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Dieser Artikel wurde am 27. September 2006 um 03:48 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Küstenfischer erhalten in Sassnitz eine Zukunft

Berufliche Schule des Landkreises Rügen als zentraler Standort der Fischereiausbildung im Norden

Sassnitz (apf). Der Berufsschulstandort Sassnitz ist ein bedeutsamer für die Ausbildung des Fischereinachwuchses. Daran ließ Norbert Kahlfuß vom Verband der Kutter- und Küstenfischer bei einer Infoveranstaltung im Sassnitzer Fischereihafen keinen Zweifel. Geht es nach der Kultusministerkonferenz, so ist Sassnitz der zentrale Ausbildungsort. In M-V wird das so realisiert, doch in anderen Bundesländern stünde man diesem Ansinnen alles andere als offen gegenüber, so Roland Müller, Leiter der Beruflichen Schule. Ihm wie seinen Fachlehrern in der Fischwirteausbildung sind in naher Vergangenheit erschienene Presseinformationen, die Schule hätte Sorgen mit dem Nachwuchs, negativ aufgestoßen. Derzeit werden 27 Fischwirte bei uns ausgebildet, weiß Holger Janitschek, Klassen- und Fachlehrer mit langjähriger Berufserfahrung in der Kleinen Küstenfischerei als Patentträger B2. Auch Diplomingenieur für Schiffselektronik Hans-Günther Lorens kommt als Fachlehrer aus der Fischerei.

Norbert Kahlfuß sieht aber sehr wohl ein Problem bei der Ausbildung des Berufsnachwuchses der Fischer. Wir brauchen eine gewisse überbetriebliche Ausbildung, das duale System ist hier überlebt. Denn gerade auf den kleinen Kuttern bereitet es oft Probleme, auszubilden. Und das ist ein durchaus übergeordnetes Problem, wie Fischer Frank Schwanz von SAS 20 zu bedenken gibt. Bei steigenden Stillliegezeiten und Fangverboten stellt sich die Frage, wie man da an Bord ausbilden soll. Da bleibt mir nur, meinen Lehrling in die Pilze zu schicken. In der Tat sollen zu den bisherigen 60 Stillliegetagen bei Dorsch im kommenden Jahr weitere 57 hinzu kommen, so Kahlfuß. Wenn man diese Tage selbst festlegen könnte, wäre das in Ordnung, aber die pauschale Reglementierung schadet mehr als sie nützt. Einen weiteren Vorteil bietet die überbetriebliche Ausbildung auch deshalb, weil hier umfangreicher zu den verschiedenen Fangmethoden ausgebildet werden kann. Dafür hat die Sassnitzer Berufsschule neben der ausgezeichneten materiell-technischen Basis besonders, wie eingangs erwähnt, gut ausgebildetes Fachpersonal mit langer Praxiserfahrung. Auf ein Problem machte Fischer Maik Röschke aufmerksam. Was nützt es uns, wenn junge Leute gut ausgebildet werden und wenn sie fertig sind, keine Zukunft haben? Auch er zielt auf Reglementierungen ab, die in der EU erlassen werden und im Land noch ein weiteres reglementierendes Sahnehäubchen erhalten, wie es Udo Timm (CDU/MdL) nannte. Die Tendenz zur Entscheidung junger Männer für einen Beruf in der Fischerei ist steigend, weiß Norbert Kahlfuß. Doch nun gelte es, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die Fischerei attraktiv zu erhalten. Und dazu müsse weit mehr als die Quotendiskussion entfacht werden. Stillliegezeiten und Abwrackprämien dürften dafür ungeeignet sein.

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