Kritik am Nationalparkamt und der Wasserschutzpolizei
Gino Leonhard (FDP): Die Luft brodelte in dem Gespräch, ich rate dringend an ... die Probleme zu klären.
Von Wolfgang Urban
Westrügen und Hiddensee. In der Reaktion des Nationalparkamtes und der Wasserschutzpolizei auf den Artikel im RÜGANER ANZEIGER wird doch tatsächlich behauptete, dass sich der Schaproder Bürgermeister den Frust einiger Urlauber zunutze macht, um gegen Behörden Polemik zu betreiben. Das klingt nach einem nachdenkenswerten Wirklichkeitsverlust in den Chefetagen von zwei Behörden. Eindeutig sei daher betont: In der Region Schaprode benutzt kein Bürgermeister frustrierte Urlauber für eine Polemik gegen Behörden. In der Region gibt es durch das Verhalten von Behörden frustrierte Urlauber. Von ihnen gesellten sich immer mehr spontan zu einem Pressegespräch, das der Schaproder Bürgermeister zwar mitorganisierte, aber die Initiative dazu war vom Kreistagsmitglied Gino Leonhard (FDP) ausgegangen. Dazu erklärte dieser: Auf meine Bitte hin, habe ich gemeinsam mit dem Bürgermeister Schaprodes, Rüdiger Gau, den Pressetermin organisiert. Ziel war es, mein Recht als Mitglied des Kreistages wahrzunehmen und die angesprochenen Probleme vor Ort einmal gründlicher zu beleuchten. Das sich immer mehr betroffenen Angler, Segler und Motorbootbesitzer an diesem Gespräch beteiligen wollten, zeigte den Frust und erstaunte nicht nur mich. Hier war niemand bestellt, sondern die Bürger kamen aus freien Stücken, um endlich einmal ihre Probleme der Öffentlichkeit zu schildern.
Angesichts der Reaktion der Behörden auf den dazu veröffentlichten Artikel erklärte Gino Leonhard: Das der Behörde in ihrem Antwortschreiben nichts anderes einfällt, als die Behauptungen als reine Polemik anzusehen, zeigt einmal mehr, wie mündige Bürger in diesem Land behandelt werden. Es ging nicht um das Umsetzen der gesetzlichen Vorschriften und Regelungen sondern es geht vielmehr um den Umgang miteinander. Insbesondere die Mitarbeiter der zuständigen Behörden sind aufgefordert, in ihrer Vorbildfunktion gegenüber dem Bürger ordnungsgemäß und mit der gebotenen Ruhe und Anstand aufzutreten. Anstatt hier ein klärendes Gespräch anzukündigen wirft man dann noch der Gemeinde und dem Bürgermeister vor, die Touristen besser beraten zu müssen. Wie weit soll das noch gehen, hier wird offensichtlich in die kommunale Hoheit eingegriffen, die im übrigen grundgesetzlich- und kommunalverfassungsrechtlich geschützt ist. Es ist nicht mehr zu glauben, welche Freiheiten sich Behörden meinen herausnehmen zu können und der Bürger wird mit aller Kraft des Gesetzes abgestraft. Abschließend erinnerte Leonhard noch einmal an die Atmosphäre des Gesprächs und bot seine Hilfe auf dem Weg nach vorne an:
Die Luft brodelte in dem Gespräch, ich rate dringend an, auch seitens der Behörden in einen Vororttermin die Probleme zu klären. Es gibt für alles eine Lösung, allerdings nur, wenn die betroffenen Parteien zu einem Kompromiss bereit sind. Meine Unterstützung sicher ich hiermit zu. Übrigens der Schaproder Bürgermeister Rüdiger Gau reagierte gelassen, als er von der oben abgedruckten Reaktion der Behörden erfuhr. Damit auch diese endlich begreifen, worum es geht, stellte er klar: Ich handelte nicht im Namen einiger unter Frust leidender oder wildgewordener Urlauber. Auf meiner Seite stehen die gesamte Gemeindevertretung, die Gewerbetreibenden und Vermieter der Gemeinde Schaprode sowie die Mehrheit aller Sportfreunde und auch Angler, die ihre Boote in Schaprode haben. Dazu kommen viele weitere Urlauber, die auch besorgt über die Dinge sind, die hier geschahen.
Ich bin fast 24 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Schaprode. Mit Behörden, die uns ignorieren und Probleme nicht erkennen, mit denen werde ich mich auch in Zukunft ausein-andersetzen. Abschließend teilte der Bürgermeister mit, dass jetzt ein Gesprächstermin mit den Behörden in Sichtweite ist. Ich hoffe auf Ergebnisse bei der Beratung am 25. September, sagte Rüdiger Gau
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