Interkulturelle Wochen auf Rügen
Familienausflug nach Afrika brachte Kontinente näher

Angekommen in Afrika mit „Graskammer-Air“ waren am Freitag über 20 Rüganer, die dann auch ein Feuerwerk afrikanischer Leidenschaft erleben durften. Foto: Pfaffe
Bergen auf Rügen (apf). Es war ein interessanter Abend am vergangenen Freitag, als die Gäste der Veranstaltung „Familienausflug nach Afrika - Eine Reise für die ganze Familie - Rüganer mit afrikanischen Wurzeln stellen ihre Heimat vor“ mit „Graskammer-Air“ vom Bergener Vereinshaus nach Afrika abhoben, um dort Togo, Benin, Namibia und Kenia zu besuchen. Dort gelandet, gab es erst einmal einen fruchtigen Ingwer-Cocktail, feurig scharf und dennoch angenehm schmeckend und sehr erfrischend. Dann wurde das dem Anlass entsprechende Ambiente bestaunt, welches echt den Anschein erweckte, in fremden Landen zu sein - aber nicht als Fremde, sondern als Freunde. Denn ohne viel Umschweife kamen die über 20 Teilnehmer der Reise mit den Hauptpersonen des Abends sehr schnell ins Gespräch: Abdou Ramanou aus Togo mit Frau Moussa Adam Foussena aus Benin und den auf Rügen geborenen Zwillingen Chawal und Chaban, Hilde Olivier aus Namibia und Massai Charles Lentukunye aus Kenia.
Sie alle stellten an einer großen Afrikakarte ihre Heimatländer vor und erzählten davon, was sie bewogen hat, von dort weg zu gehen, um anderswo ein neues Leben zu beginnen. So Moussa zum Beispiel, die erzählte, dass Togo auf der einen Seite ein reiches Land sei, auf der anderen Seite aber auch große Armut herrsche, weil es noch sehr viel Korruption gäbe, so dass besonders junge Menschen ihre Heimat verlassen, um besser leben zu können. Dannach wurden in Tänzen die Kulturen Afrikas vorgestellt und jeder „Neurüganer“ mit afrikanischen Wurzeln hatte für die Gäste Lieblingsspeisen der Heimat gekocht, die dann durch alle probiert werden konnten.
Viele Gespräche und Plaudereien trugen dazu bei, sich gegenseitig ein Stück mehr kennen zu lernen und zu verstehen - und genau dies ist ja auch das Anliegen der „Interkulturellen Wochen“ auf Rügen, wie Steffen Wallis als Leiter des Jugendmigrationsdienstes Bergen/Stralsund des Kreisverbandes Rügen der AWO erklärte.
„Zusammenhalten - Zukunft gewinnen!“, so lautet das Motto der diesjährigen Wochen der ausländischen Mitbürger in Deutschland. Das Netzwerk für Interkulturelle Zusammenarbeit Rügen nimmt diese im sechsten Jahr in Folge zum Anlass, interkulturelle Themen aufzugreifen und den Bürgern Rügens auf verschiedenen Veranstaltungen nahe zu bringen.
Auch wenn das Erleben von fremden Kulturen auf Rügen im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eher gering ist, so sind doch oft Hemmschwellen im Umgang mit Menschen anderer Kulturen vorhanden. Und: Nur wenn man miteinander ins Gespräch kommt, können diese tatsächlich auf beiden Seiten abgebaut werden ...
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