Kreistag steht geschlossen hinter Landrätin
Fraktionen stärkten Kassner demonstrativ den Rücken und dankten für Arbeit
Ostseebad Binz (gü). Demonstrative Rückenstärkung für Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) durch den Kreistag auf dessen letzter Sitzung! Alle Fraktionen der im Rügener Kreistag vertretenen Parteien und Wählerbündnisse sprachen der Verwaltungschefin und ihrem Team für den Einsatz im Kampf gegen H5N1 einen großen Dank aus und unterstützten die Bemühungen der Landkreisverwaltung. Zu Beginn der Sitzung überreichte PDS-Fraktionschef Gerhard Bohm Landrätin Kassner symbolisch für alle beteiligten Mitarbeiter der Verwaltung einen Blumenstrauß für die geleistete Arbeit. Unter dem Beifall der anwesenden Abgeordneten sprachen die Fraktionschefs von einer nicht einfachen Situation, in der sich die Landkreisverwaltung seit Bekanntwerden der ersten positiven Vogelgrippe-Fälle befunden habe. Gleichzeitig unterstützt der Kreistag den Antrag der Verwaltung, dass beim Land Mecklenburg-Vorpommern rund 950.000 Euro finanzielle Hilfe zum Begleichen der im Zusammenhang mit der Krise um die Vogelgrippe entstandenen Kosten beigesteuert werden. Darüber hatte Kassner während ihres Berichts informiert.

Nach dreiwöchigem Dauerstress mit toten Vögeln, unzähligen nationalen und internationalen Medienvertretern und auch von H5N1 betroffenen Säugetieren hat der Kreistag Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) auf seiner letzten Sitzung demonstrativ den Rücken gestärkt. Foto: Pfaffe
Das Thema H5N1 dominierte den obligatorischen Bericht für den Kreistag erwartungsgemäß. So führte Kassner konkret aus, dass im "Zusammenhang mit der Bekämpfung der Vogelgrippe dem Landkreis Rügen bis zum 7. März Aufwändungen in Höhe von 950.000 Euro entstanden sind. Dabei handelt es sich um außerplanmäßige Ausgaben für die Einrichtung von Schutzzonen, die Keulung von Nutzgeflügel, das Einsammeln von Wildvögeln und für Vorkehrungen gegen die Seuchenverschleppung. Darunter sind zum Beispiel Kosten für die Beschaffung von Schutzausrüstungen, Desinfektionsmitteln und Impfstoffen in Höhe von rund 843.000 Euro und für die Verpflegung der Helfer in Höhe von rund 17.200 Euro. Von den Gemeinden wurden bisher Aufwändungen in Höhe von rund 11.400 Euro geltend gemacht, das THW hat bisher Rechnungen in Höhe von 8.400 Euro vorgelegt, an sonstigen Ausgaben entstanden bisher Kosten in Höhe von rund 67.400 Euro", so die Landrätin weiter. "Nach den öffentlichen Aussagen verschiedener Landespolitiker bin ich zuversichtlich, dass eine Sonderbedarfszuweisung gewährt wird. Um die Liquiditätslage zu stabilisieren, hat der Landkreis eine Abschlagszahlung auf die Sonderbedarfszuweisung beantragt. Parallel dazu stellt der Landkreis Rügen bei der Europäischen Union über das Land einen Antrag auf Erstattung der Ausgaben für die Maßnahmen gegen die Vogelgrippe." Harsche Kritik seitens des Einwohners Werner Kühnlenz aus Bergen auf Rügen gab es während der Einwohnerfragestunde in Richtung Minister Dr. Till Backhaus von der SPD. Er machte besonders den Agrarminister für die schlechten Schlagzeilen und den wilden Aktionismus während der vergangenen drei Wochen verantwortlich. Mit seinem Auftreten und seinen Forderungen hat er dazu beigetragen, dass nunmehr Touristen aus Angst und Unwissenheit von der Insel ferngehalten werden, sieht er wirtschaftliche Einbußen besonders für den Tourismus der Insel. Dieser Auffassung schlossen sich zahlreiche Kreistagsmitglieder verbal an. Statt unerfüllbare Ultimaten an die Landrätin zu stellen, hätte die Hilfe seitens des Landes für den Landkreis an der einen oder anderen Stelle anders aussehen können. Darauf zu warten, dass die Verwaltungschefin den Katastrophenfall ausrufe, sei zuwenig. Nach den Bekundungen für den Einsatz der Landrätin und ihrer Mitarbeiter stellten einzelne Abgeordnete die Forderung auf, dass der Krisen- und Katastropheneinsatz umfassend aufgearbeitet werden soll.
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