Funkmast ja, aber nicht an diesem Standort
Proteste gegen die Inbetriebnahme eines Funkmastes in Kita-Nähe
Von Wolfgang Urban
Putbus. Ach, wie schön ist doch die neue Handy-Welt und immer herrlicher werden die Nutzungsmöglichkeiten der kleinen Dinger. Sogar fotografieren und filmen kann man mit ihnen und die Bilder dann gleich um die Welt schicken. Doch alles hat seinen Preis, auch die Welt der vielen neuen Möglichkeiten. Das betrifft nicht nur den Einkaufspreis und Verträge, die zu Beiträgen bzw. Gebühren führen. Jeder Fortschritt hat auch eine Schattenseite, die am Anfang vor lauter Sonnenschein kaum einer wahrhaben will. Immer hat die zunächst dominante Meinung einer Zeit sich vor allem am Fortschritt ergötzt, ja ihn verlangt und herbeigesehnt und den Preis des Wandels ignoriert bis er nicht mehr zu leugnen war. Wie oft wurde schon in Putbus und an anderen Orten auf Rügen über schlechten Handy-Empfang geflucht?!

Alles völlig harmlos...!? Wohl kaum. Aber man kann die Gefahren natürlich ignorieren oder kleinreden. Auf der Protestveranstaltung in Putbus tat dies keiner. Hier wurde Aufklärung betrieben und der Protest gegen den neuen Funkturm in sehr sachlicher Weise begründet. Foto: Urban
Schritt für Schritt wurde er vielerorts besser. Aber wer möchte vor seiner Nase die Infrastruktur des Ganzen statt schöner Aussicht? Wer will gar den Preis des Fortschritts mit einem Gesundheitsrisiko bezahlen? Sollen ihn zum Beispiel die Kinder, Eltern und Erzieher der Kita Kleiner Fratz in Putbus bezahlen, in deren Nähe ein Funkmast in Betrieb genommen werden soll? Stellen Sie sich vor, die sind uneinsichtig und wollen dies genauso wenig wie andere Anwohner des neuen Glücksbringers auf dem Weg des Fortschritts. Am 27. März haben sogar rund hundert Uneinsichtige vor dem Rathaus in Putbus protestiert! Na ja, ganz uneinsichtig waren die ja nicht. Sie seien nicht gegen den Funkmast an sich, aber er soll nicht im Wohngebiet gleich hinter der Kita stehen, war immer wieder zu hören.
Warum sind bloß die Putbusser Stadtvertreter nicht auf diesen Gedanken gekommen, als sie die Weichen für den Funkmast stellten? Manchmal bedarf es eben erst der Uneinsichtigen auf der Straße, damit Politiker bei einer anschließenden Beratung so kluge Sätze sagen wie: Wir brauchen unabhängigen Sachverstand! UND Ich bin sehr nachdenklich geworden!. Prima: Es geht also vorwärts auf dem Weg der Erkenntnis, der mit einer Veranstaltung am 12. April fortgesetzt werden soll. Für sie wurde auch das Mobilfunkunternehmen angekündigt, das den Funkmast in Betrieb nehmen will. Gibt es eine Lösung zu aller Zufriedenheit?
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