Hilfe für Einsatzkräfte vor Ort
270 Bundeswehrsoldaten sind auf der Insel Rügen im Einsatz
Bergen auf Rügen (gü). Rund 270 Bundeswehrsoldaten haben am gestrigen Dienstag ihre Hilfe im Rahmen des ausgerufenen Katastrophenfalls auf der Insel Rügen begonnen! Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) nutzte am gestrigen Vormittag die Gelegenheit im Rahmen eines Gespräches mit dem RÜGANER ANZEIGER allen bisherigen freiwilligen Helfern aus den Ämtern, im Landkreis tätigen Mitarbeitern und weiteren freiwilligen Helfern aus der Bevölkerung für ihren bisherigen Einsatz im Zuge der Aufgaben durch die ausgebrochenen Vogelgrippe einen herzlichen Dank auszusprechen.
Die Bundeswehrsoldaten werden nunmehr vorrangig damit beschäftigt sein, weitere tote Vögel aus den bekannten Gewässern und von gemeldeten Fundstellen zu bergen, einzusammeln und entsprechend zu verrbingen. Bereits seit dem letzten Wochenende ist eine ABC-Einheit der Bundeswehr auf Rügen und hat so genannte Seuchenstationen zur Desinfektion eingerichtet. Die Landesregierung hat im Laufe des gestrigen Vormittags eine Aufhebung der Seuchensperren für Fahrzeuge in Richtung Rügen bekanntgegeben. Dies betrifft die Zufahrten über den Rügendamm sowie im Fährhafen Sassnitz ankommende Fahrzeuge. Ab sofort werden alle Kfz und Lkw, die die Insel verlassen, an den entsprechenen Punkten durch die ABC-Einheiten dekontaminiert.
Auf die Frage, wie lange der Insellandkreis mit der jetzigen Situation des Katastrophenfalls umgehen muss, konnte Landrätin Kassner keine konkreten Aussagen machen. Wir werden davon ausgehen müssen, dass es trotz der jetzt umfangreicher angelaufenen Maßnahmen einige Zeit in Anspruch nehmen wird, um die toten Vögel zu bergen und in die Entsorgungsanlage in Malchin zu verrbingen. Zwischenzeitlich sei mit dem Agrarministerium und dem Loeffler-Institut auf der Insel Riems abgeklärt, dass nur noch beringte Vögel, die gefunden werden, zur Untersuchung auf die Insel geschafft werden.
Nach wie vor sind die Bereiche West- und Nordrügen die Schwerpunkte der Einsätze. Kritisch äußerte sich Kassner zur Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Landesbehörden: Wir haben im Laufe des letzten Donnerstags 40 Helfer für das Einsammeln der toten Tiere in Schwerin angefordert. Wir haben sie aber nicht bekommen, reagiert die Verwaltungschefin auf die Vorwürfe, dass zuwenige Helfer im Einsatz gewesen seien. Das konnte erst mit dem am Sonntagabend ausgerufenen Katastrophenfall geändert werden. Neben den Bundeswehrsoldaten sind nach wie vor Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, des Ordnungsamtes, der Freiwilligen Feuerwehren, des Katastrophenschutzes, des THW, der Polizei unsd der Bundespolizei sowie der Wasserschutzpolizei im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Unterstützung habe man auch von der Straßenmeisterei, dem THW und anderen Veterinärämtern im Land erhalten. Besonders überrascht zeigte sich Kassner, dass es eine Reihe von freiwilligen Bürgern gegeben hat, die ihre Mitarbeit angeboten hatten. Dies können Freiwillige übrigens immer noch tun. Sie werden in diesem Zusammenhang als Autofahrer, Regionalführer für die ortsunkundigen Bundeswehrsoldaten sowie auch als Markierer für Fundorte toter Vögel eingesetzt.
Nach wie vor ist völlig unklar, was zum massiven Ausbruch des Vogelgrippevirus H5N1 geführt hat, so die Landrätin mit Blick auf den Beginn des Vogelsterbens. Zu diesem Zeitpunkt war kein Vogelzug im Gange. Die nachgewiesene Inkubationszeit liege laut ihren Worten bei ein bis zwei Tagen. Am Donnerstag letzter Woche wurden auch die Ergebnisse aus London der ersten betroffenen Vögel als positiv gemeldet. Diese Nachricht ging allerdings im allgemeinen Trubel dieser Tage unter.
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