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Dieser Artikel wurde am 15. Dezember 2010 um 03:44 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Kooperative Gesamtschule geplant

Ab 08/2012 soll Abitur möglich sein

Ostseebad Sellin (sb). In Anlehnung an das Konzept der privaten Schule in Rostock, soll nun auch eine CJD Christopherus Schule auf der Rügen entstehen. Den Grundsatzbeschluss haben die Gemeindevertreter in der vergangenen Woche auf ihrer Sitzung einstimmig befürwortet. So gebe es schon lange Bemühungen, einen Ersatz für die ehemalige Realschule des Ortes zu finden. Die Hälfte der Schule steht seit geraumer leer. Es wurde aus diesem Grund schon mit vielen Privatträgern gesprochen. Doch mit keinem zeigt sich Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke (SWG) so zufrieden wie mit dem Christlichen Jugenddorfwerk und ihrem Programm der kooperativen Gesamtschule als Ganztagesschule. „Zu Schuljahresbeginn im Herbst 2011 sollte es eigentlich schon soweit sein, doch viele kleine und große Hürden seien noch zu nehmen“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Da die alte Realschule umgebaut werden müsse und die Bauarbeiten vor der Inbetriebnahme der Schule abgeschlossen sein sollten, sei dieser Termin nicht zu halten. „Der Antrag ist beim Bildungsministerium eingereicht. Eine Genehmigung könnte zum 1. August 2012 erfolgen. Mit diesem Datum rechnen wir“, sagt Regina Bindernagel vom CJD. Ein Glücksfall sei es nun, so Liedtke, dass die Gemeinde mit dem CJD zusammen arbeite. So habe sich der private Träger, der zukünftig als Mieter der Schule auftreten wird, nicht nur als fester Partner erwiesen, sondern ist zudem auf Rügen ansässig. In Garz betreibt das CJD eine Fachklinik deren Träger die Deutsche Rentenversicherung ist.

Einen zweiten Zweig bildet in Garz die Berufshilfe. Darunter fallen zum Beispiel Beschäftigungsmaßnahmen, Arbeitsvermittlungen, die Ausbildung von Schulsozialarbeitern, Suchtberatungen. Diesen Programmen verpflichtend, soll auch die Christopherus-Schule Kindern und Jugendlichen hilfreich zur Seite stehen.

So soll es ab 2012 eine Kooperative Gesamtschule mit einem regionalen Zweig nach der sechsten Klasse und einer gymnasialen Stufe im Ostseebad geben. Gleich im Anschluss an die Grundschule besteht somit die Möglichkeit für Kinder der Region hier die Reifeprüfung nach der zehnten Klasse abzulegen oder aber das Abitur nach zwölf Jahren zu schreiben. Zwar finanziert sich die Schule als Privatschule ausschließlich durch Gebühren, doch werden auch sozial verträgliche Modelle entworfen. Regina Bindernagel informierte über Staffelungen, Sonderregelungen und mögliche Stipendien. Wie soll es nun nach diesem Beschluss der Gemeindevertretung konkret weitergehen? 900.000 Euro müssen nach Informationen Liedtkes in den Teil der Schule investiert werden. Vor allem Fachkabinette seien einzurichten. Gerade aber was diese Finanzierung anbelangt, bedarf es noch zahlreicher Entscheidungen der verschiedenen Gremien des CJD. Zuerst aber soll nun der Bürgermeister für den Träger mögliche Finanzierungsvarianten erarbeiten. Wenn alles klappt, dann hätte Sellin „ein neues Bildungsangebot für ganz Rügen vorzuweisen.“ Und auch ein Internat sei denkbar, so Liedtke. Doch zuvor, sagt er, gibt es noch sehr viel Arbeit.