Integrative Grundschule startete auf Rügen
493 ABC-Schützen starteten in ein neues Schulzeitalter auf der Insel

Insgesamt 69 ABC-Schützen wurden an der Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz bei einer festlichen Veranstaltung eingeschult. Damit ist diese Schule die größte Grundschule auf der Insel. Foto: Pfaffe
Rügen/Sassnitz (apf). Wie an der Nationalparkschule Grundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz war der vergangene Samstag in weiteren 13 Grundschulen der Insel und an den Freien Schulen in Dreschvitz und Glowe ein besonderer Tag. Nicht nur, weil allerorts Schulanfang gefeiert wurde, bei dem für 493 ABC-Schützen, 53 mehr als noch im Vorjahr, ein neuer und spannender Lebensabschnitt begann. Vielmehr startet mit diesem Schuljahr auch ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Schule auf Rügen und Hiddensee. Denn am Montag begann mit dem Schulbeginn auch die Integrative Grundschule auf Rügen zu leben - ein Modellversuch für das Land, bei dem alle Erstklässler wohnortnah, ohne lange Fahrzeiten und beginnend mit der ersten Klasse die Grundschule besuchen. Die bislang vorherrschende Praxis, mit der Einschulung die Schüler in „Normale“ und „Besondere“, die in Förderklassen die schulische Laufbahn beginnen, einzuteilen, gehört der Vergangenheit an. Ein mutiger Schritt, den die Insel Rügen hier gegangen ist, und ein Schritt gegen das Ausgrenzen Einzelner.
Auch ein wichtiger Schritt, welcher der Gesellschaft in vielerlei Hinsicht gut tun kann. Jedes Kind muss seine Chance erhalten und den Umgang mit den „Anderen“ muss man lernen, um gemeinsam Schule und Zukunft zu gestalten. Denn: Unsere Gesellschaft braucht jeden Einzelnen. Niemand darf zurück gelassen werden und Jeder zählt.
Während der Einschulungsfeier in der Sassnitzer Sporthalle Dwasieden wurden den ABC-Schützen von Else Lüdke (DIE LINKE) als Vertreterin ihrer Kreistagsfraktion symbolisch die Basecups aus der DEKRA Aktion „Sicherheit braucht Köpfchen“ übergeben. Diese roten Schumi-Kappen sollten alle Grundschüler auf dem Schulweg tragen, um von Kraftfahrern besser gesehen zu werden. Kinder nehmen ihre Umwelt anders wahr als Erwachsene. Sie lassen sich ablenken, handeln spontan und unvermittelt. Hinzu kommt, dass sie, im Vergleich zu Erwachsenen, ein um 30 Prozent eingeschränktes Blickfeld haben. „Gerade zu Beginn des neuen Schuljahres gilt daher für alle im Straßenverkehr erhöhte Vorsicht. Besonders nach den langen Sommerferien kommt es vor, dass Kinder plötzlich - ohne einen Blick nach rechts und links - loslaufen, wenn auf der anderen Straßenseite der Schulfreund winkt“, appelliert Schulleiterin Bärbel Frisch an alle Kraftfahrer. Hauptgründe für solch eher unkontrollierte Aktionen sind die noch nicht vollständig ausgeprägte Motorik bei Kindern und die fehlende Erfahrung im Straßenverkehr. Besonders das Orten von Geräuschen und abruptes Abstoppen fällt den Kleinen schwer. Hinzu kommt, dass Kinder durch ihre Körpergröße die Straße schlecht überblicken können und parkende Autos ihnen die Sicht versperren. „Das Überqueren der Straße ist eine der größten Gefahrenquellen auf dem Weg zur Schule. Oft werden heranfahrende Fahrzeuge übersehen oder ihre Geschwindigkeit falsch eingeschätzt“, weiß Dr. Manfred Preetz, DEKRA Niederlassungsleiter Stralsund. „Bei den 6 bis 13-Jährigen ist die Unfallrate, die sich auf dem Schulweg ereignet, besonders hoch. Es ist enorm wichtig, dass Eltern das Erlernen von richtigem Verhalten im Verkehr bestmöglich fördern, indem sie ihre Kinder frühzeitig auf die Gefahren auf dem Schulweg hinweisen.“
Mit der Kampagne „Sicherheit braucht Köpfchen" unterstützt DEKRA die Eltern bei der Vorbereitung ihrer Schützlinge auf den Straßenverkehr. Dazu verteilt die DEKRA Niederlassung Stralsund zum Schulbeginn insgesamt 1.600 auffallend rote Kinderkappen mit einem reflektierenden Streifen an die Erstklässler in der Region. Die Mützen ermöglichen, dass die Kinder im Straßenverkehr besser gesehen werden.
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