Hitzige Debatte um Nothafen Darßer Ort
Große Koalition im Landtag spricht sich für Bau eines Etappenhafens aus
Von Robby Günther
Schwerin/Zingst. Die hitzigen Debatten um die Unterhaltung des Nothafens Darßer Ort gehen weiter! Die Große Koalition aus SPD und CDU hatte das Thema während der Landtagssitzung am zurückliegenden Mittwoch wieder auf die Tagesordnung gebracht. Mit einem eigenen Antrag, der den Bau eines Etappenhafens auf dem Fischland-Darß-Zingst fordert. In dem Antrag heißt es dazu: Der Landtag hält den Bau eines Etappenhafens auf dem Fischland-Darß-Zingst für erforderlich. Die Landesregierung wird aufgefordert, bis zur Errichtung eines neuen Hafens mit Nothafenfunktion mit notwendigen Unterhaltungsbaggerarbeiten in der Fahrrinne die Benutzung des Hafens am Darßer Ort als Nothafen für die Stationierung des Seenotkreuzers sicherzustellen.
Die Benutzung des derzeitigen Nothafens wird nur im Rahmen der Verordnung über die Festsetzung des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft vom 12. September 1990 gewährleistet. Mit dem Neubau eines Etappenhafens wird der Rückbau des Nothafens einhergehen. Soweit der Antrag, der mit Mehrheit angenommen wurde. Dagegen sind Naturschutzverbände und auch die neue Fraktion des Bündnis90/Die Grünen im Landtag. Speziell wird die Ausbaggerung der Fahrrinne im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft seitens der Gegner scharf kritisiert.
Uta Maria Kuder (CDU), Justizministerin des Landes, erklärte in der Debatte, dass es bei der Unterhaltung des Nothafens um die Hilfe und Rettung für in Not geratene Segler gehe. Auch für maritime Notsituationen ist der Hafen als Stützpunkt für schnelle Hilfe unerlässlich. Im Nothafen ist ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS stationiert, der von dort schnell zu Unglücksstellen vorstoßen kann.
Der Rügener Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz (CDU) hat den Beschluss des Landtages zum Etappenhafen auf Fischland-Darß-Zingst begrüßt und gegen Kritik der Naturschutzverbände verteidigt. „Hier geht es nicht um Wortbruch, sondern um Menschenleben“, entgegnete Burkhard Lenz der Kritik der Naturschutzorganisation BUND. „Der Landtag hat mit dem Beschluss des Antrages der Koalition ganz klar unterstrichen, dass die Stationierung des Seenotkreuzers im Nothafen Darßer Ort keine Dauerlösung ist. Allerdings muss dieser Hafen bis zur Inbetriebnahme einer Alternative offen gehalten werden“, so Lenz weiter. Bereits in der letzten Legislaturperiode hatte sich der gelernte Kapitän für Darßer-Ort ausgesprochen.
In Zusammenhang mit der Offenhaltung des Nothafens Darßer Ort sprach sich der Abgeordnete auch dafür aus, das Baggergut außerhalb der Schutzgebiete zu verklappen. Sollte weiter eine Verklappung von Baggergut innerhalb der FFH- und Nationalparkgebiete angestrebt werden, sei zunächst eine Verträglichkeitsprüfung durchzuführen. Wenn weiter innerhalb der Schutzgebiete verklappt werden sollte, muss nächstes Jahr wieder eine Baggerung stattfinden, um die Fahrrinne offen zu halten, mahnt der umweltpolitische Sprecher seiner Fraktion. Denn es wurde erst im Jahr 2010 das letzte Mal gebaggert. Da die einst eingerichteten Schutzmaßnahmen gegen die Versandung im Laufe der Zeit entfernt wurden (Strömungsspundwand und Sandfallen) macht es sich nun notwendig, in kürzeren Abständen die Fahrrinne auszubaggern.
„Vor Ort gibt es das Bekenntnis zum Bau eines neuen Hafens in Zingst. Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird diesen Neubau nachhaltig unterstützen“, so der Landtagsabgeordnete weiter. Die Perspektive scheint also klar: Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Hafens muss der bestehende Nothafen jedoch offen gehalten werden, um einerseits den Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Standort zu nutzen, andererseits um in Not geratenen Seglern einen Anlaufpunkt zu geben. Der geplante Hafen in Zingst wird dann die Lücke zwischen Warnemünde und dem nächsten östlichen Rettungshafen Barhöft endgültig schließen, sind sich die Koalitionäre einig. Der Bau des neuen Hafens in der Gemeinde Zingst wird zudem Thema einer Informationsveranstaltung sein, die am kommenden Donnerstag, 24. November, ab 19.30 Uhr im Zingster Kurhaus stattfindet. Der Landtagsabgeordnete Burkhard Lenz fordert in diesem Zusammenhang einen wirtschaftlich funktionierenden Hafen, der sich nach Fertigstellung aus eigener Kraft trägt.
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