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Dieser Artikel wurde am 20. Oktober 2010 um 01:44 Uhr in der Rubrik Lokale Politik veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Kreistag Rügen positioniert sich

Kein zusätzlicher Atommüll nach Lubmin

Bergen auf Rügen (gü). Die drei im Kreistag vertretenden Parteien bzw. Wählergruppen Bündnis90/Die Grünen, DIE LINKE sowie Bündnis für Rügen (BfR) werden am heutigen Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz zum geplanten Zwischenlager von Atommüll in Lubmin Stellung beziehen. Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks in Lubmin sollen so genannte Castor-Behälter (CASTOREN) mit radioaktivem Müll zwischengelagert werden.

Der Kreistagsabgeordnete Torsten Jelinski (Bündnis90/Die Grünen) hatte während der Sitzung des Kreistages am 30. September in Binz einen Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema eingebracht. Dieser wurde von einer breiten Mehrheit des Kreistages beschlossen. Dort heißt es:

  1. Der Kreistag Rügen lehnt die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle aus anderen Kernkraftwerken oder -anlagen als Greifswald/Lubmin und Rheinsberg ab und spricht sich gegen entsprechende Transporte von CASTOR-Behältern auf Rügen aus.

  2. Für Notfälle und Katastrophen im Zusammenhang mit dem bereits bestehenden ZLN sind entsprechende Pläne zu erarbeiten. Jelinski begründete seinen Antrag folgendermaßen: „Im Regionalen Raumentwicklungsprogramm, das am 19. August 2010 vom Ministerpräsidenten Erwin Sellering sowie vom Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Volker Schlotmann unterschrieben und das am 20. August 2010 veröffentlicht wurde, steht ausdrücklich: >Das Zwischenlager Nord soll ausschließlich für die radioaktiven Abfälle der Kernkraftwerke Lubmin und Rheinsberg genutzt werden…<

Bis zum Ende des Jahres 2010 sind entgegen der Aussagen des Regionalen Raumentwicklungsprogramms zwei CASTOR-Transporte aus westlichen Bundesländern nach Lubmin genehmigt worden, davon vier CASTOREN mit Abfällen aus dem Schnellen Brüter Kalkar sowie aus dem Schiff Otto Hahn (Atomantrieb) und fünf CASTOREN mit max. 140 Glaskokillen aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe, in denen 60.000 Liter flüssige Plutonium-Uran-Abfälle verglast sind. Dabei handelt es sich um Abfälle aus den westliche Bundesländern, obwohl Lubmin nur Abfälle aus den östlichen Bundesländern aufnehmen sollte“, so Jelinski.

Er warnt: „Vom Transport und der Lagerung der hochaktiven Abfälle geht ein Risiko aus. Auch der Landkreis Rügen ist auf Grund der geographischen Nachbarschaft des ZLN betroffen. Lubmin liegt in unserer touristisch bedeutenden Region, die sich nicht für ein Atommülllager eignet. Auch die Bevölkerung würde zusätzlichen Risiken ausgesetzt.“ Mehr dazu in der kommenden Ausgabe Ihres OA-DR.

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