Große Freude
Erfolgreiche Hangsanierung in Lohme
Lohme (ur). Auf einer Pressekonferenz in Lohme kündigte Landrätin Kerstin Kassner an, dass sie die ausgesprochenen Nutzungsuntersagungen für Gebäude an der Steilküste von Lohme ausnahmslos aufheben werde, sobald die dafür noch notwendigen Voraussetzung, wie u.a. ein Notfallplan, erfüllt sind. Das werde wahrscheinlich bis Freitag dieser Woche der Fall sein. Nach dieser Ankündigung der Landrätin sagte Lohmes Bürgermeister Matthias Ogilvie: „Wenn die Häuser in Lohme Gesichter hätten, würden sie jetzt alle lächeln“. Die Zeit der großen Sorgen am Lohmer Hang scheint jedenfalls vorüber zu sein, denn die auf der Pressekonferenz anwesenden Experten bestätigten eindeutig, dass die Hangsanierung so erfolgreich verlaufen sei, dass die ausgesprochenen Nutzungsuntersagungen aufgehoben werden können. Das Erreichen dieses Zieles hat viel Geld gekostet. Ministerialdirektor
Dieter Pälecke, Referatsleiter im Innenministerium von M-V, hob hervor, dass das Land rund 1,3 Millionen Euro für die Hangsanierung zur Verfügung gestellt habe, und zwar „außerhalb einer Rechtspflicht“. Das sei im Interesse der Menschen geschehen, die am Hang leben. „Heute können wir feststellen“, so Dieter Pälecke, „dass dieses Geld gut angelegt wurde und für die Gemeinde auf lange Sicht eine solide Entwicklung ermöglicht!"
Das Nationalparkamt Vorpommern warnt vor dem „Abbruchrisiko an der Kreideküste“. Kliffabbrüche und Rutschungen kann es aber auch an den anderen Steilküsten geben. Nachfolgend die Hinweise des Landkreises Rügen zu den Gefahren und ihren Ursachen.
Die Vielfalt an Küstenformen prägt die Einmaligkeit der Landschaften von Rügen und Hiddensee. Neben der bekannten Kreideküste gibt es Steilufer verschiedenster Ausprägung: mit und ohne Vegetation, aus Geschiebemergel und Sanden in unterschiedlicher Mischung, mit geologischen Einschlüssen, die einen Teil erdgeschichtlicher Entwicklung widerspiegeln. Die Kulisse rügenscher Küstenformen wurde durch natürlich ablaufende Prozesse geformt. Diese Naturkräfte wirken nach wie vor. Sei es von der Seeseite her als Wellenschlag, als Sturmhochwasser und als Eisgang oder von der Landseite her als Durchfeuchtung durch Niederschlagswasser, Quellen oder Bäche. Wir sprechen von Küstendynamik. Auf diese Weise sind in einem Jahrtausende langen Prozess die begehrten Strände auf Rügen entstanden, indem sich Abbruchmaterial angelagert hat, das an anderer Stelle ins Meer gespült wurde. Dort, wo sich Sickerwasserströme zwischen unterschiedlichen geologischen Schichten bewegen, werden Uferausbrüche begünstigt. So war es bei dem großen Uferabbruch im März 2005 bei Lohme.
Zwar sind solche problematischen Uferabschnitte bekannt. Wann ein derartiges Ereignis eintritt, lässt sich aber kaum annähernd vorausbestimmen. Eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht in Jahreszeiten mit viel Niederschlägen, besonders nach der Schneeschmelze und beim Wechsel von Gefrieren und Auftauen der in das Kliff eingedrungenen Feuchtigkeit. Besucher unserer Insel aber auch Einheimische müssen sich deshalb auf Gefahren einstellen, die beim Besuch von Steilküsten auftreten können. Beim Begehen von Hochuferwegen sind daher Absperrungen und Leiteinrichtungen unbedingt zu respektieren und dort wo solche fehlen, darf auf keinen Fall bis an die Kliffoberkante herangetreten werden. Das Wandern am Fuß vom Steilufern sollte im Winter/Frühjahr überhaupt unterlassen werden – ein Rat an alle Gäste, die Rügen über das Osterfest besuchen. Der Uferabbruch kommt stets überraschend und meist ist das Ufer zudem noch sehr schmal, so dass ein Ausweichen oft nicht mehr möglich ist. Selbst Steilküsten von wenigen Metern Höhe können gefährlich sein. Größere Findlinge können bei den Abbrüchen ebenfalls herunterfallen. Auf Rügen gibt es über 140 Kilometer Steilküste. An besonders stark besuchten Stellen stehen Hinweisschilder, die unbedingt beachtet werden müssen. Das Sicherste ist, genügend Abstand zu den Steilufern behalten.
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