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Dieser Artikel wurde am 18. Februar 2006 um 10:32 Uhr in der Rubrik Vogelgrippe (Aktuell) veröffentlicht. Sie können diesen Artikel auch ausdrucken.

Gesamte Insel Rügen wird unter Beobachtung gestellt

Die Situation ist besonders ernst

Rügen/Schwerin (RA). "Die gesamte Insel Rügen wird unter Beobachtung gestellt, da sich die Situation im Laufe des Tages verschärft hat. Bei weiteren 28 Wildvögeln unterschiedlicher Arten (vorwiegend Höcker- und Singschwäne) wurde das gefährliche Virus H5/N1 festgestellt.

Damit gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt 41 Nachweise des Vogelgrippevirus", erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute in Schwerin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesverbraucherminister Horst Seehofer. Die Situation sei auch deshalb besonders ernst, weil sich die Fundorte nicht mehr nur auf das Gebiet um die Wittower Fähre beschränkt, sondern auch andere Orte der Insel erreicht hat.

Minister Backhaus informierte über folgende Sofortmaßnahmen:

  1. Das Land M-V hat die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten. Sie soll bei Absperrungs- und Desinfektionsmaßnahmen unterstützen.
  2. Der Landkreis wurde angewiesen, sterbende Tiere tierschutzgerecht von ihren Leiden zu "erlösen".
  3. Die Bevölkerung und insbesondere die Medien wurden aufgefordert, die eigentlichen Schutzzonen zu meiden, um eine Übertragung des Virus zu verhindern.
  4. Innerhalb der Schutzzonen müssen die Fundorte von toten Tieren unverzüglich abgesperrt werden.
  5. Bürger, die tote oder verletzte Tiere sehen, werden aufgefordert, den Fundort umgehend der Polizei oder den Mitarbeitern des Landratsamtes zu melden.
  6. Der Luftraum über der Insel Rügen ist ab sofort für den Flugverkehr von Hubschraubern gesperrt, da sich durch die Luftbewegungen das Virus verbreiten könnte.
  7. Am Montag, 20. Februar 2006, findet eine Konferenz aller Landräte statt, um Vorsorgemaßnahmen für den Fall zu treffen, dass der Virus auch auf andere Landkreise übergreift.

Auf der Insel Rügen wurden alle geflügelhaltende Betriebe im bisherigen Überwachungsgebiet überprüft. "Hier gibt es eine positive Nachricht: Bei den Nutztieren traten bisher keine Krankheitsanzeichen auf", so Backhaus. Oberste Priorität hat für den Landwirtschaftsminister nach wie vor die Bergung verendeter Wildvögel, um ein Ausbreiten der Geflügelseuche zu verhindern.

"Wir haben es mit einer gefährlichen Krankheit zu tun, die bislang zum Glück nur bei Wildvögeln aufgetreten ist. Wir müssen alles dafür tun, um ein Übergreifen auf Nutztiere und eine Gefährdung der Menschen zu vermeiden."

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