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Dieser Artikel wurde am 25. März 2010 um 15:23 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Kreideküste bröckelt

Informationen des Nationalparkamtes

Halbinsel Jasmund (DR). Seit etwa zwei Wochen, seit dem Ende des langen Frostes und dem Beginn des Tauwetters, bröckelt es an der Kreideküste. Zu großen, spektakulären Abbrüchen wie zuletzt im April 2008 am Tipper Ort ist es bisher nicht gekommen. Aber es bröckelt überall, und zwar durchgängig von Sassnitz bis zum Königsstuhl.

Zum einen hat der Frost die äußeren Schichten der Kreide abgehoben. Die sind abgeblättert wie alter Putz von einer Hauswand und bilden nun eine durchgängige Halde am Klifffuß. Der Frost ist aber auch tief in Risse und Spalten gekrochen und hat sie erweitert. Der viele Schnee taut auf, und der Boden saugt sich mit Wasser voll. Das hat an vielen Stellen zu Instabilität und kleinen Abbrüchen von ca. 100 bis 200 m³ geführt: Am Gakower Ufer, am Wissower Ufer (hier ca. 1000 m³), am Fahrnitzer, Kieler und Kollicker Ufer, am Äser Ort. Auch unter dem Königsstuhl liegen kleine Haufen. Zumeist ist nur Kreide in trockenen Brocken heruntergekommen, hier und da auch Sand und Lehm. Vereinzelt ist auch das aufgeweichte Gestein als Schlamm auf den Strand geflossen, gut geeignet, dem Wanderer die Stiefel auszuziehen. Und natürlich sind auch etliche große Findlinge von oben gekommen. Die Strandwanderung ist deshalb einstweilen recht beschwerlich, das Durchkommen stellenweise schwierig.

Das alles (bis auf die Findlinge) wird nun allmählich von der Brandung aufgewaschen und weggeschwemmt. Es ist aber gut möglich, dass noch weitere Abbrüche folgen werden. Das sollten vor allem die eifrigen Fotografen auf dem Hochuferweg bedenken. Das Wegegebot im Nationalpark dient ja u.a. auch der Sicherheit.

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