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Dieser Artikel wurde am 19. Juli 2006 um 03:07 Uhr in der Rubrik Allgemeines veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Historischer Tag für Stralsund

US-Präsident George W. Bush nebst Frau Laura weilte in der Hansestadt zum Besuch

Hansestadt Stralsund (da). Es war ein Event der Superlative: 12.500 Polizisten, eine abgesperrte Altstadt, eine nie dagewesene Prominentendichte und ein Eintrag in Stralsunds Gästebuch, dass auf lange Sicht gesehen vielleicht Gold wert ist. Nur zu schade, dass US-Präsident Bush so schnell wie er am zurückliegenden Donnerstag kam, auch wieder davon brauste. Doch trotz der knapp bemessenen Zeit war Stralsund für fünf Stunden der Nabel der medialen Welt. Denn mal abgesehen von den notwendigen Übernachtungen in Heiligendamm, stattete George W. Bush Stralsund den mit Abstand längsten Besuch ab.

Dafür mussten die Stralsunder allerdings auch einiges in Kauf nehmen die einen mit guter Miene zum bösen Spiel und viel Kritik, die anderen mit einer Begeisterung, die den historischen Alten Markt in einen weltoffenen Glanz tauchte, der selbst die anwesenden Medienvertreter mitriss. Bei Abfahrt der Präsidentenkolonne um Punkt 14.51 Uhr standen auch die letzten ausharrenden Fernseh-, Rundfunk- und Print-Journalisten Spalier, um einen letzten Blick des Texaners zu erhaschen, der lächelnd durch die abgedunkelte Scheibe winkte.

Es war ein historischer Tag für Stralsund, auch wenn er womöglich nicht wie die Vertreibung Wallensteins in die endlose Geschichte eingehen wird. Der Ausnahmezustand am 13. Juli 2006 kann dagegen allemal mit der einstigen Belagerung mithalten. Die Altstadt glich einem Hochsicherheitstrakt, der von niemandem ohne vorherige Sicherheitsüberprüfung betreten werden durfte. Das Wort Superlativ trifft auch für den Polizeieinsatz zu, dem bisher größten in der Geschichte von Mecklenburg-Vorpommern. 12.500 Beamte sorgten dafür, dass die Sicherheit für den Präsidenten und sein Gefolge jederzeit garantiert war. Inklusive der sicherheitstechnisch etwas wackligen zehn Minuten vor Bushs Ankunft, als Greenpeace-Aktivisten auf dem Turm der Nikolaikirche mit einem Transparent für Hektik sorgten.

Beachtlich: Kaum hatte Bush die Stadt verlassen, wurde in Windeseile mit dem Aufheben der Sicherheitsmaßnahmen begonnen. Anderthalb Stunden später rollte der Verkehr wieder, als wäre nichts gewesen. Als hätte es die historische Begegnung nie gegeben. Nach dem Bush-Besuch dankte Landesinnenminister Dr. Gottfried Timm (SPD) den beteiligten Einsatzkräften für die erfolgreiche Bewältigung des größten Polizeieinsatzes in der Geschichte des Bundeslandes M-V durch ihren professionellen Einsatz, so Timm.