Immobilienschnäppchen bei der Bahn?
Deutsche Bahn AG verkauft Bahnhöfe und Liegenschaften auf der Insel Rügen
Von Robby Günther
Insel Rügen. Chance oder Zockerei? Die Deutsche Bahn AG verkauft auf der Insel einen Teil ihrer Bahnhöfe und Liegenschaften! Wie DB-Pressesprecher Burkhard Ahlert bestätigt, sind mehrere Verkäufe von Liegenschaften avisiert. Laut seinen Aussagen sind die Bahnhöfe bzw. Gebäude (Bahnhofsliegenschaften) in Altefähr, Lancken (Sassnitz), Lauterbach (Mole), Samtens und Teschenhagen von der DB zum Verkauf in den kommenden Monaten und Jahren vorgesehen. Hingegen behalten will die DB AG ihre Filetstücke in Bergen auf Rügen, Binz und Sassnitz (Stadt). Zu den Bahnhöfen in Rambin, Lietzow und Sagard konnte der Sprecher keine näheren Angaben machen. Da sie jedoch nicht auf der Liste der zu verkaufenden Objekte in M-V stehen, werden sie voraussichtlich behalten.

For sale, zu verkaufen: Die DB-Liegenschaft auf der Lauterbacher Mole wird von der Deutschen Bahn AG verkauft. Erster Zugriff für die Stadt, falls diese kein Interesse hat, wird die Immobilie an Dritte angeboten. Foto: Günther
Laut einem Bericht, der dieser Tage veröffentlicht wurde, will das Unternehmen lediglich jeden fünften Bahnhof im Land Mecklenburg-Vorpommern behalten. Von rund 100 betroffenen Bahnhöfen (unabhängig von weiteren Liegenschaften) kommen also 80 zum Verkauf. Dies ist ein Prozess, der sich über einige Jahre sicher hinziehen wird, wie Burkhard Ahlert sagt. Auf potenzielle Interessenten oder bereits vorhandene Investoren für die vakanten Bahnhofsgebäude und Liegenschaften auf Rügen angesprochen, macht der Sprecher deutlich, dass sich die Deutsche Bahn zuerst an die betreffenden Kommunen wendet und ihnen ein Vorkaufsrecht einräumt. Mit den jeweiligen Gutachten der DB AG sollen bei Interesse der Gemeinden und Städte Verkaufsverhandlungen geführt werden. Die angestrebten Preise sind dabei reine Verhandlungssache zwischen den Kommunen und der DB AG, so Ahlert.
Sollten sich die Kommunen nicht dazu entschließen, die betreffenden Gebäude erwerben zu wollen, so werden diese an Dritte angeboten, wie es weiter heißt. Dabei winken interessante Förderungen für die Sanierung und Umgestaltung der oftmals baulich attraktiven aber teilweise heruntergekommenen Gebäude, wie der Pressesprecher betont. Gemeinsam mit der DB AG sucht man nach Nutzungsmöglichkeiten, die für das entsprechende Objekt in Frage kämen. Der RÜGANER ANZEIGER befragte in diesem Zusammenhang Bürgermeister der betreffenden Gemeinden nach ihrer Meinung zu der unerwarteten Offerte: Der Putbusser Bürgermeister Harald Burwitz (FDP) bezeichnet das Angebot als überlegenswert. Natürlich muss eine Entscheidung hierzu politisch in der Stadtvertretung getroffen werden, unterstreicht er deutlich. Doch aufgrund der Tatsache, dass der Stadt in diesem Bereich lediglich die Kaikante an der Mole gehört, wäre ein Erwerb der Liegenschaft im Jahr 2008 oder 2009 finanziell zu überlegen.
Altefährs Bürgermeister Ingulf Donig (SPD) zeigte sich überrascht vom Ansinnen der Bahn, das Gebäude zu verkaufen. Aber, wenn der Preis stimmt, kann man über ver-schiedene Dinge nachdenken, so sein Statement. Eine erste Idee äußerte er mit Kunst am Bahnhof, ohne konkret werden zu wollen, was sich weiter dahinter verbergen könnte. Jedoch macht Donig darauf aufmerksam, dass der Bahnhof einer Gemeinde auch eine Art Visitenkarte für den Ort ist, die entsprechend von Gästen wahrgenommen wird. Dieter Holtz (Linkspartei.PDS), Bürgermeister der Stadt Sassnitz, macht auf Nachfrage deutlich, dass sich die Stadtvertretung noch nicht ausführlich mit dem Bahnhof Lancken befasst hat. Dies rührt daher, dass der Bahnhof in der Stadtstratgie bisher keine Rolle gespielt hat. Außer als Bahnhof für Reisen-de natürlich. Holtz weiter: Wenn das Angebot auf dem Tisch liegt, muss man es sicher diskutieren.
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