Kommunaler Wohnungsverkauf beschlossen
Sellin veräußert rund 330 Wohneinheiten an einen privaten Investor
Von Robby Günther
Bürgermeister Liedkte verpasste der Sitzung zu Beginn den Titel historisch und verwies auf den bereits im Jahr 2003 gefassten Grundsatzbeschluss, wonach die 36 Wohnungen im Kiefernweg an die Familie Hillebrand verkauft wurden. Man habe sich Entscheidung nicht leicht gemacht, betonte Liedtke im Zuge der Vorstellung von Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Verkauf. Betroffen vom Verkauf sind die Mietwohnungen der Aufgänge 11 bis 23 sowie kommunale Wohneinheiten in den Aufgängen 1 bis 10. Dort sind seinerzeit im Zuge des so genannten Altschuldenhilfegesetzes 13 Wohnungen an private Interessenten als Eigentumswohnungen verkauft worden. Das soll auch künftig möglich sein, wie Herbert Hillebrand betonte. Wenn es weitere Interessenten gäbe, die sich dort Eigentum zulegen wollen, kann dies geschehen ausschließlich in diesen Aufgängen der so genannten Siedlung am Wald. Die Gemeinde habe nach der Grundsanierung der Plattenbauten vor einigen Jahren doch ein wenig auf Substanz gearbeitet, so der Bürgermeister weiter. Kredite für die KWV, um weitere Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen waren immer ein Diskussionspunkt im Rahmen des Haushaltsplans. Jedoch habe die Gemeinde Prioritäten setzen müssen und andere Vorhaben vorgezogen.
Durch den Verkauf an einen Privaten ist die KWV und somit die Gemeinde diese Sorgen los und hat allerdings in den Kaufvertrag weitreichende Investitionsverpflichtungen des Erwerbers eintragen lassen. So sollen die Außenanlagen, die Treppenaufgänge und Kellerräume schnellstmöglich erneuert werden, so Herbert Hillebrand. Besonders in den Kellern haben wir Bedarf, unterstrich er die Dringlichkeit von Investitionen. Der Anbau von Aufzügen solle eine Mehrheitsentscheidung der Mieter in dem jeweiligen Aufgang sein. Entscheidet sich eine Mehrheit dafür, wird der Aufzug gebaut. Künftig werden die Mietwohnungen unter dem Dach der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Sellin mbH betrieben. Eine neue Gesellschaft, die von einer Tochter des Investors geleitet wird. Herbert Hillebrand selbst könnte sich vorstellen, ein Wohnungspaket zwischen 700 und 900 Wohnungen auf Rügen künftig sei Eigen zu nennen, wie er am Rande der Sitzung sagte. Des weiteren werden im ehemaligen Clubhaus rund 40 altengerechte Wohneinheiten geplant und erstellt, wie weitere Pläne bekannt wurden. Dort soll eine Miete von maximal 6,90 Euro pro Quadratmeter (kalt) erhoben werden. Apropos Miete: Die derzeitigen Mieten in den erworbenen Wohneinheiten werden bis 31. Dezember 2012 nicht erhöht.
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