Gemeinde plant massive Abholzungen
B-Plan Nr. 2d Neuer Weg wird scharf von Selliner Einwohnern kritisiert
Von Robby Günther
Ostseebad Sellin. Sellins grüne Lunge soll sterben! Mit dem auf den Weg gebrachten B-Plan Nr. 2d Neuer Weg ist bei späterem Inkrafttreten eine massive Abholzung von Buchenwäldern in der Nähe des Weißen Steges vorgesehen. Das bringt Anwohner und Selliner Bürger auf die sprichwörtliche Palme, es regt sich Widerstand gegen das Planungsvorhaben der Gemeinde. Jetzt haben 126 Bürger mit ihrer Unterschrift eine Stellungnahme zum B-Plan beim Bauamt des Amtes Mönchgut-Granitz abgegeben. Darin wird die Abholzung der gerade erst einmal 25 Jahre jungen Buchen kritisiert sowie auf die Folgen der Abholzung aufmerksam gemacht. Das Gelände ist abschüssig, beim Freischlagen ergießt sich Regenwasser auf die umliegenden Grundstücke und anliegenden Straßen, die eher als unbefestigte Sandwege zu bezeichnen sind.

Teile dieser Waldflächen sollen nach dem Willen der Gemeindevertretung im Zuge der Umsetzung des B-Plans Nr. 2d Neuer Weg der Kettensäge zum Opfer fallen. Anwohner und Selliner sind entsetzt, kämpfen dagegen an. Foto: Luftbild Grabowski
Auf dem beplanten Areal sollen bis zu 20 Grundstücke für eine Bebauung mit Eigenheimen erschlossen werden. Das haben die Gemeindevertreter während ihrer letzten Sitzung im alten Jahr mit einer F-Plan-Änderung auf den Weg gebracht. Stellvertretend für die aufgebrachten Bürger hat sich jetzt Wolfgang Jacobs an die Spitze des Widerstandes gesetzt. Dem RÜGANER ANZEIGER liegt die dreiseitige Stellungnahme der Bürger vor, die dem Bauamt übergeben worden ist. Hier sind durch die Bürger mehrere Punkte aufgelistet, die sich aus ihrer Sicht negativ auf den Ort auswirken werden, wenn die Pläne im Zuge des Verfahrens so umgesetzt werden. Demnach sollen rund 1.000 Buchen fallen, wenn das B-Plan-Verfahren abgeschlossen ist. Der Buchenwald ist allerdings ein zu erhaltenes Biotop im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Durch das Abholzen kann auch der Steilhang Schaden nehmen, unabhängig davon, dass dort zahlreiche Tierarten in dem Gelände heimisch sind und ihren natürlichen Lebensraum verlieren würden.
Beim öffentlich erklärten Bedarf an Grundstücken verweisen die Kritiker auf andere Flächen innerhalb der Gemeindegrenzen, die noch einige Bauplätze bieten würden. So sind im Feldweg sowie im Seepark Flächen zu finden, die an interessierte Familien und Bauherren verkauft werden könnten. In den vorliegenden Unterlagen zum B-Plan-Verfahren fehlt nach Informationen dieser Zeitung eine Darstellung der Gefährdungen für das Areal, die sich aus den Planungen ergeben. Umweltrelevante Konflikte gerade im Zusammenhang mit der sensiblen Steilküste sind nicht untersucht. Hierbei sei an die Küstenabbrüche in Lohme erinnert, bei denen noch keine menschlichen Schäden zu verzeichnen sind. Vielleicht sollte ein Scoping-Termin Klarheit zum weiteren Verfahren bringen. . . ?
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