Generationen beschäftigen Stadtvertreter
Neubau eines Mehrgenerationenhauses wird öffentlich debattiert
Putbus (gü). Kommt das Mehrgenerationenhaus für die Fürstenstadt? Wenn es nach dem politischen Willen der Stadtvertreter geht – ja! Aber die Finanzen sind wieder einmal der Knackpunkt, wie am Montag dieser Woche bei der Sitzung der Stadtvertretung deutlich wurde. Sollte der Tagesordnungspunkt ursprünglich ganz von der Tagesordnung – für diese Sitzung – genommen werden, verständigten sich die Abgeordneten nach einer Auszeit, zumindest über das Thema zu beraten und sich von der Verwaltung informieren zu lassen. Nach der Aussprache kam es dann doch zu Beschlussfassungen, wenn auch recht einfach formuliert. So sprachen sich die anwesenden Stadtvertreter grundsätzlich für den Bau eines Mehrgenerationenhauses aus, vorbehaltlich der Finanzierung und Einwerbung von Fördermitteln. Sollten diese Gelder nicht in den Haushalt eingestellt werden können, ist der Beschluss nur das Papier wert, auf dem er steht.
Um zwischenzeitlich das Thema in der politischen Debatte zu halten, vereinbarten die Stadtvertreter weiterhin, dass am 16. November eine gemeinsame Sitzung der Fachausschüsse Soziales, Bauen und Finanzen unter der Federführung des Sozialausschusses stattfinden soll. Hinzugeladen werden Vertreter von Trägern, die das Mehrgenerationenhaus künftig betreiben sollen oder könnten und natürlich die Planer.
Denn im Zuge des Neubaus der Grundschule „Boddenwind“ sind durch das zuständige Planungsbüro bereits Ausarbeitungen am Standort des Heizhauses für einen Neubau erstellt worden. Diese mussten allerdings aus finanziellen Gründen vom Neubau der Grundschule abgekoppelt werden, wie Bürgermeister Harald Burwitz (FDP) die Anwesenden erinnerte. Im angedachten Mehrgenerationenhaus sollen die Kinder des Hortes der Volkssolidarität sowie die Senioren der VS untergebracht werden. Auch der Jugendclub könnte unter das Dach der Mehrgenerationen schlüpfen. Hier sahen allerdings einige politische Akteure in der Stadtvertretung „mögliches Konfliktpotenzial zwischen den Generationen“.
„Diskussionsbedarf ist da“, unterstrich der Bürgermeister nach seinen Ausführungen: „Vertreter der Volkssolidarität als Träger des Hortes und der Seniorenbetreuung haben bereits signalisiert, dass ein Mehrgenerationenhaus eine Option für die Diskussion wäre.“ Ob andere Träger ebenfalls Interesse daran hätten, solch eine Einrichtung in der Fürstenstadt zu betreiben, blieb am Montagabend offen. Die bereits erfolgten planerischen Vorschläge sollen nun auch Grundlage der gemeinsamen Sitzung der Fachausschüsse am 16. November sein. Diese Sitzung wird um 19 Uhr öffentlich im Saal des Rathauses stattfinden, einigten sich die Stadtvertreter abschließend einstimmig.
In der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung zur Errichtung des Mehrgenerationenhauses ist die Rede von einer Investition von rund 1,57 Millionen Euro. Mit 800.000 Euro ist eine Förderung aus dem Städtebauprogramm des Landes sowie zusätzlich eine Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 400.000 Euro beantragt worden. Ein Eigenanteil der Stadt Putbus mit rund 380.000 Euro soll aus den Versicherungszahlungen im Zusammenhang mit dem Brand des Jugendclubs eingestellt werden. Ob aber beispielsweise das Innenministerium nochmals eine Sonderbedarfszuweisung ausschütten wird, darf mehr als bezweifelt werden. Denn bereits beim Neubau der Grundschule wurde Putbus mit viel zusätzlichem Geld bedacht. Trotzdem: eine politische Willensbildung zu den Generationen kann nicht schaden . . .
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