Krisen und Katastrophen managen
Pressesprecher der Landkreise und kreisfreien Städte weilten zum Erfahrungsaustausch
Bergen auf Rügen (gü). Pressesprecher im Krisen- bzw. Katastrophenfall war eine Beratung überschrieben, zu der sich Pressesprecher aus mehreren Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns dieser Tage auf Rügen getroffen haben. Der Anlass war klar: Vogelgrippe auf Deutschlands größter Insel zu Jahresbeginn. Der Landkreis Rügen stand seinerzeit als erster und am stärksten betroffener Landkreis lange im Fokus des Medieninteresses. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt und auch wir gehen wieder dem Alltagsgeschäft nach. Dennoch waren es Wochen, die man nicht so schnell vergisst. Die Kollegen der anderen Landkreise wollten natürlich erfahren, was hier gelaufen ist und wie wir die Arbeit bewältigt haben, so Rügens Pressesprecherin Carina Schmidt zum Hintergrund.
Die Pressesprecher der anderen Landkreise hatten die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Auftreten der Geflügelpest aufmerksam verfolgt. Es sei schon erstaunlich gewesen, meinten diese, dass die Medien am Abend des 14. Februar in Berlin über den ersten Fall von Vogelgrippe in Deutschland informiert worden sind, noch bevor der Landkreis die erforderlichen Schritte einleiten konnte, lautete der Tenor des Treffens. Die Pressesprecher erinnerten in diesem Zusammenhang beispielsweise an den Tag der Ente: Morgens habe von Schwerin aus eine Nachricht die Runde gemacht, wonach eine Ente aus einem Rügener Nutzgeflügelbestand wahrscheinlich mit H5N1 infiziert sei. Nachmittags sei vom Friedrich-Löffler-Institut auf Riems dann Entwarnung gekommen kein H5N1 bei der Ente. In der Zwischenzeit herrschte auf Rügen Aufregung. Hier wussten die Verantwortlichen nichts von dem Verdacht, der sich später ohnehin in Wohlgefallen auflöste.
Carina Schmidt erläuterte, wie jene Tage im Februar und März des Jahres im Krisen- bzw. später Katastrophenstab aussahen. Telefonate über Telefonate, zwischendurch Pressekonferenzen, Interviewtermine der Landrätin, Vor-Ort-Termine mit Politikern und Medienvertretern, Pressemitteilungen und immer wieder Anfragen. Wir haben uns stets bemüht, sachlich und detailliert über die aktuellen Entwicklungen Auskunft zu geben. Viele Journalisten haben das mit einer entsprechenden Berichterstattung honoriert ohne Panikmache und Sensationshascherei. Vor allem den regionalen Medienvertretern gebührt hier Dank, sie haben uns wirklich sehr unterstützt. Leider gab es auch andere, die dafür gesorgt haben, dass das Image Rügens stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Positiv bewertete Schmidt, dass sie als Mitglied im Krisen- bzw. Katastrophenstab alle Informationen aus erster Hand erhielt und so auf die Anfragen der Journalisten meist sofort antworten oder auch die entsprechenden Experten vermitteln konnte, gab sie ihre Erfahrungen an die Kollegen weiter.
« Nächster Artikel
"Prora 06" - Das große Abschlussevent einer Jugendkampagne in M-V
Vorheriger Artikel »
Tonnenstrich an der Luise nimmt Form an
