Heringsbestände in der westlichen Ostsee steigen
EU-Abgeordneter Werner Kuhn: EU-Plan für Heringsmanagement beschleunigen
Brüssel/Rügen (DR). Bis 2013 werden die Heringsbestände in der westlichen Ostsee steigen. Zwar ist die Anzahl erwachsener Fische derzeit geringer als im Vorjahr, aber der Nachwuchs des Jahres 2009 verspricht prozentual viermal ertragreicher zu werden, als der von 2008. Das erklärten Prof. Dr. Cornelius Hammer und Dr. Christopher Zimmermann vom Institut für Ostseefischerei Rostock in einem Gespräch mit Werner Kuhn, EU-Abgeordneter und Mitglied im Fischereiausschuss.
Die EU hatte zwar von 2008 bis 2010 die Dorschquote um 11 Prozent erhöht, aber die vom Hering um 49 Prozent reduziert. „Die Fischerei muss auch in Zukunft ertragsfähig bleiben“, erklärte Kuhn. „Wir haben den gesetzlichen Auftrag der Bundesregierung aus internationalen Konventionen, Normen und wissenschaftliche Konzepte zu erarbeiten, damit Fischbestände wirtschaftlich und nachhaltig bewirtschaftet werden können“, so Prof. Hammer, Leiter des Rostocker Instituts. Bei der Festlegung der Fangquoten folgt die EU den Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), Kopenhagen, dem 20 Staaten angehören. Über 1000 Wissenschaftler der Mitgliedsländer, darunter die Rostocker, arbeiten an den Empfehlungen. Ihre Prognosen für die Politik berücksichtigen das gesamte ökologische Umfeld, wie Klimaveränderungen oder Meeresverschmutzungen. Das Institut für Ostseefischerei unternimmt jährlich 16 Forschungsfahrten in den Greifswalder Bodden, eine Kinderstube des Ostseeherings, wo von über 30 Stationen seit Mitte der 80er Jahre eine weltweit einzigartige Datenmenge über den Hering gesammelt und ausgewertet wird.
Dr. Zimmermann: „Unsere Prognosen kommen nicht überraschend, wir können die Entwicklung der Bestände zwei bis drei Jahre voraussagen - mit weniger als fünf Prozent Irrtumswahrscheinlichkeit.“ Denn wie alle Umweltparameter wird auch das Nahrungsangebot der Jungfische in die Berechnungen einbezogen. „Der Rückgang des Heringsbestandes ist kein Ergebnis der Überfischung, sondern der ökologischen Gesamtentwicklung - auf die man einwirken kann, beispielsweise mit wissenschaftlich begründeten Managementplänen.“
Seit zwei Jahren gibt es einen Managementplan für Dorsch, der dazu führte, dass sich die Bestände zunehmend erholen. Die wissenschaftlichen Grundlagen für ein wirksames Heringsmanagement sind vorbereitet und Werner Kuhn kündigte Druck in Brüssel an, damit der Planentwurf noch vor der Sommerpause im europäischen Parlament diskutiert wird. Evelyn Koepke
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