wurde die Frage gestellt: „Zwangsabgabe oder Freiwilligkeit?“

Das vom TVR ins Spiel gebrachte Finanzierungsmodell sieht eine Abgabe auf die Übernachtungen bei Hotels, Pensionen und Vermietern vor. Damit könnten – nach bisherigen Erfahrungen – rund sieben bis acht Millionen Euro pro Jahr eingenommen werden. Damit soll besonders ein kostenloser Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) für den Gast in die Tat umgesetzt werden. Zudem könnten Gelder bereit gestellt werden, um Infrastrukturmaßnahmen zu verwirklichen. Der Vorstand des TVR setzt in seinen Überlegungen dabei auf das Solidarprinzip. Alle sollen ins Boot geholt werden. Ja, aber, intervenierten die anwesenden DeHoGa-Mitglieder, die die Vorgehensweise in der Umsetzung für schlecht halten. Die Wortmeldungen an diesem Nachmittag zeigten, dass eine frühere Beteiligung durchaus eine vertrauensbildende Maßnahme zwischen TVR und Mitgliedern bzw. DeHoGa gewesen wäre.

Nun ist gut zu wissen, dass der Vorstand des TVR im Januar dieses Jahres während seiner Klausurtagung einen einstimmigen Beschluss zur weiteren Umsetzung des Konzeptes und Vorgehensweise gefasst hat. Mitglied im Vorstand des TVR: Der Baaber Hotelier Ralf Schlüter, der ebenfalls Vorstandsmitglied im DeHoGa-Regionalverband Rügen ist und während der Sitzung die Pläne des TVR scharf kritisierte. Auch die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien sind bereits im Oktober des letzten Jahres durch den Vorstand über die Pläne informiert worden, mit der Bitte, dieses Thema in den Fraktionen politisch zu besprechen.

Nach Aussagen von Kreistagsmitglied Gino Leonhard war dieses Thema in der Fraktion der FDP nicht bekannt – erst, als es die Schlagzeilen des hiesigen Blätterwaldes bestimmte. Fraktionsvorsitzender der FDP: Reinhard Liedtke, der auch Mitglied im Vorstand des TVR ist.

Denn die Verantwortung für einen entsprechenden Beschluss sucht der TVR beim Kreistag, wie Wuitschik betont. „Wenn wir einen Beschluss des Kreistages haben, können wir genau festlegen, wie das Geld eingenommen und dann auch entsprechend ausgegeben wird. Der TVR hat dabei immer im Sinn, dass dieses Geld für den Tourismus auf Rügen verwendet wird und nicht in einem Haushalt zum Stopfen von berühmten Löchern verwendet wird. Auch in einem möglichen neuen Großkreis.

Ronald Rambow, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Binz, unterstrich in einem Gespräch mit unserer Zeitung, dass schnell alle am Tourismus partizipierenden Unternehmen und Institutionen an einen Tisch müssen, um Details zu besprechen. „Wenn alle zahlen, die vom Tourismus profitieren, dann sieht die Welt ganz anders aus.“ So blieb es am Montag auch beim DeHoGa stehen.

Kreistag beschließt Sparhammer

Erhöhung der Kreisumlage zu Lasten der Gemeinden ist abgelehnt worden

Von Robby Günther

Ostseebad Binz. „Die richtige Mitte zwischen Geiz und Verschwendung“, nannte einst Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) das Sparen. Ob der Kreistag Rügen die richtige Mitte gefunden hat, in dem er die Erhöhung der Kreisumlage während seiner letzten Sitzung in der vergangenen Woche ablehnte, wird sich noch zeigen. Das Inselparlament stimmte jedenfalls der von der Verwaltung unter Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) geplanten Erhöhung der Kreisumlage in Höhe von 1,217 Prozentpunkten für den Etat des Kreises nicht zu. Diese Erhöhung hätte 598.500 Euro mehr in die Kassen des Landkreises gespült – zu Lasten der 42 Kommunen. Diese bezahlen bereits über 20 Millionen Euro pro Jahr die so genannte Kreisumlage ans Landratsamt.

In einem dramatischen Appell der Bürgermeister (siehe OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer letzte Woche) wandten sich die ehren- und hauptamtlichen Kommunalpolitiker an den Kreistag, dass es nun genug sei. Die Kommunen können und wollen nicht mehr Geld an den Kreis abführen. In den meisten Haushalten ist die finanzielle Luft raus.

Landrätin Kassner sieht sich hingegen zwischen Baum und Borke. Einerseits will sie den Kommunen nicht tiefer in die Taschen greifen, wie sie sagt. Andererseits hat sie von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bis zum 30. Juni aufgetragen bekommen, dass Defizit des Kreises um 1,5 Millionen Euro mit einem zweiten Nachtrag zum Haushalt 2010 zu senken. Einsparpotenzial hat die Kämmerei unter Roswitha Juhnke bei den Kosten der Unterkunft für Hartz IV-Empfänger, der Auflösung der Rücklage des Kreises und bei höheren Gebühren (u.a. Bußgelder - Anm. d. Red.) ausgemacht. Mit diesen Positionen will der Kreis über eine Million Euro sparen bzw. mehr erwirtschaften, um das Defizit abzubauen. Die rund 599.000 Euro von den Kommunen hätten das Sparziel von Innenminister Caffier komplett werden lassen.

Doch die Kreistagsmitglieder haben sich anders entschieden. Die Fraktionen der CDU, FDP und SPD haben zudem weiteres Einsparpotenzial im Haushalt des Landkreises selbst entdeckt. In einem gemeinsamen Antrag über genau die Höhe der geplanten Mehrbelastung für die Gemeinden soll nun bei den Verwaltungs- und Betriebsausgaben eingespart werden. Wie das? Ferdinand Pieper (CDU), Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses, stellte den Antrag vor: Den bürgerlichen Fraktionen gefallen die haushohen Unterschreitungen von Haushaltsansätzen bei den Verwaltungs- und Betriebsausgaben nicht. So wurden im Haushaltsjahr 2009 bei diesen Positionen Ausgaben in Höhe von 27,4 Millionen Euro geplant. Nach Abschluss des Jahres wurden allerdings „nur“ 24,8 Millionen tatsächlich ausgegeben. Immerhin 2,6 Millionen Euro weniger, so Pieper. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass weitere Unterschreitungen bei Haushaltsansätzen auf den Prüfstand müssen.

Dem Antrag der drei Fraktionen folgte der Kreistag mit breiter Mehrheit bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Der zweite Nachtrag wurde mit dieser Änderung wie eingangs erwähnt beschlossen. Landrätin Kassner und Kämmerin Juhnke zeigten sich nach dem Beschluss weniger begeistert von diesem Sparhammer.

„Tag des offenen Hofes“ am 30. Mai

Auf Rügen findet diese bundesweite Aktion auf dem Bauernhof Kliewe statt

Von Wolfgang Urban

Mursewiek. Alle zwei Jahre veranstaltet der Deutsche Bauernverband die bundesweite Aktion „Tag des offenen Hofes“. In Mecklenburg-Vorpommern laden 19 landwirtschaftliche Betriebe und Firmen der Ernährungswirtschaft am 30. Mai zu diesem „Tag der offenen Tür“ in der Landwirtschaft ein. Diese Aktion des Bauernverbandes M-V wird vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V sowie der Deutschen Kreditbank AG unterstützt und von NDR 1 Radio MV sowie dem Nordmagazin präsentiert. Auf Rügen findet der „Tag des offenen Hofes“ auf dem Erlebnis-Bauernhof Kliewe in Mursewiek statt und dauert hier am Sonntag, dem 30. Mai mit einem abwechslungsreichen Programm von 10 bis 18 Uhr statt.

Eröffnet wird der Tag um 10 Uhr von Bauer Kliewe und Walter Lonskowski, dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Rügen e.V. Zum Anliegen am „Tag des offenen Hofes“ auf Rügen sagte Walter Lonskowski: „Wir wollen dem Verbraucher öffentlichkeitswirksam zeigen, wie auf dem Bauernhof gearbeitet, gelebt und gewirtschaftet wird. Nachdem wir vor zwei Jahren den ,Tag des offenen Hofes’ auf Rügen auf einem Bauernhof hatten, der schwerpunktmäßig Milchproduktion und Marktfruchtbau, also den Anbau von Getreide, Raps und Zuckerrüben betreibt, führen wir in diesem Jahr den ,Tag des offenen Hofes’ auf einem Bauernhof durch, dessen Schwerpunkt die Geflügelzucht und deren Vermarktung ist und der sich seit Jahren als Erlebnis-Bauernhof profiliert hat.“ Damit hat der Bauernhof Kliewe u.a. bereits zahlreiche Erfahrungen zur bestmöglichen Verbindung von Landwirtschaft und kulturellen Angeboten gesammelt.

Zum Programm der Erlebnisangebote gehören am 30. Mai u.a. um 11 Uhr und 13 Uhr der Schauhufbeschlag, um 12 Uhr der Eröffnungstanz mit einer Tanzgruppe des TSC „Am Rugard“ Bergen, von 12 bis 14 Uhr der Kinder-Bauern-Dreikampf, um 13.30 Uhr Peters Magic Show, um 14 Uhr der Bauernfünfkampf für Erwachsene, um 15 Uhr Traudel Schulze Parodie, um 16 Uhr der Auftritt der Rügener Line Dancer, um 17 Uhr die Auswertung des Bauernfünfkampfes für Erwachsene und des Kinder-Bauern-Dreikampfes sowie ab 17. 30 Uhr „The Holy Buddies – Musik der 50er und 60er Jahre im Festzelt“. Darüber hinaus werden angeboten: Ponyreiten, Traktorfahren, Kinderschminken mit der KITA „Löwenzahn“, Kinderbelustigung – Spiel und Spaß mit Clown Max, „Großer Rügenproduktemarkt“, Hüpfburg, Kinderkarussell, Schießbude, Zuckerwatte usw., Korbflechten für Kinder mit dem Korbmachermeister Kolbe, Mal- und Bastelstraße mit dem Hobby- und Bastelhaus Gingst, Technikschau mit den Firmen Drees und Gose, Feuerwehrrundfahrten mit der Ummanzer Feuerwehr, Kutschfahrten mit der Haflingerzucht Ummanz, Kaninchenausstellung mit Tombola des RGZV Ummanz e.V. und „Kükenschlupf im Brutapparat“. Hofladen & Restaurant sind zudem nicht nur von 10 bis 18 Uhr sondern von 9.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Hier gibt es Geflügelspezialitäten aus eigener Herstellung, regionale Produkte, Geschenkartikel und viele kulinarische Spezialitäten, z.B. gebackene Pute, Rauchwurst, Räucherfisch, Gegrilltes, Brot aus dem Holzbackofen, Kaffee, selbstgebackener Kuchen u.a.

Das Angebot ist also äußerst vielfältig. Dazu sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Rügen, dass er sich freuen würde, wenn sehr viele Besucher nicht nur die zahlreichen Erlebnisangebote an diesem Tag wahrnehmen würden, sondern sich vor allem auch mit der Haltung der Tiere auf dem Bauernhof Kliewe vertraut machen und sich zum Beispiel über deren Werdegang vom Gössel bis zur Schlachtreife informieren. „Man sollte sich ruhig danach erkundigen, was und wie viel gefüttert wird“, sagt Lonskowski. Dabei ist er fest davon überzeugt, dass der Verbraucher so die Ursache der hohen Qualität des Schlachtgeflügels von Kliewe noch besser verstehen wird. Die Möglichkeit zu einer umfassenden Information gibt es u.a. bei der Hofführung durch Bauer Kliewe, die um 11.30 Uhr beginnt. An dieser Führung wird auch Walter Lonskowski teilnehmen und dabei für Fragen zur Landwirtschaft auf Rügen zur Verfügung stehen.

3. Schüler-Bandwettbewerb war ein Erfolg

RegS „Am Grünen Berg“ führt eine gute Tradition weiter

Bergen auf Rügen (apf). Seit fast 10 Jahren gibt es an der Regionalen Schule „Am Grünen Berg“ die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens, denn die Schule legt besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung. Die Bands erlernen im obligatorischen Musikunterricht und im Wahlpflicht- bzw. Ganztagsunterricht verschiedene Instrumente. Neben Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug können die Bands auch Grundkenntnisse im Gesang erlernen. In den vergangenen Jahren gab es über 15 Schülerbands mit über 130 Musikern in den verschiedenen Formationen. Ab der 5. Klasse kann man in die Bandarbeit einsteigen und von Monika Briese und Thomas Anske, beide Lehrer an der Schule, eine Menge lernen. Kein Wunder, dass da eines Tages der Wunsch laut wurde, gemeinsam mit dem Schulförderverein und Elternvertreter wie Sven Voigtsberger einen Bandwettbewerb initiieren. Der dritte war das in diesem Jahr.

Was am 7. Mai in der Sporthalle der RegS „Am Grünen Berg“ zu erleben war, ringt Hochachtung ab. Die ganze Schule war in die Vorbereitung des nunmehr 3. Schüler-Bandwettbewerbes einbezogen. Die Sporthalle selbst ähnelte einer Event-Halle mit Einlasskontrolle, VIP-Bereich, Umkleiden und Versorgungseinrichtungen. Voll gefüllt waren die Bänke, als die erste der insgesamt sieben Schülerbands auf das Podest trat, um ihr kurzes Programm Publikum und Jury zu präsentieren. Die bestand in diesem Jahr aus Michaela Veit, heute Auszubildende und einst selbst Mitglied einer Schülerband an dieser Schule, Uwe Ambrosat, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rügen und Uwe Schlak von der Garzer Band „Saitenwind“.

Die Jury hatte es nicht leicht, denn in ihrer Art war jede Band einzigartig und kam beim nicht nur jugendlichen Publikum an. Minutenlanger Beifall war nach jedem Auftritt zu verzeichnen und wenn es nach den Zuschauern gegangen wäre, hätte jede Band den ersten Platz belegt. Doch wie das nun einmal im Leben ist - Spielregeln sind einzuhalten. So wurde nach gut dreistündigem Spektakel das Event mit der Siegerehrung beendet.

In der Gruppe 1 (im Durchschnitt 5. bis 7. Klasse) gewann „Remember our names“ von der RegS „Am Grünen Berg“. Platz 2 belegte Gingst 1 der Schule Gingst, gefolgt von „Black dream“ ( RegS „Am Grünen Berg“ und Gingst 2.

In der Gruppe 2 (im Durchschnitt 7. bis 10. Klasse) siegte „Teens“, die als letzte ihren Auftritt hatten, vor „The best Six“, beide RegS „Am Grünen Berg“ und der Band „Explosive“ von der Bergener Rugard-Schule.

Finanziert wurde der Wettbewerb durch den Präventionsrat des Landkreises Rügen und die Sparkasse Rügen und unterstützt durch Musik-Elektronik-Service Wolfgang Richter und Werbung Ninnemann. „Ich gehe fest davon aus, dass wir im nächsten Jahr den 4. Schüler-Bandwettbewerb starten“, so Schulleiter Karl-Heinz Freitag. Schön wäre es, wenn da vielleicht schon ein neues Atrium zur Schule zählen würde, um ein noch besseres Ambiente zu bieten ...

Hart erarbeiter Erfolg

Volkschor Sassnitz sang erfolgreiches Konzert in Berlin

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Am 15. Mai gab der Volkschor Sassnitz mit dem befreundeten Concordia-Chor in Berlin ein starkes Konzert.Foto: Fiege

Rügen/Berlin (DR).Die Medien der Insel berichteten: Am 15. Mai gibt der Volkschor Sassnitz gemeinsam mit dem befreundeten Concordia-Chor aus Berlin ein Konzert. In Berlin am Gendarmenmarkt, im Französischen Dom (eigentlich: Französische Friedrichstadtkirche). Ein Auftrittsort höchsten Ranges und die Vorbereitung des Volkschores war auch danach. Chorleiterin Ramona Raphael forderte ihr Team nach allen Regeln der Kunst. Und das wundersame Umschalten von harter Arbeit auf musikalischen Festtag hat, irgendwie etwa 60 Minuten vor dem Auftritt, wieder einmal geklappt. Nachdem Ramona in den letzten Wochen durchaus auch mal die Krallen ausgefahren hatte und die Generalprobe irgendwie daneben fand - an besagtem Samstag in Berlin war das alles vergessen. Der Chor war hochmotiviert, bei aller Freundschaft mit dem Concorida-Chor in Wettbewerbs-Stimmung und beeindruckt von der gewaltigen Akustik. Die erst einmal überzogen wurde. Indem der Volkschor, der auch mal die spröde Akustik einer Sporthalle mit Klang füllen muss, es gemeinsam mit der Concordia bei der gemeinsamen Probe übertrieb und eine akustische Lawine auslöste. Angepaßt an die Kirchenakustik füllte der Chor dann meisterhaft die vollbesetzte Halle mit edlem Klang. Ramona Raphael in fröhlicher Festtagslaune und unwiderstehlich strahlend, trieb den Chor mit schwungvollem Dirigieren zu Höchstleistungen. Das sind die Momente, in denen die Anstrengungen der Proben vergessen sind, in denen nicht mehr zählt, dass man als Sängerin oder Sänger eine Probendisziplin aushalten muss, bei der mancher Gleichaltrige empört abwinken würde. Dann zählt nur noch die gemeinsame Begeisterung über den in geschliffener Einmütigkeit gebotenen Gesang. Der ging vom getragenen „Sanctus“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“ bis zu musikalischem Jux wie „Konterdänzchen“ und „Diplomatenjagd“. Letzeres in der Kirche durchaus nicht selbstverständlich, aber vom Publikum begeistert akzeptiert und belohnt. Zu Beginn des gemeinsamen Konzerts sangen beide Chöre „Haltet Frau Musica in Ehren“. Nach dem Volkschor bot die Chorvereinigung Concordia Ihr Programm. Wieder zeigte sich, dass beide Chöre sehr gut harmonieren, weil beider Repertoire sehr unterschiedlich ist. Den Abschluss bildete das gemeinsam besungene „Ännchen von Tharau“. Rügen war am 15. Mai in Berlin gesanglich gut vertreten und der Volkschor Sassnitz fand ein weiteres Mal bestätigt, dass sein Tun sich lohnt.

Vorsicht im Greifswalder Bodden

Hinweise der Wasserschutzpolizei M-V

Rügen/Greifswald (apf). Die Nord Stream-Pipeline verläuft künftig 1.220 Kilometer durch die Ostsee. „Mit dem seeseitigen Baustart am 15. Mai ergeben sich sowohl für die Berufsschifffahrt, das Fischereiwesen als auch für die Wassersportler im Revier Greifswalder Bodden und dem Küstenmeer besondere Bedingungen.

Baumaßnahmen zur Nord Stream Pipeline

Insbesondere sind die umfangreichen Baumaßnahmen im Greifswalder Bodden, die bis Ende 2010 andauern werden, eine besondere Herausforderung für die Berufsschifffahrt, die Fischereibetriebe, die Wasser- und Angelsportler und auch für die Wasserschutzpolizei M-V, die Bundespolizei und den Zoll“, heißt es in einer Mitteilung von der Wasserschutzpolizei M-V. In kooperierenden Beratungen mit der Firma Nord Stream haben die Wasserschutzpolizei M-V, die Bundespolizei und der Zoll Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und geeignete Präventions-, Sicherungs- und Schutzmaßnahmen beraten und festgelegt.

Demnach ist im Greifswalder Bodden im Rahmen der Bauphase mit einem deutlich erhöhten Aufkommen von Transport- und Verlegeschiffen, von unterschiedlichen Baggern und anderen Wasserfahrzeugen sowie schwimmenden Geräten mit zum Teil weitreichenden Ankerstahltrossen zu rechnen. In Spitzenzeiten werden bis zu 40 Fahrzeuge auf dem Wasser Arbeiten verrichten.

Die Einrichtung von Sicherheitszonen/-korridoren ist avisiert. Differenziert kann es zu temporären Vollsperrungen in selektiven Arbeitszonen kommen. Ergänzend zu den für den unmittelbaren Baufortschritt genutzten Wasserfahrzeugen gelangen noch Verkehrssicherungsfahrzeuge zum Einsatz.

In diesem Zusammenhang wird das Fahrwasser im Bereich des Boddens zweimal gekreuzt. Die Boote der Wasserschutzpolizei, der Bundespolizei und des Zolls werden schwerpunktmäßig Streifentätigkeit gestalten und lagebedingt im Einsatz sein.

Gute Seemannschaft ist jetzt besonders gefragt

Beim Befahrern des Greifswalder Boddens ist deshalb die Einhaltung der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung und der internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (Kollissionsverhütungsregeln - KVR) konsequent einzuhalten, heißt es weiter. Gute Seemannschaft bedeutet auch die konsequente Einhaltung allgemeiner seemännischer Sorgfaltspflichten. Bringen Sie Seekarten und Seebücher auf den neuesten Stand, legen Sie diese auch zur Nutzung bereit. Informieren Sie sich, auf welchen Frequenzen die Verkehrszentralen senden, Hören Sie Seewetterberichte und unterrichten Sie Ihre Crew über das beabsichtigte Fahrtgebiet und deren Besonderheiten.

Machen Sie sich vor Antritt der Fahrt zum Revier allumfassend und mit aktuellen Informationen sachkundig, nutzen Sie dazu das Hafenhandbuch M-V, Revierführer, das elektronische Wasserstraßen-Informationssystem (ELWIS - www.elwis.de) und aktuelle Fahrwasserinformationen über den Schiffsverkehrsdienst. Beachten Sie die Bekanntmachungen für Seefahrer, insbesondere die (T) 057/2010 des WSA Stralsund aus aktuellem Anlass. Viele Infos finden Sie auch in den Aushängen der Marinas, der Sportboothäfen und der Bootsanliegerplätze. Bitte folgen Sie strikt den Anweisungen der Besatzungen von Verkehrssicherungsfahrzeugen und werden Sie nicht zu Baustellentouristen. Sie gefährden sonst sich und andere Seeverkehrsteilnehmer. „Gemeinsam mit Nord Stream sind wir bemüht, Sie mit ausreichend und aktuellen Informationen über die verschiedenen Medien zu den relevanten Befahrensgebieten zu versorgen.

Informationen für Schiffsführer und Crew

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, jederzeit Auskünfte bei der Firma Nord Stream unter www.nord-stream.com bzw. kontakt@nord-stream.com oder bei der Wasserschutzpolizeiinspektion Wolgast in der Breite Straße 21 in 17438 Wolgast, Telefon (03836) 23720, E-Mail wspd.mv.wspi-wolgast@t-online.de oder auch jeder anderen Wasserschutzpolizeidienststelle im Land M-V einzuholen.

Sassnitz - Heiße Wochen für den Shantychor Sassnitz

Erfolgreiches Ensemble mit erfolgreichen Auftritten bundesweit

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Die Männer des Sassnitzer Shantychores auf einer der Weserbrücken in Bremen. Foto: Fiege

Sassnitz (DR). Die meisten Mitglieder des Shantychores Sassnitz sind Rentner und ob sie sich ihr Rentnerleben genau so vorgestellt haben, das sei mal dahingestellt. Aber es scheint ihnen zu gefallen, was sich da zur Zeit abspielt. Ist eben ein besonders schönes Hobby. Ein bis zwei Auftritte pro Woche sind in diesen Wochen die Regel. Dazu noch die regelmäßigen Proben. Jetzt unter Leitung von Svetlana Ja- tho.Georg Ladendorf zog sich altersbedingt unlängst zurück, nachdem er in über 20 Jahren mit den Sängern gemeinsam ein leistungsfähiges Ensemble geschaffen hat. Svetlana Jatho war bisher schon Sängerin im Volkschor Sassnitz und ist als Musikerin hochqualifiziert.

Und es hat seinen eigenen Reiz, wie die kernigen Männer des Shantychores auf die zierliche Svetlana hören. Die Qualitäten des Shantychores sind in der Szene durchaus bekannt und geschätzt. Unlängst durften die Männer zwei Schiffstaufen mit insgesamt drei Schiffen in der Volkswerft Stralsund musikalisch begleiten. Das war durchaus nicht die erste Schiffstaufe mit dem Shantychor in dieser Werft.

Eine weitere Einladung kam aus Bremen. Dort findet in diesen Wochen der traditionelle Kajenmarkt statt. In Bremen gibt es einen sehr guten Shantychor, der sein Quartier auf dem ehemaligen „Schulschiff Deutschland“, dem Segelschulschiff der deutschen Handelsflotte, hat. Dieser Chor wurde gebeten, einige befreundete Chöre einzuladen und mit ihnen gemeinsam am 2. Mai ein Konzert auf der Schlachte am Weser-Ufer zu bestreiten.

Damit kam der Shantychor Sassnitz zu einer Einladung, ebenso wie aus Holland der „Westerstörm-Chor“ und ein Shanty-Trio. Die vier Ensembles boten am 2. Mai ein umfangreiches Programm und wurden dafür mit viel Beifall belohnt.

Die Männer des Shantychores Sassnitz und die mitgereisten Partnerinnen sahen sich am Folgetag, geführt vom Archivar Karl-Ludwig Stender, das „Schulschiff Deutschland“ an. Einhellige Meinung: Das ist die ideale Umgebung, um Shantys zu singen. Gleich danach kommen aber Sassnitz und unsere Auftrittsorte in MeckPomm. Und nun ist Ruhe für den Shantychor? Für den ja, aber die meisten seiner Sänger sind Mitglieder des Volkschores Sassnitz. Der fuhr am 15. Mai nach Berlin, um dort mit dem Partner-Chor „Concordia Berlin“ ein großes Konzert im Französischen Dom am Gendarmenmarkt zu singen ... Georg Fiege

Sassnitz - Projekt „IQ - Ich bin qualifiziert“

Logbücher für die Berufsfrühorientierung an der RegS Sassnitz übergeben

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Schulleiterin Birgit Appelbohm und Thomas Wolfram übergeben die Logbücher an die Siebtklässler. Foto: Pfaffe

Sassnitz (apf). Als die Schulleiterin Birgit Appelbohm in Begleitung von Thomas Wolfram von der WEIT Führung GmbH aus Chemnitz (www.weitfuehrung.de) den Speisesaal der regionalen Schule Sassnitz am Dienstag vergangener Woche betraten, verstummten die zuvor in der Pause lauthals geführten Gespräche. Die 46 Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen wussten sofort, dass es nun um etwas Wichtiges gehen wird: Um ihre eigene Zukunft.

„Wie stellt Ihr Euch Euer Leben in 10 Jahren vor“, fragte die Schulleiterin in die Runde. Von einigen Schülern kamen da klare Antworten: Ein guter Job und eine eigene Wohnung solle es sein, meinte Michelle und Patrick tendiert da eher zum erfolgreichen Sportler mit eigener Familie. Eric will Lkw-Fahrer werden und Micha den Führerschein machen. Dass das aber nicht im Selbstlauf so passieren wird, da waren sich die Schüler schon einig. „Neben dem erfolgreichen Schulabschluss ist eine gute Ausbildung wichtigste Voraussetzung, um einst in einem Job, den man dazu noch gerne ausüben möchte, gutes Geld zu verdienen“, so die Schulleiterin, die mit dieser Ansage kräftiges Kopfnicken bei den Schülern bewirkte.

Aber welcher Job ist der richtige? Welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich für jeden Einzelnen? Was muss man tun, um erfolgreich in das Berufsleben einzusteigen?

Fragen, die sich jeder selbst beantworten muss - natürlich mit Hilfe erfahrener Partner. Denn die RegS Sassnitz ist ab sofort Partner im Projekt „IQ - Ich bin qualifiziert“ für die Berufsausbildung und Thomas Wolfram ihr konkreter Ansprechpartner. „Aus den Erfahrungen vieler Unternehmen mit deren Auszubildenden entstand die Idee, eine wirksame und nachhaltige Struktur zu entwickeln, welche die Schüler motiviert, ihre Berufsorientierung eigenverantwortlich und selbständig voranzubringen“, erklärt er das Projekt. Nur etwa jeder zweite Schüler der siebten Klasse bundesweit weiß, welchen Beruf er einmal erlernen will. Deshalb sei es wichtig, hier anzusetzen und die eigenen Potentiale auszuloten, mit Wünschen zu verknüpfen und anhand verschiedener Berufsprofile den eigenen Wunschberuf zu finden. Dies könne auch Ausbildungsabbrüchen vorbeugen.

Thomas Wolfram übergab aus diesem Grunde den Schülern einen dicken Hefter, der nicht nur viele Informationen zur Berufswahl beinhaltet, sondern auch viele leere Blätter, die es durch die Schüler in den nächsten drei Jahren zu füllen gilt. Logbuch, so der Name des helfenden Kompendiums, das aber nur hilft, wenn man sich damit beschäftigt. Der Landkreis Rügen hat bei der Finanzierung der Logbücher unterstützt, denn immerhin kostet ein Logbuch 54 Euro. Ganz sicher ist das aber gut angelegtes Geld, was sich am Ende für die Gesellschaft wieder auszahlen kann. „Dieses Logbuch sollte in den kommenden Jahren Euer Navigationsgerät sein“, so Wolfram zu den Schülern, „Mit Leben erfüllen müsst Ihr das Logbuch großteils aber auch alleine - mit Eueren Eltern.“ Und auch die engagierten Klassenlehrerinnen Sabine Kersten und Jaqueline Schmidt werden den Schülern dabei verstärkt Hilfestellung geben, das versteht sich ja von selbst ...

Verlagshaus der OZ offiziell eröffnet

OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer hat seinen Sitz in der Alten Post

Bergen auf Rügen (gü). Nun sind OSTSEE ZEITUNG und der OSTSEE ANZEIGER – Der Rüganer auch offiziell unter einem Dach verbunden. Thomas Ehlers, Geschäftsführer der OSTSEE ZEITUNG, eröffnete am Montag dieser Woche gemeinsam mit Verlagshausleiter Thomas Wuitschik das Verlagshaus in der Alten Post (Markt 25). Im Beisein von zahlreichen Vertretern der OSTSEE ZEITUNG sowie Persönlichkeiten der Rügener Wirtschaft und Politik wurden die Räume in der ersten Etage des historischen Gebäudes am Markt einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Hier haben die Anzeigenabteilungen beider Blätter, die Redaktionen von OSTSEE ZEITUNG und OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer sowie die technischen Mitarbeiter und der Vertrieb ihre Büroräume. Das allseits bekannte und beliebte Service-Center der OSTSEE ZEITUNG befindet sich zudem im ehemaligen Zeitungskiosk, wenige Meter von der Alten Post entfernt (siehe dazu auch Seite 2). Thomas Ehlers betonte in seinen Worten die regionale Verbundenheit und Verantwortung der OSTSEE ZEITUNG Rügen und des OSTSEE ANZEIGER – Der Rüganer für die Insel Rügen. Die Tageszeitung hat in Deutschlands einzigem Insellandkreis ein Alleinstellungsmerkmal, das im Sinne der Leser und Anzeigenkunden stetig verbessert werden muss. Rund 14.500 Stück tägliche Auflage sprechen dabei eine eigene Sprache.

Die Wochenzeitung erscheint immer mittwochs in einer Trägerauflage von 37.000 Stück mit einem ausführlichen redaktionellen Anteil an lokalen Geschichten, Terminen und Berichten aus der Wirtschaft als Ergänzung der Tageszeitung. Der OSTSEE ANZEIGER - Der Rüganer erreicht mit seiner Auflage dabei flächendeckend die Haushalte und im Sommer natürlich auch zahlreiche Gäste der Insel.

Zukunft der Waldwirtschaft

BUND kritisiert den Entwurf für neues Landeswaldgesetz

Schwerin (DR). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern fordert im UN-Jahr der Biologischen Vielfalt einen konsequenten Übergang zu einer ökologischen Waldwirtschaft und die Abkehr von Monokulturen, künstlicher Vermehrung und Kahlschlägen. Anlass der BUND-Forderungen ist der Entwurf der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für ein neues Landeswaldgesetz, der in diesen Wochen von Behörden, Institutionen und Verbänden fachlich bewertet wird.´ Der vorliegende Gesetzentwurf enthalte zwar gute Ansätze, aber letztlich nur sehr unzureichende Vorgaben für eine naturnahe Waldwirtschaft, kritisiert der BUND und stellt dann in einer Mitteilung an die Medien fest: „Zudem fehlen zeitgemäße Regelungen für den Schutz des Waldes. Der BUND fordert in seiner Stellungnahme zum Gesetz strukturreiche und multifunktionale Mischwälder, in denen Kahlschläge verboten sind und die biologische Artenvielfalt erhalten wird. Das Vorkommen von überwiegend einheimischen Baumarten ist unbedingt zu gewährleisten. Weitere zwingende Maßnahmen für einen naturnahen Wald sind der Verzicht auf Pestizide, Holzschutzmittel, Dünger und gentechnisch veränderte Organismen.

Die natürliche Waldverjüngung und nicht die übliche kostenintensive Aufforstung ist wichtiger Bestandteil der Waldentwicklung und muss in einem modernen Waldgesetz Vorrang besitzen. Der derzeit viel zu hohe Wildbestand verhindert in einigen Regionen eine natürliche Vermehrung des Waldes.“ Der BUND fordert daher, dass „Wald vor Wild“ der Grundsatz eines neues Waldgesetzes werden muss. Ein Teil der Waldfläche müsse vor den Eingriffen des Menschen geschützt und aus der Nutzung genommen werden. Auch Arten-, Boden- oder Wasserschutz müssen nach Auffassung des BUND einen höheren Stellenwert erhalten.

Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND Mecklenburg-Vorpommern: „Im Gesetz muss klar definiert werden, was naturnahe Waldbewirtschaftung bedeutet. Diese Wirtschaftsprinzipien müssen anschließend nicht nur für den Landeswald sondern für alle Waldbesitzer verbindlich gelten. Außerdem müssen Wälder als Naturwaldreservate oder Schutzwälder an Seeufern, Küsten und aus Gründen des Boden- und Grundwasserschutzes sowie der Erholungsvorsorge mit einer entsprechenden Rechtsverordnung ausgewiesen werden können. Diese Wälder sollten künftig grundsätzlich nicht gerodet werden dürfen.“

Der BUND Mecklenburg-Vorpommern kritisiert zudem, dass die Landesregierung die derzeitigen Bemühungen um ein neues Bundeswaldgesetz nicht im gebührenden Umfang berücksichtigt: „So hat im März 2010 die SPD-Bundestagsfraktion neben den Fraktionen von Bündnis 90/ Grüne und der Linkspartei im Bundestag einen Antrag zur inhaltlichen Neugestaltung des Bundeswaldgesetzes eingebracht. Dieser Antrag geht hinsichtlich einer ökologisch nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder in Teilen weit über das hinaus, was nun im Land Mecklenburg-Vorpommern mit einem von der SPD geführten Landwirtschafts- und Umweltministerium diskutiert wird.“

Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND Mecklenburg-Vorpommern: „Wir fordern die Landesregierung auf, die Bemühungen um ein neues Bundesnaturschutzgesetz konstruktiv und im Sinne einer ökologisch nachhaltigen Waldwirtschaft zu begleiten und erst nach Verabschiedung eines neuen Bundesnaturschutzgesetzes das Landesgesetz zu novellieren. Anderenfalls müsste das Landeswaldgesetz aufgrund der zu erwartenden neuen Rahmenbedingungen im Bund erneut angefasst werden. Dieser Mehraufwand ist vermeidbar.“

PUTBUS-FESTSPIELE 2010

Mit „Psycho“ gestartet / „Musik – wie spannend“

Putbus (ur). Eigentlich hätte schon die Eröffnung der PUTBUS-FESTSPIELE mit „Psycho – Ein Thriller mit Musik“ ein ganz besonderes Highlight dieser Festspiele sein können. Doch bei dieser Lesung mit Konzert gab es den Kunstgenuss immer erst, wenn die Zeit der Worte auf der Bühne vorüber war und die Musik einsetzte. Fein- und hintersinnige Töne, aber auch eine emotionsgeladene und geheimnisvolle Krimistimmung wurden vom Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder in einer beeindruckenden Weise zu Gehör gebracht. Damit war jene Spitzenklasse musikalischer Meisterschaft in Putbus zu erleben, die in bester Weise den Erwartungshaltungen an das Festival entsprach.

Der berühmte Jaecki Schwarz lebte indes seine Bühnenrolle als Vorleser des Romans von Robert Bloch nicht aus und entsprach nicht den Erwartungen, die mit seinem Namen verbunden sind. Offensichtlich hatte er einen schlechten Abend erwischt, denn es ist kaum zu glauben, dass aus seiner glanzvollen Zeit als Schauspieler jenes Ableser-Dasein geworden ist, das er in Putbus präsentierte. „Ein netter Abend“, sagte dazu eine Besucherin nach der Vorstellung. Doch wer kam, um den Jaecki Schwarz zu erleben, der mit „Ich war 19“ berühmt wurde und mit dessen Namen sich u.a. Theaterabende im Berliner Ensemble sowie viele Teile vom „Polizeiruf 110“ verbinden, der erwartete von ihm mehr als ein nettes Ableser-Dasein. Jetzt schweift der Blick indes in freudiger Erwartung nach vorne, denn das Theater Putbus und sein Förderverein haben ein wunderbares Programm für Sie organisiert.

Seebrücke Sellin, wie kaputt ist sie?

Streit ums Geld entfacht sich besonders an gravierenden baulichen Mängeln

Ostseebad Sellin (gü). Die gute Nachricht zuerst: Die Sellin Seebrücke GmbH betreibt nach der Meldung der vergangenen Woche über eine fristlose Kündigung seitens der Gemeinde die Seebrücke weiter! „Einwohner und Gäste können sich auf die gewohnte Qualität der gastronomischen Versorgung auf dem Wahrzeichen weiter verlassen“, so Heinz Gräpel, Geschäftsführer der GmbH. Die schlechte Nachricht: Pächter und Verpächter streiten sich um die fristlose Kündigung, die Anwälte werden sich in den kommenden Wochen mit der rechtlichen Situation zu befassen haben. Nach Informationen dieser Zeitung haben Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) und Kurdirektorin Brigitte Pisch am Morgen des 6. Mai versucht, eine sofortige Schlüsselübergabe zu erzwingen. „Wir akzeptieren die Kündigung nicht, stattdessen müssen sich die Gemeindevertreter fragen lassen, ob sie alle Details des schwelenden Streits kannten und kennen, um diese Entscheidung zu treffen“, formuliert es Heinz Gräpel.

Er hatte vor der Sondersitzung noch Unterlagen verteilt, die eine Aufstellung der von der Seebrücke Sellin GmbH getätigten Zahlungen an die Kurverwaltung beinhalten. Hinzu kommt eine Bürgschaft aus dem Jahr 2007, die „am Tag der Sitzung in Höhe von 45.000 Euro um 16 Uhr an den Bürgermeister übergeben wurde“, unterstreicht Heinz Gräpel die Position der GmbH, die zur Hotelgruppe Dr. Hutter gehört.

Bürgermeister Liedtke wurde am 7. Mai in der örtlichen Tageszeitung mit der Forderung zitiert, dass der Pächter der Kurverwaltung als Verpächter Forderungen in Höhe von 138.000 Euro schuldet. Dem scheint eine Vereinbarung zwischen der Kurverwaltung und dem Pächter zu widersprechen, in der umfangreiches Zahlenmaterial über geleistete Zahlungen aufgelistet ist. Diese wurde im August des letzten Jahres unterzeichnet: Von Dr. Michael J. Hutter und Heinz Gräpel für die Seebrücke Sellin GmbH und Reinhard Liedtke als Bürgermeister der Gemeinde Ostseebad Sellin. Der Streit ums Geld entzündet sich augenscheinlich am schlechten Zustand der Seebrücke als Pachtobjekt. Zwar sind im Pachtvertrag jährliche Investitionen durch den Pächter zu tätigen. Doch hat der Verpächter ein technisch einwandfreies Objekt zu übergeben, zeigt sich Heinz Gräpel über die Auffassungen der Gemeinde verwundert.

Dieser Zeitung liegt ein Gutachten vor, das bauliche Mängel in Größenordnungen aufzeigt: Schadhafte Dacheindeckung und Außenwände, undichte Fenster, schadhafte Sanitärinstallation und technische Ausrüstung, ausgetretene Treppen und schadhafte Bohlen und Geländer an der Seebrücke, um nur einige Punkte zu benennen. Diese Mängel sollen alle durch den Pächter behoben werden . . ?

Gemeinsame Regionalleitstelle auf dem Weg

Verwaltungsspitzen unterzeichnen entsprechenden Vertrag

Süderholz/Rügen (gü). Der Weg zur gemeinsamen Integrierten Regionalleitstelle für das Rettungswesen ist frei! Die Verwaltungsspitzen der Landkreise Nordvorpommern und Rügen sowie der Hansestadt Stralsund haben in der letzten Wochen einen entsprechenden öffentlich-rechtlichen Vertrag unterzeichnet. Für Rügen nahm Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) am Tisch neben Landrat Ralf Drescher (CDU) und Dieter Hartlieb, erster Stellvertreter des Stralsunder Oberbürgermeisters, Platz. Den Unterschriften waren politische Zustimmungen der Kreistage bzw. der Bürgerschaft Stralsund voraus gegangen (der OSTSEE ANZEIGER – Der Rüganer berichtete vom diesbezüglich aus dem Kreistag Rügen).

Die neue Leitstelle für die drei Gebietskörperschaften wird in Form eines Neubaus in Stralsund entstehen. Der Kreis Nordvorpommern wird diese künftig nach Inbetriebnahme betreiben. Die Mitarbeiter sollen die Koordinierung von Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätzen für die Landkreise und die Hansestadt sicherstellen. Damit intensivieren die drei Gebietskörperschaften ihre Zusammenarbeit mit Blick auf die von der Landesregierung angedachte Bildung eines neuen Kreises, in dem Stralsund, Nordvorpommern und Rügen aufgehen sollen.

Sassnitz - Erfolgreiches Projekt „Alt für Jung & Jung für Alt“

Kita „Kunterbunt“ zu Gast bei den Seniorinnen im „Betreutes Wohnen“ in der RügenGalerie

Sassnitz (apf). Bereits im zweiten Jahr verbindet die Sassnitzer Kita „Kunterbunt“ der Volkssolidarität mit dem „Betreutes Wohnen“ der Volkssolidarität in der RügenGalerie ein „Patenschaftsvertrag“. Der steht unter dem Motto „Kinder für Senioren und Senioren für Kinder“. Ziel ist die Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil. Schließlich können die Kinder von den Senioren eine ganze Menge lernen. Und auch umgekehrt ist das so.

Alljährlich wird ein Arbeitsplan zu Jahresbeginn erstellt, der die gemeinsamen Höhepunkte markiert. So waren Senioren vor Ostern in der Kita zu Besuch, um dort mit den Lütten Ostereier zu bemalen. Am vergangenen Mittwoch nun kamen die Kinder der Vorschulgruppe trotz Sturm und Regen in die RügenGalerie, um den Bewohnerinnen des „Betreutes Wohnen“ zum gemeinsamen Muttertags-Frühstück ein kleines Programm aufzuführen. Das hat wunderbar geklappt und so gab es jede Menge Beifall und Platz an der Frühstückstafel. Ende Juni werden die Senioren dann wieder in der Kita erwartet - zum gemeinsamen „Abschlussgrillen“, bevor es in die Schule geht. „Danke besonders auch der Erzieherin Sigrid Dalski, die sich sehr stark für das Gelingen der Zusammenarbeit engagiert“, sagt Sophie Kunze vom „Betreutes Wohnen“ in der RügenGalerie.

Ein großer Dank von hier geht übrigens auch an den Kreisverband der Volkssolidarität und alle Bewohner der Einrichtung, die sich an der Spendenaktion zum Erwerb zweier fester Pavillons beteiligt haben, die in diesen Tagen auf dem begrünten Dach der RügenGalerie für die Bewohner und Gäste des „Betreutes Wohnen“ aufgebaut werden. „Nun kann der Sommer kommen“, so Sophie Kunze. Der Schutz vor Sonne und Regen steht.

Harte Kritik des Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes

Anweisung für das Wildmanagement auf landeseigenen Grundflächen in den Nationalparken in M-V

Von Wolfgang Urban

Rügen. Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen e.V., hat in einem Schreiben an Rügens Landrätin und die Bürgermeister der an den Nationalpark Jasmund angrenzenden Gemeinden betont, dass er sich verpflichtet fühlt, sie über die möglichen Konsequenzen der neuen, rückwirkend zum 1. April in Kraft getretenen „Jagdmanagement-Anweisung“ für die Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern zu informieren. Im Schreiben werden schwere Vorwürfe erhoben und begründet. So ist darin zu lesen: „Leider haben die vielen fachlich versierten Stellungnahmen in Schwerin keinerlei Wirkung gezeigt; stattdessen bedient man sich nun der nicht anhörungspflichtigen Management-Anweisung (ehemals Jagdnutzungsanweisung). Für den NLP Jasmund bedeutet dies, dass ab sofort vom 11.1. an Jagdruhe bis Ende Juli herrscht; lediglich Schmalrehe und Böcke dürfen vom 1.5. bis zum 15.6. bejagt werden.

Die Bejagung von Marderhunden, Füchsen und Schwarzwild muss unterbleiben, sollten diese zufällig vorkommen. Ich halte dies für grob fahrlässig. Wie ihnen bekannt sein dürfte haben wir auf Jasmund eine besorgniserregende Strecke von Marderhunden zu verzeichnen. Diese sind überwiegend an bei Kontakt übersiedelnden Räude-Milben befallen; ebenso können diese Staupe, Trichinen Tollwut, Fuchsbandwurm etc. übertragen. Die Wirkung dieser Spezies als Allesfresser ohne natürliche Feinde wird sich leider auch auf Amphibien auswirken, deren Bestand ohnehin rückläufig ist.“

Nach dem Benennen von Fakten zur besorgniserregenden Bestandsentwicklung der Marderhunde, macht der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes die kommunalen Verantwortungsträger, darauf aufmerksam, dass das Schwarzwild derzeit zwar keine „Problemwildart“ auf Jasmund sei, allerdings könne der Bestand dieser reproduktionsfreudigen Art schnell anwachsen und zu Schäden in der Landwirtschaft sowie im schlimmsten Fall zum Ausbruch von Schweinepest führen. Erklärend fügt er hinzu: „Die besten Voraussetzungen zur Bejagung hat man in der vegetationsarmen Zeit im Herbst/Winter und im Frühjahr, wenn die Bachen die Jungen vom Vorjahr abschlagen und diese ohne Führung bei Zeiten ,umherstreunen’. Auch Schneelage ist bei der Bejagung sehr hilfreich. Die nun vom Ministerium anberaumte Jagdruhe ab dem 11. Januar sowie das Verbot von Kirrungen wird die Strecke erheblich mindern (das meiste Schwarzwild und auch Marderhunde kommen an Kirrungen zur Strecke!). Dies ist unverantwortlich und steht im krassen Widerspruch zum erlassenen Schwarzwildpapier durch Minister Backhaus (… Schwarzwild so effektiv wie möglich bejagen…). Meiner Meinung nach muss das Landwirtschafts-Ministerium die Verantwortung für mögliche Schäden in der Landwirtschaft sowie möglicherweise auftretende Seuchenzüge übernehmen...“

Zur „Jagdmanagement-Anweisung“ betont Holger Nebel abschließend: „Leider wurde diese Anweisung mehrheitlich durch eine mit jagdlichem Halbwissen ausgestattete Arbeitsgruppe erarbeitet deren Hauptanliegen der Schutz der Bäume vor ,verbeißendem’ Schalenwild wie Dam-, Rot-, und Rehwild ist. Der über die Nationalpark- Grenzen möglicherweise eintretende Schaden, auch touristischer Natur, wird billigend in Kauf genommen.“

Kommunalwahlen ungültig

Wahlgang auf Hiddensee muss wiederholt werden

Greifswald/Insel Hiddensee (DR). Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hat mit Beschluss vom 4. Mai das von der Gemeindevertretung der Inselgemeinde in Sachen Kommunalwahl 2009 eingelegte Rechtsmittel abgelehnt (Aktenzeichen 2 L 177/09). Das teilt eine Sprecherin des Gerichtes am Montag dieser Woche mit. Das Verwaltungsgericht Greifswald hatte mit Urteil vom 17. November 2009 die Gemeindevertretung verpflichtet, die am 7. Juni 2009 durchgeführte Wahl des Bürgermeisters und der Gemeindevertretung für ungültig zu erklären und eine Wiederholung anzuordnen. Der hiergegen eingelegte Antrag auf Zulassung der Berufung blieb erfolglos.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts war es unzulässig, dass der damalige Bürgermeister, der selbst Wahlkandidat war, kurz vor dem Wahltag in einer Sitzung der Gemeindevertretung versprochen habe, die Fahrscheine der Wähler, die mit dem Bus zum Wahllokal fahren wollten, aus eigener Tasche zu bezahlen. Durch dieses Versprechen könnte das Ergebnis der Kommunalwahl beeinflusst worden sein, da die Frage der Erreichbarkeit des einzigen Wahllokals nach den unwidersprochenen Feststellungen des Verwaltungsgerichts ein zentrales Thema vor der Wahl gewesen sei, wie es in diesem Zusammenhang weiter heißt.

Gegen den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts ist kein Rechtsmittel möglich, betont die Sprecherin abschließend. Nunmehr müssen die wahlberechtigten Hiddenseer in diesem Jahr nochmals ihre kommunalen Vertreter und den ehrenamtlichen Bürgermeister wählen. Doch zuerst ist die Gemeindevertretung angehalten, eine Dringlichkeitssitzung herbei zu führen, wie Rainer Schulz aus dem Rechtsamt des Landkreises gegenüber dieser Zeitung sagt. Während dieser Sitzung muss ein Beschluss über die Ungültigkeit der Wahlen gefasst werden. Das entsprechende Schreiben wurde am Montag dieser Woche mit dem Innenministerium des Landes abgestimmt und wird demnächst bei Bürgermeister Manfred Gau (BfH) auf dem Schreibtisch landen.

Nach dem Beschluss muss innerhalb von vier Monaten ein Termin für die Wahlen zur neuen Gemeindevertretung und zum Bürgermeister gefunden und abgehalten werden, so Rainer Schulz abschließend zum Prozedere.

Reaktion der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung Hiddensee

„Endlich haben wir Gewissheit, es muss neu gewählt werden“. Mit diesen Worten kommentiert Thomas Gens, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Gemeindevertretung des Seebades Insel Hiddensee, den Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes in Greifswald.

Dieses lehnte am 04.05.2010 den Antrag der Bürgermeisterfraktion auf Zulassung einer Berufungsverhandlung zur Entscheidung des Verwaltungsgerichtes in Greifswald, vom 17.11.2009, das die Wahlen der Gemeindevertretung und des Bürgermeisters für ungültig erklärt hatte, endgültig ab. Die von der Gemeindeanwältin vorgetragenen Gründe für eine Berufungszulassung sah das OVG als nicht hinreichend dargelegt bzw. für nicht vorliegend an.

Da die Bürgermeisterfraktion BfH und deren Anwältin, Frau Dr. Rapp, alle Fristen im Verfahren ausgenutzt hatte, um Zeit zu gewinnen, ist die Entscheidung erst ein halbes Jahr nach dem Urteil endlich rechtskräftig.

„Warum es noch weitere sechs Monate gedauert hat, bis dass Urteil vom November bestätigt wurde, muss den Inselbewohnern erklärt werden, wie auch der Fakt, dass ich die Klage zwar alleine eingereicht hatte, aber die Wahlanfechtung eine gemeinsame Entscheidung der CDU und der Neuendorfer Wählergemeinschaft war“, so der CDU Fraktionsvorsitzende. Das Urteil ist sehr wichtig, denn so wird deutlich, dass der Rechtsstaat auch auf Hiddensee funktioniert und Veränderungen möglich sind.

Der BfH Fraktionschef Meinhof meinte zum Wahleinspruch in der Gemeindevertretung: „Es wäre eine Lächerlichkeit und Farce…“ Das ist es eben nicht und schon gar nicht ist zu tolerieren, wenn am Wahltag die Geschäftsführerin der Inselinfo Frau Dr. Wolff als Vertrauensperson der BfH im Wahllokal tätig war, die Briefwahlunterlagen schon nachmittags geöffnet und ausgezählt waren oder entgegen dem Willen der Gemeindevertretung nur noch ein Wahllokal in Vitte eingerichtet wurde. Wenn dann noch der Bürgermeister vor der Wahl versucht zu vermitteln, er könne unbürokratisch regeln, was die Gemeindevertretung nicht vermag, indem Gau für Wähler den gemeindeeigenen Inselbus finanziert, muss man sich über ein Wahlprüfungsverfahren nicht wundern. Nun ist es rechtskräftig, Bürgermeister Manfred Gau hat gegen die gesetzlich verbriefte Neutralitätspflicht verstoßen und hat damit die Wahlentscheidung der Bürger möglicherweise beeinflusst und es muss Neuwahlen geben.

„Jetzt liegt es an uns, verantwortungsvoll mit der neuen Situation und einer Neuwahl der Gemeindevertretung und des Bürgermeisters umzugehen und die Chance für einen Politikwechsel auf unserer Insel zu nutzen.“, so Thomas Gens. „Wir erwarten, dass der Bürgermeister die notwendigen Beschlüsse für eine Neuwahl bis zur nächsten Gemeindevertretung vorbereitet.“

„Beirat soll Missverständnisse ausräumen“

Gundela Knäbe ist 1. Vorsitzende des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen

Zirkow/Südost-Rügen (gü). Gundela Knäbe (CDU), Bürgermeisterin von Zirkow, ist erste Vorsitzende des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen. Dessen Mitglieder verständigten sich während ihrer konstituierenden Sitzung dieser Tage darauf, die Politikerin in dieses Ehrenamt zu wählen. Ihr zur Seite steht mit Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen, ein zweiter Vorsitzender. Kommunen mit Flächen im Biosphärenreservat Südost-Rügen und Insel-Verbände bzw. -Institutionen hatten sich in Abstimmung mit der Leitung des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen darauf verständigt, wieder einen Beirat ins Leben zu rufen, um beratend für das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen tätig zu werden. Hierbei geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem erstellten Leitbild sowie um die Gestaltung eines künftigen Rahmenplans für das Biosphärenreservat, der in den kommenden Monaten erarbeitet werden soll.

Aktuell sind die acht Gemeinden des Amtes Mönchgut-Granitz (Baabe, Gager, Göhren, Lancken-Granitz, Middelhagen, Sellin, Thiessow und Zirkow) sowie die Gemeinden Binz und Putbus über ihre Bürgermeister im Beirat vertreten. Zudem arbeiten Vertreter von folgenden Verbänden und Institutionen im Beirat mit: Kreisangelverband Rügen, Kreisjagdverband Rügen, Kreisbauernverband Rügen, Forstamt Abtshagen-Rügen, Landschaftspflegeverband Rügen, Wasser- und Bodenverband Rügen, Landkreis Rügen, Wirtschaftsverein Rügen sowie Universität Greifswald.

Ein zehnter Platz ist derzeit auf dieser Seite des Beirates noch unbesetzt, wie Gundela Knäbe informiert. Die Naturschutzverbände BUND und NABU sind informiert worden, wer den Platz im Beirat einnehmen soll. „Leider haben wir noch keine Antwort bekommen“, so die Vorsitzende, die in diesem Zusammenhang auf die paritätische Besetzung des Beirates verweist. Sollte sich eine Gemeinde beispielsweise über die Erweiterung des Biosphärenreservates entschließen, Gebiete dort einzubringen, ist diese Gemeinde im Beirat natürlich herzlich willkommen, unterstreicht Knäbe. In diesem Fall wird auf der „anderen Seite“ auch ein Platz hinzugerechnet, so dass interessierte Vereine oder Verbände sich einbringen können.

Ab sofort wird sich der Biosphärenreservatsbeirat Südost-Rügen inhaltlich damit beschäftigen, die im Leitbild durchaus kritischen Anmerkungen zur Entwicklung des Biosphärenreservates zu diskutieren und „beratende Empfehlungen“ an die Leitung des Amtes zu geben, formuliert Gundela Knäbe die Arbeitsaufgaben der nächsten Sitzungen.

Die Mitglieder des Biosphärenreservatsbeirates Südost-Rügen wollen sich das nächste Mal in einigen Wochen treffen, blickt sie voraus. „Das letzte Treffen war vielversprechend. In einer sachlichen Atmosphäre haben wir uns konstituiert und wollen gemeinsam etwas erreichen“, betont die Vorsitzende. Die Sitzungen des Beirats sollen – ähnlich den Gemeindevertretersitzungen – einen öffentlichen sowie einen nichtöffentlichen Teil beinhalten. Zudem wird der Beirat einmal im Jahr den Bürgern das Rederecht einräumen, so dass interessierte Bürger der Region oder der Insel sich an die Mitglieder wenden und ihre Hinweise und Vorschläge vortragen können, wie sie gegenüber dieser Zeitung ausführt. Gundela Knäbe bietet darüber hinaus auch an, dass sich Interessierte oder Betroffene direkt an sie wenden können. Dies können Sie, liebe Leserinnen und Leser, per E-Mail unter gundela.knaebe@t-online.de gern vornehmen.

Die Vorsitzende erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass die viel beachtete Veranstaltung zum Thema Biosphärenreservat in Neddesitz im Herbst 2008 stattgefunden hat. „Nun sind wir fast anderthalb Jahre später an dem Punkt, wo wir mit dem Beirat eine neue Etappe des emotional besetzten Themas angehen können und meiner Meinung nach auch angehen sollten.“ Die Zirkower Bürgermeisterin sieht sich dabei als Moderatorin der vielen Stimmen, die jetzt im Beirat vertreten sind.

Gundela Knäbe betont aber auch, dass der Biosphärenreservatsbeirat Südost-Rügen eine „beratende Funktion“ inne habe. „Wir wollen und müssen Missverständnisse ausräumen, miteinander sprechen und für die Insel eine passende Lösung suchen“, benennt sie dabei ihr ganz persönliches Ziel.

Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. würdigte Wilhelm Hackers starkes Engagement

Sagard (apf). Seit dem Jahr 2000 engagiert sich der Sagarder Wilhelm Hacker auf der Insel Rügen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegen das Vergessen. Im vergangenen Jahr hat er für die Realisierung der Arbeit des Volksbundes als Einzelsammler 2.750 Euro gesammelt. „Wir leben über 60 Jahre im Frieden, immer weiter von der schlimmen Zeit der Kriege entfernt. Da kann das Geschehen leicht in Vergessenheit geraten - und das birgt dann neue Gefahren“, begründet Wilhelm Hacker sein Engagement. Er sieht in der Pflege der Kriegsgräber eine Mahnung zum Frieden, besonders auch für die junge Generation.

In 21 Kriegsgräbern auf der Insel Rügen ruhen 1.490 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. „Diese Stätten zu pflegen ist eine Sache der Menschlichkeit“, so Wilhelm Hacker. An vielen der Kriegsgräber auf Rügen hat er bei der Instandsetzung und Pflege mitgeholfen. Nun soll das Grab auf dem „Alten Friedhof“ in Sassnitz erneuert werden, in welchem unter anderem 30 Matrosen des Zerstörers „Z 28“, die beim Bombenangriff am 6. März 1945 ums Leben gekommen sind, erdbestattet wurden.

Viele Ehrungen hat Wilhelm Hacker für sein außergewöhnliches Engagement erhalten. So die Albert Schweitzer Medaille (2006), die Kant Medaille (2007), die Heuss Medaille (2008) und die Haas Medaille des Landesverbandes M-V im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und ebenso dessen Friedensglocke 2009.

Am 22. April dieses Jahres wurde Wilhelm Hacker nun bei einer Festveranstaltung im Festsaal des Landtages im Schloss zu Schwerin die Bronzene Ehrennadel des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dem Kreisverband Rügen die Anerkennungsplakette in Bronze verliehen.

Integration beginnt mit dem Wegfall der Sprachbarrieren

Erfolgreiche interkulturelle Arbeit an der Kreisvolkshochschule mit dem 10. Integrationskurs „Deutsch als Fremdsprache“

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Der 10. Integrationskurs „Deutsch als Fremdsprache“ hat an der KVHS begonnen. Er ist per Gesetz für die Einbürgerung Pflicht, bei den Teilnehmern jedoch großer Wunsch. Foto: Pfaffe

Bergen auf Rügen (apf). „Ein unbekanntes Land, eine neue Sprache und meist eine berufliche Neuorientierung - das sind nur einige Herausforderungen für unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger“, erzählt Liliana Hein. Sie ist Bereichsleiterin Sprachen/Integration an der Kreisvolkshochschule Rügen (KVHS).

Ab 1. Januar 2005 trat das neue Zuwanderungsgesetz in Kraft, in dem die Integrationskurse „Deutsch als Fremdsprache“ erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik staatlich geregelt sind. Sie bestehen aus dem Sprachkurs (Basis- und Aufbaukurs) und dem Orientierungskurs zur Vermittlung von Wissen zu Rechtsordnung, Geschichte und Kultur in Deutschland. Die Integrationskurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge koordiniert und sind für alle ausländischen Mitbürger gedacht, die keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben.

Die KVHS Rügen hat die für die Durchführung dieser Kurse notwendige Zulassung vom BAMF erhalten und führt inzwischen schon den 10. Integrationskurs durch. Zum Erfolg der Kurse trägt das hoch qualifizierte, erfahrene Dozententeam bei. Aber auch die Teilnehmer müssen volle Leistung erbringen, um das Lernziel - die Prüfung „Test Deutsch für Zuwanderer“ zu bestehen. Diese Prüfung gilt als Nachweis von mündlichen und schriftlichen Sprachkenntnissen auf dem Niveau B 1 des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens“, der für den Erhalt der Niederlassungserlaubnis bzw. die Einbürgerung seit 27. August 2007 von allen Ausländern per Gesetz verlangt wird.

Mit der Volkshochschule Rügen verfügt der Landkreis somit über eine Einrichtung, die sich seit langem kompetent und umfassend in Sachen Integration engagiert. Und Landkreis sowie seine Institutionen können davon profitieren. Beispielsweise durch den Dolmetscher-Pool, der sich aus ehemaligen Kursteilnehmern auf ehrenamtlicher Basis zusammensetzt. Die Ehrenamtlichen aus aller Welt stehen so „Neuen“ zur Seite, die ersten Schritte in Deutschland zu bewältigen, bis sie dann einst ebenso einen Kurs belegen, um fit für das Leben in Deutschland zu sein.

Derzeit belegen 12 Teilnehmer aus Irak, Vietnam, der Ukraine, Russland, Indien, Pakistan und dem Benin den sechsmonatigen Kurs, der am 19. April gestartet ist. Die Lehrerinnen Silke Eichblatt und Gabriele Klünder stehen bei den Teilnehmern ebenso hoch im Kurs wie „Chefin“ Liliana Hein. Ismail, der vor zehn Jahren aus dem Irak kam, hat die sich jetzt eröffnete Möglichkeit zur Teilnahme am Kurs ergriffen. „Wenn man in diesem Land lebt, muss man auch seine Sprache sprechen“, begründet der viermalige Vater seine Motivation und spricht dies in fast perfektem Deutsch. Ganz sicher ist das auch ein Plus für seine Tätigkeit als Koch in einem Selliner Restaurant.

Aus Indien kam Avil nach Binz und ist dort als Verkäufer tätig. „Dabei ist gutes Deutsch wichtig“, erklärt er und auch, dass die Gruppe selbst in den Pausen sich in Deutsch verständigt. „Wie auch sonst, wir haben doch alle unterschiedliche Muttersprachen“, sagt er.

Nazar und Ehefrau Sosan aus dem Irak haben vier Kinder. Sie sprechen zu Hause vorwiegend Deutsch und wollen nun den Kindern nicht nachstehen. Nazar arbeitet im Steakhouse in Binz als Koch, wo seine Spezialität der „Balkanspieß“ ist.

Hung Denh kam aus Vietnam auf die Insel und ist im Chinarestaurant „Goldener Drache“ in Bergen Kellner. „Ich brauche zwar die Prüfung nicht, aber ich will noch besser Sprechen, Schreiben und Lesen lernen. Wir in der Gruppe sind hier wie eine große Familie und das motiviert uns mächtig“, nennt er den Grund, warum er wochentäglich von 8.30 bis 12.45 Uhr auf der Schulbank sitzt und anschließend zur Arbeit geht.

Bei meinem Besuch im Kurs „Deutsch als Fremdsprache“am vergangenen Donnerstag ist mir sehr schnell klar geworden, dass hier Menschen sitzen und lernen, denen die Insel Rügen und Deutschland vom Herzen her längst zur neuen Heimat geworden ist - und die sich deshalb mit all ihrer Kraft in die weitere Entwicklung hier einbringen wollen. Danke!

OstseeKaffee jetzt auch bei „real“ in Bergen

Rügener Kaffeerösterei mit 15 Keffeesorten aus aller Welt

Bergen auf Rügen (apf). Bergen hat wieder seinen Coffee-Shop, nun aber, seit dem 3. Mai, im „real“-Markt. An diesem Tag eröffnete die Rügener Kaffeerösterei OstseeKaffee aus Sassnitz dieses Angebot, das nicht nur frisch gerösteten Kaffee aus aller Welt in 15 Sorten vorhält, sondern auch den beliebten „Coffee to go“ und dazu jede Menge „Zubehör“ zur gemütlichen Kaffeerunde wie originale Rügener Kaffee-Tassen oder auch Trüffel verschiedener kleiner Manufakturen.

Die Verkäuferinnen Heidi Krassow und Roswitha Hopp stehen Ihnen Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr gerne Rede und Antwort. Besonders beliebt ist neben der Sassnitzer Mischung auch die Rügener Mischung, die es künftig in den Variationen mild, mittelkräftig, kräftig und als Espresso geben wird - ob frisch geröstet und gemahlen oder als ganze Bohne. Die Markennamen der Kaffees sind patentrechtlich geschützt, so dass Sie sicher sein können, OstseeKaffee zu kaufen, wann immer Sie nach der goldenen Tüte greifen.

Geröstet wird in der Pfarrscheune Ummanz in Waase, wo zu Pfingsten die Show-Rösterei mit Show-Konditorei und großer Kaffee-Terrasse sowie Kaffee-Garten, gleich hinter der Brücke, eröffnet wird. OstseeKaffee finden Sie aber auch weiterhin im Sassnitzer Hafen mit dem Panorama-Cafe direkt über dem kleinen Fischereihafen. Beim herrlichen Rundumblick über die Prorer Wiek bis hin zur Insel Greifswalder Oie wird Ihnen der Kaffee ganz besonders munden.

Wenn Sie Dienstag oder Donnerstag dem Rügen-Markt im Hafen von Thiessow einen besuch abstatten, können Sie das OstseeKaffee-Mobil kennen lernen. Das ist ein umgebauter Barkas, der nun als komplette Kaffee-Bar fungiert. Dieser ist immer am Mittwoch auch auf dem Handwerkermarkt in Altefähr anzutreffen, um den Liebhabern des Rügener Kaffees nahe zu sein.

Ab dieser Woche betreibt OstseeKaffee übrigens auch den Speisewagen der RÜBB im „Rasenden Roland“, immer 10.08 und 14.08 Uhr ab Putbus sowie 11.52 und 15.52 Uhr ab Göhren. Noch im Mai wird in der Pommernkate Rambin eine Außenstelle der Rösterei eröffnet. Dann haben Sie auch dort die Gelegenheit, beim Rösten zuzusehen und den betörenden Duft frischen OstseeKaffees zu genießen ... www.ostsee-kaffee.de

„Unser Dorf hat Zukunft…“

Rappin gehört zu den Teilnehmern am Landeswettbewerb

Rappin (DR). „Sich für den Landeswettbewerb zu qualifizieren, bedeutet Ziele im Auge zu haben, Strategien zu ihrer Umsetzung zu entwickeln und sie den gesellschaftlichen Erfordernissen anzupassen. Gleichzeitig bietet der Wettbewerb auch die Möglichkeit, untereinander in Kontakt zu kommen, mal beim Nachbarn zu schauen, welche Strategien dort entwickelt wurden, um auch in der Zukunft noch bestehen zu können“, sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus am 1. Mai anlässlich der Eröffnung des 7. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ in Utecht (Landkreis Nordwestmecklenburg).

Landesweit haben 76 Dörfer am Wettbewerb auf Kreisebene teilgenommen. Aus diesem haben sich die sieben Gemeinden Utecht (Nordwestmecklenburg), Rappin (Rügen), Niepars (Nordvorpommern), Prieslich (Ludwigslust), Picher (Ludwigslust), Goldenstädt (Parchim) und Viez (Ludwigslust) für den 7. Landeswettbewerb qualifiziert. In fünf Bereisungstagen soll die Kommission herausfinden, welche Gemeinden sich platzieren können und welche Gemeinde das Land im Bundeswettbewerb vertreten wird. „Es gilt wieder, an die vorangegangenen Wettbewerbe anzuknüpfen. Viermal Gold und viermal Silber für die Gemeinden aus Mecklenburg-Vorpommern auf Bundesebene sind unsere bisherigen Erfolge“, so der Minister.

Wie bei den vorangegangenen Wettbewerben werden auch diesmal alle sieben Gemeinden im Landeswettbewerb für ihr Engagement gewürdigt und der erst-, zweit- und drittplazierte Sieger gekürt. Darüber hinaus werden ihnen jeweils 30.000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt, mit denen Maßnahmen im Rahmen der Richtlinie zur integrierten ländlichen Entwicklung realisiert werden können. „Mit der Bereitstellung dieser zusätzlichen Fördermittel wird die große Bedeutung des Wettbewerbes für den ländlichen Raum gewürdigt“, sagte Minister Backhaus.

Viel sei in den letzten Jahren unternommen worden, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und Gutes voranzubringen. „Damit dies so bleibt, hat die Landesregierung die Mittel für die Entwicklung des ländlichen Raums nicht gekürzt und im Gesamtbudget den Ansatz im jetzigen ELER-Förderzeitraum 2007-2013 genauso hoch belassen, wie in der Periode 2000-2006“, sagte Backhaus. Ca. 90 Millionen Euro Fördermittel standen den Gemeinden im Land allein aus dem Landwirtschaftsressort im Jahr 2009 zur Verfügung. Diese Mittel wurden insbesondere für Infrastruktur- und Bildungsinvestitionen genutzt. Die Bekanntgabe der Ergebnisse im Landeswettbewerb erfolgt am 11. Mai 2010. Die feierliche Abschlussveranstaltung des Landeswettbewerbes findet am 2. Juli in der Siegergemeinde statt.

„movelo-Region Rügen“

33 Verleih- und Akkuwechselstationen / Eröffnung 7. Mai

Insel Rügen (ur). Schon mehrfach wurde in dieser Zeitung über das Projekt „movelo-Region Rügen“ berichtet, bei dem es um die Etablierung eines flächendeckenden Netzes von Verleih- und Akkustationen für Elektrofahrräder auf Deutschlands größter Insel geht. Über Rügen hinaus reichende movelo-Infos finden Sie unter www.movelo.com. Dort heißt es u.a.: „movelo ist die perfekte Kombination von E-Bike, gut erschlossenen Radwegen und Verleihstationen. Leihen Sie sich ein Pedelec vor Ort aus und ein Netzwerk aus Verleih- und Akkuwechselstationen garantiert Ihnen grenzenlose Mobilität.“ Daher ist es kein Wunder, dass Sie Rügen unter www.movelo.com nicht nur im Reigen bekannter deutsche Urlaubsregionen finden, sondern hier u.a. auch Urlaubsregionen aus Österreich vertreten sind. Hierzulande ist es jetzt soweit, dass am 7. Mai im movelo Brandstore (movelo-Service-Station) in Sassnitz, Stralsunder Str.6 die „movelo Region Rügen“ im Beisein von geladenen Gästen offiziell eröffnet werden soll. Ab 12 Uhr kann dann laut Tourismuszentrale Rügen (TZR) „jedermann die Räder anschauen und Fragen stellen.“ Insgesamt 33 Verleih- und Akkuwechselstationen mit insgesamt 80 Rädern gehören bislang zur „movelo-Region Rügen“. Partner und Förderer des innovativen Projektes sind die Tourismuszentrale Rügen, der Tourismusverband Rügen, der Kommunale Arbeitskreis Tourismus (KAT), der Landkreis Rügen, die Sparkasse Rügen, die Weiße Flotte GmbH, die Nationalpark-Zentrum Königsstuhl Sassnitz gGmbH, die movelo – clever radfahren GmbH und die movelo Repräsentanz Mecklenburg-Vorpommern.

Ehrendes Gedenken

Einweihung der Ruge-Grabsteine an der Kreideküste

Königsstuhl (gü). Wer das Ausstellungsgebäude des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL in Richtung Königsstuhl verlässt, der kann links im Freigelände das berühmte Gemälde von Caspar David Friedrich „Kreidefelsen auf Rügen“ entdecken. Am Bild und den ansprechend gestalteten Info-Tafeln vorbei führt ein Weg jetzt direkt zu den am Freitag an der Kreideküste eingeweihten Ruge-Grabsteinen. Bei der Einweihung der Steine waren deren Stifter vom Baumhaus Schwierenz gerührt und voller Freude, als sie entdeckten, in welch einfühlsamer Weise hier ein würdiger Ort der Erinnerung an Hans Jacob und Regina Elisabeth Ruge geschaffen wurde. 1815 hatten die beiden damaligen Bewohner des Baumhaus Schwierenz einen Begleiter des Malers Caspar David Friedrich, der versucht hatte, den Königsstuhl zu erklimmen, aus einer lebensbedrohlichen Lage befreit. Dr. Friedrich Gotthelf Kummer hieß der Gerettete. Er blieb den Ruges über ihren Tod hinaus in Dankbarkeit verbunden und ließ ihnen jene Grabsteine setzen, die Sie jetzt im Nationalpark-Zentrum entdecken können.

Neuer Rettungsstützpunkt eingeweiht

Johanniter Unfallhilfe nimmt Station in Betrieb

Hiddensee/Vitte (DR). Am 26. April ist der neue Rettungsstützpunkt der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. auf Hiddensee im Beisein von rund 60 geladenen Gästen offiziell eingeweiht worden. Direkt am Hafen von Vitte ist in rund fünf Monaten Bauzeit ein moderner Rettungsstützpunkt entstanden, der bereits seit einigen Wochen die bisherige Dienststelle in Kloster ersetzt. Baubeginn war der 11. September 2009. Wetterbedingt musste die ursprünglich für den 18. Februar geplante Einweihung verschoben werden: Der lange, schneereiche Winter hatte den Fährbetrieb zur Insel zeitweise lahmgelegt. „Unsere Rettungsassistenten arbeiten aber bereits seit der 2. Januarwoche vom neuen Standort aus“, erläutert Frank Baudisch, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern Nord. „Dank der zentralen Lage sind sie noch schneller vor Ort, wenn Einheimische oder Urlauber Hilfe benötigen.

Für die bald beginnende Urlaubssaison 2010 sind wir so bestens gerüstet.“ Wichtig für die Wahl des neuen Standortes war den Johannitern auch die Hafenanbindung, der Hubschrauberlandeplatz und die Nähe zu den Ärzten in Vitte. Der von der Architektin Christina Rode aus Gottmannsförde entworfene moderne Rettungsstützpunkt erfüllt alle sicherheits- und umweltrelevanten Anforderungen, die ein Gebäude in exponierter Lage am Hafen betreffen: Sowohl gegen Hochwasser als auch gegen möglichen Eisdruck ist es gewappnet.

Johanniter-Präsident Hans-Peter von Kirchbach, General a. D., hob in seiner Ansprache besonders die Leistung der Rettungsassistenten hervor, die in einem der kleinsten Rettungsstützpunkte Deutschlands arbeiten und für die Sicherheit der Inselbevölkerung zuständig sind. Bei der feierlichen Einweihung sprachen auch Ralf Iwohn, Referatsleiter für den Rettungsdienst im Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern, Landrätin Kerstin Kassner vom Landkreis Rügen, Hiddensees Bürgermeister Manfred Gau und Frank Martitz, Amtsvorsteher beim Amt Westrügen sowie Johanniter-Landesvorstand Einar von Harten Grußworte an die versammelten Gäste. Der neue Rettungsstützpunkt wird wie die bisherige Dienststelle 24 Stunden am Tag besetzt sein. Sieben Rettungsassistenten schieben im täglichen Wechsel Dienst auf der Insel. Über 50 Einsätze leisten die Retter im Durchschnitt pro Monat – in der Urlaubssaison sind es weit mehr. Vor allem Knochenbrüche und Fahrradunfälle gehören zu den täglichen Notfällen.

Auf rund 70 Quadratmetern ist im neuen Stützpunkt Platz für einen Aufenthaltsraum für die Rettungsassistenten und genügend Lagerfläche für medizinisches Material. Auch der T5-Einsatzwagen, der mit einer Ausnahmegenehmigung auf der vom privaten Autoverkehr freien Insel fährt, erhält einen Garagenstellplatz.

„Special Charte“ und nicht „Einkassiertes“

Archiv des Landkreises Rügen wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben

Bergen auf Rügen (gü). Wenn ein Archivar „kassiert“, hat er die Qual die Wahl! Mit dem Wort „kassieren“ werden im archivardeutsch die Unterlagen bezeichnet, die aussortiert und für ein gut gepflegtes Archiv nicht in Frage kommen. Waltraud Scharf, langjährige Archivarin des Landkreises Rügen, und Landrätin Kerstin Kassner (DIE LINKE) konnten am Dienstag der letzten Woche die neuen Räumlichkeiten des Kreisarchivs einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür zeigten sie gemeinsam die einzelnen Abteilungen, in denen durchaus „Schätze“ lagern, wie Waltraud Scharf unterstrich.

Das Kreisarchiv ist nach vielen Jahren von der Industriestraße ins Erdgeschoss des Landratsamtes in der Billrothstraße umgezogen. Von dunklen und feuchten Räumen in umgebaute und funktionale Räume, wie es an diesem Tag seitens der Verwaltungschefin hieß. Hier befinden sich jetzt Bestände des Landkreises Rügen aus den Jahren 1952 bis 1955 und von 1956 bis 1990 (2,6 lfm.). Dazu kommen das alte Stadtarchiv der Stadt Bergen aus den Jahren 1613 bis 1949 (47 lfm.) sowie Unterlagen der Städte und Gemeinden von 1955 bis 2004 (153 lfm.). Hinzu kommen Dokumente der Amtsgemeinden und Amtsverwaltungen aus den Jahren 1995 bis 2004 (1,4 lfm.) sowie von Betrieben der Landwirtschaft aus den Jahren 1952 bis 1978 (ein lfm.) und die Bibliothek von 1850 bis 1990 mit Sammlungen, dort enthalten beispielsweise die Ausgaben der auf Rügen erscheinenden Tages- und Wochenzeitungen.

Landrätin Kassner erinnerte sich anlässlich der offiziellen Übergabe der neuen Räume an einen ihrer ersten Besuche nach Amtsantritt im alten Archiv. „Die Räume waren in einem schlechten Zustand, so dass ich mir vornahm, hier Abhilfe zu schaffen“, sagte sie gegenüber den neugierigen Einwohnern, die einen Blick ins neue Archiv werfen wollten. Mit Hilfe von finanziellen Mitteln aus dem Konjunkturpaket wurde im letzten Jahr eine energetische Sanierung im Landratsgebäude durchgeführt. Dabei konnten die bis dato leer stehenden Räume im Anbau für das neue Kreisarchiv umgebaut werden. Waltraud Scharf, seit 1987 als Archivarin tätig, führte die anwesenden Besucher und Einwohner durch die einzelnen Abteilungen und präsentierte eine Auswahl von bemerkenswerten Dokumenten. So beispielsweise Akten des ehemaligen Kreises Putbus aus den Jahren 1952 bis 1955, Chroniken, die nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR angelegt worden sind aber auch das Ehrenbuch des alten DDR-Kreises Rügen mit zahlreichen Einträgen. Der Freiwilligen Feuerwehr Bergen auf Rügen konnte anlässlich ihres unlängst gefeierten 110-jährigen Jubiläums eine Kopie der Original-Eintragung jener Zeit überreicht werden, wie sich Kassner erinnerte.

Ein besonderes Schmuckstück hängt allerdings an der Wand. Es handelt sich dabei um eine „Special Charte“ aus dem Jahr 1829, die von Friedrich Hagenow für Seine Majestät den König, Friedrich Wilhelm III. angefertigt wurde. Dort sind nach „neuesten Messungen“ aller Flurkarten die geografischen Gegebenheiten der Insel Rügen in jenem Jahr dargestellt. Mit allen Städten und Rittergütern, die es zu dieser Zeit gab.

Das Kreisarchiv ist dienstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessenten können bei Waltraud Scharf auch einen individuellen Termin unter (03838) 813154 zur Einsichtnahme vereinbaren. Das Archiv ist zudem per E-Mail unter kreisarchiv@landkreis-ruegen.de erreichbar. Die im Kreisarchiv verwahrten Dokumente können von Jedermann, der ein berechtigtes Interesse nachweisen oder glaubhaft machen kann, benutzt werden, soweit dies im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten möglich ist.

Veränderungen in der Arndt-Gesellschaft

Die Zeit mit zwei gleichberechtigten Vorsitzenden ist vorüber

Von Wolfgang Urban

Groß Schoritz. Es war einmal, da stand in der Satzung der im Jahr 1992 gegründeten Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft e.V.: „Der Vorstand besteht aus zwei gleichberechtigten Vorsitzenden, dem Schatzmeister und bis zu sechs weiteren Mitgliedern als Beisitzer. Die Regionen Vorpommern und Bonn sind möglichst mit je einem Vorsitzenden und zwei weiteren Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen.“

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 1. Mai beschloss die Arndt-Gesellschaft, dies zu ändern. Jetzt steht in der Satzung: „Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter, dem Schatzmeister und bis zu sechs weiteren Mitgliedern als Beisitzer. Die Region Bonn ist möglichst mit zwei Vorstandsmitgliedern zu berücksichtigen.“

Nach rund 18 Jahren ist die Arndt-Gesellschaft damit in der Alltagsstruktur des deutschen Vereinslebens angekommen, denn wo gab oder gibt es noch zwei Vereinsvorsitzende an einer Vereinsspitze? Im Ergebnis der Wahlen am Samstag wurde Prof. Dr. Karl-Ewald Tietz erneut zum Vorsitzenden der Arndt-Gesellschaft gewählt. Sein Stellvertreter ist jetzt Dr. Svend Wichert, der damit erstmals in der Geschichte der Gesellschaft diese Funktion ausübt. Ebenfalls von der Insel Rügen kommen im neuen Vorstand Angelika Jung, Siegward Krause und Karola Zietzke sowie mit einem Standbein auch in der Ferne Dr. Thomas Sahlender und Horst Gerlach. Die Region Bonn vertritt nach wie vor Dr. Norbert Schloßmacher. Erneut in den Vorstand gewählt wurde auch die Hamburgerin Winifred von Arndt. Sie wirkt schon seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 1992 im Vorstand mit. Dr. Manfred van Rey, der zusammen mit Maria Pakulla einen herausragenden Anteil an der Gründung und erfolgreichen Entwicklung der Arndt-Gesellschaft hat, wurde am 1. Mai zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Auch das langjährige, verdienstvolle Wirken von Erika Marquardt und Walter Schulz im Vorstand der Arndt-Gesellschaft wurde mit ihrer Ernennung zu Ehrenmitgliedern in besonderer Weise gewürdigt. Über die vielen Aktivitäten der Arndt-Gesellschaft ist in dieser Zeitung bereits zeitnah berichtet worden. Gegenwärtig sind 160 Einzelpersonen und 15 Institutionen Mitglied dieser Gesellschaft.

Schön, aber gefährlich:

Giftpflanzen im Frühjahr

Rügen (apf). Nach dem Winter locken Frühlingssonne und Farbenpracht die Menschen ins Grüne. Familien sollten dabei ein Auge auf ihre Kinder haben. Schnell landen verführerisch bunte Blätter und frische grüne Pflanzen im Mund der Kleinen - dabei sind nicht alle Pflanzen ungiftig und genießbar. Auch für Erwachsene können manche Pflanzen gefährlich werden. Rund 160 Patienten mussten sich in M-V innerhalb des letzten Jahres wegen des Verzehrs schädlicher Substanzen in ärztliche Behandlung begeben. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen betrug 60 Prozent.

In der Küche ist Bärlauch beliebt: Die Pflanze ähnelt im Geschmack dem Knoblauch, hinterlässt aber nicht dessen starken Geruch. Außerdem soll sie Gefäßverkalkung vorbeugen und Verdauungsstörungen lindern. „Beim Sammeln kann Bärlauch leicht mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechselt werden“, so Gunthardt Saupe von der BARMER GEK in Bergen. „Besonders Herbstzeitlose führen zu schweren Vergiftungen: Bereits 50 bis 60 Gramm der Blätter können für einen Erwachsenen tödlich sein.“

Die Wirkung von Maiglöckchengift hingegen wird oft überschätzt. Das Gift wird vom Körper relativ schlecht aufgenommen, daher treten schwere Vergiftungserscheinungen erst nach dem Verzehr von großen Mengen auf. Dennoch sollten Eltern auf ihre Kleinkinder achten, denn Giftstoffe sind in allen Teilen der Pflanze enthalten. Maiglöckchen und Bärlauch wachsen häufig gemeinsam an einem Standort. Um Verwechselungen zu vermeiden, sollte Bärlauch daher aus kontrolliertem Anbau bezogen werden.

Verwechselungsgefahr besteht auch bei Pilzen, die im Frühjahr wachsen. Die Frühlingslorchel ähnelt äußerlich der Speisemorchel, ist aber hochgiftig. Das Gift wird durch das Kochen nicht abgebaut und kann Durchfall, Erbrechen und sogar einen lebensgefährlichen Schock sowie spätere Organschäden hervorrufen. „Anfänger in Sachen Pilzsuche sollten daher nur mit einem erfahrenen Pilzsammler unterwegs sein. Wer ganz sicher gehen will, ob die gefundenen Pilze ungefährlich sind, kann sich an die örtliche Pilzberatungsstelle wenden“, meint Saupe.

Kommt es zur Vergiftung, können Giftnotrufzentralen rund um die Uhr praktische Tipps geben. Das für M-V zuständige Giftinformationszentrum Erfurt ist unter der Rufnummer (0361) 730730 zu erreichen. Weitere Infos im Internet unter www.ggiz-erfurt.de.

„Zirkower Dorfblatt“ berichtet

Dorflinde wird am Donnerstag um 18 Uhr gepflanzt

Zirkow (apf). „Nun ist auch die Baumschule zeitlich im Boot und so kann am Donnerstag, 6. Mai, von nunmehr sechs Jugendlichen und ihren Betreuern in Zirkow auf dem Anger gegen 18 Uhr unsere Dorflinde gepflanzt werden.“ Kristin Bohn ist froh darüber, dass alles bisher so gut geklappt hat. Die Teilnehmer des Projektes „WIR-2010“ hatten am Donnerstag vergangener Woche sehr intensiv nach dem geeigneten Standort für die Linde gesucht. Einige Einwohner haben zwar etwas argwöhnisch geschaut, was da wohl vor sich geht. Aber das „Zirkower Dorfblatt“, welches am Freitag in einer Auflage von 400 Exemplaren in die Briefkästen verteilt wurde, dürfte da spätestens für Aufklärung gesorgt haben.

Da ist zu lesen, dass sich am 21. April die ersten vier Jugendlichen mit Handwerkern und Betreuern im Zirkower Projekt „WIR-2010“ mit dem Ziel trafen, das Pflanzen einer Dorflinde vorzubereiten, um die unter fachlicher Anleitung vom Bootsbauer Philipp Schwitalla und vom Kettensägenschnitzer Mirko Quade eine Holzbank gebaut werden soll. Gemeinsam mit Frau Michalski vom Conduit e.V. fuhren die Teilnehmer zur Baumschule Putbus, wo sie Interessantes über die Geschichte des Betriebes erfuhren und die „Zirkower Linde“ aus einer Reihe schöner Bäume aussuchen und ausgraben konnten.

Nachdem die Linde gut im Ballentuch verpackt und auch der Kronenschnitt geschafft war, ging es zurück nach Hause. Nun ist es soweit und die Zirkower sind aufgerufen, sich am Donnerstag gegen 18 Uhr auf dem Anger zu treffen und dem Pflanzen ihrer Dorflinde beizuwohnen. Mal sehen, was dann die kommende Ausgabe des „Zirkower Dorfblattes“ berichtet ...