Fische interessieren sich nicht für Profilierung
Kritik des Angelvereins To Bek ASV e.V. an der pauschalen Anglerschelte
Von Robby Günther
Südost-Rügen. Was veranlasst einen Naturwächter des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen, mit umbewiesenen Behauptungen die organisierten Angler der Insel in Misskredit zu bringen? Bei den Vorstandsmitgliedern des Angelvereins To Bek ASV e.V. aus Baabe herrscht Kopfschütteln. Hier werden einfach Behauptungen in einer öffentlichen Veranstaltung Ende Januar aufgestellt, die jeder Grundlage entbehren, empört sich Norbert Topel, stellvertretender Vorsitzender des Angelvereins, der mit 61 Mitgliedern zu den größten des Eilandes gehört. Unsere organisierten Angler verstoßen nicht gegen die Freiwillige Vereinbarung zum Angeln in der Having , so sein Fazit. Vielmehr solle das Amt seine Mitarbeiter einmal auf die Gäste und Urlauber ansetzen, die mit dem so genannten Touristenfischereischein nach Rügen kämen und einfach drauf los angeln. Diese Damen und Herren bekommen eine kurze Einweisung, das war es dann auch schon, kritistiert der Vorstand die Öffentlichkeitsarbeit in punkto Aufklärung. Die Freiwillige Vereinbarung zum Angeln in der Having kennt kein Gast, will er seinen Vorschlag nicht als pauschale Kritik an den Gästen und Urlaubern verstanden wissen.

Angeln in der Having basiert seit einigen Jahren auf der so genannten Freiwilligen Vereinbarung zwischen dem Kreisangelverband Rügen und dem Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Foto: privat
Die so genannte Freiwillige Vereinbarung wurde Anfang 2000 zwischen dem Landesangelverband, dem WWF, verschiedenen Wassersportverbänden und dem Schweriner Umweltministerium auf Landesebene erarbeitet. Zwischen dem Kreisangelverband Rügen und dem WWF wurde eine entsprechende regionale Vereinbarung für den Bereich der Having im Südosten der Insel abgeschlossen. Es scheint an der Zeit, dass wir bestimmten Damen und Herren einmal wieder sehr deutlich sagen müssen, dass wir als organisierte Angler anerkannte Naturschützer sind, schickt der Vorstand des Baaber Vereins seine Kritik in Richtung Umweltverbände und -behörden, die dieses Ansinnen gern für sich vereinnahmen. Gleichzeitig wollen die Petrijünger aber auch die ausgestreckte Hand ihrerseits in Richtung dieser Behörden nicht an den Profilierungssüchten einzelner Mitarbeiter eben dieser Behörden scheitern lassen. Wenn die Auswertungen Verstöße ergeben, dann wollen wir mit konkreten Daten informiert werden, wenn es sich um betroffene Angler unserer Vereine handelt. Pauschal zu sagen, dass es eine Zahl von Verstößen gegeben habe, ohne Ross und Reiter zu benennen, ist zu bequem, so Norbert Topel weiter.
Auch Karl-Heinz Wilde, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Insel Rügen e.V. sieht aufgrund der derzeitigen pauschalen Beschuldigungen die Freiwillige Vereinbarung in Gefahr. In einer offiziellen Information schreibt er unter anderem folgendes: (...) Die Anglervereine, die in diesem Gebiet ansässig sind, unternehmen sehr viele Aktivitäten, um ihren Anglern die Regeln bekannt zu machen. Inzwischen sind auch sehr viele Informationsmaterialien herausgegeben worden, um auch alle anderen Angler, Gäste und Urlauber zu informieren. Leider gibt es gewissenlose Angler, die der Meinung sind, die Regeln nicht beachten zu müssen. (...)
Der Vorstand des Baaber Angelvereins betont in diesem Zusammenhang, dass im Jahr 2005 eine neue Satzung in Baabe verabschiedet wurde, in der bei Verstößen gegen die Vereinbarung disziplinarische Maßnahmen gegen die Angler verankert sind. Im Mai wird es eine nochmalige Zusammenkunft geben, in der die Kontrollen ausgewertet werden sollen. Falsche Darstellungen einzelner sollten dabei keine Rolle spielen. Vielmehr verstehen wir die Einladung als Aufforderung zum gemeinsamen Handeln im Sinne des Naturschutzes, so der Baaber Vorstand.
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