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Dieser Artikel wurde am 04. Januar 2011 um 08:57 Uhr in der Rubrik Titelthema veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Kennzeichen „RÜG“ ist kostenfreie Werbung für die Insel

Hochschule Heilbronn stellt mit Initiative Kennzeichenliberalisierung den Willen der Menschen fest

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Die Studentinnen Christin Zander und Anja La Combe fragten am 17. September auf der Insel nach, wie es die Rüganer mit ihrem Kennzeichen halten. Top oder Flopp? Fotos: Pfaffe

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Prof. Bochert bei der Präsentation der Befragungsergebnisse in Stralsund.

Rügen (apf). Immerhin 91 Prozent der Menschen in M-V wünschen den Erhalt der bestehenden Kfz-Kennzeichen. Das Ergab eine Befragung der Hochschule Heilbronn im Rahmen der „Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung“. Auf Rügen - hier wurden am 17. September vergangenen Jahres in Bergen 274 Personen befragt, wollen gar 94,9 Prozent der Befragten die beibehaltung des Kfz-Kennzeichens „RÜG“. Nur 0,8 Prozent der Befragten lehnen die Beibehaltung ab, 4,3 Prozont gaben an, dass es ihnen egal sei.

Bereits am 21. Dezember hatte Prof. Dr. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn in das Stralsunder Intercity-Hotel eingeladen, um die Ergebnisse der Befragung vorzustellen. Neben der Presse hatten diese Einladung auch Landtagsabgeordneter Gino Leonhard (FDP) und Constance Patrunky, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Tourismuszentrale Rügen, angenommen. „Das Kennzeichen ’RÜG’ am Auto ist für die Insel eine kostenfreie Werbung, auf die man nicht verzichten sollte“, so die Tourismusfrau.

Die „Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung“widmet sich den Möglichkeiten, auslaufende Kfz-Kennzeichen wieder einzuführen oder durch Gebietsreformen gefährdete Kennzeichen zu erhalten. Um heraus zu finden, wie die jeweilige lokale Bevölkerung zu dieser Idee steht, wurden dazu im Jahr 2010 mehr als 17.000 Personen in 80 deutschen Städten im Rahmen des Projekts befragt, das unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Bochert, der die Fächer Volkswirtschaftslehre und Destinationsmanagement im Studiengang Tourismusmanagement an der Hochschule Heilbronn vertritt, steht. Die Ergebnisse für die Befragungen in zehn Städten und Regionen in M-V, in denen die Kennzeichen gefährdet sind, liegen nun vor. Eine extrem deutliche Mehrheit von 91,0 Prozent der Menschen wünscht sich, dass die Kennzeichen erhalten bleiben. Nur 7,4 Prozent der Befragten haben keine Meinung zu diesem Thema. Das zeigt, so Professor Bochert, wie wichtig den Bürgern die Kfz-Kennzeichen sind.

Da auch bei der Frage des Wunsches, bereits ausgelaufene Kennzeichen zurück zu bekommen, gut 73 Prozent der Befragten in Städten in anderen Teilen Deutschlands den Wunsch zur Rückkehr zu ihrem Altkennzeichen aussprechen, muss davon ausgegangen werden, dass eine Abschaffung zu langfristiger Unzufriedenheit führen würde.

Bochert hebt hervor, dass sich in dieser Frage die Marketinginteressen der betroffenen Städte und Regionen ganz offensichtlich mit den Bürgerwünschen decken: „Das Kfz-Kennzeichen ist für viele Städte und Regionen das wichtigste Symbol für die Marke der Stadt bzw. der Region; dieses Symbol kann nach innen und außen mit großer Wahrnehmung wirken und ist zudem für die Städte kostenlos.“

„Die eindeutige Zustimmung der Menschen zum Kennzeichenerhalt zeigt politischen Handlungsbedarf auf“, erläutert Bochert. Na dann ...

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