Krisenmanagement und Medien
Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen äußert sich
Bergen auf Rügen (gü). Die bundesweite Berichterstattung der vergangenen Tage über den Ausbruch der Vogelgrippe auf der Insel Rügen ist aus Sicht des Vorsitzenden des Tourismusverbandes Rügen, Thomas Wuitschik, differenziert zu betrachten, wie er jetzt gegenüber dem RÜGANER ANZEIGER zum Ausdruck bringt.
"In den Tagen nach Bekanntwerden der ersten Fälle der Vogelgrippe auf Rügen konnten wir uns wirklich nicht über die Berichterstattung beschweren. Die meisten Medien und Presseorgane haben das Thema sachlich begleitet. Dazu gehörte beispielsweise auch die Tatsache, dass in harten Wintern, wie jetzt in 2006, es immer zu einer großen Anzahl toter Wildvögel auf Rügen kommt. Erst das dauerhafte Auffinden immer neuer toter Tiere in Größenordnungen und die nicht zeitnahe Entsorgung hat die Stimmung kippen lassen, so Wuitschik. Was der Vorstandsvorsitzende jetzt jedoch kritisiert, ist die Berichterstattung seit dem Wochenende. Allein ich habe in den letzten Tagen über 15 Interviews zum Thema gegeben. Darunter allen namhaften Fernsehsendern. Gefragt wurde immer nach der Auswirkungen auf den Tourismus. Ausgestrahlt wurde davon aber nichts, so die Kritik. Diese Aussagen des Tourismuschefs waren scheinbar nicht das, was die Medien hören wollten. Wuitschik hat immer wieder darauf hingewiesen, dass, wenn sich die Gäste von toten Tieren fernhalten, keine Gefahr für ihre Gesundheit bestehe. Auch anwesende Gäste auf Rügen hätten keinerlei Beeinflussung ihres Urlaubserlebnisses gespürt, wie eine Umfrage dieser Zeitung ergeben hat. Es habe weiterhin Buchungen für die Vor- und Hauptsaison gegeben. Dieser Trend setzt sich wenn auch im Vergleich der letzten Jahre mit weniger Anfragen fort. Auch die Zahl von Stornierungen habe sich in überschaubaren Grenzen gehalten. Wuitschik weiter: Die Medien warten jetzt auf Panikreaktionen von Rügen. Nur die gibt es nicht. Wir haben unsere Pressearbeit über die Tourismuszentrale intensiviert, klären auf und bitten weiterhin um eine sachliche und korrekte Berichterstattung. Nur sind natürlich Bilder von verendenden Schwänen attraktiver für einen Fernsehsender als ruhige und besonnene Touristiker und Einwohner der Insel Rügen. Wir werden alle Maßnahmen ergreifen, auch mit der Zusage finanzieller Unterstützung aus Schwerin und Berlin, die dazu beitragen, den Schaden für den Tourismus auf Rügen so gering als möglich zu halten", so der Verbandschef. Gleichzeitig bittet er an dieser Stelle alle touristischen Leistungsträger und Einwohner den Umgang mit den Medien zurückhaltend zu führen. Man warte teilweise draußen nur auf weitere Negativmeldungen, um Deutschlands größter und schönster Insel weitere Imageschäden zufügen zu können.
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