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Dieser Artikel wurde am 16. Juli 2008 um 05:17 Uhr in der Rubrik Störtebeker Festspiele veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

„Ich kriege den Helden!“

Nadja Kruse überzeugt das Publikum in der Rolle der „Katarina“

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Katarina (Nadja Kruse) im Zwist mit Störtebeker (Sascha Gluth). Sie will, dass er Stockholm befreit.Foto: Pfaffe

Ralswiek (apf). Sie kam gerade mit der „Schwalbe“ vom Einkauf in Bergen, als ich sie traf. „Das war meine erste Anschaffung hier auf der Insel“, erzählt Nadja Kruse (29), die in diesem Jahr die Rolle der „Katarina“, Zofe der „Herzogin Ingeborg von Mecklenborg“ (Patricia Schäfer), bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek übernommen hat. In Hamburg, ihrer Wahlheimat, braucht die Herforderin kein Auto, doch um die Insel Rügen während ihres viermonatigen Gastaufenthaltes zu erkunden, kann die kultige „Schwalbe“ gute Dienste leisten. Doch nicht nur mit dem Roller fährt sie über die Insel. Erst kürzlich war sie mit einem Katamaran auf Segeltörn zu den Kreidefelsen, die sie sehr beeindrucken.

Nach der Schauspielausbildung am Hamburger Schauspielstudio Freese, einer der ältesten Schauspielschulen in der Hansestadt, spielte Nadja Kruse sie für ein Jahr im Ensemble des Theaters Wilhelmshaven. Dann folgten erste Besetzungen bei Film und Fernsehen. Erst im April diesen Jahres waren unter dem Arbeitstitel „Neun Leben hat die Katze“ die Dreharbeiten zur 34. Folge des erfolgreichen ZDF-Samstagskrimis „Stubbe - Von Fall zu Fall“ mit Wolfgang Stumph in der Hauptrolle abgeschlossen.

Doch auch in dieser Zeit ist sie dem Theater treu geblieben. So dem Erzähl-Theater „Triebwerk“, das sich jugendlichen Themen widmet oder auch dem „Schauspielkollektiv Lüneburg“, mit dem sie in einer Solo-Produktion „Escape!“, ein „Klassenzimmer-Stück“ in Schulen, welches sich im Rahmen der Gewaltprävention an Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse wendet. „Zum Einen ist dies eine gute Möglichkeit, jungen Menschen das Theater nahe zu bringen und zum Anderen ist das Stück von Rainer Lewandowski seinem Inhalt nach eine lohnende Arbeit, weil es die Zuschauer in ungezwungener Weise zum Nachdenken über sich selbst und auch darüber, wie man mit Konflikten umgehen sollte, anregt, ohne auch nur einmal den warnenden Zeigefinger zu erheben“, bringt Nadja Kruse ihre innerste Überzeugung zum Ausdruck, dass der direkte Kontakt mit den Jugendlichen viel Positives bewirken kann.

Die Schauspielerin Nadja Kruse ist so eine Botschafterin des Guten und einer besseren Welt. „In den Bereichen, wo ich etwas bewirken kann, will ich dazu beitragen, auch tatsächlich etwas zu bewegen: Meinem Publikum neue Horizonte öffnen und das eigene Nachdenken über die Dinge des Lebens zu fördern“, sieht sie die Chancen der Schauspielkunst. Als „Katarina“ im diesjährigen Stück „Der Seewolf“ auf der Naturbühne in Ralswiek bereitet sie ihrem Publikum allabendlich Freude.

Als die Vitalienbrüder um Klaus Störtebeker (Sascha Gluth) keinen Ausweg mehr wussten, die von den Dänen besetzte Feste Stockholm zu erreichen, um die Bewohner mit Nahrungsmitteln zu versorgen, resignieren sie. Erst auf Grund der Bitte Katarinas (Nadja Kruse), auch an das Schicksal der Unschuldigen, der Alten, der Kranken, der Kinder in der eingeschlossenen Feste zu denken, entwirft Störtebeker einen teuflischen Plan ... und erobert nicht nur die Feste, sondern auch Katarinas Herz. Nadja selbst sagt zur Figur, die sie verkörpert und die sie sehr mag: „Katarina ist die Einzige, die kein falsches Spiel treibt und sie hat ein gutes Herz. Die ’Zarte’ ist manchmal ein wenig naiv, aber auch bereit, mit dem Schwert für die gute Sache zu streiten und - Ich kriege den Helden!“

Nadja Kruse, die auch als Sprecherin bei NDR-Features oder Synchronsprecherin tätig ist, wartet in ihrer jungen Karriere auf die „große Herausforderung“ beim Film. Wenn Sie Nadja Kruse als Katarina bei den Störtebeker Festspielen erlebt haben, werden Sie mir Recht geben, dass die nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ich jedenfalls drücke Nadja Kruse ganz fest die Daumen.